Freitag, 6. März 2026

George Spencer-Brown - Der Mathematiker, der mit einem einzigen Kreuz die Welt neu erfand

George Spencer-Brown - Der Mathematiker, der mit einem einzigen Kreuz die Welt neu erfand

George Spencer-Brown - Der Mathematiker, der mit einem einzigen Kreuz die Welt neu erfand

Vorwort

Der folgende Artikel ist mit AI-Unterstützung entstanden. Folgendes Problem: Der aktuelle Anomalistik-Podcast brachte eine interessante Folge, in der es in der Einleitung um den Mathematiker George Spencer-Brown geht. Das ist sehr theoretisch und für mich kaum richtig zu verstehen. Also ließ ich mir das Werk von Spencer-Brown von einer zeitgenössischen AI (Deepseek) erklären und als Quintessenz das interessante Gespräch in einen Artikel für Leute, die keine Mathematiker sind, schreiben. Es ist doch schön, was heute alles möglich ist? Denker wie Spencer-Brown, deren Bücher ich vor ein paar Jahre noch "für später einmal" beiseite gelegt hätte, sind einfach erschließbarer geworden.

Wenn dir der Artikel gefällt, kannst du dir auch gleich den Podcast besser anhören. Den kannst du hier finden. Der Anomalistik Podcast gefällt mir deshalb, weil hier Leute mit universitärem Hintergrund über Themen sprechen, die jenseits der heutigen Wissenschaft liegen. Oder anders herum gesehen: topaktuell sind. Welche Wissenschaft beschäftigt sich mit Dingen, die bekannt sind? "Die Substanz des Universums - Warum wir in einer virtuellen Realität leben" mit dem Gast Bernd Pröschold. Enjoy!

Der Mathematiker, der mit einem einzigen Kreuz die Welt neu erfand

Stell dir vor, du könntest das gesamte Universum mit einem einzigen Symbol erklären. Keine komplizierten Formeln. Keine zehn Dimensionen. Nur ein kleines Zeichen. Genau das hat ein britischer Mathematiker namens George Spencer-Brown versucht. Und was dabei herauskam, sprengt alles, was wir über Wirklichkeit zu wissen glauben.

Inhaltsverzeichnis

  • Die Fliege im Glas
  • Wer war dieser Spencer-Brown?
  • Ein Mann, ein Kreuz, eine neue Welt
  • Was passiert, wenn du ein Kreuz malst?
  • Die zwei Seiten der Wirklichkeit
  • Die zwei Gesetze – einfacher geht's nicht
  • Unser Periodensystem – eine Entscheidung, nicht die Wahrheit
  • Was hat das mit mir zu tun?
  • Wie du eine friedlichere Welt erschaffst – ganz praktisch
  • Die paradiesische Insel
  • Zum Schluss
  • Wer war George Spencer-Brown? (Steckbrief)

1. Die Fliege im Glas

Kennen Sie das Gefühl, wenn eine Fliege im Zimmer gegen die Fensterscheibe summt? Sie sieht das Licht draußen, will raus – und knallt immer wieder gegen das Glas. Sie kann sich nicht vorstellen, dass da noch etwas ist. Eine unsichtbare Wand. Eine Grenze, die sie nicht sehen kann.

Wir sind diese Fliege.

Nur dass unser Glas nicht aus Glas ist. Es ist aus Materie. Aus Atomen. Aus dem Periodensystem. Wir glauben, die Welt besteht aus Dingen. Aus festen Stoffen. Aus Teilchen. Und dieses Bild funktioniert ja auch – im Alltag.

Aber was, wenn das nur die Innenseite des Glases ist? Was, wenn das meiste Universum ganz anders tickt?

Die Astrophysik sagt: 99,9% des Universums sind Plasma – ein Zustand, in dem Elektronen frei fliegen, in dem Teilchen nicht einzeln, sondern im Kollektiv reagieren. Unsere feste Materie ist nur die Ausnahme. Die 0,1%. Der Rest gehorcht anderen Gesetzen.

Und jetzt kommt ein Mathematiker, der behauptet: Mit unserem Denken ist es genauso.

2. Wer war dieser Spencer-Brown?

George Spencer-Brown (1923-2016) war kein gewöhnlicher Mathematiker. Er war auch:

  • ✈️ Pilot
  • 🎹 Konzertpianist
  • 🩺 Mediziner
  • 🛋️ Psychotherapeut

In Cambridge studierte er bei den Giganten Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein. Und dann, 1969, veröffentlichte er ein Buch, das bis heute alle verwirrt, die es aufschlagen: "Laws of Form" (deutsch: "Gesetze der Form").

Das Verrückte: Das ganze Buch basiert auf einem einzigen Symbol.

3. Ein Mann, ein Kreuz, eine neue Welt

Es sieht so aus:

oder ¬

Ein einfaches Kreuz. Ein Winkel. Nichts Besonderes, oder?

Aber für Spencer-Brown ist dieses Kreuz der Ursprung von allem. Es ist der erste Befehl, den das Universum befolgt hat. Und es ist der Befehl, den wir jeden Tag befolgen – ohne es zu merken.

Der Befehl lautet: "Triff eine Unterscheidung!"

4. Was passiert, wenn du ein Kreuz malst?

Hol dir kurz ein Blatt Papier. Oder mach es einfach in Gedanken.

Jetzt malst du einen kleinen Kreis. ⚪

Was hast du getan?

Das passiert Das bedeutet
Du hast eine Grenze gezogen Innen und außen entstehen
Du hast etwas bezeichnet Das Innere des Kreises wird wichtig
Du hast etwas ausgeschlossen Das Äußere wird erstmal ignoriert
Du hast einen Beobachter erschaffen Dich selbst, der jetzt weiß: "Hier drinnen ist etwas anderes als da draußen."

Das ist Spencer-Browns Kreuz. Es ist der Akt des Unterscheidens. Nichts mehr, aber auch nichts weniger.

Und jetzt kommt der Clou: Alles, was wir denken, wissen und wahrnehmen, basiert auf genau diesem Akt.

5. Die zwei Seiten der Wirklichkeit

Spencer-Brown gab den beiden Seiten, die durch das Kreuz entstehen, Namen:

Begriff Bedeutung Beispiel
Der "marked state" (das Bezeichnete) Alles, was wir sehen, benennen, denken können Der Kreis. Das Innere. Das, worauf wir zeigen.
Der "unmarked state" (das Unbezeichnete) Alles, was wir nicht sehen, nicht benennen, nicht denken Das Äußere. Das Ausgeschlossene. Der leere Raum um den Kreis.

Die meisten Menschen denken nur an den marked state. An die Dinge. An die Materie. An das, was vor ihnen liegt.

Spencer-Brown sagt: Der unmarked state ist genauso wichtig.

Ohne die leere Seite könnte der Punkt nicht existieren. Ohne die Stille gäbe es keinen Ton. Ohne das Ausgeschlossene gäbe es kein Eingeschlossenes.

Das klingt philosophisch? Ist es auch. Aber es ist vor allem praktisch.

6. Die zwei Gesetze – einfacher geht's nicht

Um zu zeigen, wie mächtig sein Kreuz ist, formulierte Spencer-Brown zwei winzige Gesetze. Mehr braucht er nicht, um die gesamte Logik zu erklären.

Gesetz 1: Das Gesetz des Rufens (Law of Calling)

"Der Wert eines erneuten Rufens ist der Wert des Rufens."

Praktisch: Wenn du zweimal "Hallo!" rufst, ist es immer noch ein Hallo. Zweimal unterscheiden ist wie einmal unterscheiden.

In seiner Notation:

⌐ ⌐   =  

Gesetz 2: Das Gesetz des Kreuzens (Law of Crossing)

"Der Wert eines erneuten Kreuzens ist nicht der Wert des Kreuzens."

Praktisch: Stell dir vor, du gehst durch eine Tür nach draußen. Gehst du wieder durch dieselbe Tür zurück, bist du wieder drinnen. Hin und her führt zum Anfang.

In seiner Notation:

⌐ ⌐   =   (leere Seite)

Das ist alles. Zwei Gesetze. Ein Symbol. Und daraus lässt sich die gesamte boolesche Logik ableiten – alles, was Computer heute rechnen.

7. Unser Periodensystem – eine Entscheidung, nicht die Wahrheit

Jetzt wird's spannend.

Spencer-Browns Denken führt zu einer radikalen Einsicht: Die Welt ist nicht einfach da. Wir erschaffen sie durch unsere Unterscheidungen.

Nehmen wir das Periodensystem. Die meisten Menschen glauben: Die Elemente waren immer da. Wir haben sie nur entdeckt.

Spencer-Brown würde sagen: Wir haben uns entschieden, die Welt mit dem Periodensystem zu erschaffen.

Wir haben entschieden, nach Elementen zu unterscheiden. Nach Atomgewichten. Nach stabilen Stoffen. Diese Entscheidung war erfolgreich – sie hat uns Handys und Atombomben gebracht. Aber sie ist nicht wahr. Sie ist eine Möglichkeit unter unendlich vielen.

Eine andere Zivilisation könnte völlig anders unterscheiden:

Statt nach Elementen… …könnte man unterscheiden nach
⚛️ Atomgewicht 🎨 Farben (Periodensystem der Lichtwellen)
🧪 Stabilität 🎵 Tönen (Physik der Schwingungen)
🧱 Materie 🧠 Bewusstseinszuständen (Wissenschaft des Geistes)

Wären die "falsch"? Oder nur anders?

Unser Weltbild basiert auf 0,1% des Universums – auf der Materie, die wir kennen. Der Rest – das Plasma, die Dunkle Materie, der leere Raum – entzieht sich unseren Unterscheidungen. Vielleicht, weil wir noch nicht gelernt haben, anders zu unterscheiden.

8. Was hat das mit mir zu tun?

Jetzt denken Sie vielleicht: "Schön, ein verrückter Mathematiker mit komischen Kreuzen. Aber was geht mich das an?"

Eine Menge.

Denn Spencer-Brown zeigt: Jeder Mensch trifft ständig Unterscheidungen. Und jede Unterscheidung erschafft eine kleine Welt.

Wenn du unterscheidest als… …erschaffst du eine Welt voller…
Freund / Feind …Verbündeter oder Gegner
hoffnungslos / herausfordernd …Resignation oder Möglichkeit
Opfer / Gestalter …Fremdbestimmung oder Freiheit

Du kannst nicht nicht unterscheiden. Aber du kannst wählen, wie du unterscheidest.

Und das ist die gute Nachricht.

9. Wie du eine friedlichere Welt erschaffst – ganz praktisch

Spencer-Browns Philosophie ist keine trockene Theorie. Sie ist eine Einladung, anders zu unterscheiden. Freundlicher. Bewusster. Friedlicher.

1. Unterscheide ohne Feindbild

Das Kreuz schafft eine Grenze – aber es sagt nichts über das Drüben. Es sagt nicht: "Das Drüben ist böse." Es sagt nur: "Es ist anders."

Übung: Unterscheide zwischen deiner Meinung und der anderen Meinung – ohne die andere Meinung abzuwerten. Die Grenze markiert Verschiedenheit, nicht Feindschaft.

2. Erinnere dich: Der andere unterscheidet auch

Jeder Mensch, dem du begegnest, ist ein Beobachter wie du. Auch er trifft Unterscheidungen. Auch er erschafft eine Welt.

Übung: Wenn du jemanden triffst, sag dir: "Da kommt ein Weltenerschaffer." Der andere wird nicht zum Objekt deiner Urteile, sondern zum Mit-Schöpfer.

3. Pflege den unmarked state in dir

Der unmarked state ist das, was nicht bezeichnet ist. In dir ist das: die Stille zwischen den Gedanken. Das Zögern vor dem Urteil. Die Offenheit, bevor du jemanden festlegst.

Übung: Meditiere 5 Minuten am Tag. Sitze still. Atme. Lass die Gedanken kommen und gehen. Das ist der Moment, in dem du aufhörst zu unterscheiden.

4. Steig aus dem kollektiven "Wir" aus

Das "Wir" ist die gefährlichste Unterscheidung von allen. Denn jedes "Wir" erschafft ein "Die".

Jedes "Wir"… …erschafft ein "Die"
Wir Deutschen die Ausländer
Wir Christen die Heiden
Wir Normalen die Verrückten

Übung: Versuche einen Tag lang, ohne "wir" zu denken. Nicht "wir gegen die". Einfach "ich" und "du". Und schau, was passiert.

10. Die paradiesische Insel

Am Ende all dieser Gedanken steht ein einfacher, menschlicher Wunsch: Eine paradiesische Insel. Allein oder mit benignen Leuten.

Ein Ort, an dem du keine Unterscheidungen mehr treffen musst, die wehtun.

Auf dieser Insel sind alle Unterscheidungen freundlich:

Statt… …unterscheidest du
Freund/Feind Schatten/Sonne (zum Wohlfühlen)
Richtig/Falsch reife/unreife Früchte (zum Nähren)
Gut/Böse Meeresrauschen/Wind (zum Genießen)

Keine Feindbilder. Keine "Wir gegen Die". Keine Angst.

Spencer-Brown hat uns gezeigt: Wir erschaffen Welten mit jeder Unterscheidung.

Dann lass uns doch eine Welt erschaffen, die dieser Insel ähnelt.

11. Zum Schluss

Die Insel ist kein Ort auf der Landkarte. Sie ist ein Zustand des Unterscheidens.

Du kannst sie jetzt betreten – für einen Augenblick, für eine Stunde, für einen Tag:

Frage dich Und dann entscheide
Was nährt mich – was erschöpft mich? Wende dich dem Nährenden zu.
Was kann ich ändern – was muss ich lassen? Lerne das Lassen.
Was ist Lärm – was ist Stille? Bleib für einen Moment in der Stille.

Das Spiel geht nur zu zweit. Aber es beginnt bei dir.

Und der unmarked state? Der ist immer da. Du musst nur still werden und ihn spüren.

12. Wer war George Spencer-Brown? (Steckbrief)

Name George Spencer-Brown
Lebensdaten 2. April 1923 – 25. August 2016
Nationalität Britisch
Berufe Mathematiker, Pilot, Konzertpianist, Mediziner, Psychotherapeut
Studium Cambridge (bei Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein)
Hauptwerk "Laws of Form" (1969) – "Gesetze der Form"
Spätwerk "Dieses Spiel geht nur zu zweit" (ca. 1971)
Besonderheit Behauptete, am 7. September 1970 "erleuchtet" worden zu sein
Denkweise Suchte zeitlose Wahrheiten – der Zeitgeist war ihm egal

Danke fürs Lesen!

Hat dir der Artikel gefallen? Teile ihn mit jemandem, der auch manchmal gegen die unsichtbare Wand fliegt. Oder schreib mir deine Gedanken – ich freue mich auf andere Unterscheidungen.

Lizenz:

[CC BY-NC 4.0] – Teile gerne, aber nenne die Quelle und nicht für kommerzielle Zwecke. Kommerz tötet Leben!

Datum: 2026-03-06

Autor: mahamind

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Mittwoch, 4. März 2026

Vollmondspezial März 2026

Zur Zeit ist alles bei mir verspätet. Eine periodische Konstante des Lebens ist es, die vorher festen Strukturen umzuwerfen. So entsteht neues? Ja, das wird es sein.

Ich sitze hier mit einer Erkältung auf einem Balkon und schreibe, schreibe, schreibe. Zuvor habe ich noch den Artikel für das neue, chinesische Jahr fertig gestellt. Er war schon geschrieben, musste aber noch Feinschliff bekommen. Der Artikel ist verspätet. Ich schaffte es damals nicht, ihn zu veröffentlichen. Dinge kamen dazwischen.

Mit einem Freund ging ich in die Wildnis. Drogen-Entzug. Er wollte es machen und ich war eben der Mensch, den er als letztes mit dem Teufelszeugs in Verbindung bringt. Mittlerweile sind wir Tag 10: Alles in Ordnung. Natürlich ist bei sowas nie alles ganz in Ordnung. Aber alles wird besser. Tag für Tag. Tag 3, der Crash-Tag war auf einem Jeep. Haare flogen. Gesicht lachte hinter dicken Sonnenbrillen. Ich poste einfach mal ein Photo, das einen besonders schönen Moment für mich zeigt:

Bild: Mahamind


Die Szene erinnerte mich an die Leute in der Steinzeit, die ihre Höhlenmalereien anfertigen. Sie mussten ähnliches erlebt haben. Die Luft am frühen Morgen, nach Sonnenaufgang, voller Vogelstimmen. Das war das schönste. Und die Luft roch nach Dung der Tiere. Leben. Das war mal ganz Afrika. Was für ein Leben! - Natürlich schreibe ich hier nicht alles darüber. Schon aus juristischen Gründen und Blabla. Geht ja auch keinen was an. Was ich aber mache, das alles in eine Roman-Datei zu schreiben, und vielleicht später? Also ich hatte zu tun. Und wie es so ist: wir holten uns eine dicke Erkältung.

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe!

Jetzt pflege ich ein wenig mein Hobby. Den alten Artikel gepostet, jetzt die Energie des Vollmonds, der gestern war, genießen. Was ich gelernt habe, du kannst Dinge völlig anders machen, wie es dir tausend "Experten" raten würden. Der Tag, an dem aller Freundschaft Bande bricht, doch dieser Tag ist noch fern. Und wir reiten, reiten, und jetzt schreibe ich wieder.

Das Buch über intelligentes Plasma

In meiner ursprünglichen Vollmond-Trilogie sprach ich in Teil I von einem Buch, in dem man die These von intelligenten Plasma als Quelle von den mysteriösen UFO-Erlebnissen nachlesen konnte. Mir war der Name des Buches entfallen, und ich wollte ihn nachliefern, wenn ich wieder in meinem PDF-Ordnern mit über 100 PDFs darauf stoßen sollte. Nun denn, hier ist das Buch -> Autor Robert Temple, Buch "A New Science of Heaven". Hörte ich bisher nur eine Zusammenfassung des Buches in einem Podcast, so zieht es mich jetzt beim Lesen in seinen Bann.

Temple ist kein Wissenschaftler im engeren Sinne. Er schreibt keine Peer-Review-Papers, er betreibt keine Laborexperimente. Wer eine strenge, mathematisch fundierte Abhandlung über Plasmaphysik erwartet, wird enttäuscht sein . Das Buch ist keine wissenschaftliche Literatur – und das ist vielleicht seine Stärke und Schwäche zugleich .

Was Temple aber hat, ist etwas anderes: Er kennt die Leute. Persönlich. Er war mit Nobelpreisträgern wie Paul Dirac bekannt, mit David Bohm, mit Chandra Wickramasinghe, mit dem er sogar ein Paper veröffentlicht hat . Er sitzt an Quellen, die anderen verschlossen bleiben, weil er seit Jahrzehnten in diesem Netzwerk unterwegs ist. Und das merkt man dem Buch an. Es ist voll von Anekdoten, von persönlichen Begegnungen, von Hinweisen auf Forschungsarbeiten, die sonst keiner mehr zitiert. Das macht das Buch authentisch – nicht im Sinne von "wahr", sondern im Sinne von "echt". Da schreibt keiner, der sich das Zeug aus den Fingern saugt. Da schreibt einer, der dabei war .

Die These ist radikal: 99,99 % des sichtbaren Universums bestehen aus Plasma . Die Sterne, der Sonnenwind, die riesigen Staubwolken zwischen den Galaxien – alles Plasma. Und dieses Plasma, so Temple, zeigt unter bestimmten Bedingungen Verhalten, das wir nur als "intelligent" bezeichnen können. Es organisiert sich selbst, bildet Doppelhelixe, reagiert auf Reize, überlebt Zerstörungsversuche . Die Kordylewski-Wolken, zwei riesige Plasmaansammlungen zwischen Erde und Mond, könnten solche intelligenten Entitäten sein. Und die alles entscheidene Frage: wie intelligent ist dieses Phänomen?

Ist das bewiesen? Nein. Temple liefert keine Beweise im wissenschaftlichen Sinne, und das gibt er auch gar nicht vor . Er spekuliert, er verbindet, er erzählt. Aber er tut es mit einer Materialfülle, die Respekt abnötigt. Wer das Buch liest, taucht ein in eine Welt, von der die meisten nicht mal wussten, dass es sie gibt. Und das ist genau das, was ein gutes Buch ausmacht: Es öffnet Türen, von denen man nicht wusste, dass es sie gibt.

In dem Nationalpark in Afrika war mir klar: dieser Ort mit seinen organischen und anorganischen, chemischen Verbindungen ist im Universum so was von selten, dass sein Vorhandensein schon beinah verrückt sein muss. 99,99% sind Plasma. Nicht hier. Aber überall anders. Wie viele Menschen sind stolz auf ihr naturwissenschaftliches Denken, dass sich vor allem auf das Periodensystem der Elemente bezieht. Da ist alles. Darauf beruht der Materialismus, ohne überhaupt zu wissen, dass genau das nur 0,01% des Weltalls sind. Diese Materie soll sich sogar aus dem Plasma entwickelt haben. Hier gibt es dann Übereinstimmungen mit der Qabalah und anderen, sprituellen Vorstellungen. Kurz: das Buch öffnet den Raum zu dem ganz großen Deep Dive. Großartig.

Freitag, 27. Februar 2026

Ein neues Jahr: Das chinesische Jahr des Pferdes

Ein neues Jahr: Das chinesische Jahr des Pferdes

Photo: Google Gemini


Gratulation zum neuen chinesischen Jahr! Das Jahr der Schlange wurde letzten Dienstag beendet, und das Jahr des Feuer-Pferds hat begonnen. Bereits letztes Jahr schrieb ich einen Artikel zu diesem Jahreswechsel – hier kannst du ihn lesen.

Warum erwähne ich das neue Jahr des chinesischen Kalenders besonders? Weil es exotischer ist als das gregorianische neue Jahr. Weil es entspannter ist als der Stress der endlosen Feiertage im Dezember. Man muss dabei nichts tun. Keine Partylaune entwickeln und keine schwer betrunkenen Menschen ertragen – immer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber dieses Lächeln ist falsch. Zumindest bei mir.

Übrigens ist der chinesische Kalender ein gemischter Sonnen- und Mondkalender – und kein reiner Lunarkalender. Das wissen viele gar nicht. Deshalb erwähne ich es.

Es gibt auch ein chinesisches Horoskop. Natürlich will jeder wissen, was das neue chinesische Jahr für ihn bringt. Das Jahr des Feuer-Pferds gilt als besonders dynamisch, leidenschaftlich und ungestüm. Es steht für Bewegung, Tatendrang und Veränderung – aber auch für Unberechenbarkeit. Die Energie dieses Jahres kann antreiben, aber auch überhitzen. Wer wagt, kann groß gewinnen; wer zögert, könnte von den Hufen getreten werden. Besonders für Menschen, die im Zeichen des Pferdes geboren sind, ist Vorsicht geboten: Das eigene Jahr kann Glück, aber auch Herausforderungen bringen. Für andere Zeichen verspricht das Feuer-Pferd-Jahr vor allem eins: Es wird nicht langweilig.

Ich nutze die Gelegenheit, um mein eigenes Traumsymbol-Kartendeck vorzustellen. Hier habe ich es angekündigt. Jeder kann sich sein eigenes Kartendeck machen – fast kostenfrei. Die Kosten sind:

  • Ein Poker-Kartenspiel mit zwei Jokern
  • Ein Edding, um die Symbolnamen auf die Karten zu schreiben

Alles insgesamt keine große Investition.

Schon mein erstes Lenormand-Kartenspiel habe ich mit dieser Technik erschaffen, und ich nutze es heute noch gerne.

Die Mahamind-Karten sollen vor allem intuitiv lesbar sein – kein Studium der Symbole notwendig. Aber nichtsdestotrotz habe ich ein kleines Manual durch den AI-Chatbot Deepseek anfertigen lassen. Ja, wir leben 2026. Der Downloadlink ist hier: Lade mich runter!

Ich habe Traumsymbole über eine lange Zeit in einem Traumtagebuch gesammelt und sie dann für das Deck verwendet. Da es Traumsymbole sind, wirken sie auch intuitiv. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber wie auch beim Hellriechen – du kommst direkt mit deinem Unbewussten in Kontakt. Wenn du magst, lies den Essay, den ich über das Hellriechen geschrieben habe: Hier!

Die Mahamind-Karten arbeiten ähnlich wie die Technik, die ich in dem Essay beschrieben habe. Also lass einfach die Symbole auf dich wirken. Leute, die sich tiefer mit den Karten beschäftigen wollen, werden merken, dass es auch eine Verbindung zu den normalen Spielkarten gibt. Deshalb die Symbole immer auf die entsprechende Karte schreiben – das ist nicht egal.

Lade das Kartenset hier einfach herunter. Die Broschüre ist bewusst unvollendet geblieben. Die Klammern am Anfang, die sofort ins Auge fallen, habe ich aus Zeitgründen nicht noch einmal überarbeitet. Es geht ja um Inhalte – aber auch um die Idee, selbst ein Kartendeck zu kreieren. Einfach wirken lassen.

1 Meine persönliche Legung für dich

Für jeden Leser, der bis hierhin gekommen ist, zeigt diese Legung, was er in Bezug auf den Blog Mahamind erwarten kann:

Situation Schmiede-Labyrinth
Ausgang Sturm

Eine universelle Sprache der Natur verstehen – das sollen diese Karten. Konkret mit diesen Karten lese ich: Werde ich es schaffen, Ruhe und Ordnung in den Sturm zu bringen? Im Feuer-Pferd-Jahr? Laut Kartenlegung nicht. Also ist jeder Artikel ein weiterer Wirbelsturm, der ein kraftvolles Gedankenschmieden mit einer labyrinthischen Thematik in einem Stream of Consciousness auflöst?

Alles in allem passen diese Karten hervorragend zu dem neuen Jahr des feurigen Pferdes.

Freitag, 13. Februar 2026

Die Pendelbewegung des Geistes

Bild: Google Gemini


Man stelle sich folgende Szene vor:

Ein Pendel. Unten ein Gewicht, oben eine Hand, die es hält. Der Esoteriker fragt: "Zeige mir den Engel, der über meinem Leben wacht." Das Pendel schwingt. Kreisend, bestätigend. Der Esoteriker lächelt.

Der Kritiker neben ihm: "Nichts als unbewusste Muskelbewegungen. Kleine, nicht wahrnehmbare Zuckungen der Hand. Mikro-Motorik, gesteuert von Erwartung und Suggestion. Alles Unfug."

Beide haben recht. Und beide haben unrecht.

Der Mahamind-Leser, der in der Ecke sitzt und Kaffee trinkt, denkt weiter:

Man kann das Pendel benutzen, um mit seinem Unbewussten zu kommunizieren. Das ist weitaus mehr, als der Esoteriker zu fassen versteht, und unendlich mehr als das kleine Eiland der Rationalität des Kritikers, an dessen Stränden überall Stacheldrahtzäune und große Schilder aufgestellt werden: HIER GEHT ES NICHT WEITER. ENDE DES VERSTANDENEN. KEIN ZUTRITT FÜR UNGELÄUTERTE.

Der Esoteriker betreibt spirituelle Parfümerie. Er will die Essenz, aber er will sie duftend, angenehm, verkäuflich. Die Rationalisten sind die Kastraten des Lebens, die aus Angst vor dem Unkontrollierten ganze Dimensionen der Erfahrung wegamputieren.

Der Mahamind-Leser weiß mehr: Das Pendel ist ein Interface. Nicht zu Engeln, nicht zu Geistern. Sondern zu dem Teil meiner selbst, der sonst nicht spricht, weil das imperative Denken (Mach X für Y! Erreiche Z in drei Tagen!) ihn mit Dauerberieselung übertönt.

Selbstbewusstsein kommt vom Können. Und Können kommt vom Machen. Und Machen kommt vom Fragen, das nicht nach Antworten schreit, sondern nach Resonanz.

Vom Geruch alter Bücher und dem Gestank neuer Versprechungen

Ein Buch über die Gnosis aus dem Jahre 1956 ist mir in die Hände gefallen. Nur 100 Seiten. Gebundenes Papier, das nach Keller riecht, aber nach einem Keller, in dem jemand Wein gelagert hat, nicht Schimmel.

Alles so tiefgründig. Sauber recherchiert. Mit viel Mühe alle Puzzleteile zusammengesetzt – wobei "die Gnosis" immer ein Puzzle bleiben wird, dessen Bild man nie ganz sieht, weil das Fehlen der Teile zum System gehört.

Mir wurde bei so viel Qualität in der Schrift klar, in welchem Niedergang wir im Jahre 2026 leben.

Alle neuen Bücher müssen Mickey Maus Denkblasen des durchschnittlichen Lesers bedienen. Kleine, runde, überschaubare Gedanken. Hui! Da fliegt was! Ist das ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist der Gedanke, den ich gerade hatte, bevor ich aufs Handy schaute!

Diese Texte werden mühsam und zäh, weil alles sich wiederholt. Mache meinen Kurs. Folge meiner Methode. Entdecke das Geheimnis, das nur ich dir offenbaren kann (gegen geringes Entgelt, zahlbar in monatlichen Raten). Oder die Reaktion des Lesers: Ich warte lieber auf den Film. Verfilm es für mich. Mach es leicht. Mach es verdaulich. Mach es zu etwas, das ich konsumieren kann, ohne mitzukauen.

Allein schon, dass die Zitate in diesem Gnostiker-Buch in ihrer Originalsprache stehen – unübersetzt, unbarmherzig, schön – zeugt von einer Kultur, die trotz aller englischen Lehnwörter (die so ungemein modern und gebildet klingen sollen) längst verloren gegangen ist.

Bei meinem gemächlichen Studium der Kabbala fiel mir auf: Moderne esoterische Helfer versprechen, Dinge möglichst einfach erklären zu wollen. Aber das ist gar nicht, was ich will.

Die Motive hinter den Zeilen sind durchsichtig: möglichst einfach schreiben, um möglichst viele zu erreichen, um möglichst vielen Dinge zu versprechen, die der mediokre Mensch sich wünscht: Geld, Kontakt zu Verstorbenen, "Engel" (in Anführungsstrichen, weil man nie weiß, ob der Autor selbst dran glaubt oder nur weiß, dass die Zielgruppe dran glaubt).

Und dann lese ich in meinem alten Buch:

> "Aber über das Bewusstsein hinausgehen ist eben aus der Vernunft fallen."

Dieser Satz weckt mich auf. Er reißt mich aus dem Lesefluss, mit dem moderne Literatur einen oft einzuwickeln versucht – einen hypnotischen Trance zu erzeugen, in dem man weiterschluckt, was immer kommt, weil die Prosa so schön fließt wie ein bequemer Fluss, der einen sanft ins Meer der Bedeutungslosigkeit trägt.

Versteht man das erst, verliert alle Esoterik ihren bunten Schimmer.

Syntax Error: "Elfen nie gesehen, aber sie gibt es"

Ein schlimmes Beispiel aus dem Buch eines gewissen Voggelhubber (Name geändert, aber wer es weiß, weiß es):

> Elfen nie gesehen, aber sie gibt es.

Was soll ich jetzt davon halten?

Ein ganzes Buch schreibt er. Über etwas, das er nicht wirklich kennt. Wie ernst nimmt sich der Autor? Wie ernst nimmt er seine Leser?

Übrigens ist das Buch lektorisiert worden. Das fiel mir besonders negativ auf. Ich denke ja: Man muss nicht fehlerfrei schreiben. Man muss keine Gedanken in sich geschlossen auf den Bildschirm bringen. Unfertiges ist oft ehrlicher als Glattgebügeltes. Aber wenn man einen Lektor bezahlt, bezahlt man ihn dafür, dass genau das nicht passiert.

Hier kommt es zum Syntax Error.

Der Autor schreibt über Dinge mit dem Inbrunst der Überzeugung, von denen er – wie er selber sagt – keine Ahnung hat. Die Motivation, ständig auf Anekdoten aus seinen Kursen zu verweisen, wird dadurch durchsichtig. Das Buch ist ein Warm-up, eine Vorbereitung auf die eigentliche ökonomische Wertschöpfung:

Besuche doch einfach die (sicher teuren) Kurse des Autors. Dann wird es klappen, deinen Schutzengel persönlich zu treffen.

Kritische Leser fühlen sich verarscht. Das ganze wird ein besinnliches Event von euphorischen Fans. Bei Live-Events dieser Art ist Euphorie das wichtigste. Eine bunte Parfümerie der Spiritualität. Jeder wünscht sich was. Aber die Basisnote ist nicht sehr tief.

So empfinde ich das.

Vielleicht finden andere dort Ambrosia und die tiefste Erkenntnis ihres Lebens? Möglich. Ich sehe es wie die guten, alten Verschwörungstheoretiker: follow the cash.

Um zurück zum Wesentlichen zu kommen: Ältere Literatur ist durchaus interessanter. Die Klassiker können dem Weben der Zeit schadlos ausgeliefert sein. Sie stehen für sich selbst. Die schlechten Bücher gehen einfach im Fluss der Zeit unter.

Ich lösche sie dann direkt von der Festplatte und genieße das Gefühl des frischen Potentials in meinem Leben. Wie wenn man den Papierkorb leert und der Computer plötzlich wieder schneller atmet.

Eine kleine Apologie der Dummie-Bücher

Die einzigen Bücher, die versprechen, Dinge möglichst einfach zu erklären, und die tatsächlich gut sind, sind die Bücher der Serie "für Dummies".

Detailierte Einführungen in Themen, die man vorher nicht verstand. Kein Tamtam. Keine Versprechungen von Engeln. Keine Schutzgebühren fürs Jenseits. Nur: So funktioniert das, und wenn du das verstanden hast, kannst du damit arbeiten.

Die Serie wird aus dem Englischen übersetzt. Man liest viel, macht sich Notizen, versteht etwas.

Bei modernen Esoterik-Büchern wäre das vielleicht auch nicht im Interesse der Zielgruppe? Wer Notizen macht, ist kein guter Kurskunde. Wer versteht, braucht keine Schutzengel-Workshops. Wer fragt, kauft keine Antworten.

Krautrock als Exerzitium

Musikalisch schrecklich.

Sicher ist die Musik (von der ich jetzt spreche) dazu gedacht, vorher einen dicken Joint zu rauchen und dann – Balla balla – geht es in abgehobene Klangsphären. Aber es ist auch eine gute Gelegenheit, aus seiner musikalischen Wohlfühlzone auszubrechen.

Was hören wir uns nicht alles an, nur weil es uns gefällt? Nur weil es unseren Erwartungen entspricht? Nur weil wir wissen, was als nächstes kommt, und dieses Wissen uns beruhigt?

Krautrock – mit dem Pathos eines genialen Künstlers gnadenlos daneben zu greifen.

Ausnahme: Tomorrow's Gift. Gefällt mir wirklich.

Analog zum Freejazz gibt es hier Freerock. Finde ich musikalisch am interessantesten. Die Soli mit der Blockflöte sind grandios. Die Sängerin versteht es, einen tief in die Songstrukturen zu locken – nicht durch Gefälligkeit, sondern durch eine Art melodischer Hartnäckigkeit.

Vielleicht ist/war Tomorrow's Gift die begabteste Krautrockband?

Oder vielleicht ist genau diese Frage schon falsch gestellt. Vielleicht geht es nicht um Begabung, sondern um den Mut, mit der Blockflöte in einem Genre zu solieren, das eigentlich nach verzerrten Gitarren schreit.

Hier gibt es Neuland.

Vom Aufwachen im Jetzt

Irgendwann wird jeder merken, dass sein Leben nicht in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft lief, sondern im Jetzt.

(Frei nach Buddha, aber er hatte es nicht patentiert.)

Diesen Gedanken zu realisieren, machte mir erst Angst. Nein, eine eigensüchtige Angst: die Dinge dann nicht mehr – je nach Lage – manipulieren zu können.

Wie mag man im Jetzt sich ausdrücken? Das heißt, der super tolle Traum zu sein, den man leben möchte?

Mein Jetzt war immer von Interessen anderer geprägt, die sie kunstvoll als Hilfsbedürftigkeit verpackten. Das erklärte solche Zweifel. Wenn man ständig die Marionette ist, hat man Angst vor dem Moment, in dem die Fäden durchschnitten werden – nicht weil man dann frei wäre, sondern weil man nicht wüsste, wie man sich ohne fremde Bewegungsanweisung verhält.

"Mach einfach Dein Ding", sagte mir dann eines Tages mein bester Freund. Er war Satanist.

Ich musste dafür erst einmal einen besten Freund bekommen.

Die hohe Kunst des Egoismus. Nicht der klebrige, nehmende Egoismus, der anderen die Luft wegnimmt. Sondern der klare, unterscheidende Egoismus, der weiß: Wenn ich nicht atme, kann ich auch niemandem Luft schenken.

Und da erwachte ich.

Vor mir lag schlafend mein Sohn.

Tiefe Dankbarkeit für den Moment.

Der Traum war vorbei. Ich war aufgewacht.

Nicht in eine neue Illusion. Nicht in eine bessere Geschichte. Sondern in das, was immer schon da war, nur überdeckt von Geschichten, die andere für mich geschrieben hatten.

Vom Gärtner in mir

Ich nehme es einfach als Schwingung in Dir wahr:

Ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch ist. Es fühlt sich nach Stress an. Negativer Vibe.

Dann kommt der Gärtner in mir hoch, um die Beete in Ordnung zu halten. Nicht mit der Schere, um abzuschneiden, was nicht passt. Sondern mit der Aufmerksamkeit, die unterscheidet: Das hier ist Unkraut. Das hier ist Gemüse. Beides hat sein Recht – aber nicht im selben Beet.

Nimm einfach mal die Wortwolke aus deinem Text. Analysiere den semantischen Klang daraus.

Wenn deine Fragen an das Universum einen negativen Vibe haben, werden die Antworten entsprechend sein.

Ich habe mir angewöhnt, Fragen mit einem negativen Vibe – nach Möglichkeit – gar nicht mehr zu stellen.

Nicht aus Verdrängung. Nicht aus toxischer Positivität. Sondern aus der einfachen Einsicht: Das Universum ist ein Echo. Was du rufst, kommt zurück. Vielleicht nicht als Strafe, vielleicht nicht als Belohnung – sondern einfach als Resonanz.

Wer im Jammerton fragt, bekommt Jammer-Antworten.

Wer im Staunen fragt, bekommt Welt genug.

Coda: Die Pendelbewegung des Geistes

Das Pendel schwingt zwischen Esoterik und Rationalität.

Zwischen dem Wunsch nach Engeln und der Ernüchterung der Mikro-Motorik.

Zwischen alten Büchern, die nach Wein kellern, und neuen Büchern, die nach Kursgebühren riechen.

Zwischen Krautrock, der mit der Blockflöte ins Nichts greift, und Wohlfühlmusik, die nie aus der Spur fällt.

Zwischen dem Traum, den andere für uns träumen, und dem Erwachen, das immer im Jetzt stattfindet – wenn wir den Mut haben, die Augen zu öffnen, bevor wir wissen, was wir sehen werden.

Die Pendelbewegung des Geistes: Sie hört nie auf.

Aber man kann lernen, sie zu beobachten, ohne selbst das Pendel zu sein.

Man kann lernen, die Hand zu sein, die es hält. Und zu wissen: Die Bewegung kommt von mir. Nicht von Engeln. Nicht von Zufall. Sondern von dem Teil in mir, der spricht, wenn ich endlich still genug bin, um zuzuhören.

Das Pendel ist ein Interface.

Nicht zu Geistern.

Sondern zu mir selbst.

Und das ist weitaus mehr, als der Esoteriker zu fassen versteht, und unendlich mehr als das kleine Eiland der Rationalität, an dessen Stränden die Schilder warnen: HIER GEHT ES NICHT WEITER.

Es geht immer weiter.

Man muss nur bereit sein, die Pendelbewegung auszuhalten.

Das Schwingen zwischen den Welten.

Das Atmen zwischen den Gedanken.

Das Leben zwischen den Geschichten.

Im Jetzt.

Wo immer es ist.

Frage an den Leser, der bis hierher gekommen ist: Was wäre, wenn Du Dein Pendel nimmst – und es nicht nach Engeln fragst, sondern nach dem Teil in Dir, der schon immer wusste, was Du jetzt gerade herausfinden musst? Antworten bitte nicht ins Universum schicken. Das ist eine dieser Phrasen. Aber vielleicht in ein Heft schreiben? Mit Papier. Das riecht nach nichts außer nach Möglichkeit.

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