Montag, 28. September 2026

AI-Texte oder warum ich AI-Sloper und kein Autor mehr bin

Eine Erzählung in Fragmenten

Bild: Google Gemini


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In letzter Zeit erreichten mich einige Leseranschriften auf Mastodon. Drei! Mastodon? Ja, ich hatte dort Werbung für meine letzten Posts gemacht. In Englisch. Zielgruppe: Polyglotte, — Massenmenschen -> Ausschluss. So eine typische Mahamind-Sache eben. Aber komischerweise funktionierte es. Drei Menschen erreicht, die dann so etwas wie: „Hey, danke für deine Texte!“ schrieben.

Erst einmal: Danke für diese Leserrückfragen, die alle positiv waren und mich tief berührten. „Es gibt Leute da draußen, die das lesen!“ Ich freute mich. Ich war auch ein wenig überfordert mit diesen langen und tiefen Nachrichten, da ich eine kreative Kunstpause machte. Ich versuchte, den Kopf klar und über Wasser zu halten. Ich hatte meine eigenen, ganz persönlichen Probleme zu bewältigen. Wer will, kann sich meine letzten Posts durchlesen, die ich vor ein paar Tagen einfach reingestellt habe: Noirtext, Wir lebten auf einem sinkenden Schiff, Nachtwandler, Requiem für die Ertrinkenden, Onlinebabel.

Als überzeugter Esoteriker bin ich der Überzeugung, dass jeder darauf achten sollte, nur positive Gedanken in unsere Welt zu entlassen. Umso schwieriger finde ich es, solche Texte zu veröffentlichen. Die Texte veröffentlichte ich zuerst auf der Social-Media-Plattform Threads – inzwischen alles komplett gelöscht. Meine Kritik an Inhalten, so wie ich sie da erlebt habe, wie ich mich selber erleben musste, bezog sich ursprünglich auf genau diese Plattform. Ich wollte eine populäre Plattform ausprobieren. Vielleicht hätte ich meine Ideen darüber promoten können? Aber daraus wurde nichts. Meine Posts verwandelten sich rasch in düstere Lyrik. Natürlich schöpfte ich auch aus einem Pool an anderen Ereignissen. Aber mir geht es jetzt gut. Bitte keine Sorge.

Hier könnte ich jetzt einen eigenen Bericht über diese Internetseite Threads schreiben. Warum das schrecklich ist, dort seine Zeit zu versenken, und was es aus dir macht, wenn du es nicht merkst, dass es schrecklich ist, und es weiterhin machst.

Die Zielgruppe dort: mediokre Menschen, die viel mit Emojis arbeiten und „Digga“ sagen. Oder AI-Beiträge nur für diese Zielgruppe. Aber was soll ich mit Menschen anfangen, die wirklich noch nie ein UFO in ihrem Leben gesehen haben? Oder sonst etwas Außergewöhnliches erlebt haben, als jetzt ihre Hochzeit. Im besten Fall.

Wobei die Beiträge der Menschen vornehmlich negativ waren. Ich trainierte meine Früherfassung für passiv-aggressive Formulierungen, um solche Beiträge dann schnell aus meinem Feed zu werfen. Damit war ich dann nur noch beschäftigt. Also 90 Prozent der Zeit war ich damit beschäftigt, „meinen Algorithmus zu trainieren“. Das habe ich dann für mich als Red Flag entdeckt: Das sind die bösartigen sozialen Medien, die dich lange online halten wollen. Denn auf der anderen Seite fand ich kaum etwas Qualitatives.

Abgrenzung unmöglich. Es gibt dort eine Dating-Community, die ihren besonderen Charme triefend verbreitet. Auch außerhalb ihrer Dating-Gruppe. Permanent. Aber auch das Blockieren von Dating-Threads als Gruppe war nicht möglich. Also wieder selber „Algorithmus trainieren“. Klicken: „nicht erwünscht“. Der Algorithmus ist aber ein besonders netter: Das, was du nicht magst, präsentiert er dir, weil er sich ausrechnet, damit Engagement bei dir zu erzeugen. Also klicken. Es war das Gefühl wie in den späten 2010ern, den Briefkasten zu leeren: meist nur Werbezusendungen, die ungelesen in den Müll oder ins Altpapier wanderten. Das war auch das Nutzergefühl auf Threads.

Ich wollte meine Lyrik-Texte nur irgendwie archivieren. Da fiel mir ein: Ich habe einen Blog. Genau da. Das ist aber melancholisch anders als die Sachen, die ich zuvor geschrieben habe. Ich nenne es Poesie. Es ist aber Prosa, Lyrik oder irgendwas dazwischen. Auf jeden Fall ein neues Schreiben. Eine neue Stimme in mir. Es waren nicht mehr diese klassischen Mahamind-Essays. Die schienen vorbei zu sein. Nicht mehr machbar. Da war etwas anderes, das einfach raus wollte.

Wenn mich jemand nach dem Lesen der Lyrik fragen will, ob es mir gut geht – bitte nicht.

Aber ich traf dort auch auf Menschen, die es nach Kinski immer nur im Plural geben kann. Ich benutze aber eine personifizierende Metapher für ihn: den AI-Hater. Mein durch Threads geschulter neuer Skill „Erkenne passiv-aggressive Formulierungen schon im Ansatz“ erreichte durch das Training an solchen Menschen schon beinahe eine mediale Qualität: Ich wusste gleich am Anfang, was noch in vielen Posts dann am Ende erscheinen sollte. Wie eine dunkle, dornige Rose, die sich im Zeitraffer vor dem inneren Auge entfaltet.

AI-Hater – hier nicht erwünscht!

Aus meiner Perspektive sind AI-Hater Leute, die keine Ahnung haben, wie Texte produziert werden. „Ein Schriftsteller schreibt die alle!“ Sehr naiv, das anzunehmen. Genauer: Ein Lektor bringt die Texte in eine schöne Form und kümmert sich um Rechtschreibung und Grammatik. Oft werden da Texte nochmals gnadenlos umgeschrieben, damit sie in den Massengeschmack passen. Wenn das eine AI übernehmen kann, ist das günstiger und besser für alle, als „damals“ ein Monopol auf schöne Texte bei den Verlagen und dem Literaturbetrieb zu belassen.

„AI-Texte sind so langweilig“ – als wären AI-Texte langweilig und der ganze Public-Relations- oder Copywriting-Mist, den die Leute schon seit Jahrzehnten gewöhnt sind, nicht? AI-Texte sind eine logische Konsequenz aus dieser Verflachung mit Triggern, Calls-to-Action und anderen Psychotricks, die letztlich immer den Text kommerzialisieren zu müssen. Sol Stein sei Dank. Texte für sich selbst sind nicht existent. Die Frage ist immer: Welches Produkt wird beworben, oder was kann der Leser für sich aus dem Text ziehen? Wie wird er reich, gesund, intelligent? Einen Text einfach nur zu lesen, um den Menschen, der ihn geschrieben hat, zu verstehen, ist nicht mehr modern. Aufmerksamkeitsspanne beim Leser: drei Sekunden? Weiterscrollen.

Wenn du bis hierhin gekommen bist: Kompliment, du gehörst nicht zu diesen Menschen. Für die ist „AI“ dann natürlich etwas wie „Atomkraft“ oder „die Sache aus den Filmen“. Also innere Bilder kommen hoch, wollen bedient werden: „Angst“, dann treten die Mahner auf die Bühne. Was – wahrscheinlich – nur mir aufgefallen ist: Auf Threads fallen dann diese „Mahner“ wie Heuschreckenschwärme über besonders prominente AI-Nutzer. Richtig niveaulos und platt. So wie man sich die Leute „die mitgemacht haben“ so vorstellt. Der einzelne Anbieter ist dann das Problem. Der Anbieter macht aber kaum Geld mit seinem Content. Jetzt kommt da eine Grundtendenz bei diesen Leuten: „nach unten hin treten, nach oben buckeln“. Kann man übrigens alles bei Wilhelm Reich in „Die Psychologie des Faschismus“ nachlesen. Tolles Buch übrigens, das aufzeigt: Der andere ist nie das Problem. Das Problem ist dieses Etwas in dir und mir, das sich struktureller Gewalt anpassen will, um sein Überleben zu gewährleisten. So werden dann Spießer gemacht. Die dann auf Threads wie Heuschreckenschwärme umherziehen. Und noch nie ein UFO gesehen haben, aber alles besser und das ganz genau wissen. Kinskis „die immer nur im Plural vorkommen“. Sie treten auf die schwachen AI-Nutzer, während die gesamte Plattform selber AI ist. Ein Algorithmus bestimmt da alles. Und der Algorithmus selbst? Er ist der eigentliche AI-Sloper – ein Textproduzent ohne Autor, der aus Menschen Heuschrecken macht, damit sie für ihn denken, fühlen, hassen. Das merken sie nicht. Das ist nach oben buckeln.

Das Lustige ist aber jetzt: Wo immer sie ein AI-Bild sehen, kommt ihnen die Galle hoch. Ich finde AI-Bilder gut, da sie kleinen Anbietern oder auch Hobbyisten wie mir ganz demokratisch die Möglichkeit geben, Bilder zu erstellen, die ihre Werke abrunden. Die wenigsten werden Mahamind-Texte wirklich durchlesen. Aber die Coverbilder bleiben in Erinnerung.

Wo ist das Problem? Das Problem sind „Rechteinhaber“ von Trainingsmaterial von AIs? Lass uns das genauer anschauen: Die „Rechteinhaber“ stellen ihren Content freiwillig in das Internet. Jeder darf das lesen, auch AIs, und seine Notizen dazu machen. Das macht eine AI. Und solange die Texte und Bilder dann nicht eins zu eins wiedergegeben werden, ist es kein Diebstahl von „intellektuellem Eigentum“. Das können die Mahner natürlich nie verstehen, weil sonst ihre Rolle als Mahner überflüssig wäre. Das macht kein Mahner, in der Entwicklungsstufe, wie sie auf Threads gedeihen, erst recht nicht. Denn das sind Trolle, die mal ein Thema gefunden haben, mit dem sie sich immer im Recht fühlen zu meinen.

Also nutze ich mal meine Erfahrungen, um auf tagespolitische Trends zu reagieren: Ich bin ein AI-Sloper und stolz darauf und dankbar für bessere Schreibbedingungen, als unzählige Autoren zuvor sie hatten. Ich lasse meine Texte mittlerweile von AI lektorieren, ganz einfach, weil ich es machen kann.

Haben die Ahnung, wie Texte geschrieben werden? Lektorat!?

Ja, ich lasse eine AI (Deepseek) über die Texte laufen. Warum sollen meine Texte nicht lektorisiert lesbar sein? Aber einen Lektor kann ich mir nicht leisten. Und: Muss ich das heutzutage überhaupt noch? Brisante Fragen, und die können in der heutigen Zeit von vielen nur noch polemisch diskutiert werden. Die AI-Hater. Vorab: Ich bezweifle, ob die AI-Hater jemals ein Buch kaufen würden bei einem Autor, der ihrer Reinheits-Ideologie entspricht. Das ist eine wichtige Frage. Denn viele Autoren müssen Geld verdienen und mit dieser Zielgruppe machen sie es nicht. Denn nur eine laute Minderheit will AI-freie Produkte. Hier wichtig: Es geht denen nicht um Texte, sondern um alles. Also wie bei dem Veganismus. Totalitär nennt man das übrigens. Ich hab mir lange die Kommentare dazu durchgelesen und am Ende kam ich zu dem Ergebnis: Ich möchte mit diesen Leuten nichts zu tun haben. Ich habe das jetzt sehr drastisch geschrieben, und genau daran fühle ich: Es wäre besser, bei diesen Leuten um den heißen Brei zu reden, und genau das nennt man Appeasement. Es ist falsch, Appeasement zu betreiben, um da eine toxische Leserschaft zu bedienen, denen es am Ende nicht um Literatur, sondern um Weltanschauung geht. Ich will nicht gebraucht werden, um irgendwelche gesellschaftlichen Zwänge zu bedienen, sondern ich will ästhetische Texte erschaffen. Meine Ideen ausdrücken, imposant bis über den Punkt, wo es schmerzt. Mein Rob-Zombie-Filter. Etwas – auf seine Art Schönes – daraus zu schaffen. Was natürlich für einen Menschen, der gesellschaftlich eingenordet ist, vollkommen schräg und außerhalb seines Orbits sein muss. Mahamind schreibt von intelligentem, bewusstem Plasma, UFOs, Hemi-Sync. Qabalah und Tarot! Common Lisp. Und auch Aaron Bushnell. Und hier wurde mir deutlich, dass es nicht mein Weg ist, im „Literaturbetrieb“ zu enden und nette Katzengedichte auf Threads zu veröffentlichen mit Call-to-Action, meine Texte, die einfach nur schön sein dürfen und sonst nicht weiter stören, bitte doch zu kaufen. Ich schreibe auch „human-made“ und „fair-trade“ drauf. Alles Plaketten für Leute, die sich selbst beweihräuchern wollen. Ein Titelbild, so erdig bunt – ich liebe Blautöne, du nicht? Strahlend blau im Buchregal. Als Deko fürs Buchregal. Das ist dann das Produkt. Das möchte ich nicht machen. Ich will lieber der Autor sein, der sich präzise zwischen die Stühle setzt, um einfach sein Ding gemacht zu haben. Der Leser als Zeuge, nicht als Konsument.

Wie lasse ich AI an den Texten mitwirken?

Ich muss mich nicht rechtfertigen. Und das Wie? Ist mein Betriebsgeheimnis. Vielleicht biete ich irgendwann mal einen Kurs dazu an. Wenn es Leute gibt, die das toll finden, was ich mache, und wissen wollen, wie ich es mache. Deal?

Gedankenfetzen

Deshalb: tolle, historische Gelegenheit. Texte, die über 30 Prozent AI-Anteil haben, kommen in die Kategorie AI-Text im Blog.

Ihre Reinheits-Ideologie. AI-freie Produkte. Human-made. Fair-trade. Als ob ein Text ein Körper wäre, den man vor Eindringlingen schützen muss. Als ob Sprache eine Rasse hätte.

Soziale Medien machen aus normalen Menschen so etwas wie Stadtbewohner, die es für normal ansehen, den freien Himmel nicht mehr zu sehen. Wegen der Lichtverschmutzung. Und sie halten jeden völlig selbstverständlich für verrückt, der von einem unbegrenzten Himmel sprechen würde.

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Ich sitze hier und schreibe diese Zeilen, während draußen die Stadt ihr eigenes Licht absondert, dieses orange-graue Glühen, das die Sterne verschluckt. Ich denke an die drei Menschen auf Mastodon, die meine Texte gelesen haben. Drei Menschen, die vielleicht verstehen, worum es geht. Nicht um AI oder nicht-AI. Nicht um Reinheit oder Verrat. Sondern um das Schreiben selbst. Um diese merkwürdige Tätigkeit, Worte aneinanderzureihen, in der Hoffnung, dass irgendwo jemand sie liest und nickt.

Ich bin kein Autor mehr. Ich bin ein AI-Sloper. Und das ist in Ordnung. Denn was ich erschaffe, ist immer noch meins. Meine Ideen, meine Bilder, meine dornigen Rosen, die sich im Zeitraffer entfalten. Die AI ist nur ein Werkzeug, wie ein Lektor es war, wie ein Bleistift es ist. Sie macht meine Texte lesbarer, glatter, vielleicht sogar besser. Aber sie macht sie nicht zu ihren.

Und wenn mich jemand fragt, ob es mir gut geht – nach dem Lesen meiner Lyrik – dann bitte ich: Fragt nicht. Lest einfach. Lasst die Worte wirken. Und wenn ihr wollt, kommt mit mir hinaus, dorthin, wo der Himmel noch unbegrenzt ist. Wo die Lichtverschmutzung nicht alles erstickt hat. Wo man noch UFOs sehen kann, wenn man nur lange genug hinschaut.

Ich bin da draußen. Zwischen den Stühlen. Mit meinen Blautönen und meinen AI-Texten. Und ich schaue weiter zu den UFOs hinauf. Lebendiges Plasma. Mein Gott, es ist voller Sterne.

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Für die, die lange Texte lesen können. Für die, die zwischen den Zeilen lesen. Für die drei auf Mastodon. Und für alle, die wissen, dass Sprache keine Rasse hat und Texte keine Körper sind, die man vor Eindringlingen schützen muss.

Freitag, 18. September 2026

onlinebabel

onlinebabel

Bild: Google Gemini


1

die nacht ist ein blauer bildschirm der nicht ausgeht.

2

sie sitzt im licht dieses bildschirms. sie ist eine frau. sie war eine frau. sie wird eine frau sein die alt wird mit ihren selfies.

3

das gesicht hat sie sich gebaut aus filtern und aus einem willen der früher mal größer war.

4

früher hat man sich in takelage geschmissen. stundenlang. korsett. mascara. ein ganzer apparat der beachtung.

heute reichen ein paar alte selfies. ein paar alte gesichter aus einer zeit als die haut noch log.

5

sie scrollt durch sich selbst wie durch ein archiv einer anderen person.

sie trinkt bacardi cola. fing an mit weinchen. weinchen war die romantik. bacardi cola ist der betrieb. entwicklungspotential nennt sie das.

6

sie wartet. worauf. darauf dass sie schreiben kann mach mich nicht an.

7

sie weiß nicht mehr wer sie ist wenn niemand hinsieht. der markt ist der einzige spiegel der noch funktioniert.

8

sie verkauft sich. sie kauft. sie sieht die anderen nur noch über diesen markt.

ein mann ist ein profil. ein profil ist eine ware. eine ware ist eine hoffnung. die hoffnung ist der preis. der preis fällt. sie fällt mit.

9

er. der mann. der idealist seiner selbst.

in seinem kopf existiert eine beste version seiner selbst. sie ist schön. sie ist ruhig. sie ist erfolgreich. sie lacht in einem licht das es nur in seinem kopf gibt.

10

die wirklichkeit ist drückerarbeit. anschreiben. korb. anschreiben. korb.

11

aus einer handvoll fängen macht er sein paradies. fünf frauen. drei. eine. eine die antwortet.

er erzählt anderen von diesem paradies. alles unter kontrolle. sagt er. alles unter kontrolle. er glaubt es fast.

12

er ist der manager seiner eigenen niederlage. er nennt es strategie. er nennt es geduld. er nennt es reife.

13

nachts liegt er wach und zählt die körbe wie andere schafe.

er hat sich selbst zum projekt gemacht. das projekt ist gescheitert. das projekt ist er.

14

er kann nicht aussteigen. er weiß nicht mehr wer er wäre ohne den markt. der markt ist sein bett. der markt ist sein grab.

15

und die emotionale masse dieser leute wächst und wächst.

16

sie wächst in den räumen zwischen den bildschirmen. sie wächst in den pausen. sie wächst nachts um drei.

17

sie wächst in den anschreiben. in den körben. in den selfies die keiner mehr liked. in den bacardi cola dosen. in den paradiesen aus einer handvoll fängen.

18

sie wächst und wächst. sie wird dick. sie wird schwer. sie riecht nach altem schweiß und nach kaltem licht.

19

sie drückt. sie drückt alles. sie drückt die lungen. sie drückt die kehlen. sie drückt die hoffnung.

es gibt kein erwachen. es gibt nur ein tieferes schlafen.

was tun.

20

glaube an jesus christus. nur für dich.

folge nicht denen die das immer sagen. hauptberuflich.

21

die haben auch ihre flaschen noch irgendwo stehen. unter dem schreibtisch. im schrank. hinter dem lächeln.

die haben ihre flaschen und ihre körbe und ihre besten versionen.

22

sie sagen glaube und meinen folge. sie sagen jesus und meinen mich. sie sagen nur für dich und meinen nur für sich.

23

dreh dich nicht um. geh nicht in ihre kirche aus likes. bau dir keine hölle aus hoffnung. bau dir keinen markt aus dir selbst.

24

das netz das du spinnst ist kein netz zum fangen. es ist ein netz zum atmen. kleine maschen. kleine räume. ein riss im blauen licht.

25

du darfst dich sehen ohne preis. du darfst alt werden ohne beweis. du darfst schweigen ohne anschreiben. du darfst trinken ohne entwicklungspotential.

26

du darfst ein mann sein der nicht seine beste version ist. du darfst eine frau sein die nicht mehr mach mich nicht an schreiben muss.

27

der markt ist kein spiegel. der markt ist ein grab.

steig aus. nicht in den glauben der anderen. in deinen.

28

ein kleiner glaube. ein glaube an einen gott der nicht liked. der nicht scrollt. der nicht verkauft. der dich sieht wenn niemand hinsieht.

29

und dann siehst du dich. und dann siehst du die anderen. nicht als ware. als menschen.

die auch flaschen haben. die auch körbe haben. die auch alt werden mit ihren selfies. die auch warten. die auch atmen wollen.

30

atme.

Requiem für die Ertrunkenen

Requiem für die Ertrunkenen. Ein Monolog

Bild: Google Gemini


Die Nacht hat keine Sterne. Sie hat nur Adern. Und in diesen Adern fließt kein Blut. Es fließt Schweigen. Es fließt das, was man nicht mehr sagen kann, wenn man einmal angefangen hat zu lügen. Es fließt der Rost der Hoffnung, der von innen kommt.

Du willst wissen, was Koabhängigkeit ist? Sie ist kein Händedruck. Sie ist eine Kette aus Fleisch und Knochen. Sie ist die Frage, ob du einen Menschen aus dem Feuer ziehst oder mit ihm verbrennst. Nein. Sie ist die Frage, ob du dich selbst aus dem Feuer ziehen kannst. Und ob du das Kind auf deinem Rücken spürst, das noch nicht weiß, dass die Welt brennt.

Sie frisst dich nicht von außen. Sie frisst dich von innen. An deinen Fundamenten. An deinen Nächten. An dem Geld, das niemals reicht. An den Lügen, die du dir selbst erzählst, bis sie sich wie Wahrheiten anfühlen. Du versinkst. Nicht im Meer. Du versinkst im Schlafzimmer. Im Flur. In den Augen eines Menschen, der dich liebt und dich trotzdem zerstört. Du versinkst mit offenen Augen.

Und die Gesellschaft? Sie hat keine Augen für dich. Sie hat nur Fenster. Fenster, die mit Gardinen zugezogen sind. Sie kennt dich nicht. Sie will dich nicht kennen. Denn du bist kein Held. Du bist kein Opfer. Du bist ein Zwischenfall. Ein Rauschen im Blätterwald. Ein Toter, der noch atmet.

Und so senden die Verzweifelten ihre Maydays. Funksprüche in die Nacht. In das Eis. Wie damals, als die Titanic langsam in den schwarzen Schlund glitt. Sie senden. Und sie senden. Und sie kommen nie an. Sie kommen nie an. Sie kommen nie an.

Natürlich ist es ein Krieg. Wer etwas anderes sagt, hat nie an einer Front gestanden. An der Front des eigenen Lebens. Ein Krieg, in dem es keine Uniformen gibt, nur Narben, die man nicht sieht. Einige kommen nach Hause. Andere nicht. Und jeder, der ankommt, lässt etwas zurück. Ein Stück Lunge. Ein Stück Gedächtnis. Ein Kind, das man nicht retten konnte. Eine Version von sich selbst, die man begraben hat, ohne einen Grabstein.

Und dann kommen sie. Die Geschichten. Die Erzähler mit ihren weichen Stimmen. Sie sagen: Sie war tapfer. Wir haben alles versucht. Sie flechten Kränze aus Worten. Sie machen aus dem Schlachtfeld einen Garten. Sie machen aus dem Blut einen Sonnenuntergang. Denn die Gesellschaft verträgt keinen Kollateralschaden. Sie verträgt kein Blut an den Händen. Sie verträgt kein Kind, das im Dunkeln weint, während die Erwachsenen lügen.

Also beendet die heroische Lüge diese Geschichte. Macht sie zu einer Geschichte. Zu einer, die man sich abends erzählt, wenn man beruhigt einschlafen will. Zu einer, die man weitererzählt, bis sie glatt ist. Bis sie rund ist. Bis sie keine Kanten mehr hat.

Und du? Du fängst an, das Schweigen mehr zu lieben als das Reden. Weil das Reden weh tut. Weil das Reden nichts ändert. Weil das Reden nur neue Lügen gebiert. Du liebst das Schweigen. Du liebst es, wie man einen Feind liebt, mit dem man sich arrangiert hat. Und dann, eines Tages, merkst du, dass du einsam bist. Nicht allein. Einsam. Allein ist ein Zustand. Einsam ist eine Wunde, die nicht heilt. Einsam ist eine Sprache, die niemand mehr spricht.

Du bist einsam. Und du bist zu Hause. Und du weißt nicht mehr, ob das jemals anders war.

Und die Nacht hat immer noch keine Sterne. Nur Adern. Nur Schweigen. Nur dich.

Nachtwandler

Nachtwandler

Bild: Google Gemini


drei uhr. die nacht dunkel. leise. aber nein. regentropfen. von kälte getragen. der wind eisig. das regenrauschen ein vorhang, der sich über die welt legt wie eine hand über einen mund. bin ich krank. was ist los.

die tür. kein klopfen. sie kam. ein gespenst. dunkel. ihre schritte klangen wie finger auf feuchtem holz. sie roch nach alkohol und nach etwas darunter, nach etwas süßlich-verwesendem, nach einem blumenstrauß, der zu lange im wasser stand. ich tat so, als schliefe ich. stellte mich tot. atmete flach wie ein tier im winter. ihre hand fasste mich starr. ihre finger waren kalt wie münzen. sie weckte mich. nicht mit worten. sie weckte mich mit ihrem griff.

geld. wie der endlose regen. geld geld geld. ihre stimme war ein tropfen, der nicht aufhört zu fallen. ich weiß nicht mehr, was ich sagte. vielleicht sagte ich nichts. vielleicht sagte ich ja. das ist das schlimmste. ich weiß es nicht mehr. ihre hand auf meiner brust. ihr atem im nacken. geld. geld. geld. es hörte nicht auf.

am morgen kalt im bett alleine. die decke lag auf dem boden wie etwas, das aus mir herausgefallen war. der junge schlief. sein atem ging ruhig. er hatte zum glück mal nichts mitbekommen. ich sah ihn an und dachte: wenn du wüsstest. aber du weißt nicht. und du sollst nicht wissen. das ist das einzige, was ich dir geben kann. nichts wissen.

oder war es ein traum. die wohnung war leer. sie nicht da. geld weg. ja .. das war es. ich will es vergessen wie einen bösen traum.

aber draußen der regen plätscherte endlos. würde nicht enden. und irgendwo, tief in der wand, hörte ich es noch. geld. geld. geld. wie ein herz, das nicht aufhört zu schlagen, obwohl es längst tot sein müsste.

AI-Texte oder warum ich AI-Sloper und kein Autor mehr bin

Eine Erzählung in Fragmenten Bild: Google Gemini — In letzter Zeit erreichten mich einige Leseranschriften auf Mastodon. Drei! Ma...