Donnerstag, 7. Mai 2026

Vom Kommen, Bleiben und Gehen

Bild: Google Gemini


Der wöchentliche Blogpost ist für mich unwichtig geworden. Was ist passiert?

Außer a) einer Menge, sehr unangenehmen, privater Dingen, b) eine Interessenverschiebung im Bereich meines Schreibens. Der Blogpost behandelt b).

Das Negative

Warum fing ich diesen Blog an? Schreibe regelmäßig, veröffentliche in einem festen Rhythmus. Auch wenn es keiner liest. Das ist der beste Rat, dem man einem geben kann, der kreatives Schreiben üben will.

Das machte ich also. Kreatives Schreiben bedeutet Schreiben als Kunst aufzufassen. Ich schrieb also nie normale Blogposts, sondern alles war ein Versuch etwas Künsterisches zu schaffen. Damit bin ich zu einem Ende gekommen.

Der letzte GNUS-Blogpost war der letzter, den ich unbedingt schreiben wollte. Danach? Ja, ich kam mir zunehmend wie ein Content-Creator vor, der anfängt sich etwas aus den Fingern saugen zu müssen, um - im Grunde - bedeutungslose Bedürfnisse einer Leserschaft zu erfüllen. Oft ist es Gossip. Was für ein verrücktes Thema hat der jetzt wieder drauf? Intelligentes Plasma? Höhö. — Will ich solche Menschen, auch nur indirekt, in meinem Leben? Nein.

Der letzte Artikel war dann auch, was man Themenrecycling nennt. Gehen mir die Themen aus? Dann muss der alte Colonel Kurtz her.. vielleicht hört sich sein sinngemäßes Zitat für jemanden, der es nicht kennt, cool an? Für mich abgedroschen. Ich wollte den Blogpost einfach nur abschließen. Kein freudiges Prickeln, wie früher.

Was dann? 5 Punkte, warum intelligentes Plasma real sein kann und unser Leben beeinflusst! Ohne dass wir es ahnen und unsere Rationalität - zumindestes nach der "Aufklärung" - nur einem Narzissmus diente, uns vorzumachen, etwas verstanden zu haben, wo es nicht unbedingt etwas zu verstehen gibt? Sollte ich ein Troll im Kommentarbereich von "Mr. Wissen2Go" werden? Nein, ganz bestimmt nicht — Jahrhunderte dachten die Menschen auch, die Erde wäre eine Scheibe. Hat das etwas ausgemacht?

Genau das sind Dynamiken der Social Media People. Mein Ziel ist es, genau davon weg zu kommen. Sie verstehen einfach nicht. Und es ist zu ernst, um jeden mit ins Boot zu holen. Hier hilft nur Ehrlichkeit. Und durch das Blogformat geriet ich unbewusst in diese Dynamiken, eine FOMO-Berieselung mit wöchentlichen Blogpost & Vollmondspezial aufzuziehen. Content ist, was andere von mir wollen. Literatur ist, was ich von mir will.

Das kostet natürlich auch Lebenszeit und hier beißt sich die Maus in den Schwanz. Was will ich also stattdessen?

Das Positive

In den Blogposts habe ich Monologe, Stream of Consious-Techniken gelernt. Das Spiel mit der Perspektive genossen. Die Persona Mahamind zu etwas gemacht, was für sich schon interessant ist. Technisch: Schreiben mit Emacs und ein Backend, die ganzen Texte zu verwalten und transformieren zu können. Auf Blogspot sind das nur Kopien. Die Substanz finde ich auf diversen, lokalen Festplatten. Niemand wird mich zensieren. Ich denke, das ist mir gut gelungen.

Was mir aber fehlt: Dialoge, Szenerien, die sich wandeln zu.. kurz: Storywriting. Charaktere - nicht nur den Mahamind - zum Leben zu erwecken. Ich könnte mein Leben lang Essays in diesem Blog schreiben, die ein gewisses Niveau anstreben. Aber nie darüber hinaus kommen können. Warum? Weil das Format dazu nicht reicht.

Was ich mache? Ich nutze meine wöchentliche Schreibzeit (ja die ist fest), für größere Formate. Meine Novelle. Das ist ein Programm-Name für: All die Dinge erst zu sammeln, und dann in eine Form zu bringen. Dialoge, Szenen, die interessant sind. Darum geht es. Ein 2000 Wörter Essay reizt mich nicht mehr. Ehrlich gesagt finde ich dieses stille Arbeiten auch entspannter. Auf der einen Seite: Der Essay mit Abgabedatum. Das ist auch viel Arbeit. Da ich "meine Novelle" nicht veröffentliche, fällt das weg.

Auf der anderen Seite finde ich auch die neuen Texte zu "explosiv". Zu intim. Zu radikal. Kennst du das Gefühl alles aufzuschreiben, auf einem Blatt vor dir, was dir wichtig ist, und die Welt müsste dich dann hassen? Der Stream of Conscious geht tief. Direkt ins Unbewusste, wo es oft unangenehm wird. Meine neuen Texte will ich deshalb nicht veröffentlichen. Zumal das auch nicht für die Masse gemacht ist. Siehe oben. Manche Texte sind zu schwer für das Licht des Internets.

Einmal aus Angst davor, nicht verstanden zu werden. Diese Angst kennt jeder Künstler. Dann auch: Mir ist aufgefallen, wie viele Bots meine Seite abgrasen. Über 5000 Zugriffe pro Monat, die botverdächtig waren. Dann robots.txt angepasst. Daraufhin weniger. Aber trotzdem: jemand nettes reservierte sich schon eine griffige Internetadresse mit Mahamind. Ein leerer Blog. Frage ist: was ist, wenn sie die guten Ideen einfach klauen? Elegant ist das mit AI möglich. Schmerzhafter wäre, einfach meinen Content irgendwo anders zu veröffentlichen. Das ist der Grund, warum ich vorsichtiger werde.

Das Praktische

Ich werde auf jeden Fall aus meiner Blogbeschreibung die wöchentlichen Veröffentlichungen rausstreichen. Dafür schreibe ich an "meiner Novelle". Das macht mir zur Zeit mehr Spaß und ich fühle, das ist richtig. Vollmondspezial -> entfällt. Denn wo ein Spezial draussteht, muss es auch etwas Nicht-Speziales geben. Das ist Marketingdenken -> entfällt. Die wöchentliche Veröffentlichung wurde zur wöchentlichen Verpflichtung – und Verpflichtung tötet Kunst.

Das heißt nicht, dass ich hier nicht mehr schreiben werde. Aber nur, wenn mir danach ist. Ich habe noch einige Skripte für Essays, die sich vollendet toll anhören könnten. -> Also keine regelmäßigen Veröffentlichungen mehr, veröffentlicht wird aber noch. Wer das nicht verpassen will: RSS-Feed abonnieren. Wer nicht weiß, was das ist: nachschlagen. Easy.

Email-Liste: mir fiel auf, schon vor einem Jahr dachte ich darüber nach. Die Idee ist, nur Cliffhanger auf dem Blog zu bringen. Die Volltexte gibt es in der Email-Liste und dessen Archiv. Vorteile: eigenes Ökosystem. Der Blog könnte gelöscht werden, es geht weiter mit der Email. Das gefällt mir. Auch die Content-Klauer würde das ihre Sache schwieriger machen. Nachteile: gute Anbieter sind teuer. Meine eigene Infrastruktur mit GNUS ist zur Zeit nur ein Prototyp. Dann auch wieder zu viel Content-Creator-Gehabe. Eine Email-Liste müsste beworben werden. Da das mehr Zeit als das Schreiben meiner Texte verschlingt, sehe ich es als verlockende Falle, in die ich im Leben tappen könnte. Diesmal nicht. Ich will keine Community. Ich will einen Roman. Die Liste kommt, wenn sie kommt. Früher schrieb ich für Leser. Heute schreibe ich für das Regal, das mich überleben soll.

Ausschau

Einige Essays sind noch in der Pipe. Ich werde sicher auch Auszüge aus "meiner Novelle" veröffentlichen. Das Grundproblem war aber: der Blog wurde zu einer Institution, die sich selber beschäftige. Eine Übersetzung nach Esperanto? Ein AI-Bild für den Beitrag? Vollmondspezial? Alles für sich gute Gedanken. Aber als Arbeitsroutine eben auch etwas, was in Arbeit ausarten will. Ich will aber >90% meiner Zeit in das Verfassen der Texte stecken und nicht durch meine eigenen Arbeitsroutinen zunehmend behindert zu werden. Dadurch würde ich die Chance verpassen, mich künsterlisch weiter zu entwickeln. Das ist nicht der Sinn der Sache. Also die Evolution zum Voll-Autor geht nicht mit den Sachen, die ich bisher geschrieben habe.

Was ist mit Hemi-Sync und intelligentem Plasma? — Frag mich das bitte später.

Dank

Ich habe viele Anschreiben von Lesern gerne gelesen und nach bestem Ermessen beantwortet. Ihr habt mir gezeigt, dass es "da draußen" Menschen gibt, die ernsthaft an tiefen Themen interessiert sind und Freude an frischen, ungewöhnlichen Gedanken haben. — Danke.

Dienstag, 28. April 2026

Spiritual Bypassing – und was das eigentliche Problem ist

Bild: Google Gemini


1. Die Probedeutik: Wie Wörter zu Nebel werden

Es gibt Wörter, die man nicht mehr sagen kann, ohne dass alle sofort nicken. Aber keiner weiß mehr, was sie bedeuten. Das sind keine Wörter mehr. Das sind Buzzwörter. Und Buzzwörter wirken nicht auf den Verstand, sondern direkt auf den Bauch. Sie sind der Hypnose-Zuckerwatte-Stab der Content-Industrie.

Nachhaltigkeit – du machst es genau so, sonst bist du böse. Geschlechtergerechtigkeit – du hältst einfach den Mund, sonst bist du gemein. Demokratie – du liebst sie oder du bist raus. Dass Platon Demokratie als Vorletzte der schlechten Staatsformen sah? Egal. Buzzword.

In so einer Umgebung kann man nicht mehr denken. Man kann nur noch emotional mitwippen. Und genau das lieben YouTube-Gurus. Denn ein Mensch, der denkt, kauft keinen 1.999-Euro-Kurs, der ihm sagt, dass er seine Kindheitstrauma atmen soll. Ein Mensch, der mitwippt, schon.

Deshalb plappern alle dasselbe nach. Spiritual Bypassing ist so ein Wort. Alle reden darüber. Aber keiner tut etwas dagegen. Weil: Wer darüber redet, lenkt ab. Vom eigentlichen Problem.

2. Die Goldfisch-Gesellschaft

Hintergrund: Im Jahr 2000 hatte der durchschnittliche Mensch eine Aufmerksamkeitsspanne von 12 Sekunden. 2015 waren es nur noch 8 Sekunden! Ein Goldfisch liegt bei 9 Sekunden. Der Goldfisch gewinnt. Doomscroller verlieren.

Das ist nicht lustig. Das ist ein Drama.

Menschen mit 8 Sekunden Spanne können keine 30 Jahre meditieren. Sie können nicht mal 30 Minuten bewusst atmen. Sie wollen sofort etwas fühlen. Sofort erleuchtet sein. Sofort Recht haben.

Und genau für diese Menschen gibt es Spiritual Bypassing.

3. Was spirituelles Bypassing wirklich ist

Die Außenansicht: > "Spirituelles Bypassing bedeutet, reale Probleme zu ignorieren und stattdessen mit spirituellen Konzepten zuzudecken."

Beispiel: Du hast Angst vor deiner Arbeit. Du meditierst nicht darüber. Du sagst: "Alles ist Schwingung. Ich erhöhe meine Frequenz. Dann löst sich das Problem." Nein. Tut es nicht. Wer sein Trauma wegatmet, atmet auch die Chance weg, wirklich zu heilen. Das kostet Jahre. Manchmal ein ganzes Leben. Die Angst bleibt. Die Arbeit bleibt. Aber du fühlst dich jetzt spirituell überlegen. Das ist Bypassing. Die Innenansicht ist komplizierter. Weitaus komplizierter. Denn: Echte Spiritualität ist langweilig. Echte Esoterik (das Wort bedeutet "innere Lehre") sagt:

  • Meditiere 30 Jahre.
  • Lies 5 dicke Bücher. Und dann die 5 Bücher, die im Vorwort empfohlen werden. Fang einfach vorne an und höre hinten auf.
  • Und nach 30 Jahren merkst du: Du weißt nichts.

Das ist kein Geschäftsmodell. Das ist ein Kloster. YouTube ist kein Kloster. YouTube ist ein Goldfischglas. Und die Goldfische füttern die Gurus.

4. Das eigentliche Problem (und keiner spricht darüber)

Das eigentliche Problem ist nicht Spiritual Bypassing. Das eigentliche Problem ist: Die Leute wollen es genau so. Sie wollen keine 30 Jahre Meditation. Sie wollen ein 30-Tage-Programm, das sie "transformiert", ohne dass sie aufstehen müssen. Sie wollen keine ehrliche Selbstreflexion. Sie wollen hören: "Du bist besonders. Du hast es immer schon gewusst. Die anderen sind nur noch nicht so weit." Das verkauft sich. Das verkauft sich wie warme Semmeln. Und deshalb machen es alle.

Die Gurus verkaufen keine Spiritualität. Sie verkaufen Identität.

  • Der "aufgeklärte Rationalist" bekommt Videos, die sagen: "Du hattest recht. Die Spirituellen sind doof."
  • Der "erwachte Lichtarbeiter" bekommt Videos, die sagen: "Du hattest recht. Die Rationalen sind gefühllos."

Beide zahlen. Beide klicken. Beide bleiben auf dem Bullshit Mountain.

5. Der Mechanismus: Schubladen, die keine sind

Eine Schublade gibt Halt. "Ich bin spirituell." "Ich bin rational." "Ich bin der, der es durchschaut hat." Aber: Du bist nicht die Schublade. Und die Schublade funktioniert nicht wirklich. Der Rationale glaubt, die Welt zu verstehen. Aber 99,9 % des Universums sind Plasma. Das meiste wissen wir nicht. Der Spirituelle glaubt, dass alles Schwingung ist. Aber ein Psychopath schwingt nicht einfach anders – er zerstört Leben. Die Wahrheit ist unbequem und liegt zwischen den Schubladen. Aber zwischen den Schubladen kann man keine YouTube-Kanäle vermarkten.

6. Fazit: Trete zurück und lächele

Was hilft?

  • Erkenne den Bullshit Mountain, wenn du ihn besteigst. Fühlst du dich plötzlich erleuchtet, ohne etwas getan zu haben? Dann bist du auf dem Berg.
  • Frage dich: Will ich wirklich lernen – oder nur recht haben? Bei Recht-haben-Wollen gibt es nur Stillstand.
  • Mach echte Arbeit. Yoga einmal die Woche für ein Jahr ist besser als drei Tage Retreat mit Tränen und Instagram-Fotos. Ein Buch lesen ist besser als zehn Videos schauen. Ein echtes Gespräch ist besser als hundert Kommentare.
  • Und das Wichtigste: Nicht alles ist wichtig. Und über das Wichtige sprechen die wenigsten.

Also: Steig ab vom Bullshit Mountain. Geh durchs dunkle Tal. Lerne langsam. Und lächele dabei.

Nicht, weil alles leicht ist. Sondern weil du endlich wirklich angefangen hast.

Sonntag, 26. April 2026

19:19 Warum ich aufgehört habe, meine Texte zu glätten

Bild Google Gemini

Heute ein Blick in die Künstlerwerkstatt für meine Novelle. Meine Novelle, an der ich immer schreibe. Alles Rohtext, aus dem ich später etwas anderes mache. Oder nicht. Wie es sich anfühlt. Dem Erzähler will ich folgende Worte aus der Seele sprechen lassen.

19:19 Leute in Deutschland, die sich für vollkommen normal halten, haben gegenüber meiner Art der Existenz, eine tief angelegte Feindschaft. — Die sich passiv-aggressiv äußert.

Warum sich Wahrheit immer äußert? Nehmen wir das Beispiel: Medien manipulieren uns auf eine sehr persönliche Weise. Es gibt Leute, die das mit tiefer Inbrunst bestreiten werden. Sie werden dich aus ihrem Leben werfen. Sie werfen dich aus ihrem Leben wie einen Gegenstand, der nicht in ihr Regal passt. — Weil wir fair sind: wir lassen es sie machen. Und schreiben das Beispiel weiter.

Es gab eine Zeit, in der ich die Berichte über gerade "hereingebrochene" Kriege in aller Welt.. Die, die in den Medien wichtig sind.. Ich hielt sie für 100% real. Natürlich stand ich auf "der richtigen Seite". — Heute erscheint es mir wie eine mediale Welle, die durch die Hirne der Leute gepresst werden soll. Mit aller Wucht. Man spürt physisch, wie das Hirn zu einer Empfangsantenne wird. Nicht für Wahrheit. Für Rhythmus.

Da vor Jahrzehnten — der dumme Mensch gewesen zu sein, erschuff das Potential heute, es wie eine gut geschmierte Medien-Maschinerie zu erleben. Es ist bewundernswert, wie viel Energie Menschen in die Maschinerie stecken. Die alten Pyramiden in Ägypten fallen mir dazu ein. — Ja, das war ein Bewusstsein in völliger Dissoziation zu dem kollektiven Wesen, was die passiv-aggressiven Leute in Deutschland, die sich vollkommen für normal halten, mit innerem Eifer bilden. Dieses Wesen atmet nicht. Es taktet.

Aber ich war frei. Wie Colonel Kurtz aus Apocalypse Now: "Die größte Freiheit ist die Freiheit von der Meinung anderer." — Frei sein von Meinungen ist nicht schön. Es ist, als stünde man in einem leeren Raum und alle Wände sind plötzlich durchsichtig.

Ich lese den Satz noch einmal. Zu pathetisch? Ja. Aber roh soll er bleiben. Ich streiche später. Oder nicht. Jedenfalls – ich schalte den Bildschirm aus. Die Nachbarn streiten nebenan. Normales Leben. Ich hole Müll raus. Alles geschlossen in die schwarze Tonne. Habe nicht viel.

Dienstag, 14. April 2026

Bericht: 363 Sitzungen Hemi-Sync

Bild: Google-Gemini


Was dir niemand sagt, weil er es selbst nicht weiß

363 Sitzungen. 215 Stunden. Das ist kein Hobby mehr. Das ist eine zweite Lebenspraxis neben dem, was die Leute "Wirklichkeit" nennen.

Heute - endlich mal wieder - ein Artikel über Hemi-Sync. Wenn du mehr über diesen Themenkomplex erfahren willst, lies bitte im Archiv die anderen Berichte: Archivlink.

Mein Status

Regelmäßig mache ich Hemi-Sync. Zähle die Sitzung. Führe ein Logbuch. Aber die innere Bereitschaft darüber zu schreiben? Die hat sich verändert.

"Lieber nicht", sage ich mir. Wen kann ich überhaupt erreichen? Den, der verstehen kann. Andere nicht. Ist das wichtig? Oder ist es nicht einfach privat?

Das Übersinnliche wird privat. Ein Effekt: Da, wo ich mit meinen Übungen hinkomme, ist der Ort, an dem ich schon immer war. Es ist nichts Neues. Ein Sich-Erinnern. Dann spiegeln sich die Probleme meines Lebens in diesen Übungen. Das ist privat. Vulnerabel. Das mindert die Freude, sich mitzuteilen.

Die verschwundenen YouTuber

Die Freude ist am Anfang sehr groß. Alle YouTuber, die in meiner Zeit einen enthusiastischen Kanal über ihre Hemi-Sync-Erfahrungen gemacht haben, haben ihren Kanal gelöscht. Oder wurden gelöscht. Keiner von meinen Mitstreitern ist übrig geblieben.

Das ist ein Fakt.

Sie haben nicht aufgehört, weil sie nichts mehr zu sagen hatten. Sie haben aufgehört, weil sie zu viel gesehen haben.

Schade. Denn in diesen Videos wurden absolut treffende Beobachtungen geschildert. Sachen, die sich reproduzieren lassen. Aber sie sind weg. Als hätte es sie nie gegeben.

Die große Verdrängung

Natürlich wird der Aspekt der Selbsthypnose bei Hemi-Sync völlig außer Acht gelassen. Das ist der Grund, warum ich zwischen den Stühlen hänge. Ich finde das Programm wunderbar, aber aus genau dem Grund, der auch offiziell benutzt wird: Entspannung mit Frequenzen, kaum erklärt, und Selbsthypnose. Unabhängig von weltanschaulichen Dogmen.

In diesem Zustand erfolgt ein Kontakt mit dem Unbewussten. Das Training besteht darin, diesen Kontakt zeitlich zu verlängern. Das klingt vernünftig.

Produziert das Unbewusste aber eine Engelpersönlichkeit, die mit dir eindrucksvoll kommuniziert, oder ein Geist aus der Vergangenheit steht bei der Übung an deinem Bett – dann wird es schwer zu rationalisieren. Daran kann einer scheitern.

Das Unbewusste ist auch bei luziden Träumen und psychedelischen Trips "frei" – oder besser: Das Ich ist "frei", diese enorme kreative Schaffenskraft zu sehen. Dadurch, dass es rigide ausgeschaltet oder fragmentiert wird. Dann entstehen die Visionen.

Denke auch an Nahtodeserlebnisse. Ich habe ein Dunkelretreat mit zwei Wochen absoluter Dunkelheit gemacht. Nach 24 Stunden siehst du Lichter, die sich zu Szenerien und Figuren verdichten. In Indien gibt es Praktiken, die das jahrelang tun.

Was du trainieren kannst

Kommunikation mit dem Unbewussten öffnet das Reich der Magie und der ewigen Gleichnisse. Das ist objektiv besser, als seine Zeit mit Doomscrollen zu verbringen oder dunklen Träumen ausgeliefert zu sein. Kaum ein Mensch kann klarträumen. Man ist seinen Träumen ausgeliefert. Weil alle es sind.

Das ist der soziale Normzustand.

Aber es ist kein gutes, intensives, kreatives Leben. Objektiv ist das ein schlechtes Leben.

Der blinde Fleck

Hypnose ist wissenschaftlich anerkannt. Dass dein Leben eine Hypnose ist, über die du nur nie aufgeklärt wurdest – das ist der blinde Fleck der Aufklärung.

Suggestionen sind wirksam. Darum wird in den Nachrichten immer dasselbe gesagt. Darum gibt es Richtlinien, wie etwas öffentlich gesagt werden darf. Für angestellte Journalisten verbindlich. Der Biedermann übernimmt es in vorauseilendem Gehorsam.

In seiner Welt ist es absolut so. Es materialisiert sich.

Meine weiteren Versuche

Eine App mit Binaural Beats erzeugt eine Frequenz, auf die das Gehirn sich synchronisieren kann. Darüber lege ich Ambient, Trance, ruhige Geräusche. Nach zehn Minuten passieren ähnliche Dinge wie bei Hemi-Sync.

Nur: Hemi-Sync suggeriert einen Ablauf – die metaphysische Reise ins Land der Toten und einen Schritt weiter. Bei meinen Binaural-Beat-Versuchen hatte ich oft Zufallslandschaften, mit denen ich emotional in Kontakt zu alten Lebensereignissen treten konnte. Wiedererinnern.

Kleiner Tipp: Es gibt eine Konditionierung. Wenn bei diesem Setting etwas "nach oben kommt", will der Verstand es wegrationalisieren. Er suggeriert: "Da ist nichts." Und sofort es verschwinden.

Daran wird das Projekt scheitern. Weil genau dieser rationale Einwand die Trance vermindert. Die Transzendenz wird nicht erfolgen.

Darum übe ich systematisch. Hier ist es so wie mit der inneren Prinzessin aus meinem Essay über das Riechen: Link ist hier. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Die falsche Frage

Die falsche Frage ist: Ist diese Vision real?

Die richtige Frage ist: Warum nennst du deinen Alltag real, wenn er dich wie ein fremdgesteuerter Traum durch den Tag schiebt?

Wenn man diese Hemi-Sync-Erfahrungen gemacht hat, kommt eine viel wichtigere Frage hervor: Inwieweit ist die reale Welt real?

Gedanken formen das Leben. Warum wird beinahe jeder Gedanke, den du denken könntest, in den Medien vorgekaut und bei Gefahr gelöscht? Es gibt Dinge, die du nicht mal denken darfst.

Realitätsdesign.

Warum die coole Jetztgruppe, die einfach nur konsumiert? Warum die Ewiggestrigen, die Common Lisp und Esperanto lieben? Unmoderne Sachen? Weil sie gut und kostenlos sind. Das ist die Gefahr für die designte Welt, die in großen Teilen das Denken eines Marktes ist, der nur durch Gelddrucken und Konsum am Leben gehalten werden kann.

Und dann die Kriege, die bedenkenlos vom Zaun gebrochen werden. Das ist nicht zwingend Realität. Das ist eine bewusste Kreation eines gewissen Denkens.

Der Compiler

Ich musste einmal in einem luziden Traum feststellen, dass das Unbewusste, das diesen Traum erschuf, eine regelrechte Universum-Erschaffungs-Maschine ist. Die Traumwelt war so groß, so real. Ich war gerührt.

Hatte ich den Compiler gefunden?

Hatte ich das gesellschaftliche Drama entschlüsselt, warum alle genötigt werden, die "reale Welt" mit ihren Börsen, Kriegen und Katastrophen real nennen zu müssen?

Im alten Rom durfte man die Gotthaftigkeit des Imperators nicht bestreiten. Mehr noch: Man musste selbst daran glauben. Mit Inbrunst.

Herrschaftsmechanik.

Heute ist der Imperator das vermeintlich "wissenschaftliche Denken" – ein Relikt des letzten Jahrhunderts. Materialistische Ansichten werden hoch- und runtergepredigt. Das Doppelspaltexperiment, das längst die bekannte Physik gesprengt hat, hat darin nicht stattgefunden. Und wird es nicht.

Quintanerdenken.

Die letzte Wahrheit

Die Mathematik ist das einzige, was real sein kann. Denn zwischen den Dingen, die außerhalb deiner selbst sein sollen – was kann da anderes als die Mathematik erklärend sein?

Das Leben ist nicht Mathematik, kann aber mathematisch dargestellt werden.

Die Mathematik lügt nicht. Aber der Mediokre verwechselt das Rechenschema mit dem, was gezählt werden darf.

Ein Sextaner kann dir den Dreisatz erklären. Aber frag ihn, wer seinen Alltag designt – und er wird dir antworten wie ein römischer Bürger: mit den Worten seines Imperators.

363 Sitzungen. 215 Stunden. Ich bin da angekommen, wo ich schon immer war. Und das ist der Punkt, den kein Bürger verstehen kann: Du bist auch dort. Du weißt es nur nicht.

Vom Kommen, Bleiben und Gehen

Bild: Google Gemini Der wöchentliche Blogpost ist für mich unwichtig geworden. Was ist passiert? Außer a) einer Menge, sehr unangenehme...