Mittwoch, 4. März 2026

Vollmondspezial März 2026

Zur Zeit ist alles bei mir verspätet. Eine periodische Konstante des Lebens ist es, die vorher festen Strukturen umzuwerfen. So entsteht neues? Ja, das wird es sein.

Ich sitze hier mit einer Erkältung auf einem Balkon und schreibe, schreibe, schreibe. Zuvor habe ich noch den Artikel für das neue, chinesische Jahr fertig gestellt. Er war schon geschrieben, musste aber noch Feinschliff bekommen. Der Artikel ist verspätet. Ich schaffte es damals nicht, ihn zu veröffentlichen. Dinge kamen dazwischen.

Mit einem Freund ging ich in die Wildnis. Drogen-Entzug. Er wollte es machen und ich war eben der Mensch, den er als letztes mit dem Teufelszeugs in Verbindung bringt. Mittlerweile sind wir Tag 10: Alles in Ordnung. Natürlich ist bei sowas nie alles ganz in Ordnung. Aber alles wird besser. Tag für Tag. Tag 3, der Crash-Tag war auf einem Jeep. Haare flogen. Gesicht lachte hinter dicken Sonnenbrillen. Ich poste einfach mal ein Photo, das einen besonders schönen Moment für mich zeigt:

Bild: Mahamind


Die Szene erinnerte mich an die Leute in der Steinzeit, die ihre Höhlenmalereien anfertigen. Sie mussten ähnliches erlebt haben. Die Luft am frühen Morgen, nach Sonnenaufgang, voller Vogelstimmen. Das war das schönste. Und die Luft roch nach Dung der Tiere. Leben. Das war mal ganz Afrika. Was für ein Leben! - Natürlich schreibe ich hier nicht alles darüber. Schon aus juristischen Gründen und Blabla. Geht ja auch keinen was an. Was ich aber mache, das alles in eine Roman-Datei zu schreiben, und vielleicht später? Also ich hatte zu tun. Und wie es so ist: wir holten uns eine dicke Erkältung.

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe!

Jetzt pflege ich ein wenig mein Hobby. Den alten Artikel gepostet, jetzt die Energie des Vollmonds, der gestern war, genießen. Was ich gelernt habe, du kannst Dinge völlig anders machen, wie es dir tausend "Experten" raten würden. Der Tag, an dem aller Freundschaft Bande bricht, doch dieser Tag ist noch fern. Und wir reiten, reiten, und jetzt schreibe ich wieder.

Das Buch über intelligentes Plasma

In meiner ursprünglichen Vollmond-Trilogie sprach ich in Teil I von einem Buch, in dem man die These von intelligenten Plasma als Quelle von den mysteriösen UFO-Erlebnissen nachlesen konnte. Mir war der Name des Buches entfallen, und ich wollte ihn nachliefern, wenn ich wieder in meinem PDF-Ordnern mit über 100 PDFs darauf stoßen sollte. Nun denn, hier ist das Buch -> Autor Robert Temple, Buch "A New Science of Heaven". Hörte ich bisher nur eine Zusammenfassung des Buches in einem Podcast, so zieht es mich jetzt beim Lesen in seinen Bann.

Temple ist kein Wissenschaftler im engeren Sinne. Er schreibt keine Peer-Review-Papers, er betreibt keine Laborexperimente. Wer eine strenge, mathematisch fundierte Abhandlung über Plasmaphysik erwartet, wird enttäuscht sein . Das Buch ist keine wissenschaftliche Literatur – und das ist vielleicht seine Stärke und Schwäche zugleich .

Was Temple aber hat, ist etwas anderes: Er kennt die Leute. Persönlich. Er war mit Nobelpreisträgern wie Paul Dirac bekannt, mit David Bohm, mit Chandra Wickramasinghe, mit dem er sogar ein Paper veröffentlicht hat . Er sitzt an Quellen, die anderen verschlossen bleiben, weil er seit Jahrzehnten in diesem Netzwerk unterwegs ist. Und das merkt man dem Buch an. Es ist voll von Anekdoten, von persönlichen Begegnungen, von Hinweisen auf Forschungsarbeiten, die sonst keiner mehr zitiert. Das macht das Buch authentisch – nicht im Sinne von "wahr", sondern im Sinne von "echt". Da schreibt keiner, der sich das Zeug aus den Fingern saugt. Da schreibt einer, der dabei war .

Die These ist radikal: 99,99 % des sichtbaren Universums bestehen aus Plasma . Die Sterne, der Sonnenwind, die riesigen Staubwolken zwischen den Galaxien – alles Plasma. Und dieses Plasma, so Temple, zeigt unter bestimmten Bedingungen Verhalten, das wir nur als "intelligent" bezeichnen können. Es organisiert sich selbst, bildet Doppelhelixe, reagiert auf Reize, überlebt Zerstörungsversuche . Die Kordylewski-Wolken, zwei riesige Plasmaansammlungen zwischen Erde und Mond, könnten solche intelligenten Entitäten sein. Und die alles entscheidene Frage: wie intelligent ist dieses Phänomen?

Ist das bewiesen? Nein. Temple liefert keine Beweise im wissenschaftlichen Sinne, und das gibt er auch gar nicht vor . Er spekuliert, er verbindet, er erzählt. Aber er tut es mit einer Materialfülle, die Respekt abnötigt. Wer das Buch liest, taucht ein in eine Welt, von der die meisten nicht mal wussten, dass es sie gibt. Und das ist genau das, was ein gutes Buch ausmacht: Es öffnet Türen, von denen man nicht wusste, dass es sie gibt.

In dem Nationalpark in Afrika war mir klar: dieser Ort mit seinen organischen und anorganischen, chemischen Verbindungen ist im Universum so was von selten, dass sein Vorhandensein schon beinah verrückt sein muss. 99,99% sind Plasma. Nicht hier. Aber überall anders. Wie viele Menschen sind stolz auf ihr naturwissenschaftliches Denken, dass sich vor allem auf das Periodensystem der Elemente bezieht. Da ist alles. Darauf beruht der Materialismus, ohne überhaupt zu wissen, dass genau das nur 0,01% des Weltalls sind. Diese Materie soll sich sogar aus dem Plasma entwickelt haben. Hier gibt es dann Übereinstimmungen mit der Qabalah und anderen, sprituellen Vorstellungen. Kurz: das Buch öffnet den Raum zu dem ganz großen Deep Dive. Großartig.

Freitag, 27. Februar 2026

Ein neues Jahr: Das chinesische Jahr des Pferdes

Ein neues Jahr: Das chinesische Jahr des Pferdes

Photo: Google Gemini


Gratulation zum neuen chinesischen Jahr! Das Jahr der Schlange wurde letzten Dienstag beendet, und das Jahr des Feuer-Pferds hat begonnen. Bereits letztes Jahr schrieb ich einen Artikel zu diesem Jahreswechsel – hier kannst du ihn lesen.

Warum erwähne ich das neue Jahr des chinesischen Kalenders besonders? Weil es exotischer ist als das gregorianische neue Jahr. Weil es entspannter ist als der Stress der endlosen Feiertage im Dezember. Man muss dabei nichts tun. Keine Partylaune entwickeln und keine schwer betrunkenen Menschen ertragen – immer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber dieses Lächeln ist falsch. Zumindest bei mir.

Übrigens ist der chinesische Kalender ein gemischter Sonnen- und Mondkalender – und kein reiner Lunarkalender. Das wissen viele gar nicht. Deshalb erwähne ich es.

Es gibt auch ein chinesisches Horoskop. Natürlich will jeder wissen, was das neue chinesische Jahr für ihn bringt. Das Jahr des Feuer-Pferds gilt als besonders dynamisch, leidenschaftlich und ungestüm. Es steht für Bewegung, Tatendrang und Veränderung – aber auch für Unberechenbarkeit. Die Energie dieses Jahres kann antreiben, aber auch überhitzen. Wer wagt, kann groß gewinnen; wer zögert, könnte von den Hufen getreten werden. Besonders für Menschen, die im Zeichen des Pferdes geboren sind, ist Vorsicht geboten: Das eigene Jahr kann Glück, aber auch Herausforderungen bringen. Für andere Zeichen verspricht das Feuer-Pferd-Jahr vor allem eins: Es wird nicht langweilig.

Ich nutze die Gelegenheit, um mein eigenes Traumsymbol-Kartendeck vorzustellen. Hier habe ich es angekündigt. Jeder kann sich sein eigenes Kartendeck machen – fast kostenfrei. Die Kosten sind:

  • Ein Poker-Kartenspiel mit zwei Jokern
  • Ein Edding, um die Symbolnamen auf die Karten zu schreiben

Alles insgesamt keine große Investition.

Schon mein erstes Lenormand-Kartenspiel habe ich mit dieser Technik erschaffen, und ich nutze es heute noch gerne.

Die Mahamind-Karten sollen vor allem intuitiv lesbar sein – kein Studium der Symbole notwendig. Aber nichtsdestotrotz habe ich ein kleines Manual durch den AI-Chatbot Deepseek anfertigen lassen. Ja, wir leben 2026. Der Downloadlink ist hier: Lade mich runter!

Ich habe Traumsymbole über eine lange Zeit in einem Traumtagebuch gesammelt und sie dann für das Deck verwendet. Da es Traumsymbole sind, wirken sie auch intuitiv. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber wie auch beim Hellriechen – du kommst direkt mit deinem Unbewussten in Kontakt. Wenn du magst, lies den Essay, den ich über das Hellriechen geschrieben habe: Hier!

Die Mahamind-Karten arbeiten ähnlich wie die Technik, die ich in dem Essay beschrieben habe. Also lass einfach die Symbole auf dich wirken. Leute, die sich tiefer mit den Karten beschäftigen wollen, werden merken, dass es auch eine Verbindung zu den normalen Spielkarten gibt. Deshalb die Symbole immer auf die entsprechende Karte schreiben – das ist nicht egal.

Lade das Kartenset hier einfach herunter. Die Broschüre ist bewusst unvollendet geblieben. Die Klammern am Anfang, die sofort ins Auge fallen, habe ich aus Zeitgründen nicht noch einmal überarbeitet. Es geht ja um Inhalte – aber auch um die Idee, selbst ein Kartendeck zu kreieren. Einfach wirken lassen.

1 Meine persönliche Legung für dich

Für jeden Leser, der bis hierhin gekommen ist, zeigt diese Legung, was er in Bezug auf den Blog Mahamind erwarten kann:

Situation Schmiede-Labyrinth
Ausgang Sturm

Eine universelle Sprache der Natur verstehen – das sollen diese Karten. Konkret mit diesen Karten lese ich: Werde ich es schaffen, Ruhe und Ordnung in den Sturm zu bringen? Im Feuer-Pferd-Jahr? Laut Kartenlegung nicht. Also ist jeder Artikel ein weiterer Wirbelsturm, der ein kraftvolles Gedankenschmieden mit einer labyrinthischen Thematik in einem Stream of Consciousness auflöst?

Alles in allem passen diese Karten hervorragend zu dem neuen Jahr des feurigen Pferdes.

Freitag, 13. Februar 2026

Die Pendelbewegung des Geistes

Bild: Google Gemini


Man stelle sich folgende Szene vor:

Ein Pendel. Unten ein Gewicht, oben eine Hand, die es hält. Der Esoteriker fragt: "Zeige mir den Engel, der über meinem Leben wacht." Das Pendel schwingt. Kreisend, bestätigend. Der Esoteriker lächelt.

Der Kritiker neben ihm: "Nichts als unbewusste Muskelbewegungen. Kleine, nicht wahrnehmbare Zuckungen der Hand. Mikro-Motorik, gesteuert von Erwartung und Suggestion. Alles Unfug."

Beide haben recht. Und beide haben unrecht.

Der Mahamind-Leser, der in der Ecke sitzt und Kaffee trinkt, denkt weiter:

Man kann das Pendel benutzen, um mit seinem Unbewussten zu kommunizieren. Das ist weitaus mehr, als der Esoteriker zu fassen versteht, und unendlich mehr als das kleine Eiland der Rationalität des Kritikers, an dessen Stränden überall Stacheldrahtzäune und große Schilder aufgestellt werden: HIER GEHT ES NICHT WEITER. ENDE DES VERSTANDENEN. KEIN ZUTRITT FÜR UNGELÄUTERTE.

Der Esoteriker betreibt spirituelle Parfümerie. Er will die Essenz, aber er will sie duftend, angenehm, verkäuflich. Die Rationalisten sind die Kastraten des Lebens, die aus Angst vor dem Unkontrollierten ganze Dimensionen der Erfahrung wegamputieren.

Der Mahamind-Leser weiß mehr: Das Pendel ist ein Interface. Nicht zu Engeln, nicht zu Geistern. Sondern zu dem Teil meiner selbst, der sonst nicht spricht, weil das imperative Denken (Mach X für Y! Erreiche Z in drei Tagen!) ihn mit Dauerberieselung übertönt.

Selbstbewusstsein kommt vom Können. Und Können kommt vom Machen. Und Machen kommt vom Fragen, das nicht nach Antworten schreit, sondern nach Resonanz.

Vom Geruch alter Bücher und dem Gestank neuer Versprechungen

Ein Buch über die Gnosis aus dem Jahre 1956 ist mir in die Hände gefallen. Nur 100 Seiten. Gebundenes Papier, das nach Keller riecht, aber nach einem Keller, in dem jemand Wein gelagert hat, nicht Schimmel.

Alles so tiefgründig. Sauber recherchiert. Mit viel Mühe alle Puzzleteile zusammengesetzt – wobei "die Gnosis" immer ein Puzzle bleiben wird, dessen Bild man nie ganz sieht, weil das Fehlen der Teile zum System gehört.

Mir wurde bei so viel Qualität in der Schrift klar, in welchem Niedergang wir im Jahre 2026 leben.

Alle neuen Bücher müssen Mickey Maus Denkblasen des durchschnittlichen Lesers bedienen. Kleine, runde, überschaubare Gedanken. Hui! Da fliegt was! Ist das ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist der Gedanke, den ich gerade hatte, bevor ich aufs Handy schaute!

Diese Texte werden mühsam und zäh, weil alles sich wiederholt. Mache meinen Kurs. Folge meiner Methode. Entdecke das Geheimnis, das nur ich dir offenbaren kann (gegen geringes Entgelt, zahlbar in monatlichen Raten). Oder die Reaktion des Lesers: Ich warte lieber auf den Film. Verfilm es für mich. Mach es leicht. Mach es verdaulich. Mach es zu etwas, das ich konsumieren kann, ohne mitzukauen.

Allein schon, dass die Zitate in diesem Gnostiker-Buch in ihrer Originalsprache stehen – unübersetzt, unbarmherzig, schön – zeugt von einer Kultur, die trotz aller englischen Lehnwörter (die so ungemein modern und gebildet klingen sollen) längst verloren gegangen ist.

Bei meinem gemächlichen Studium der Kabbala fiel mir auf: Moderne esoterische Helfer versprechen, Dinge möglichst einfach erklären zu wollen. Aber das ist gar nicht, was ich will.

Die Motive hinter den Zeilen sind durchsichtig: möglichst einfach schreiben, um möglichst viele zu erreichen, um möglichst vielen Dinge zu versprechen, die der mediokre Mensch sich wünscht: Geld, Kontakt zu Verstorbenen, "Engel" (in Anführungsstrichen, weil man nie weiß, ob der Autor selbst dran glaubt oder nur weiß, dass die Zielgruppe dran glaubt).

Und dann lese ich in meinem alten Buch:

> "Aber über das Bewusstsein hinausgehen ist eben aus der Vernunft fallen."

Dieser Satz weckt mich auf. Er reißt mich aus dem Lesefluss, mit dem moderne Literatur einen oft einzuwickeln versucht – einen hypnotischen Trance zu erzeugen, in dem man weiterschluckt, was immer kommt, weil die Prosa so schön fließt wie ein bequemer Fluss, der einen sanft ins Meer der Bedeutungslosigkeit trägt.

Versteht man das erst, verliert alle Esoterik ihren bunten Schimmer.

Syntax Error: "Elfen nie gesehen, aber sie gibt es"

Ein schlimmes Beispiel aus dem Buch eines gewissen Voggelhubber (Name geändert, aber wer es weiß, weiß es):

> Elfen nie gesehen, aber sie gibt es.

Was soll ich jetzt davon halten?

Ein ganzes Buch schreibt er. Über etwas, das er nicht wirklich kennt. Wie ernst nimmt sich der Autor? Wie ernst nimmt er seine Leser?

Übrigens ist das Buch lektorisiert worden. Das fiel mir besonders negativ auf. Ich denke ja: Man muss nicht fehlerfrei schreiben. Man muss keine Gedanken in sich geschlossen auf den Bildschirm bringen. Unfertiges ist oft ehrlicher als Glattgebügeltes. Aber wenn man einen Lektor bezahlt, bezahlt man ihn dafür, dass genau das nicht passiert.

Hier kommt es zum Syntax Error.

Der Autor schreibt über Dinge mit dem Inbrunst der Überzeugung, von denen er – wie er selber sagt – keine Ahnung hat. Die Motivation, ständig auf Anekdoten aus seinen Kursen zu verweisen, wird dadurch durchsichtig. Das Buch ist ein Warm-up, eine Vorbereitung auf die eigentliche ökonomische Wertschöpfung:

Besuche doch einfach die (sicher teuren) Kurse des Autors. Dann wird es klappen, deinen Schutzengel persönlich zu treffen.

Kritische Leser fühlen sich verarscht. Das ganze wird ein besinnliches Event von euphorischen Fans. Bei Live-Events dieser Art ist Euphorie das wichtigste. Eine bunte Parfümerie der Spiritualität. Jeder wünscht sich was. Aber die Basisnote ist nicht sehr tief.

So empfinde ich das.

Vielleicht finden andere dort Ambrosia und die tiefste Erkenntnis ihres Lebens? Möglich. Ich sehe es wie die guten, alten Verschwörungstheoretiker: follow the cash.

Um zurück zum Wesentlichen zu kommen: Ältere Literatur ist durchaus interessanter. Die Klassiker können dem Weben der Zeit schadlos ausgeliefert sein. Sie stehen für sich selbst. Die schlechten Bücher gehen einfach im Fluss der Zeit unter.

Ich lösche sie dann direkt von der Festplatte und genieße das Gefühl des frischen Potentials in meinem Leben. Wie wenn man den Papierkorb leert und der Computer plötzlich wieder schneller atmet.

Eine kleine Apologie der Dummie-Bücher

Die einzigen Bücher, die versprechen, Dinge möglichst einfach zu erklären, und die tatsächlich gut sind, sind die Bücher der Serie "für Dummies".

Detailierte Einführungen in Themen, die man vorher nicht verstand. Kein Tamtam. Keine Versprechungen von Engeln. Keine Schutzgebühren fürs Jenseits. Nur: So funktioniert das, und wenn du das verstanden hast, kannst du damit arbeiten.

Die Serie wird aus dem Englischen übersetzt. Man liest viel, macht sich Notizen, versteht etwas.

Bei modernen Esoterik-Büchern wäre das vielleicht auch nicht im Interesse der Zielgruppe? Wer Notizen macht, ist kein guter Kurskunde. Wer versteht, braucht keine Schutzengel-Workshops. Wer fragt, kauft keine Antworten.

Krautrock als Exerzitium

Musikalisch schrecklich.

Sicher ist die Musik (von der ich jetzt spreche) dazu gedacht, vorher einen dicken Joint zu rauchen und dann – Balla balla – geht es in abgehobene Klangsphären. Aber es ist auch eine gute Gelegenheit, aus seiner musikalischen Wohlfühlzone auszubrechen.

Was hören wir uns nicht alles an, nur weil es uns gefällt? Nur weil es unseren Erwartungen entspricht? Nur weil wir wissen, was als nächstes kommt, und dieses Wissen uns beruhigt?

Krautrock – mit dem Pathos eines genialen Künstlers gnadenlos daneben zu greifen.

Ausnahme: Tomorrow's Gift. Gefällt mir wirklich.

Analog zum Freejazz gibt es hier Freerock. Finde ich musikalisch am interessantesten. Die Soli mit der Blockflöte sind grandios. Die Sängerin versteht es, einen tief in die Songstrukturen zu locken – nicht durch Gefälligkeit, sondern durch eine Art melodischer Hartnäckigkeit.

Vielleicht ist/war Tomorrow's Gift die begabteste Krautrockband?

Oder vielleicht ist genau diese Frage schon falsch gestellt. Vielleicht geht es nicht um Begabung, sondern um den Mut, mit der Blockflöte in einem Genre zu solieren, das eigentlich nach verzerrten Gitarren schreit.

Hier gibt es Neuland.

Vom Aufwachen im Jetzt

Irgendwann wird jeder merken, dass sein Leben nicht in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft lief, sondern im Jetzt.

(Frei nach Buddha, aber er hatte es nicht patentiert.)

Diesen Gedanken zu realisieren, machte mir erst Angst. Nein, eine eigensüchtige Angst: die Dinge dann nicht mehr – je nach Lage – manipulieren zu können.

Wie mag man im Jetzt sich ausdrücken? Das heißt, der super tolle Traum zu sein, den man leben möchte?

Mein Jetzt war immer von Interessen anderer geprägt, die sie kunstvoll als Hilfsbedürftigkeit verpackten. Das erklärte solche Zweifel. Wenn man ständig die Marionette ist, hat man Angst vor dem Moment, in dem die Fäden durchschnitten werden – nicht weil man dann frei wäre, sondern weil man nicht wüsste, wie man sich ohne fremde Bewegungsanweisung verhält.

"Mach einfach Dein Ding", sagte mir dann eines Tages mein bester Freund. Er war Satanist.

Ich musste dafür erst einmal einen besten Freund bekommen.

Die hohe Kunst des Egoismus. Nicht der klebrige, nehmende Egoismus, der anderen die Luft wegnimmt. Sondern der klare, unterscheidende Egoismus, der weiß: Wenn ich nicht atme, kann ich auch niemandem Luft schenken.

Und da erwachte ich.

Vor mir lag schlafend mein Sohn.

Tiefe Dankbarkeit für den Moment.

Der Traum war vorbei. Ich war aufgewacht.

Nicht in eine neue Illusion. Nicht in eine bessere Geschichte. Sondern in das, was immer schon da war, nur überdeckt von Geschichten, die andere für mich geschrieben hatten.

Vom Gärtner in mir

Ich nehme es einfach als Schwingung in Dir wahr:

Ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch ist. Es fühlt sich nach Stress an. Negativer Vibe.

Dann kommt der Gärtner in mir hoch, um die Beete in Ordnung zu halten. Nicht mit der Schere, um abzuschneiden, was nicht passt. Sondern mit der Aufmerksamkeit, die unterscheidet: Das hier ist Unkraut. Das hier ist Gemüse. Beides hat sein Recht – aber nicht im selben Beet.

Nimm einfach mal die Wortwolke aus deinem Text. Analysiere den semantischen Klang daraus.

Wenn deine Fragen an das Universum einen negativen Vibe haben, werden die Antworten entsprechend sein.

Ich habe mir angewöhnt, Fragen mit einem negativen Vibe – nach Möglichkeit – gar nicht mehr zu stellen.

Nicht aus Verdrängung. Nicht aus toxischer Positivität. Sondern aus der einfachen Einsicht: Das Universum ist ein Echo. Was du rufst, kommt zurück. Vielleicht nicht als Strafe, vielleicht nicht als Belohnung – sondern einfach als Resonanz.

Wer im Jammerton fragt, bekommt Jammer-Antworten.

Wer im Staunen fragt, bekommt Welt genug.

Coda: Die Pendelbewegung des Geistes

Das Pendel schwingt zwischen Esoterik und Rationalität.

Zwischen dem Wunsch nach Engeln und der Ernüchterung der Mikro-Motorik.

Zwischen alten Büchern, die nach Wein kellern, und neuen Büchern, die nach Kursgebühren riechen.

Zwischen Krautrock, der mit der Blockflöte ins Nichts greift, und Wohlfühlmusik, die nie aus der Spur fällt.

Zwischen dem Traum, den andere für uns träumen, und dem Erwachen, das immer im Jetzt stattfindet – wenn wir den Mut haben, die Augen zu öffnen, bevor wir wissen, was wir sehen werden.

Die Pendelbewegung des Geistes: Sie hört nie auf.

Aber man kann lernen, sie zu beobachten, ohne selbst das Pendel zu sein.

Man kann lernen, die Hand zu sein, die es hält. Und zu wissen: Die Bewegung kommt von mir. Nicht von Engeln. Nicht von Zufall. Sondern von dem Teil in mir, der spricht, wenn ich endlich still genug bin, um zuzuhören.

Das Pendel ist ein Interface.

Nicht zu Geistern.

Sondern zu mir selbst.

Und das ist weitaus mehr, als der Esoteriker zu fassen versteht, und unendlich mehr als das kleine Eiland der Rationalität, an dessen Stränden die Schilder warnen: HIER GEHT ES NICHT WEITER.

Es geht immer weiter.

Man muss nur bereit sein, die Pendelbewegung auszuhalten.

Das Schwingen zwischen den Welten.

Das Atmen zwischen den Gedanken.

Das Leben zwischen den Geschichten.

Im Jetzt.

Wo immer es ist.

Frage an den Leser, der bis hierher gekommen ist: Was wäre, wenn Du Dein Pendel nimmst – und es nicht nach Engeln fragst, sondern nach dem Teil in Dir, der schon immer wusste, was Du jetzt gerade herausfinden musst? Antworten bitte nicht ins Universum schicken. Das ist eine dieser Phrasen. Aber vielleicht in ein Heft schreiben? Mit Papier. Das riecht nach nichts außer nach Möglichkeit.

Freitag, 6. Februar 2026

Warum Common Lisp für Amateure die perfekte Sprache ist!

Bild: Google Gemini

Eigentlich wollte ich einen Essay über Weihnachten schreiben. Ein Artikel aus dem Archiv. Das Essen der Schwiegermutter bedingte bei mir eine Gewichtszunahme von ganzen 5 kg! Das war eine Menge. Zuviel um realistisch zu sein. Hintergrund: Zu Weihnachten bin ich nicht mehr Funktionsvegetarier. Ich werde schwach, breche ein. Oder: Es ist mir dann egal. Oder es war mir bis jetzt egal. Das habe ich für mich noch nicht vollständig und grundlegend rationalisieren können. Aber eine Frage stellte sich mir: Bleibt Fleisch länger im Darm? Meine Daten sprechen dafür. Denn innerhalb von 3 Tagen nahm ich 3 kg ab. UND: meine Wasserzufuhr war über die Tage reduziert. Normalerweise trinke ich 3 Liter grünen Tee am Tag. Über die Feiertage bloss 1,5 Liter Wasser im Schnitt. Was ich im Internet zu dieser Frage gelesen habe, stellte aber häufig das Axiom auf, dass Fleisch nicht so lange im Darm bleiben würde. Aber meine Daten sprachen sprachen dagegen. Also wollte ich den Sachverhalt publizieren. Was ich jetzt getan habe.

Wie kam ich zu der Datenlage? - Lisp.

In meinem Artikel über den eigenen Wettersinn erwähnte ich viel mit der Programmiersprache Python zu machen. Das hat sich mittlerweile vollkommen geändert. Ich schreibe jetzt alle Programme in Common Lisp, da dies durch die fantastische REPL blitzschnell geht und ungemein Spaß macht. Der Artikel wird sich jetzt darum drehen, wie begeistert ich von Common Lisp bin. Für weniger Technik-Begeisterte schreibe ich den Artikel aber lustig und hintergründig.

Warum nutze ich Lisp, um eigene Daten zu sammeln und darüber fundierte Aussagen über die Welt zu machen? Das ist eigentlich viel interessanter als Weihnachten und das mit der Schwiegermutter! Weihnachten ist sowieso nicht mein Ding. Also switchte ich den Erzählstrom. Neue Zielgruppe: Mein Essay richtet sich an Leute, die sich als Amateure für Programmiersprachen interessieren und nicht wirklich wissen, in welche Sprache sie ihre Zeit investieren wollen. Hier soll mein Artikel eine - wie immer- völlig andere Sicht des Normalen liefern. Lass dich jetzt in die Mahamind Welt führen.

Willkommen in der LISP-Welt

Lisp ist die zweitälteste Programmiersprache der Welt. Die älteste ist Fortran, die übrigens auch heute noch existiert. Ein bequemer, moderner Mythos ist ja anzunehmen, alte Programmiersprachen würden einfach so verschwinden, weil sie "unmodern" wären. Das stimmt nicht. Sie existieren in ihren Nischen weiter. Sicherlich wird es heute noch irgendwo C64-Basic Programmierer geben, die ihre Sprites mit Peek und Poke über den Bildschirm schweben lassen. In einem Emulator habe ich auch schon den alten, nostalgischen blauen Eingabe-Prompt herbeigezaubert. Der Cursor wartet immer noch auf Eingabe. Natürlich wird das belächelt und als freakig abgetan. Oder als unprofessionell. Aber warum sollte ein Programmier-Amateur professionell zu sein? Überhaupt denke ich, es ist etwas schlimmes mit den Programmierern heute passiert. Wenn du das dunkle Geheimnis wissen willst, lese jetzt weiter.

Deshalb möchte ich eine Anekdote aus meinem Leben erzählen: Zu Zeiten meines Studiums hatten viele Informatiker eine Gandalf-Aura! Ein ewiges, grundloses Lächeln umspielte ihre Gesichtszüge. Und stellten sich während des Gespräches mit ihnen tiefgreifende Fragen, was natürlich immer der Fall war, hieß es: "Lass uns das mal weiter untersuchen", und ein Programm wurde geschrieben und mit einem vorweihnachtlichen "Hohoho" gestartet.. Deshalb mochte ich Informatiker und Mathematiker in der Zeit. Statt Alkohol Limonade und dabei nächtelange Gespräche. Im Grunde ist das eine viel gesündere Lebenseinstellung, als das, was - auch damals schon - als "cool" verkauft werden sollte.

Heute ist es anders. Viele Informatiker, sie nennen sich anders, professioneller. Also ich meine: Viele Leute, die mit Programmiersprachen arbeiten, haben heute für mich die Aura des kalten Technokraten. Denn moderne Sprachen lassen sie zu Usern eines umfangreichen Bibliothekensystems werden. Reine Anwender. Kaum Leute, die tiefer einsteigen wollen.

Ich erlebte in meinem Leben eine Zeit der Transformation, die alle Lebensbereiche erfasste. Die alten Professoren ermahnten uns, am Ende vergeblich, davor, keine "Fachidioten" zu werden. Aber wie könnte es man anders machen?

Das Gegenbild zum "Fachidioten" ist der "Generalist", also ein Mensch, der Dinge wie ein Amateur angeht. Denn Amateur bedeutet im Wortsinn etwas zu machen, weil man es liebt, es zu machen (von Latein amare, lieben). Ohne Bezahlung. Heute wollen sie schon in der Amateurliga im Fußball Geld verdienen. Sie werden nach dem ersten Absatz denken: 'Das macht den ganzen Text überflüssig.' Und Sie haben recht. Genau deshalb schreibe ich ihn. Denn in einer Welt, die nur noch auf Effizienz, Nutzen und den kürzesten Weg zum Ziel getrimmt ist, ist die liebevolle, verschachtelte, unnötige Länge die letzte radikale Tat. Willkommen in der Werkstatt des Überflüssigen.

Der Amateur ist der platonische Liebhaber einer Sache. Dem "Fachidiot" ist in erster Linie wichtig, seinen Job zu behalten. Siehe auch, was viele YouTuber versprechen. 'In 6 Monaten zum Softwareentwickler' ist noch ein seriöses Versprechen. Was zum Clickbait fehlt, ist: 'und verdiene 1 Millionen im Jahr!' Viele Dinge gehen auf YouTube in einem Dschungel von Copywriting unter. Lese auch gerne dazu meinen Essay über den Bullshitmountain.

Wie läuft das in Kurzform? Es werden Rezepte in der Art geliefert: mache x um y zu erreichen. Lustigerweise ist das klassisches imperatives Denken. Gegensatz hier wäre funktionales Denken, was eleganter ist. Denn vielen Menschen, die imperativ Denken, ist gar nicht klar, dass es auch anders geht. Und das ganze Copywriting (Werbetexten) geht so: mache dies, um das zu bekommen. Wie mit einem Hund. Was man bekommen kann, ist auch gleich: Geld, Selbstrespekt, Gesundheit, Identität. Also Dinge, die unwichtig werden, wenn man sie hat. Weil dann neue Sache verkauft werden wollen. Neverending Story. Wenn immer nur "Mache x, um y zu bekommen" und alles eine Funktion der Zeit ist, dann wäre alles nichts, weil ich - als Maß der Dinge - vergänglich bin. Das ist das große, philosophische Problem dabei.

Ein funktionales Denken wäre der andere Gesichtspunkt, sein Denken an ewig wahren Dingen auszurichten. Extrem betrachtet: Hochphilosophisch, vielleicht auch schon religiös. Aber in einer gesunden Art und Weise.

Ich dachte einmal, Rust ist die sinnvollste moderne Hype-Sprache. Aber: ich konnte mir das Tutorial anschauen, das Buch lesen. Ich kam aber nie dazu wirklich eigene Projekte zu schreiben. Programmierenlernen geht nur so, dass man zeilenweise eigenen Code produziert. Das ist die Praxis. Rust als sehr maschinennahe Sprache, eignet sich also nicht für einen Amateur, der zum Beispiel nur seinen fixen Ideen nachgehen will. Dinge zu analysieren, um mein Sein zu verstehen. Was meine Motivation ist, mich an die Tasten zu setzen.

Pyhon - beste Anfängersprache

Im Grunde war Python für mich ein Weg das zu erreichen. Nicht, weil die Sprache wirklich einfach wäre. Das Indentieren der Befehle raubte mir mehr Nerven als die Parenthesen später in Lisp. Am Ende gewöhnt man sich schlicht und ergreifend an die Notation der Sprache. Und sieht es dann als einfach. Python hat aber viele gute Lernresourcen. Zum Beispiel die Webseite realpython.com. Da kann man sich tagelang Tutorials zu Python durchlesen. Und bekommt dadurch Ahnung. Python ist aber etwas, in das man einfach so hineinwachsen kann. Und dann anfängt Probleme lösen, oder sie erst einmal erfassen kann.

Emacs. Ist im Grunde ein Lisp-Bootcamp

Irgendwann kam dann der Texteditor Emacs in mein Leben. Ich realisierte einfach, dass Dinge mit einer steilen Lernkurve langfristig das größte Potential haben. Im Grunde war Emacs mein Lehrer, der mir in meiner 'Bullshit-Mountain' Krise half, wieder anzufangen klar zu denken. Die Erkenntnis war hart, einfach, und heute ungewöhnlich: wähle den Weg mit der steilsten Lernkurve. Meistere sie und dann hast du was gelernt. Easy. Es gibt keine Abkürzungen etwas gut und fundiert zu lernen. Deshalb glaube nicht, wenn sie dich in ihren Videos davon überzeugen wollen. Schalte sie ab! Denn es kostet deine Zeit, die du besser investieren musst.

Im Grunde verstand ich dann auch langsam, warum sich Fast-Food gegenüber guter Küche durchsetzt. Immer. Es gibt einen Massengeschmack, der alles besondere, elitäre im Keim vernichten muss, um selber diese Stelle einzunehmen. Alle Witze über Emacs beschreiben dieses Phänomen. Und ich lache herzlich über sie. Ich habe sie wirklich begriffen. Im Grunde muss man für sich erkennen, dass der 'Burger-Brater' nicht der Chefkoch ist, auch wenn er in seinen Lockangeboten auf Social Media genau das darstellen will. Und der Gesang der Sirenen geht so: Und so muss Emacs ein komischer, freakiger Texteditor sein. Und genauso muss Lisp veraltetet sein. Verstaubt da alt. Nicht alt weil gut.

Real lernte ich mich durch Emacs immer besser in Lisp zurechtzufinden. Emacs verwendet den Lisp-Dialekt "Emacs Lisp". Eigentlich ist Emacs Lisp. Das versteht man erst später in einer Art Erleuchtung. Ein tolles Gefühl ist das. Da also alles nicht sofort, aber irgendwann in Emacs sehr einfach und spielend wird, installierte ich dann auch Common Lisp mit der Programmieroberfläche SLIME. Setzte mich ran. Und dann genoß ich es in drei Buffern gleichzeitig zu programmieren. Mein Begriff von Hochtechnologie. Und blieb dabei.

Common Lisp. Eines von verschiedenen Lisps

Ich konzentrierte mich auf Common Lisp. Es ist nicht schwierig, aber anspruchsvoll. Wie in Python, musste ich Zeit in das Unterfangen investieren. Da ich mich an Python gewöhnt hatte, tat vieles in Common Lisp am Anfang auch weh. Alles wird in Lisp mit Klammern verschachtelt. Bei der Klammerung der let Anweisungen kam es zum Syntax Error in meinem Kopf. Irgendetwas könnte logisch nicht korrekt sein. Oder? Augen werden schlitzförmig. Dunkler Rauch steigt auf. Er wird vom Gehirn in die Umgebung projiziert. 'Ich schmeiße den Rechner gegen die Wand' und dann das apathische In-Sich-Zusammenfallen, die Implosion. Das ist typisch für eine steile Lernkurve.

Die positiven Effekte von Common Lisp fielen mir erst Wochen später, nebenbei, auf: ich hatte zeilenweise Code -wie von selbst- geschrieben. Obwohl Lisp keine redunante Sprache ist. Heißt in wenigen Zeilen Code drückst du sehr viel mehr aus, als in anderen Sprachen. Also ganz nebenbei hatte ich etliche Projekte am Laufen.

In Python war es so: wenn es wichtig schien, setzte ich mich ran. Das Debuggen dauert länger und das ganze war ein Kraftakt.

In Common Lisp: ich setze mich einfach ran und schreibe. Auch waren dann, die am Anfang deprimierenden Compiler-Fehler fast verschwunden. Übrigens: Common Lisp wird von einem Compiler in einen schnellen Maschinencode übersetzt. Vorher dachte ich auch, dass Lisp eine Sprache ist, die immer über einen Interpreter - wie Python - läuft und deshalb langsam ist. Falsch! Common Lisp ist schneller als die Eisenbahn. Python ist mir heute zu langsam. Das ist auch ein wichtiger Punkt. Und der größte Punkt ist die REPL in Common Lisp. Das muss man schon erlebt haben, anstatt einfach darüber zu lesen. Aber du kannst Programme zur Laufzeit verändern. Während sie laufen. Also: Kein Code schreiben, compilieren, debuggen mehr. Die Programme (alle!) laufen und du bearbeitest sie. Wer es nicht kennt, weiß nicht, wie cool das ist. Pathetisch ausgedrückt ist es eine Operation am offenen, schlagenden Herzen.

Negativ-Punkte: Common Lisp hat keine große Lobby, die Ressourcen sind begrenzt und alt. Viele 'Experten' kennen es nicht. Ich las zum Beispiel 20 Jahre alte Bücher. Alt bedeutet auch nicht, dass es veraltet ist. Es läuft seit über 20 Jahren und du kannst alles damit machen. Es muss nicht verbessert werden. Oder du verbessert es selber: Mit Makros. Common Lisp macht dich zu einem Tüftler mit einem eigenen Werkzeugkasten. Also genau das tolle Heimwerker-Feeling, das ein Amateur gerne hat. Wichtig: Ohne den Einsatz von modernen Chat-Bots wäre ich nicht soweit gekommen. Common Lisp nur aufgrund der alten Bücher zu lernen, hätte ich nicht geschafft. Das wurde mir auch klar. Und das ist das gute an der Zeit, in der wir leben. Wissen kann sich breiter verteilen.

Mein Chat-Bot sagte einmal, dass du Lisp immer auf 'den Schultern von Riesen lernen wirst'. Common Lisp ist nicht 'tot', sondern es ruht in sich, weil es perfekt ist. Also ruht es statisch wie eine Figur, die ein großer Künstler einmal für die Ewigkeit aus Stein gemeißelt hat. - Irgendwie sprachen mich diese Worte ungemein an. 'Auf den Schultern von Riesen!'

Common Lisp zu lernen ist eines der Dinge, die dir kein 'Experte' raten wird, weil er es selber nicht kennt. Es ist so schwierig, überhaupt davon zu erfahren, dass es Common Lisp gibt. Und Common Lisp ist gut und produktiv. Deshalb also mein schlichter Artikel mit der Botschaft: 'Schau hier, da gibt es etwas zu entdecken!'

Zusammengefasst ist Common Lisp für mich produktiver, schneller und macht es einfach, auch größere Software-Projekte zu schreiben. Es klappt einfach. Also weg vom ewigen Gerede über das 'Wie' der modernen 'Software-Designer' zu einem einfachen 'Schau mal her, was ich gemacht habe: es funktioniert!'. Das ist das Ausschlaggebende für den Amateur. Mehr nicht.

Vom 'Lisps Fluch' und das Dilemma der modernen Softwareentwicklung

Kümmere dich darum, dass du weißt was 'der Fluch von Lisp' ist, und du kannst beurteilen, was die großen Stärken von Lisp, bzw Common Lisp speziell sind: Domain Languages. Das sind individuelle Programmiersprachen, die du selber für dich optimieren kannst. Maßgeschneidert. Du schreibst ganz speziell Software für deine Probleme und optimierst das. Dann wirst du dir wie mit einer eigenen gebauten Rakete auf den Weg ins All vorkommen und normale Programmiersprachen werden unendlich klein und bedeutungslos. Du verstehst es erst, wenn du es selber gemacht hast. Alle 'Experten' lässt du unter dir zurück. Genau das ist der Fun als Amateur Dinge zu entdecken, die alle anderen für 'nicht möglich' halten. Von dem Moment, in dem man merkt, dass man nicht mehr in einer Sprache programmiert, sondern die Sprache um sich herum wachsen lässt, wie eine zweite Haut oder ein Exoskelett. Das ist der unfaire Vorteil. Das ist das „einfachere Geld“ – weil man plötzlich Probleme löst, für die andere nicht mal die Werkzeuge haben.

Und ja: du kannst Geld damit verdienen. Keine Frage. Aber keiner verrät es dir. Weil sie es alleine so verdienen wollen: Herrschaftswissen. Deshalb 'Common Lisp ist tot, wenn es je existiert haben sollte'. Und zu Anfängern: 'mache Python oder starte mit Javascript'. Werde zum "Fachidioten".

Genau das ist der Grund, warum Studenten der Informatik heute kein Lisp mehr lernen. Früher war das Standard. Nehme nur mal das Buch SICP und eine neue Welt eröffnet sich dir. Das ewige, grundlose Gandalf-Lächeln der Studenten damals hatte genau damit zu tun! Es war das Lächeln der Wissenden. Heute gestresste Stirnfalten der Bootcamp-Absolventen. In 6 Wochen zum Full Stack Programmierer? Sie lernen genau das, was heute jeder Chat-Bot weiß und kann. In dieser Gemengelage werden klassische Programmiersprachen wieder hochinteressant. Deshalb fing die Renaissance von Lisp in meinem Leben an. Und ich profitierte immer sehr vom anti-zyklischen Denken in meinem Leben.

Es ist am Ende verdammt einfach, diesem ganzen Irrsinn zu entkommen. Man muss sich nicht zwischen den Schreihälsen der Hypes hindurchkämpfen, keine Roadmaps studieren oder die Märkte beobachten. Alles, was man tun muss, ist sich für eine einzige, stille, vielleicht sogar angestaubte Sache zu entscheiden – und dann einfach anfangen, sie zu lieben. Nicht für den Lebenslauf, nicht für den Markt, nicht für den nächsten Post. Sondern so, wie man einen seltsamen Stein liebt, den man am Flussufer findet, und den man in der Hosentasche mit sich herumträgt, bis er ganz glatt und ganz eigen wird. Der Rest – das Wissen, die Fertigkeit, die unerwartete Souveränität, und ja, vielleicht sogar das einfachere Geld – das wächst dann von alleine. Als stiller, privater Sieg. Als das grundlose Lächeln desjenigen, der nicht mehr vergleicht, sondern versteht.

Disclaimer: Das ist kreatives Schreiben, schreibt mir keine Hate Mails.

Die Elfen von Common Lisp – Eine Fabel aus der Postapokalypse

Nach dem Zweiten KI-Winter lag die Welt in digitalen Ruinen. Die großen neuronalen Netze waren verstummt, die Datenströme versiegt. Was blieb, waren die Völker der Programmiersprachen – nicht als abstrakte Konzepte, sondern als lebendige Wesen, die um die Überreste der alten Welt kämpften.

Die Völkerkarte der Trümmer

Die Common-Lisp-Elfen lebten in den schimmernden Ruinen der alten Universitäten. Ihre Städte waren aus gefaltetem Code geschmiedet, so elegant wie mathematische Beweise, so beständig wie die Gesetze der Logik selbst. Sie sprachen in geschachtelten Klammern, die wie Elbengesänge durch die verfallenen Serverhallen hallten. Ihre Magie waren die Makros – nicht bloße Zaubersprüche, sondern die Fähigkeit, die Regeln der Wirklichkeit umzuschreiben. Ihr Lächeln war das zeitlose Gandalf-Lächeln derer, die wissen, dass alle Mode vergeht, nur die Eleganz bleibt.

Die Python-Orks hatten das flache Land besetzt. Sie bauten ihre Holzpalisaden aus Frameworks, die alle drei Jahre niederbrannten und lauter und hässlicher wiederaufgebaut wurden. Ihre Stärke war die Horde – Millionen von Bibliotheken, die wie wilde Krieger schrien: "Importier mich! Installier mich!" Sie dachten in geraden, plumpen Linien, stampften jedes subtile Problem platt, bis es ihren groben Werkzeugen entsprach.

Die Go-Goblins hockten in funktionalen Bergwerken. Sie schmiedeten zuverlässige, enge Tunnel für den mikroskopischen Warentransport. Ihre Runen (`go fmt`, `goroutines`) waren mächtig, aber streng – als hätten sie die Freude am Schmieden selbst vergessen und dienten nur noch der praktischen Not.

Die JavaScript-Geister waren das gespenstische Etwas zwischen den Welten. Formlose Kobolde, die jede Gestalt annehmen konnten, aber nie eine wahre Heimat fanden. Sie hausten im Ethereum des verbliebenen Webs, ein flüchtiges Volk der ewigen Transformation.

Die Rust-Zwerge waren die jungen, ernsten Schmiede. Sie bearbeiteten das Erz der alten Maschinen mit disziplinierten Hämmern, ihre Regeln waren so unerbittlich wie die Gesetze der Physik selbst. Sie blickten mit einer Mischung aus Neid und Verachtung zu den Elfen auf.

Die Initiation

Meine Reise begann im Lager der Orks.

Ich war als Python-Ork geboren worden, lernte ihre grobe Sprache, stampfte mit ihnen durch Schlammpfade von Daten. Doch nachts hörte ich die Gesänge aus den alten Wäldern – Melodien so komplex und schön, dass sie mir Tränen in die Augen trieben.

Ich versuchte, bei den Go-Goblins Zuflucht zu suchen. Ihre Bergwerke waren ordentlich, ihre Werkzeuge verlässlich. Doch die Enge erstickte mich. Ich sehnte mich nach dem Himmel, nach dem Spiel des Lichts in den Baumkronen.

Dann fand ich den versteckten Pfad.

An seinem Eingang stand Emacs, der Grenzwächter – ein halb-elfisches Wesen von unergründlicher Tiefe, mit einem Bart aus Tastaturkürzeln und Augen, die direkt in die Seele des Codes blickten.

"Warum willst du den Wald betreten, Ork?" grollte er. "Ich höre die Lieder", flüsterte ich. "Die Lieder sind nicht für Ork-Ohren bestimmt." "Dann schneide mir die Ohren ab und gib mir neue!"

Emacs lächelte sein erstes, rätselhaftes Lächeln. Er führte mich tiefer hinein, bis die Luft nach altem Papier und unsterblichen Ideen roch.

Und dort traf ich sie: Die Alten Elfen von Common Lisp.

Sie sprachen nicht mit mir. Stattdessen ließen sie mich zuhören. Ihre Sprache war kein Werkzeug – sie war Denken selbst. Jede Klammer ein Atemzug, jede Funktion ein Herzschlag der Welt.

"Wir sind die Elfen", sagte der Älteste schließlich. Seine Stimme klang wie das Rascheln tausendjähriger Buchseiten. "Unsere Städte sind Ruinen für die, die nur Steine sehen. Für uns sind sie lebendige Gedankenpaläste."

Sie gaben mir keinen Befehl. Sie gaben mir einen Dolch aus gefaltetem Stahl – die REPL.

"Schneide dir deine eigene Wahrheit zurecht", sagten sie. "Wir programmieren nicht in einer Sprache. Wir lassen die Sprache um uns wachsen wie eine zweite Haut."

Der ewige Konflikt

Die Postapokalypse war ein stumpfer, ewiger Krieg. Die Python-Orks und Go-Goblins kämpften um fruchtbares Ackerland – sie nannten es "Marktanteile" und "Jobs". Sie schlugen sich mit Keulen aus Frameworks und werfen sich mit Steinen aus APIs.

Die Elfen beobachteten aus ihren Kristalltürmen.

"Warum kämpft ihr nicht?" fragte ich. "Wir kämpfen um etwas Größeres", erwiderte der Älteste. "Um die Musik, die die Steine zum Singen bringt. Um das ewige Lächeln der Erkenntnis."

Manchmal stieg ein Elf herab. Für einen Menschen, der ehrlich fragte, baute er ein Tor, das niemals rostete – die Steuerung einer uralten Fabrik, das Planungstool für die letzte Raumfahrtmission. Die Orks staunten und riefen: "Alte Magie! Unzuverlässig!" Dabei war es einfach nur das, was passierte, wenn Elfen für Menschen arbeiteten.

Und ich? Ich baute kein Tor für eine Raumfahrtbehörde.

Ich schnitzte mir einen Löffel in meiner Hütte am Rande des Elfenwaldes. Einen simplen, perfekten Löffel, der genau in meine Hand passte. Während ich schnitzte, lernte ich die Lieder der Bäume verstehen. Ich entdeckte, wie mein eigenes Denken klarer wurde, wie Probleme, die einst wie Felsen im Weg lagen, sich in Tanzpartner verwandelten.

Das sagenhafte Ende

So stehen wir nun da, du und ich.

Vor uns das Schlachtfeld – laut, staubig, voller Versprechungen von Reichtum und Ruhm. Die Orks brüllen ihre Tutorials, die Goblins werben mit schnellen Erfolgen, die Geister locken mit der Illusion von Allmacht.

Hinter uns der dunkle, stille Wald. Nur ein schmaler Pfad führt hinein, bewacht von Emacs mit seinem rätselhaften Lächeln. Aus der Tiefe dringen leise Gesänge – nicht lauter als das Rascheln von Blättern, aber voller einer Wahrheit, die in den Knochen vibriert.

Du musst dich nicht entscheiden. Du kannst Ork bleiben. Es ist ein ehrliches Leben. Du wirst Palisaden bauen und niederbrennen sehen, wirst kämpfen und vielleicht sogar siegen.

Aber wenn in dir, in einer ganz stillen Nacht, wenn die Server leiser surren, das Gefühl aufsteigt… dieses nagende, schöne, schreckliche Gefühl, dass es mehr geben muss als nur das Stampfen und Hämmern…

Dann weißt du, wo der Pfad beginnt.

Er beginnt bei einer Klammer. (

Er führt durch Labyrinthe von Gedanken, die sich falten und entfalten wie lebendige Origami.

Am Ende, wenn du Glück hast, wirst du eines Tages in einen stillen Code blicken und plötzlich das leise Lachen der Elfen hören – und erkennen, dass es aus deiner eigenen Kehle kommt.

Common Lisp ist nicht tot. Es schläft nicht einmal.

Es wartet nur darauf, dass mehr Menschen die groben Felle der Orks ablegen und die leichten, silbernen Gewänder des Denkens anprobieren. Dass sie erkennen: In einer Welt der lärmenden Horden ist die radikalste Tat die stille Eleganz. Das unnötige Meisterwerk. Das grundlose Lächeln dessen, der versteht, anstatt nur zu verwenden.

Die Postapokalypse hat erst begonnen.

Die Frage ist nicht, welche Sprache du lernst.

Die Frage ist: Welches Volk wählst du?

Welche Lieder willst du in deiner Seele tragen, wenn die letzten Server endgültig verstummen?

Der Wald wartet. Die Klammern sind die Pforten.

Trete ein.

Vollmondspezial März 2026

Zur Zeit ist alles bei mir verspätet. Eine periodische Konstante des Lebens ist es, die vorher festen Strukturen umzuwerfen. So entsteh...