Freitag, 26. Dezember 2025

Vom sozialen Druck zum Datenstrom: Eine Absage an die Smartwatch

Bild: Google Gemini

Pünktlich zur Weihnachtszeit ging meine Smartwatch, eine Huawei BLAbla2, kaputt. Sie erlosch einfach im Swimmingpool, obwohl sie wasserfest gewesen sein sollte. Zumindest die meiste Zeit. Sie wurde etwas mehr als drei Jahre alt. Ich hatte sie mir damals bei einem Einkaufsbummel mit meinem Bruder gekauft, der völlig dieser Smartmanie verfallen war. Habe ich den Kauf bereut oder hat mir die Investition etwas gebracht? Ich schreibe hier einfach eine kleine Reflexion über diese Zeit.

(Meine) Gründe für eine Smartwatch

Warum kaufte ich mir so ein Ding? Sozialer Druck! Ich als „Ungeimpfter“ kam für zwei Nächte bei meinem Bruder unter, der sich vorher extra noch einmal „boostern“ ließ. Das war während eines Besuchs in Deutschland, nach dieser „Pandemiezeit“. Die Leute sind in Deutschland ein wenig verrückt. Ich meinte immer zu meinem Bruder, nicht alles zu glauben, was in den Medien berichtet wird. Das kann nicht gut gehen. Mahamindleser wissen sehr genau: Ich glaube zum Beispiel noch nicht einmal den Wetterbericht. (klicke den Link zum Wetterbericht). Ich hatte auch das Glück, in einem Land weitgehend „ohne Lockdown“ durch diese „Pandemiezeit“ zu kommen. Da sind keine Leute in Massen tot zusammengebrochen oder so, was eine „Impfung“ hätte verhindern müssen. Also musste ich aufpassen, was ich meinem Bruder sagte. Sollte ich ihm erzählen, dass es sich bei „der Impfung“ nicht um eine klassische Impfung handelte, sondern um einen Impfversuch, bei dem der Wirkungsmechanismus ein gentherapeutischer Eingriff war, der noch nicht einmal vorher an Menschen getestet worden war? Zumindest die mRNA-Impfstoffe, die wie wild in Deutschland injiziert wurden. Und die Erfahrungen mit mRNA-Impfstoffen beim Zuchtschwein waren nicht unbedingt positiv. Aber sie lieferten auch keine Langzeitresultate. Schweine werden nach drei Jahren geschlachtet. Unter dem Gesichtspunkt, keine drei Jahre mehr zu leben – wie etwa mit einer Krebsdiagnose – würde ich mir auch mRNA spritzen lassen. Aber so ein Nebenwirkungsprofil bei einer etwas seltsamen Grippe? Damals war es in Kreisen meines Bruders auch absolut verpönt, von einem „Laborunfall“ zu reden. Als psychologisch ein wenig geschulter Beobachter spürte ich die Ohnmacht, die Hysterie und das Trauma der Leute in Deutschland. Dann besuchte ich meinen Bruder, als es ein wenig besser wurde und die Medien andere Themen fanden als „die Pandemie“. Das 9-Euro-Ticket zum Beispiel.

Smartwatch als Symbol „dazu zu gehören

Ich konnte – weil ich lange nicht mehr in Deutschland lebte – auf „dummer Ausländer“ machen, der nicht so superkompetent durch deutsche Medien informiert worden war wie mein Bruder. Ich bekomme auch schon einen ausländischen Akzent hin, wenn ich will. Oder ich streue ungewöhnliche Lehnwörter aus anderen Sprachen ein. Die Wörter stehen dann für Konzepte, die lange erklärt werden müssen. Meine aus deutscher Sicht – ich muss schon sagen – Dissidenz machte dann nichts aus. Ich ließ meinen Bruder mit seinem Weltbild punkten und hörte mir seine Vorstellungen von einem guten Leben an. Lassen wir mediale Angstbilder, die ein bisschen wie seriöse Clickbaits fungieren, beiseite. Mein Bruder interessiert sich für alles, was irgendwie „Smart“ ist. Smartphone, Smart City, Smart Car, Smart Home, Smartwatch. Mit seinem Sohn baut er an einem Raspberry Pi, was ich sympathisch fand. Auch, dass er seine Sachen in Haskell programmiert. Ich will ihn also nicht als dummen Menschen beschreiben. Aber irgendwie haben sie seine Affekte an Dinge gebunden, die mir völlig fremd sind. Mit „sie“ meine ich Medien, die den Leuten zum großen Teil erfolgreich klar gemacht haben: Lest, schaut, hört uns – und ihr seid klug. Kann man den Medien nicht übelnehmen. Das ist Selbstinteresse. In meinem Leben bin ich aber weit gekommen und habe viel gesehen. Richtig wäre es meiner Meinung nach: Fang an, Standardbücher und Originalliteratur zu lesen. Dann bist du zumindest auf dem Weg, klug zu werden. Journalisten sagen von sich selbst, sie seien ehrlich: "Dazu haben wir aber keine Zeit." Auf einer sommerlichen Terrasse ergeben sich am Abend dann auch gute Themen. Und dann sah ich die Smartwatch, relativ günstig, und kaufte sie mir einfach. Auch, um ein weiteres Thema zu haben. „Ich habe auch so was. Schau her: Sie piepst jetzt.“ Ein Symbol dazu zu gehören. In der Familie meines Bruders haben alle … und wir zeigten uns gegenseitig unsere Handgelenke mit den Uhren, die nicht einfach Uhren waren, sondern … mehr. Das war ein Stammesritual wie auch in Afrika. Natürlich macht es mir Spaß, das alles mit ein wenig Ironie niederzuschreiben. ABER: Es war ein schöner Sommer in Deutschland nach der „Pandemie“. Ein schönes Land im Sonnenschein. Und nette Leute! Aber eben bloß in einer medialen Kühltruhe mit mediokren Betrachtungen zu Themen, die man auch besser in der internationalen Presse liest. Und auch da: bitte nicht unipolar. Dann ergibt das Spiel der Interessen auch mehr Sinn, als in eine Angststarre zu fallen. Dann denkt auch der klügste Mensch nicht mehr nach, wenn die Panik kommt.

Smartwatch – mein Resümee

Geplante Obsoleszenz. Nach dem Anekdotischen folgt mein Bericht über drei Jahre Smartwatch. Wie erwähnt, erlosch ihre Funktion im Swimmingpool vor ein paar Tagen. Vorweihnachtszeit. Das war erst einmal enttäuschend. Es war nicht so wie mit anderen Huawei-Geräten, wo die Akkulaufzeit nachlässt und man das Gerät dann mehr im Schrank liegen lässt, um es seltener zu benutzen. Das fühlt sich organischer an. „Nicht mehr gehen“ fühlt sich an wie tot sein. Mir fiel sofort das schlimme Wort „geplante Obsoleszenz“ ein. Wie lange sind schon die Voyager-Sonden im All unterwegs? Der Mercedes URALT? Die alte deutsche Waschmaschine? Und jetzt findet die Smartwatch ihre letzte Bestimmung als Technikschrott! Als hätte man die Dichtung nicht besser machen können. Aber man will ja nicht.

Nette, aber letztlich Beschäftigungstherapie. Die meisten Dinge, die man heute kauft, sind gekaufte Identitäten. Mit der Smartwatch bekommt man ein aktives, sportliches und gesünderes Image. Alles wird getrackt. Herzschlag, Schlaf, „Stresslevel“. Aber einige Dinge machten kaum Sinn: die O2-Sättigung im Blut. Einige Apps wie „Wetter“ waren sehr schlecht. Auch gab es eine nutzlose „Pranayama“-App. Hört sich gesund an. Ich mache oft Pranayama: Die App war nicht zu gebrauchen. Es gab auch keine besseren Apps, und so begnügte ich mich mit den Voreingestellten. Ein wenig Spaß machte immer, das Ziffernblatt nach ein paar Wochen zu ändern. Was ich häufig nutzte, war der Timer, um Dinge beim Kochen nicht zu vergessen. Aber auch hier: Ein absoluter Nerd-Faktor wären mehrere mögliche Timer gewesen und nicht nur einer. Wichtig wurden für mich dann die „Sport-Sensoren“: das Trainingsmonitoring. Das half mir gefühlt, „am Ball zu bleiben“.

Ist es wirklich wichtig? Aber manchmal plagten mich auch Zweifel: „Was ist, wenn die ermittelten Werte gar nicht stimmen?“ Hier kommt wieder „die Pandemie“ mit ihren falsch positiven PCR-Tests vor mein geistiges Auge. Gehören Smartwatch und diese Tests zu einem Zeitgeistphänomen? Angst, Panik, „am Ball zu bleiben“, nichts in der Küche anbrennen zu lassen? Der Verlust der sozialen Zugehörigkeit, wenn man es nicht besitzt? Alles keine guten Motive, die mir jetzt in den Sinn kommen. Ich widerstand deshalb auch dem Drang, sofort eine neue Smartwatch zu bestellen. Der Drang war da. Ich hatte mich an das Gerät gewöhnt. Aber irgendwie … uncool. Im Grunde gefällt es mir nicht, wenn Hardwarehersteller zu Software-Monopolisten werden. Was cool wäre: eine Lisp-Uhr, in der man seine Apps selbst schreibt. Es gibt Open-Source-Projekte wie AsteroidOS für bestimmte Smartwatches. Da kann man dann unendlich viel Zeit versenken. Aber wenn ich wirklich drüber nachdenke, bin ich froh, wenn dieser bleiche Streifen von meinem Handgelenk verschwunden ist. Der störte mich schon immer. Also lass ich das in Zukunft einfach weg.

Es ist ein Überwachungstool. Der Kaufpreis plus meine Daten. Ist mir zu teuer. Da ich denke, dass das heute eben so ist, muss ich dann ohne die zusätzlichen Extras durchs Leben gehen. Für die Küche eine Eieruhr. Es gibt gute Open-Source-Programme, die das Training verwalten können. Am Ende sind Kugelschreiber und Schulheft auch nicht so schlimm (klicke hier zu dem Artikel über handgeschriebene Notizen). Souverän kann ich das Büchlein aufschlagen und mit geschwungener Schrift notieren. Das Rumfummeln am Phone oder an der Uhr wirkt immer ungelenk. Auch wenn sich die Zeitgeist-Freaks noch so verrenken: Es ist eben nicht geschmeidig. Sie sehen sich selbst dabei nicht. Ich habe mein Ideal gefunden: handschriftliche Notizen und einmal am Tag am Schreibtisch die Werte in einen Datenstrom eingeben. In Emacs & Common Lisp, kurz und konzentriert. Keine Prokrastination.

Smartwatch – keine Zukunftslösung

Das Bild von der Einheit von „Mensch und Maschine“ – oder besser: und Datenstrom – wird oft in Artikeln als Zukunftsvision suggeriert. Aber ist es wirklich praktisch? Das analoge Leben kann per Definition nur real sein und ist deshalb ein fester Anker im menschlichen Bewusstsein. Das digitale Leben lebt von der Illusion und ist letztlich immer fehleranfällig. Allein deshalb werden viele Leute solche Tools im Endeffekt nicht nutzen. Auch die realen Gefahren von „Big Data“ sind nicht unwichtig, „wenn man selbst nichts zu verbergen hat“. Versicherungen kaufen gerne solche Daten, und wenn dann zu wenig Bewegung registriert wird, gibt es eben keine Lebensversicherung. Das wird dann nicht begründet. Auch wird nicht nachgefragt, ob die Daten der Smartwatch vielleicht fehlerhaft waren. Das interessiert keinen. Der Algorithmus macht das von alleine.

Also strecke ich jetzt mein freies, aber bleiches Handgelenk in die Sonne, um zu gesunden, mich selbst zu finden und das schöne Gefühl zu genießen, meinen Weihnachts-Essay geschrieben zu haben. Allen, die bis hierhin gelesen haben: eine schöne, besinnliche Auszeit.


Lese den Artikel hier in Esperanto.

Freitag, 19. Dezember 2025

30 Tage Meditations-Challenge – Warum es Sinn macht?

Bild: Google Gemini

30-Tage-Challenges haben den Vorteil, andere Lebensperspektiven zu öffnen. Ob es der Dry-January ist, in dem man einfach mal 31 Tage im Januar keinen Alkohol mehr trinkt, um ein Gespür zu bekommen, was sich alles verändern kann? Oder 30 Tage einfach jeden Tag 60 Liegestütze zu machen (Wochenende Pause), um sich selber zu beweisen, dass man mehr kann, als man zur Zeit täglich tut? In jedem Fall wird die Perspektive, die der Mensch den Dingen gegenüber einnimmt, verändert sein. Vielleicht wird die neue Tätigkeit auch zur guten Gewohnheit, die man testet und für praktisch und nützlich befunden hat. Also viele Sachen können positive Dinge bringen. Man muss nur damit anfangen.

Ich wollte das mit täglicher Meditation machen. Genauer mit Atemmeditation, weil ich sonst einfach nicht dazu komme, Atemmeditation regelmäßig zu machen. Warum? Weil mir gesagt worden ist, mache das eine Stunde, jeden Tag. Besser ist 2x täglich für jeweils eine Stunde. Das ist das Mindset. Ich komme damit zeitlich nicht zurecht, und dann erlöscht der gute Vorsatz in mir. Und – ich habe mit vielen Meditierenden in meinem Leben gesprochen: das ist nicht nur bei mir so.

Ich werde in diesem Artikel also (m)einen Mindhack beschreiben, wie man eine tägliche Meditationsroutine in seinem Leben verankern kann. Natürlich mit meinen Gedanken und Erfahrungen dazu. Wer es gerne kurz und knackig mag, der scrolle bitte bis zu dem Abschnitt Genaue Anleitung – Wie es klappen kann. Da ich die Artikel in diesem Blog hauptsächlich für mich schreibe, auch um neue Ideen beim Schreiben zu entdecken, schreibe ich immer gerne assoziativ, was für andere vielleicht langweilig oder als zu sprunghaft empfunden werden kann. Es ist der Stil eines Tagebuchseintrages oder einer langen Geschichte am Lagerfeuer. Heute ist mein Thema, ich finde passend zur Weihnachtszeit: Meditation.

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Warum ich meditiere?

Ich schrieb schon mal darüber, zwar kein guter, aber ein Buddhist zu sein. Anfang der 2000'er nahm mich eine Studienfreundin in das buddhistische Haus in Frohnau bei Berlin mit. Obwohl ich immer skeptisch war. Genauer gesagt, diese Unachtsam machende, fein disperse, völlig rationalisierte, passive Aggressivität in mir hatte, die ich heute bei anderen spüre, wenn es zu diesem Thema kommt. Damals aber, ging ich einfach mal mit, weil ich die Studienfreundin sehr mochte und wir sehr viel miteinander taten. Obwohl wir verschieden waren.

Die Atmosphäre in dem buddhistischen Haus lud dazu ein, sich einfach vor der Buddha-Statue niederzulassen und zu schweigen. Schweigen natürlich. Da meine Studienfreundin meditierte, und ich irgendwie die Zeit nutzen wollte, las ich die Tafel in dem Raum, auf der kurz der 8-gliedrige Weg Buddhas beschrieben worden war.

"Könnte klappen!", dachte ich bei mir.

Von dem Tag an war ich zum ersten Mal Puddig-Vegetarier. Viele Jahre später, auf meiner Weltreise, ließ ich mich von einem buddhistischen Mönch in seinen Glauben initiieren. Es ist ja kein Glauben, sondern etwas, was jeder wissen und erleben kann. Kurz: die tägliche Meditation gehört dazu.

"Wenn du nicht wüßtest, dass es eine Anhaftung ist, kannst du von nun sagen, du bist Buddhist."

Dieser Moment ist immer noch lichtdurchtränkt in meiner Erinnerung sehr intensiv vorhanden. Mit dem unsterblichen Lachen des Mönches, der das zu mir sprach. Es ist zwar kein spektakuläres, aber irgendwie doch ein Erweckungserlebnis gewesen. Und damit kam Meditieren in mein Leben.

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Unterschied Atemmeditation oder Vipassana vs Mantrenmeditation

Es gibt zwei große Arten zu meditieren. Jedesmal nimmt man aber immer einen Ankerpunkt, um seinen Geist zu beruhigen. Einmal seinen eigenen Atem. Das wird dann zur Atemmeditation, die auch Vipassana genannt wird. Vipassana schließt aber später auch andere Meditationsarten mit ein. Und dann gibt es ein Mantra. Das ist eine Silbenfolge, die oft keinen Sinn machen soll. Also ein mysteriöses Wort. Oder man nimmt ein bekanntes Mantra aus dem Hinduismus. Vereinfachend kann ich sagen: Atemmeditation = Buddhismus. Mantrenmeditation = Hinduismus. Mantren wurden übrigens auch im frühen Christentum von den Mönchen praktiziert, um sich im Glauben zu versenken. Der Name ihres Herren "Jesus Christus" zum Beispiel wurde dann ununterbrochen im Geiste wiederholt. Man kann auch damit beginnen das Mantra laut zu wiederholen, also zu sprechen. Dann irgendwann wird es leiser, dann wird es nur noch in Gedanken wiederholt. Das hat nachweisbare positive Effekte auf den menschlichen Geist. Wobei egal ist, welches Mantra verwendet wird. Ich habe ein Mantra als sehr befreiend bei Gedankenkreisen empfunden. Das Internet überflutete mich mit negativen Sachen, innere Zwangsbilder, Gedanken. Es ließ mich nicht so ohne weiteres los. Genau solche Sachen. Da fing ich an Mantren im Geist zu rezitieren und war konzentrierter, energiegeladener und mental positiver als meine Umwelt. Neurobiologisch kann man es so sehen, negative Reiz-Reaktions-Kreisläufe einfach damit abzustellen. Das funktioniert sehr gut. Der äußere Anker sorgt dafür, dass der Geist weniger machen muss. Ich muss manchmal zu viel denken und das ist sehr energieintensiv. Im Grunde ist es so, wie im 5. Gang mit einem schnellen Auto langsam um eine Kurve zu fahren. Meditation hilft dabei runter zu schalten. Mein persönlicher Weg brachte mich dann zur "Transzendentalen Meditation (TM)" von Maharishi. Das ist eine einfache Mantrenmeditation 2x am Tag zu je 20 Minuten. Für den westlichen Menschen vielleicht die beste und einfachste Art zu meditieren. Das Mantra lässt einen tief hinabsinken. Ich vergleiche das immer mit tief in das Universum hinabzusinken. Eine kosmische Dusche zu nehmen. Und dann wieder aufzutauchen. Das ist immer sehr angenehm und ich mache das seit 13 Jahren regelmäßig. Aber es ist eben keine Atemmeditation, die ich mit meiner 30-Tage-Challenge in mein Leben holen will.

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Meditationsretreats

In meinem Leben machte ich ein paar Retreats, um buddhistische Meditation zu praktizieren. Also die besagte Atemmeditation. In diesem Satz ist der schon oben besprochene Widerspruch, Meditation in einem speziellen Retreat praktizieren zu müssen. Also nicht im Alltag. Aber das ist oft so, weil einem gesagt wird, das täglich für ein bis zwei Stunden zu machen. Das wird dann nie zur Gewohnheit. Es gibt verschiedene Anbieter von Meditationsretreats. S.N. Goenka (1924-2013) war einer der bekanntesten. Zu beachten ist, dass Vipassana-Retreats nie Geld kosten dürfen. Buddha hat mit seiner Lehre vor mehr als 2000 Jahren bereits den Open Source Gedanken erfunden. Wenn man es sich bildlich vorstellen will. Die Retreats werden über Spenden finanziert. Und das (fast) in der gesamten Welt. Nur in den USA habe ich gesehen, dass solche Kurse für teures Geld zum Produkt gemacht werden.

In den Retreats wird 8 bis 10 Stunden am Tag meditiert. Niemand spricht. Auch man selber versucht vom inneren Dialog weg zu kommen. Erst dann bemerkte ich, wie viel Energie Denken der gesamten Wahrnehmung entzieht, und es besser ist, weniger zu Denken. Die Welt wird bunter und voller. Das Essen wird über die Kursdauer kontinuierlich weniger. Meist sind das 10 Tage. Am Ende kommt man mit viel weniger Essen aus. Aber der Übergang ist bewusst sehr langsam, um Leiden zu minimieren. Aber man sieht jetzt schon: das ist ziemlich diametral der Weltauffassung, die einem täglich im Alltag begegnet.

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Gefahren der Meditation

Bei langen Retreats mit täglicher Meditation von insgesamt 10 Stunden können alte seelische Verletzungen (Traumas) bewusst und wieder aktiv werden. Traurigsein, schlimme Erinnerungen, Aggressivität und so fort. Ich persönlich denke, so etwas wird zu 100% aufkommen. Ich meine, was macht einer, wenn er stundenlang mit geschlossenen Augen im Yoga-Sitz auf dem Boden sitzt und sich nicht bewegen sollte? Bei mir kam sehr schnell eine ungeheure Aggressivität auf. Bis ich entdeckte, dass ich diese emotionale Qualität als Kind lernen musste. Ich kopierte jetzt das Verhalten. Das war wie ein Geistesblitz. Dann konnte ich freier werden. Wer bin ich wirklich? In der Art sind die Erlebnisse bei solchen Retreats. Also Meditation heißt nicht unbegrenzte Glückseligkeit und positive Erlebnisse. Das wird sicherlich auch passieren. Traumalösung wird aber auch stattfinden müssen. Aber keine Angst jetzt: Bei meiner 30 Tage Challenge werden keine Traumen gelöst werden, dazu ist die Dauer zu gering. Aber es kann eine positive Gewohnheit entstehen, die konstant ausgeführt "lebensverändernd" sein wird. Oder es passiert einfach nichts, was auch genau der Zweck der Meditation ist.

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Meditation ist nicht zweckgerichtet

Auf den allgemeinen Einwand Meditation nütze nichts, erwidere ich ganz gerne:

"Stimmt. Weil sie eben etwas anderes ist, als man wie ein normales Produkt erwerben kann. Meditation ist immer absolut authentisch."

Hier kommt auch westliches Denken mit ins Spiel, in dem alles einen Sinn haben muss. Ich lese gerade ein Buch, in dem man eine meditationsartige Übung machen muss, um den "Namen seines Schutzengels" zu erfahren. Warum man den Namen braucht, oder das nicht auch nur eine Illusion sein kann? Darüber berichtet das Buch nicht. Aber das liegt auch nicht in der Erwartungshaltung eines westlichen, esoterisch orientierten Publikums. Die großen östlichen Meditationsschulen bieten da durchaus mehr. Die Meditation kann "dein Ding" werden. Technisch aber, werden solche Gedanken eben durch den Anker unterbunden. Stellen also einen "Betriebsunfall" dar. Westliche "geführte Meditationen" stellen technisch Gruppenhypnosen dar. Ich meine das technisch, nicht wertend. Aber in der westlichen Meditation muss immer irgendetwas passieren, um sein Klientel zufrieden zu stellen. Die spirituelle Abenteuerlust zu befriedigen. Ich meditiere regelmäßig seit 2012 und muss sagen: das ist nicht das, was man wirklich finden kann. Es stimmt: viele "Geistesblitze" können durch die Meditation zu einem kommen. Auch Zustände wie Samadhi, das große Zusammensein mit allem um dich. Du entdeckst dich selber in dem Ganzen außerhalb dir selber! Ist auch weniger ein spirituelles Phänomen mit Engelhierarchie und CO, sondern eine sehr berechtigte philosophische Frage. Also das Gehirn wird fähiger, komplexe Fragen zu stellen. Aber im Grunde meditiert man, um eine Perspektive außerhalb des geltenden Systems zu erlangen. Also es kann keine Kausalität in ihr geben. Weil das nicht jedem verständlich ist, schreibe ich jetzt noch mal gesondert, über positive Effekte, die ich bei mir beobachtet habe.

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Effekte der Meditation

Das Mantra gegen das unendliche Gedankenkreisen, erwähnte ich bereits. Grübelzwang. Vielleicht auch eine Form der leichten Depression? Da hilft eine meditative Auszeit sehr. In der indischen Philosophie kann man Siddhis durch Meditation erwecken. Das sind "Wunderkräfte". Muss man nicht glauben. Die indische Philosophie sieht solche Effekte auch als Nebenprodukt und sie sollten auf keinen Fall angestrebt werden. Das ist nicht der Zweck der Meditation. Erschafft falsche Erwartungshaltungen und am Ende Enttäuschungen. Im Buddhismus heißt Meditation oft die Konfrontation mit seinem eigenen emotionalen oder gedanklichen Selbst. Weiter fortgeschritten auch die Dekonstruktion dieser Begriffe. Hier kommt die für westliche Menschen oft unangenehme Eigenschaft des Buddhismus das Leben vermeintlich zu verneinen. In Wirklichkeit ist es ein richtiges Erkennen des Lebens. Das ist dann nicht mit dem Glaubenssystem der Person zu vereinbaren. So wie es auch Personen gibt, die niemals in ihrem Leben meditieren würden. Ich denke, das muss so sein. Warum ich jetzt jeden Tag meditiere? Ich habe es selber dabei vergessen. Aber es ist so. – Ich gebe zu, dass ist keine richtige Antwort. Aber muss ich jetzt positive Eigenschaften der Meditation zuschreiben? Ich kaufe nichts. Sage nur, dass es da ist. Immer ständig vor der eigenen Nase. Buddhismus heißt diese Paradoxien für geistreich zu halten. Oder den eigenen Standpunkt regelmäßig zu verändern, um neue Dinge im Leben erkennen zu können. In der Beziehung kann Meditation das Leben bereichern.

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Genaue Anleitung – Wie es klappen kann

Der Mahamind 30-Tage-Kurs bedient sich einfachen Techniken der Gewohnheitsbildung. Es geht darum, es täglich zu machen. Aber es wird nur ein kleiner Zeitraum investiert. Das heißt am Anfang: Ich fange mit einer Minute an. Aufrechter Sitz auf dem Boden, Yogasitz. Hintergrund: Einschlafen unmöglich. Besseres Körpergefühl. Bei Schmerzen beim Meditieren helfen die Gymnastikübungen "Die 5 Tibeter", regelmäßig ausgeführt, sehr gut. Bei Bedarf -> Mudra mit den Fingern. Wirken als Anker sich zu entspannen. Das ist auch schon das Rüstzeug eines Profi-Meditierenden. Steigerung jeden Tag um eine Minute. Steigerung frei wählbar. Augen schließen, beim Atem verweilen. Vorteil: Man kann Bauchatmung trainieren. Parasympathikusaktivierung. Imaginieren, wie der Atem in die Lungen und wieder raus geht. Wo kommt er überall vorbei? Dann mein Trick: ich assoziiere mit dem Zustand absoluter Entspannung. Alles ist gut. So wie es sein sollte. Was jetzt stört diesen Zustand? Geräusche draußen? Gedanken innen? Das Zwacken im Zeh? Bestandsaufnahme und das dann entlassen. Bubbleblasen nach oben entlassen. Es ist nicht wirklich wichtig. Von einer anderen Perspektive als die Alltagsperspektive kann man seine Probleme sich oft erst bewusst machen. Was ist das Problem? Ist es das Problem? -> Dadurch langsame Transformation des Meditierenden.

30 Minuten Meditation am Tag sind 3,5 Stunden Meditation pro Woche -> pro Monat sind das 14 Stunden.

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Dieser Artikel ist auch zu Bildungszwecken in einer Übersetzung auch auf meinem Esperanto Blog zu lesen.

Das Problem an der Matrixgeschichte der Verschwörungstheoretiker ist, einen Versuch aus der Matrix herauskommen zu wollen – ohne Meditation, ohne Achtsamkeit. Hier gibt es viel aus Asien zu lernen.

Ich schlage vor die Meditation als einen Prozess zu sehen, in dem ich beginne die Welt mit neuen Augen sehen. Was hilft? Einmal sich vorzustellen an einem Strandhaus in den Tropen zu stehen. Und einfach eine 30 Tage Challenge im Schatten, auf der Terrasse im warmen Wind zu machen.

Leute, die Leute, die sie kaum kennen, für klinisch wahnsinnig halten. Also die Leute für wahnsinnig halten, die nicht mehr glauben, was in den Nachrichten gezeigt wird.

In einer Zeit zu leben, in der Leute, die immer den Einwand haben, es sei zu wenig Speicherplatz vorhanden, als hoffnungslose Nerds angesehen werden.

Freitag, 5. Dezember 2025

Tee in Ostafrika

Bild: Google-Gemini

Die Sonne steht schon hoch über dem Markt von Kampala, brennt das Wellblechdach gegenüber weiß, lässt die Farben der Kitenge-Stoffe flirren und den Staub über den Staub wirbeln. Vor mir, auf dem wackeligen Plastiktisch, schwitzt mein Glas. Nicht Teetasse. Glas. Dickwandig, randvoll mit dem Goldbraun Ostafrikas. Schwarztee. Mit Ingwer. Vielleicht auch ein Hauch Kardamom, der sich mit dem Abgasduft der Boda-Bodas vermischt. Ich zahle tausend Schilling dafür. Ein lokaler Preis. Kein Touristenpreis. Das ist wichtig.

Ich nehme den ersten Schluck. Er ist süß. Sehr süß. Fast sirupartig. Dann kommt die Hitze des Ingwers, ein linienziehender Blitz im Hals, und erst dahinter, darunter, darin verwoben, der Tee selbst. Kräftig. Malzig. Keine Nuance, keine Blumenwiese, kein chinesisches Geplänkel. Das hier ist eine Behauptung. Eine Tatsache. Wie das Hupen der Minibusse. Man kann sich nicht darüber unterhalten, ob er „gut“ ist. Er ist. Punkt. Sie trinken ihn den ganzen Tag so, sagen sie. Ich glaube es nicht. Das wäre zu viel. Das wäre, als tränke man den ganzen Tag konzentrierte Absicht. Nein, man trinkt ihn einmal. Morgens. Oder so wie jetzt, als Pause, als Satzzeichen im Geschrei des Tages. Ein Aufguss. Die Blätter, diese kleinen, harten, schwarzen CTC-Kügelchen – Crush, Tear, Curl – geben alles auf einmal. Ihr ganzes Wesen. Ihre ganze Seele aus Gerbstoff und Thein. Es ist ein Ultimatum an den Gaumen. Entweder man akzeptiert es, mit Milch und Zucker als Vermittlern, oder man lässt es.

Ich sehe eine Frau, die riesige Säcke mit Sukuma Wiki über ihren Kopf wuchtet. Sie hat keine Zeit für Zweitaufgüsse. Das hier ist ein Kontinent des Erstaustriches. Der ungefilterten, unvermittelten Extraktion. Man presst alles heraus, was geht, sofort. Aus der Erde. Aus der Pflanze. Aus dem Tag.

Da war dieser grüne Tee aus Ruanda. The Vert. In einer schäbigen Plastiktüte im hintersten Regal eines Supermarkts zwischen Rama und Blue Band. Cyohoha. Rukeri. Die Worte klangen wie die Hügel, aus denen er kam. Hochland, über 1800 Meter. Ich brühte ihn auf wie meinen geliebten, zarten Sencha. Drei Teelöffel. Ein Fehler. Es war, als hätte man mir eine Wiese, den ganzen feuchten, wurzeligen, chlorophyllgrünen Boden einer ruandischen Hochebene direkt in die Kehle gekippt. „Urwaldig“, dachte ich. Fast bedrohlich. Ein Raubtier im Becher. Nicht giftig, aber… überwältigend wahr. Keine Eleganz. Echtheit. Roh, wie der Geruch nach Erde nach dem ersten Regen. Ein Islay-Malt unter den Tees. Nicht für jeden. Aber wenn man ihn aushält, dann schmeckt man den Ort. Den vulkanischen Boden. Die kühlen Nächte. Man trinkt kein Getränk, man trinkt ein Terroir, das einen anbrüllt.

Und dann, glaubt man, die Feinheiten zu verstehen, kauft man einen anderen. Rwenzori. Grüntee aus Uganda. Von Mukwano, der großen Marke. Teurer noch. Die Blätter, ganz, schön gerollt, fast elegant. Keine Stängel. Man denkt: Ah, orthodox. Qualität. Geduld. Schichtweise Entfaltung. Was für eine Anmaßung. Was für eine Illusion. Ich trank Aufguss um Aufguss. Nichts. Ein Gespenst von Geschmack. Ein teurer, blasser Schatten. Die Blätter gaben nichts her, weil sie nichts hatten, was sie hätten geben können. Ein Muster ohne Substanz. Ein schickes Kleid über einer Abwesenheit. Ich musste sie im Mörser zerstampfen, nur um eine Dosis zu erzeugen. Sinnlos.

Es ist alles hier, in diesem Glas Schwarztee vor mir. Die Philosophie Ostafrikas, was Getränke angeht. Sie haben die britische Idee des Tees genommen – massentauglich, industriell, den CTC-Prozess – und sie in etwas verwandelt, das Sinn ergibt. Hier. Warum Blätter schonend rollen für fünf blasse Aufgüsse, die niemand Zeit hat zu trinken? Zermalme sie. Zerreiße sie. Presse alles in einer Minute heraus. Hol dir die Kraft. Die Farbe. Die Wirkung. Süße es, würze es, mach es zu einer Mahlzeit in einer Tasse. Das ist Effizienz. Das ist Ehrlichkeit.

Der grüne Ruanda-Tee ist dasselbe Prinzip, nur ohne die Maske der Zivilisation. Ein grünes CTC-Raubtier. Unverschämt. Ungezuckert. Er konfrontiert dich mit der puren, unverfälschten Pflanze in ihrem intensivsten, konzentriertesten Zustand. Er ist kein Genussmittel; er ist eine Erfahrung. Eine Grenzerfahrung. Man trinkt ihn und weiß: So schmeckt diese Erde, wenn sie spricht. Laut.

Die Chinesen schicken uns ihren Abfall. Billige, faden Grüntees, die in riesigen Säcken ankommen. Sie verstehen den Markt nicht. Die Leute hier lachen über diese Schwäche. Oder sie ignorieren sie. Sie wollen Stärke. Sie sind an Adstringenz gewöhnt, an das pelzige Gefühl auf der Zunge vom vielen, starken Schwarztee. Mein ruandisches Raubtier wäre für sie kein Schock. Es wäre eine logische, grüne Variante ihrer eigenen Welt.

Ich wink dem Kellner für ein zweites Glas. „Na ingine,“ sage ich. Noch eines. Der Markt lärmt weiter. Der Tee, dieser einfache, gewürzte, gesüßte Allerweltstee, verbindet mich für einen Moment mit dem Rhythmus um mich herum. Er ist der Puls. Der ruandische Grüntee war der einzelne, wilde Herzschlag eines bestimmten Berges. Beide sind wahr. Aber nur einer lässt sich den ganzen Tag trinken. Oder zumindest, bis die Sonne untergeht und der Staub sich legt und die Stühle auf die Tische gestellt werden.

Ich trinke aus. Der Zucker klebt auf den Lippen. Die Hitze des Ingwers wärmt mich von innen, gegen die abstrakte Hitze der Sonne von außen. Ein Gleichgewicht. Vielleicht geht es nur darum. Die Extreme auszubalancieren. Die Intensität der Erde in der Tasse mit der Süße des Alltags zu zähmen. Den Markt zu beobachten, ein Teil von ihm zu sein, und doch für einen Moment den Geschmack eines einzelnen, einsamen Hügels in Ruanda auf der Zunge zu tragen. Das ist der wahre Reichtum. Nicht der Tee an sich. Der Kontrast. Die Spanne. Zu wissen, dass es das wilde Grün gibt, während man das goldene Braun trinkt.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

UFO-Vollmond-Triple 3: Die vergessene Theorie, die UFOs, Geister und Yetis erklären könnte

Bild: Google Gemini

Disclosure-Theater: Warum die UFO-Wahrheit vielleicht nichts mit uns zu tun haben soll
Eine kritische Reflexion und gesellschaftliche Einordnung

1 Die Inszenierung der Enthüllung

Die Dynamik der "woke disclosure": Massenmedien und soziale Medien werden mit Geschichten über Aliens geflutet, die an Hollywood-Klischees anknüpfen. Sogenannte "Whistleblower" sagen vor Untersuchungsausschüssen aus. Die Wirkung: Für US-Bürger wirken CIA-Mitarbeiter seriös. Eine offizielle Bühne wird eröffnet. Es geht immer um die Idee von Aliens. Dem Publikum wird suggeriert: "Ich will ein UFO sehen!" – Faszination wird erzeugt.

2 Good Cop – Bad Cop Muster

Nach der Q-Pandemie fällt das zuerst auf. Die Technik: Es gäbe "bad guys" im Regierungsapparat (Deep State) – dann der Call-To-Action: "wir müssen was tun!" – und schon werden die "good cops" präsentiert: aufrechte Demokraten oder "Patrioten". Das ist Theater. Die gesamte Organisation wird nicht hinterfragt, sondern wieder legitimiert. Systemerhalt ist die Motivation.

Die CIA selektiert Mitarbeiter über einen Mindest- und einen Höchst-IQ. Überdurchschnittlich begabte Menschen (IQ ab 130) findet man nicht. Sie gelten als ideologisch weniger formbar. Ein guter CIA-Mitarbeiter denkt konform in den Schablonen seiner Vorgaben.

Ein ehemaliger US-Admiral meinte neulich, man solle den Film "The Abyss" (1989) schauen, um über "non human intelligence" Bescheid zu wissen. Ein klischeebeladener Film mit unrealistischen Szenen. Fällt das CIA-Mitarbeitern und Generälen weniger auf? Sitzen sie im Unterhemd mit einer Dose Budweiser vor dem TV und sind von simpler Filmtechnik begeistert?

Ist der gesamte Apparat überhaupt dazu geeignet, intelligentes Leben zu begreifen? Oder kann eine mediokre Intelligenz auch nur mediokre Weltbilder replizieren? Ich bin mir da unsicher.

3 Die wahre Enthüllung? Die "klassifizierte Welt"

Der Punkt bei den Enthüllungen von David Grusch waren nicht die UFOs, sondern seine Aussagen zu Organisationsstrukturen der "klassifizierten Welt", die nicht mehr vom Präsidenten und Congress kontrolliert werden würden. Gruschs UFO-Enthüllungen waren "vom Hörensagen". Die Informationen zu den geheimen Organisationsstrukturen waren besorgniserregender: Black-Ops, Tiefer Staat.

Wahrscheinlich werden UFOs irgendwie zu Boden gebracht und technologisch ausgeschlachtet. Das passiert über Privatfirmen – eine Handvoll Krösus machen sich die Taschen voll. Der American Dream schreibt so die UFO-Disclosure.

Aus außerirdischer Sicht würde das bedeuten, dass auf der Erde reihenweise Schiffe und Personal verloren gehen. Abgeschossen von geld- und machtgierigen US-Funktionären. In einem historischen Bild wäre die Erde für die Außerirdischen das, was ein wunderschönes Südseeparadies mit einer Unmenge von Kannibalen in unserer kollektiven Erinnerung ist: Ein Ort, an dem man sich freiwillig nicht lange aufhält.

Ich empfehle, diese Leute und ihre Organisationen kritisch zu hinterfragen. Was wurde in der Vergangenheit geleistet? Daraus kann man abschätzen, was für die Gegenwart anzunehmen ist. Nicht das Beste für die Menschheit.

4 Warum das Framing? Die gefährliche Wahrheit

Die gefährlichste Wahrheit: Sind unsere politischen Organisationen geeignet, angemessen auf ein außerirdisches Phänomen zu reagieren? Oder verhindern sie indirekt sogar den Kontakt durch strukturelle Gewalt und eine materielle Weltanschauung?

Was könnte eine höhere Intelligenz mit solchen Regierungsleuten anfangen? Diese Leute sind nach einer Landung immer sofort an Ort und Stelle. Sie sollen sogar Besatzung geborgen oder entführt haben. Das ist nichts weiter als eine moderne Form der Strandpiraterie. Dieser Aspekt wird auch nach 10 Stunden Disclosure-Videos wenigen klar. Es wird nur beiläufig erwähnt. Niemand stört sich am Vorgehen.

Folgt man den Whistleblowern, kann davon ausgegangen werden, dass sich kriminelle Strukturen um das Phänomen gebildet haben. Es geht um viel Geld. Das UFO-Thema ist nur eine von vielen Sumpfblumen, die in diesem Biotop gedeihen.

5 Was wäre, wenn es das intelligente Plasma wäre?

Wäre das Phänomen als ein Plasma bekannt, das a) eigene Intelligenz besitzt, b) von höheren Intelligenzen als Agent (Übermittlungssubstanz) benutzt werden kann oder c) intelligent auf Menschen reagiert, wäre die Situation der Menschen eine völlig andere.

Es ist nicht klar, was Plasma sein könnte. Würde es aber auf Menschen intelligent reagieren, ist klar, warum UFO-Berichte immer einem Zeitgeist unterliegen: Damals Elfen und Feen, heute kahlköpfige Außerirdische.

Aber wenn es perfekte Illusionen wären, die durch elektromagnetische Phänomene hervorgerufen würden? Hier: Schweigen im Wald. Das ist noch nicht mal als Option vorhanden.

Es kann umgekehrt sein: Keine höheren Intelligenzen, die das Plasma mit Informationen "bespielen", sondern Menschen könnten das auch. Gedanken, Träume und Ideen könnten sich in diesem Plasma speichern und ausdrücken. Die Ereignisse bei UFO-Nahbegegnungen könnten sich nach dem richten, was Menschen in ihrem Unbewussten haben – das Zeug aus den Fernsehfilmen. Würde das die Wiederauferstehung der Engel bedeuten? Eine neue Welt? Wichtig ist der persönliche Standpunkt in so einer Welt.

Das Orakel von Delphi hatte den Spruch: "Erkenne dich selber – und du erkennst die Welt" auf seinen Pforten. Wo versteckt man am besten ein großes Geheimnis? Genau da, wo es jeder sehen kann, aber keiner vermutet. Du selber erkennst dich in der Welt. Durch eine Art Äquivalentumformung kommt man zu der Gleichung: du = Welt. Du bist die Welt. Und umgekehrt.

Es ist daher logisch, Plasma sowohl als Trägersubstanz für fremdes Bewusstsein als auch für unser eigenes Bewusstsein zu begreifen. Daher das Framing in der UFO-Disclosure: Es hat nichts mit Dir zu tun. Es kommt von irgendwoher draußen. Denn wenn von dort, brauchen wir Hüter und Führer – genau die Leute, die das alles erzählen.

Die Wahrheit wäre der Umkehrschluss des Framings. Die vielleicht beunruhigende Wahrheit: Das Phänomen ist ein Spiegel unserer selbst.

6 UFOs als Rorschachtest der Gesellschaft

UFOs sind wahrscheinlich nicht mit linearer Logik zu verstehen. Weil das Phänomen von vielen Augenzeugen berichtet wird, wurde es mystifiziert. Unbewusste Einstellungen wurden auf das unbekannte Phänomen übertragen: Aliens als gefährliche Monster. Das meiste sind Stereotypen aus TV-Filmen. Das engt die Potentiale ein, die Welt unvoreingenommen zu sehen.

Wie sieht es im Unbewussten der Menschen aus? Gibt es in den Medien überhaupt ein Thema, das positiv auf das Unbewusste wirkt? Überall Ängste, Gewalt, Pornographie. Wäre der Mensch dazu geschaffen, Phänomene wie UFOs begreifen zu können, hätte er es schon längst auf eine natürliche Art und Weise begriffen. Das Thema wird über Medien verbreitet, entsprechende Denkschablonen entstehen automatisch.

Ich habe einen Prosatext über das Thema geschrieben:

Plasma-Terra: Eine Gedanken-Exkursion in die Spiegelwelt der UFOs

Wenn das intelligente Plasma ein Spiegel ist, in dem sich jeder Mensch vollkommen manifestieren könnte? Wäre die Situation dann nicht so, dass sich der eine Nachbar in einen Weisen verwandelt und sich sein kleines, friedliches Reich schafft? Während der andere Nachbar ein dunkles, feuriges Mordor würde? Oder: Die eine findet Erleuchtung und ist glücklich, die andere wird wahnsinnig: Paranoia, Angst und purer Wahnsinn bestimmen die Welt derer, die vorher brave, angepasste Bürger waren. Diese Realitäten wurden einfach hinweggefegt. Was bliebe, wären vereinzelte Lichtorte der absoluten Positivität, umgeben von einem Meer an dunklem, rachsüchtigem Plasma. Das ist die Welt von Terra, der neuen Erde der Zukunft.

Der überraschende Twist: Das ist nicht die Erde der Zukunft, sondern die Erde der Gegenwart, in der du lebst. Das ist literarisch verdichtet. Wenn UFOs unsere gesamte Physik als falsch dastehen lassen – wie real ist dann noch unser altes Weltbild? Auf offene Fragen gibt es keine Antwort. Aber man kann eine Erklärung wagen.

7 Abschlussgedanke

Zusammenfassung: UFOs als Freakthema hatten die positive Eigenschaft, über die Grenzen des Erkennbaren, zwischen Fakten und Fiktionen, zu unterscheiden. Das unterstützt kreatives Denken, bringt neue Aspekte ins Leben.

Aber: UFOs als Mainstreamthema sind schrecklich wie COVID-19 oder das Töten in Gaza. Warum? Weil es langsam zu einem Gesprächsthema genau der Menschen wird, die auch da mitgegangen sind. Das Bewusstsein ist entsprechend geformt. Da kann nichts anderes kommen, als was zu den anderen Themen verinnerlicht wurde: Autoritätsglauben, Apokalypse aus gängigen Filmen. Immer etwas, was schon einmal durchgedacht worden ist. Kein kreatives Denken, keine neuen Aspekte. Endloses Replay der Medieninhalte. Doomscrollen als Zeitgeist einer durch Smartphones geschädigten Menschheit. Gehirne, süchtig nach Kicks und dramatischen Darstellungen. Der Circus Maximus der Moderne.

Die Idee von intelligentem Plasma kann vieles – fast alles – erklären. Aber ist das nicht zu einfach? Gewiss, denn eines müsste bei dieser Theorie nachweisbar sein: starke Schwankungen im elektromagnetischen Feld während High-Strangeness-Momenten. Meines Wissens wurde das nicht gemessen.

Diese Phänomene sind durch den Mangel an Reproduzierbarkeit definiert. Sie lassen sich nicht reproduzieren und passen in kein Labor. Das ist High Strangeness: Du hast nicht einfach einen High-Strangeness-Moment und kannst ihn dann wiederholen. Unmöglich. Das mit einem EMF-Messgerät festzuhalten, wird die Schwierigkeit sein.

Überhaupt ist "intelligentes Plasma" ein Randthema. Obwohl es sich medial ähnlich ausschlachten ließe wie "kleine, grüne Männchen", hat es als Motiv die persönliche Befreiung des Menschen in sich. UFOs und kleine grüne Männchen lassen den Menschen hilflos fühlen. Denke an das Entführungsphänomen. Das macht paranoid, und man schreit nach Schutz. Bilder kollektiver Hilflosigkeit – Schlüsselmotiv der Medien. Und was braucht man dann? Genau: den starken Führer, der einen vor seinen eigenen irrationalen Ängsten schützt oder befreit. Darum geht es.

Die These des intelligenten Plasmas kann als neue Perspektive hilfreich sein. Sie ist nicht naturwissenschaftlich akzeptiert. Das muss sie auch nicht, weil im Bereich der High Strangeness gar nichts naturwissenschaftlich akzeptiert ist.

Man kann sich – mit den Worten der Kritiker – viel zurecht phantasieren. Mich erinnert die Idee an die Äthertheorie. Vor 100 Jahren glaubten viele Wissenschaftler, zwischen den Planeten und Sternen befinde sich ein feinstofflicher Äther. Als man entdeckte, dass es im All Vakuum ist, sprach keiner mehr davon. Plasma war damals nicht entdeckt. Heute schätzt man, dass 90% der Masse im Universum Plasma ist. Ein Grund, diese alte Idee wieder zu diskutieren.

8 Hinweis

Dieser Artikel ist Teil einer 3-teiligen Artikelserie. Die beiden anderen Teile kannst du hier und hier nachlesen.

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