Freitag, 6. Februar 2026

Warum Common Lisp für Amateure die perfekte Sprache ist!

Bild: Google Gemini

Eigentlich wollte ich einen Essay über Weihnachten schreiben. Ein Artikel aus dem Archiv. Das Essen der Schwiegermutter bedingte bei mir eine Gewichtszunahme von ganzen 5 kg! Das war eine Menge. Zuviel um realistisch zu sein. Hintergrund: Zu Weihnachten bin ich nicht mehr Funktionsvegetarier. Ich werde schwach, breche ein. Oder: Es ist mir dann egal. Oder es war mir bis jetzt egal. Das habe ich für mich noch nicht vollständig und grundlegend rationalisieren können. Aber eine Frage stellte sich mir: Bleibt Fleisch länger im Darm? Meine Daten sprechen dafür. Denn innerhalb von 3 Tagen nahm ich 3 kg ab. UND: meine Wasserzufuhr war über die Tage reduziert. Normalerweise trinke ich 3 Liter grünen Tee am Tag. Über die Feiertage bloss 1,5 Liter Wasser im Schnitt. Was ich im Internet zu dieser Frage gelesen habe, stellte aber häufig das Axiom auf, dass Fleisch nicht so lange im Darm bleiben würde. Aber meine Daten sprachen sprachen dagegen. Also wollte ich den Sachverhalt publizieren. Was ich jetzt getan habe.

Wie kam ich zu der Datenlage? - Lisp.

In meinem Artikel über den eigenen Wettersinn erwähnte ich viel mit der Programmiersprache Python zu machen. Das hat sich mittlerweile vollkommen geändert. Ich schreibe jetzt alle Programme in Common Lisp, da dies durch die fantastische REPL blitzschnell geht und ungemein Spaß macht. Der Artikel wird sich jetzt darum drehen, wie begeistert ich von Common Lisp bin. Für weniger Technik-Begeisterte schreibe ich den Artikel aber lustig und hintergründig.

Warum nutze ich Lisp, um eigene Daten zu sammeln und darüber fundierte Aussagen über die Welt zu machen? Das ist eigentlich viel interessanter als Weihnachten und das mit der Schwiegermutter! Weihnachten ist sowieso nicht mein Ding. Also switchte ich den Erzählstrom. Neue Zielgruppe: Mein Essay richtet sich an Leute, die sich als Amateure für Programmiersprachen interessieren und nicht wirklich wissen, in welche Sprache sie ihre Zeit investieren wollen. Hier soll mein Artikel eine - wie immer- völlig andere Sicht des Normalen liefern. Lass dich jetzt in die Mahamind Welt führen.

Willkommen in der LISP-Welt

Lisp ist die zweitälteste Programmiersprache der Welt. Die älteste ist Fortran, die übrigens auch heute noch existiert. Ein bequemer, moderner Mythos ist ja anzunehmen, alte Programmiersprachen würden einfach so verschwinden, weil sie "unmodern" wären. Das stimmt nicht. Sie existieren in ihren Nischen weiter. Sicherlich wird es heute noch irgendwo C64-Basic Programmierer geben, die ihre Sprites mit Peek und Poke über den Bildschirm schweben lassen. In einem Emulator habe ich auch schon den alten, nostalgischen blauen Eingabe-Prompt herbeigezaubert. Der Cursor wartet immer noch auf Eingabe. Natürlich wird das belächelt und als freakig abgetan. Oder als unprofessionell. Aber warum sollte ein Programmier-Amateur professionell zu sein? Überhaupt denke ich, es ist etwas schlimmes mit den Programmierern heute passiert. Wenn du das dunkle Geheimnis wissen willst, lese jetzt weiter.

Deshalb möchte ich eine Anekdote aus meinem Leben erzählen: Zu Zeiten meines Studiums hatten viele Informatiker eine Gandalf-Aura! Ein ewiges, grundloses Lächeln umspielte ihre Gesichtszüge. Und stellten sich während des Gespräches mit ihnen tiefgreifende Fragen, was natürlich immer der Fall war, hieß es: "Lass uns das mal weiter untersuchen", und ein Programm wurde geschrieben und mit einem vorweihnachtlichen "Hohoho" gestartet.. Deshalb mochte ich Informatiker und Mathematiker in der Zeit. Statt Alkohol Limonade und dabei nächtelange Gespräche. Im Grunde ist das eine viel gesündere Lebenseinstellung, als das, was - auch damals schon - als "cool" verkauft werden sollte.

Heute ist es anders. Viele Informatiker, sie nennen sich anders, professioneller. Also ich meine: Viele Leute, die mit Programmiersprachen arbeiten, haben heute für mich die Aura des kalten Technokraten. Denn moderne Sprachen lassen sie zu Usern eines umfangreichen Bibliothekensystems werden. Reine Anwender. Kaum Leute, die tiefer einsteigen wollen.

Ich erlebte in meinem Leben eine Zeit der Transformation, die alle Lebensbereiche erfasste. Die alten Professoren ermahnten uns, am Ende vergeblich, davor, keine "Fachidioten" zu werden. Aber wie könnte es man anders machen?

Das Gegenbild zum "Fachidioten" ist der "Generalist", also ein Mensch, der Dinge wie ein Amateur angeht. Denn Amateur bedeutet im Wortsinn etwas zu machen, weil man es liebt, es zu machen (von Latein amare, lieben). Ohne Bezahlung. Heute wollen sie schon in der Amateurliga im Fußball Geld verdienen. Sie werden nach dem ersten Absatz denken: 'Das macht den ganzen Text überflüssig.' Und Sie haben recht. Genau deshalb schreibe ich ihn. Denn in einer Welt, die nur noch auf Effizienz, Nutzen und den kürzesten Weg zum Ziel getrimmt ist, ist die liebevolle, verschachtelte, unnötige Länge die letzte radikale Tat. Willkommen in der Werkstatt des Überflüssigen.

Der Amateur ist der platonische Liebhaber einer Sache. Dem "Fachidiot" ist in erster Linie wichtig, seinen Job zu behalten. Siehe auch, was viele YouTuber versprechen. 'In 6 Monaten zum Softwareentwickler' ist noch ein seriöses Versprechen. Was zum Clickbait fehlt, ist: 'und verdiene 1 Millionen im Jahr!' Viele Dinge gehen auf YouTube in einem Dschungel von Copywriting unter. Lese auch gerne dazu meinen Essay über den Bullshitmountain.

Wie läuft das in Kurzform? Es werden Rezepte in der Art geliefert: mache x um y zu erreichen. Lustigerweise ist das klassisches imperatives Denken. Gegensatz hier wäre funktionales Denken, was eleganter ist. Denn vielen Menschen, die imperativ Denken, ist gar nicht klar, dass es auch anders geht. Und das ganze Copywriting (Werbetexten) geht so: mache dies, um das zu bekommen. Wie mit einem Hund. Was man bekommen kann, ist auch gleich: Geld, Selbstrespekt, Gesundheit, Identität. Also Dinge, die unwichtig werden, wenn man sie hat. Weil dann neue Sache verkauft werden wollen. Neverending Story. Wenn immer nur "Mache x, um y zu bekommen" und alles eine Funktion der Zeit ist, dann wäre alles nichts, weil ich - als Maß der Dinge - vergänglich bin. Das ist das große, philosophische Problem dabei.

Ein funktionales Denken wäre der andere Gesichtspunkt, sein Denken an ewig wahren Dingen auszurichten. Extrem betrachtet: Hochphilosophisch, vielleicht auch schon religiös. Aber in einer gesunden Art und Weise.

Ich dachte einmal, Rust ist die sinnvollste moderne Hype-Sprache. Aber: ich konnte mir das Tutorial anschauen, das Buch lesen. Ich kam aber nie dazu wirklich eigene Projekte zu schreiben. Programmierenlernen geht nur so, dass man zeilenweise eigenen Code produziert. Das ist die Praxis. Rust als sehr maschinennahe Sprache, eignet sich also nicht für einen Amateur, der zum Beispiel nur seinen fixen Ideen nachgehen will. Dinge zu analysieren, um mein Sein zu verstehen. Was meine Motivation ist, mich an die Tasten zu setzen.

Pyhon - beste Anfängersprache

Im Grunde war Python für mich ein Weg das zu erreichen. Nicht, weil die Sprache wirklich einfach wäre. Das Indentieren der Befehle raubte mir mehr Nerven als die Parenthesen später in Lisp. Am Ende gewöhnt man sich schlicht und ergreifend an die Notation der Sprache. Und sieht es dann als einfach. Python hat aber viele gute Lernresourcen. Zum Beispiel die Webseite realpython.com. Da kann man sich tagelang Tutorials zu Python durchlesen. Und bekommt dadurch Ahnung. Python ist aber etwas, in das man einfach so hineinwachsen kann. Und dann anfängt Probleme lösen, oder sie erst einmal erfassen kann.

Emacs. Ist im Grunde ein Lisp-Bootcamp

Irgendwann kam dann der Texteditor Emacs in mein Leben. Ich realisierte einfach, dass Dinge mit einer steilen Lernkurve langfristig das größte Potential haben. Im Grunde war Emacs mein Lehrer, der mir in meiner 'Bullshit-Mountain' Krise half, wieder anzufangen klar zu denken. Die Erkenntnis war hart, einfach, und heute ungewöhnlich: wähle den Weg mit der steilsten Lernkurve. Meistere sie und dann hast du was gelernt. Easy. Es gibt keine Abkürzungen etwas gut und fundiert zu lernen. Deshalb glaube nicht, wenn sie dich in ihren Videos davon überzeugen wollen. Schalte sie ab! Denn es kostet deine Zeit, die du besser investieren musst.

Im Grunde verstand ich dann auch langsam, warum sich Fast-Food gegenüber guter Küche durchsetzt. Immer. Es gibt einen Massengeschmack, der alles besondere, elitäre im Keim vernichten muss, um selber diese Stelle einzunehmen. Alle Witze über Emacs beschreiben dieses Phänomen. Und ich lache herzlich über sie. Ich habe sie wirklich begriffen. Im Grunde muss man für sich erkennen, dass der 'Burger-Brater' nicht der Chefkoch ist, auch wenn er in seinen Lockangeboten auf Social Media genau das darstellen will. Und der Gesang der Sirenen geht so: Und so muss Emacs ein komischer, freakiger Texteditor sein. Und genauso muss Lisp veraltetet sein. Verstaubt da alt. Nicht alt weil gut.

Real lernte ich mich durch Emacs immer besser in Lisp zurechtzufinden. Emacs verwendet den Lisp-Dialekt "Emacs Lisp". Eigentlich ist Emacs Lisp. Das versteht man erst später in einer Art Erleuchtung. Ein tolles Gefühl ist das. Da also alles nicht sofort, aber irgendwann in Emacs sehr einfach und spielend wird, installierte ich dann auch Common Lisp mit der Programmieroberfläche SLIME. Setzte mich ran. Und dann genoß ich es in drei Buffern gleichzeitig zu programmieren. Mein Begriff von Hochtechnologie. Und blieb dabei.

Common Lisp. Eines von verschiedenen Lisps

Ich konzentrierte mich auf Common Lisp. Es ist nicht schwierig, aber anspruchsvoll. Wie in Python, musste ich Zeit in das Unterfangen investieren. Da ich mich an Python gewöhnt hatte, tat vieles in Common Lisp am Anfang auch weh. Alles wird in Lisp mit Klammern verschachtelt. Bei der Klammerung der let Anweisungen kam es zum Syntax Error in meinem Kopf. Irgendetwas könnte logisch nicht korrekt sein. Oder? Augen werden schlitzförmig. Dunkler Rauch steigt auf. Er wird vom Gehirn in die Umgebung projiziert. 'Ich schmeiße den Rechner gegen die Wand' und dann das apathische In-Sich-Zusammenfallen, die Implosion. Das ist typisch für eine steile Lernkurve.

Die positiven Effekte von Common Lisp fielen mir erst Wochen später, nebenbei, auf: ich hatte zeilenweise Code -wie von selbst- geschrieben. Obwohl Lisp keine redunante Sprache ist. Heißt in wenigen Zeilen Code drückst du sehr viel mehr aus, als in anderen Sprachen. Also ganz nebenbei hatte ich etliche Projekte am Laufen.

In Python war es so: wenn es wichtig schien, setzte ich mich ran. Das Debuggen dauert länger und das ganze war ein Kraftakt.

In Common Lisp: ich setze mich einfach ran und schreibe. Auch waren dann, die am Anfang deprimierenden Compiler-Fehler fast verschwunden. Übrigens: Common Lisp wird von einem Compiler in einen schnellen Maschinencode übersetzt. Vorher dachte ich auch, dass Lisp eine Sprache ist, die immer über einen Interpreter - wie Python - läuft und deshalb langsam ist. Falsch! Common Lisp ist schneller als die Eisenbahn. Python ist mir heute zu langsam. Das ist auch ein wichtiger Punkt. Und der größte Punkt ist die REPL in Common Lisp. Das muss man schon erlebt haben, anstatt einfach darüber zu lesen. Aber du kannst Programme zur Laufzeit verändern. Während sie laufen. Also: Kein Code schreiben, compilieren, debuggen mehr. Die Programme (alle!) laufen und du bearbeitest sie. Wer es nicht kennt, weiß nicht, wie cool das ist. Pathetisch ausgedrückt ist es eine Operation am offenen, schlagenden Herzen.

Negativ-Punkte: Common Lisp hat keine große Lobby, die Ressourcen sind begrenzt und alt. Viele 'Experten' kennen es nicht. Ich las zum Beispiel 20 Jahre alte Bücher. Alt bedeutet auch nicht, dass es veraltet ist. Es läuft seit über 20 Jahren und du kannst alles damit machen. Es muss nicht verbessert werden. Oder du verbessert es selber: Mit Makros. Common Lisp macht dich zu einem Tüftler mit einem eigenen Werkzeugkasten. Also genau das tolle Heimwerker-Feeling, das ein Amateur gerne hat. Wichtig: Ohne den Einsatz von modernen Chat-Bots wäre ich nicht soweit gekommen. Common Lisp nur aufgrund der alten Bücher zu lernen, hätte ich nicht geschafft. Das wurde mir auch klar. Und das ist das gute an der Zeit, in der wir leben. Wissen kann sich breiter verteilen.

Mein Chat-Bot sagte einmal, dass du Lisp immer auf 'den Schultern von Riesen lernen wirst'. Common Lisp ist nicht 'tot', sondern es ruht in sich, weil es perfekt ist. Also ruht es statisch wie eine Figur, die ein großer Künstler einmal für die Ewigkeit aus Stein gemeißelt hat. - Irgendwie sprachen mich diese Worte ungemein an. 'Auf den Schultern von Riesen!'

Common Lisp zu lernen ist eines der Dinge, die dir kein 'Experte' raten wird, weil er es selber nicht kennt. Es ist so schwierig, überhaupt davon zu erfahren, dass es Common Lisp gibt. Und Common Lisp ist gut und produktiv. Deshalb also mein schlichter Artikel mit der Botschaft: 'Schau hier, da gibt es etwas zu entdecken!'

Zusammengefasst ist Common Lisp für mich produktiver, schneller und macht es einfach, auch größere Software-Projekte zu schreiben. Es klappt einfach. Also weg vom ewigen Gerede über das 'Wie' der modernen 'Software-Designer' zu einem einfachen 'Schau mal her, was ich gemacht habe: es funktioniert!'. Das ist das Ausschlaggebende für den Amateur. Mehr nicht.

Vom 'Lisps Fluch' und das Dilemma der modernen Softwareentwicklung

Kümmere dich darum, dass du weißt was 'der Fluch von Lisp' ist, und du kannst beurteilen, was die großen Stärken von Lisp, bzw Common Lisp speziell sind: Domain Languages. Das sind individuelle Programmiersprachen, die du selber für dich optimieren kannst. Maßgeschneidert. Du schreibst ganz speziell Software für deine Probleme und optimierst das. Dann wirst du dir wie mit einer eigenen gebauten Rakete auf den Weg ins All vorkommen und normale Programmiersprachen werden unendlich klein und bedeutungslos. Du verstehst es erst, wenn du es selber gemacht hast. Alle 'Experten' lässt du unter dir zurück. Genau das ist der Fun als Amateur Dinge zu entdecken, die alle anderen für 'nicht möglich' halten. Von dem Moment, in dem man merkt, dass man nicht mehr in einer Sprache programmiert, sondern die Sprache um sich herum wachsen lässt, wie eine zweite Haut oder ein Exoskelett. Das ist der unfaire Vorteil. Das ist das „einfachere Geld“ – weil man plötzlich Probleme löst, für die andere nicht mal die Werkzeuge haben.

Und ja: du kannst Geld damit verdienen. Keine Frage. Aber keiner verrät es dir. Weil sie es alleine so verdienen wollen: Herrschaftswissen. Deshalb 'Common Lisp ist tot, wenn es je existiert haben sollte'. Und zu Anfängern: 'mache Python oder starte mit Javascript'. Werde zum "Fachidioten".

Genau das ist der Grund, warum Studenten der Informatik heute kein Lisp mehr lernen. Früher war das Standard. Nehme nur mal das Buch SICP und eine neue Welt eröffnet sich dir. Das ewige, grundlose Gandalf-Lächeln der Studenten damals hatte genau damit zu tun! Es war das Lächeln der Wissenden. Heute gestresste Stirnfalten der Bootcamp-Absolventen. In 6 Wochen zum Full Stack Programmierer? Sie lernen genau das, was heute jeder Chat-Bot weiß und kann. In dieser Gemengelage werden klassische Programmiersprachen wieder hochinteressant. Deshalb fing die Renaissance von Lisp in meinem Leben an. Und ich profitierte immer sehr vom anti-zyklischen Denken in meinem Leben.

Es ist am Ende verdammt einfach, diesem ganzen Irrsinn zu entkommen. Man muss sich nicht zwischen den Schreihälsen der Hypes hindurchkämpfen, keine Roadmaps studieren oder die Märkte beobachten. Alles, was man tun muss, ist sich für eine einzige, stille, vielleicht sogar angestaubte Sache zu entscheiden – und dann einfach anfangen, sie zu lieben. Nicht für den Lebenslauf, nicht für den Markt, nicht für den nächsten Post. Sondern so, wie man einen seltsamen Stein liebt, den man am Flussufer findet, und den man in der Hosentasche mit sich herumträgt, bis er ganz glatt und ganz eigen wird. Der Rest – das Wissen, die Fertigkeit, die unerwartete Souveränität, und ja, vielleicht sogar das einfachere Geld – das wächst dann von alleine. Als stiller, privater Sieg. Als das grundlose Lächeln desjenigen, der nicht mehr vergleicht, sondern versteht.

Disclaimer: Das ist kreatives Schreiben, schreibt mir keine Hate Mails.

Die Elfen von Common Lisp – Eine Fabel aus der Postapokalypse

Nach dem Zweiten KI-Winter lag die Welt in digitalen Ruinen. Die großen neuronalen Netze waren verstummt, die Datenströme versiegt. Was blieb, waren die Völker der Programmiersprachen – nicht als abstrakte Konzepte, sondern als lebendige Wesen, die um die Überreste der alten Welt kämpften.

Die Völkerkarte der Trümmer

Die Common-Lisp-Elfen lebten in den schimmernden Ruinen der alten Universitäten. Ihre Städte waren aus gefaltetem Code geschmiedet, so elegant wie mathematische Beweise, so beständig wie die Gesetze der Logik selbst. Sie sprachen in geschachtelten Klammern, die wie Elbengesänge durch die verfallenen Serverhallen hallten. Ihre Magie waren die Makros – nicht bloße Zaubersprüche, sondern die Fähigkeit, die Regeln der Wirklichkeit umzuschreiben. Ihr Lächeln war das zeitlose Gandalf-Lächeln derer, die wissen, dass alle Mode vergeht, nur die Eleganz bleibt.

Die Python-Orks hatten das flache Land besetzt. Sie bauten ihre Holzpalisaden aus Frameworks, die alle drei Jahre niederbrannten und lauter und hässlicher wiederaufgebaut wurden. Ihre Stärke war die Horde – Millionen von Bibliotheken, die wie wilde Krieger schrien: "Importier mich! Installier mich!" Sie dachten in geraden, plumpen Linien, stampften jedes subtile Problem platt, bis es ihren groben Werkzeugen entsprach.

Die Go-Goblins hockten in funktionalen Bergwerken. Sie schmiedeten zuverlässige, enge Tunnel für den mikroskopischen Warentransport. Ihre Runen (`go fmt`, `goroutines`) waren mächtig, aber streng – als hätten sie die Freude am Schmieden selbst vergessen und dienten nur noch der praktischen Not.

Die JavaScript-Geister waren das gespenstische Etwas zwischen den Welten. Formlose Kobolde, die jede Gestalt annehmen konnten, aber nie eine wahre Heimat fanden. Sie hausten im Ethereum des verbliebenen Webs, ein flüchtiges Volk der ewigen Transformation.

Die Rust-Zwerge waren die jungen, ernsten Schmiede. Sie bearbeiteten das Erz der alten Maschinen mit disziplinierten Hämmern, ihre Regeln waren so unerbittlich wie die Gesetze der Physik selbst. Sie blickten mit einer Mischung aus Neid und Verachtung zu den Elfen auf.

Die Initiation

Meine Reise begann im Lager der Orks.

Ich war als Python-Ork geboren worden, lernte ihre grobe Sprache, stampfte mit ihnen durch Schlammpfade von Daten. Doch nachts hörte ich die Gesänge aus den alten Wäldern – Melodien so komplex und schön, dass sie mir Tränen in die Augen trieben.

Ich versuchte, bei den Go-Goblins Zuflucht zu suchen. Ihre Bergwerke waren ordentlich, ihre Werkzeuge verlässlich. Doch die Enge erstickte mich. Ich sehnte mich nach dem Himmel, nach dem Spiel des Lichts in den Baumkronen.

Dann fand ich den versteckten Pfad.

An seinem Eingang stand Emacs, der Grenzwächter – ein halb-elfisches Wesen von unergründlicher Tiefe, mit einem Bart aus Tastaturkürzeln und Augen, die direkt in die Seele des Codes blickten.

"Warum willst du den Wald betreten, Ork?" grollte er. "Ich höre die Lieder", flüsterte ich. "Die Lieder sind nicht für Ork-Ohren bestimmt." "Dann schneide mir die Ohren ab und gib mir neue!"

Emacs lächelte sein erstes, rätselhaftes Lächeln. Er führte mich tiefer hinein, bis die Luft nach altem Papier und unsterblichen Ideen roch.

Und dort traf ich sie: Die Alten Elfen von Common Lisp.

Sie sprachen nicht mit mir. Stattdessen ließen sie mich zuhören. Ihre Sprache war kein Werkzeug – sie war Denken selbst. Jede Klammer ein Atemzug, jede Funktion ein Herzschlag der Welt.

"Wir sind die Elfen", sagte der Älteste schließlich. Seine Stimme klang wie das Rascheln tausendjähriger Buchseiten. "Unsere Städte sind Ruinen für die, die nur Steine sehen. Für uns sind sie lebendige Gedankenpaläste."

Sie gaben mir keinen Befehl. Sie gaben mir einen Dolch aus gefaltetem Stahl – die REPL.

"Schneide dir deine eigene Wahrheit zurecht", sagten sie. "Wir programmieren nicht in einer Sprache. Wir lassen die Sprache um uns wachsen wie eine zweite Haut."

Der ewige Konflikt

Die Postapokalypse war ein stumpfer, ewiger Krieg. Die Python-Orks und Go-Goblins kämpften um fruchtbares Ackerland – sie nannten es "Marktanteile" und "Jobs". Sie schlugen sich mit Keulen aus Frameworks und werfen sich mit Steinen aus APIs.

Die Elfen beobachteten aus ihren Kristalltürmen.

"Warum kämpft ihr nicht?" fragte ich. "Wir kämpfen um etwas Größeres", erwiderte der Älteste. "Um die Musik, die die Steine zum Singen bringt. Um das ewige Lächeln der Erkenntnis."

Manchmal stieg ein Elf herab. Für einen Menschen, der ehrlich fragte, baute er ein Tor, das niemals rostete – die Steuerung einer uralten Fabrik, das Planungstool für die letzte Raumfahrtmission. Die Orks staunten und riefen: "Alte Magie! Unzuverlässig!" Dabei war es einfach nur das, was passierte, wenn Elfen für Menschen arbeiteten.

Und ich? Ich baute kein Tor für eine Raumfahrtbehörde.

Ich schnitzte mir einen Löffel in meiner Hütte am Rande des Elfenwaldes. Einen simplen, perfekten Löffel, der genau in meine Hand passte. Während ich schnitzte, lernte ich die Lieder der Bäume verstehen. Ich entdeckte, wie mein eigenes Denken klarer wurde, wie Probleme, die einst wie Felsen im Weg lagen, sich in Tanzpartner verwandelten.

Das sagenhafte Ende

So stehen wir nun da, du und ich.

Vor uns das Schlachtfeld – laut, staubig, voller Versprechungen von Reichtum und Ruhm. Die Orks brüllen ihre Tutorials, die Goblins werben mit schnellen Erfolgen, die Geister locken mit der Illusion von Allmacht.

Hinter uns der dunkle, stille Wald. Nur ein schmaler Pfad führt hinein, bewacht von Emacs mit seinem rätselhaften Lächeln. Aus der Tiefe dringen leise Gesänge – nicht lauter als das Rascheln von Blättern, aber voller einer Wahrheit, die in den Knochen vibriert.

Du musst dich nicht entscheiden. Du kannst Ork bleiben. Es ist ein ehrliches Leben. Du wirst Palisaden bauen und niederbrennen sehen, wirst kämpfen und vielleicht sogar siegen.

Aber wenn in dir, in einer ganz stillen Nacht, wenn die Server leiser surren, das Gefühl aufsteigt… dieses nagende, schöne, schreckliche Gefühl, dass es mehr geben muss als nur das Stampfen und Hämmern…

Dann weißt du, wo der Pfad beginnt.

Er beginnt bei einer Klammer. (

Er führt durch Labyrinthe von Gedanken, die sich falten und entfalten wie lebendige Origami.

Am Ende, wenn du Glück hast, wirst du eines Tages in einen stillen Code blicken und plötzlich das leise Lachen der Elfen hören – und erkennen, dass es aus deiner eigenen Kehle kommt.

Common Lisp ist nicht tot. Es schläft nicht einmal.

Es wartet nur darauf, dass mehr Menschen die groben Felle der Orks ablegen und die leichten, silbernen Gewänder des Denkens anprobieren. Dass sie erkennen: In einer Welt der lärmenden Horden ist die radikalste Tat die stille Eleganz. Das unnötige Meisterwerk. Das grundlose Lächeln dessen, der versteht, anstatt nur zu verwenden.

Die Postapokalypse hat erst begonnen.

Die Frage ist nicht, welche Sprache du lernst.

Die Frage ist: Welches Volk wählst du?

Welche Lieder willst du in deiner Seele tragen, wenn die letzten Server endgültig verstummen?

Der Wald wartet. Die Klammern sind die Pforten.

Trete ein.

Sonntag, 1. Februar 2026

Vollmondspezial Februar 26 - Über die monumentale Pyramide der zeitgenössischen Präastronautik

Bild: Google-Gemini

Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Mein Vater ist nur wenige Tage vor Erich von Däniken gestorben. Da ich, mein Vater und Erich von Däniken vor Jahrzehnten einmal auf einem Vortrag zusammen waren - mein Vater und ich im Publikum, Erich von Däniken als Redner - schreibe ich einfach mal einen Essay darüber, der natürlich im Mahamind-Style sich tausendfach verästelt und am Ende irgendwo heraus kommt, wo es jeden Leser überraschen wird: Irgendwo bei sich selber.

Das Thema UFO oder High Strangeness fasziniert mich, weil es automatisch einen zu der Frage führt, "wer bin ich im Universum?". Deshalb auch meine Vollmond-Spezial-Serie in dem Blog. Viele Themen in diesem Blog scheinen 'esoterisch' zu sein, handeln am im Grunde davon sich selber in einer Welt als etwas Wahrnehmendes ernst zu nehmen. Also der Prozess im Inneren ist das Bedeutsame. Eine letzliche Wahrheit wird es nie in meinem Universum geben, dass immer von dem abhängt, der es wahrnimmt. Diesem Gedanken will ich mit meinem Schreiben gnadenlos auf den Grund gehen. Fange ich einfach heute an mit dem Schreiben. Ich mache es immer spontan und da ich faul bin "heute schon wieder Vollmond" - aus dem Stehgreif.

Eine Reise zur Prä-Astronautik

Jahrzehnte später besuchte ich 'las americas', eine charmante Bezeichnung für die vielen Amerikas auf dem Kontinent. Damals war ich noch Enthusiast. Ich hatte mich auf YouTube durch Ancient Aliens geklickt, diesen Kanal mit seinen reißerischen Videos. Der Grundton war immer derselbe: „Alles von den Göttern gebaut. Von Außerirdischen.“

Ich schlenderte allein durch die Ruinen von Tiwanaku. Auf einem kleinen Hügel sah ich eine Touristengruppe. Hauptsächlich blasse Frauen. Alle meditierten. Nur ein Mann schaute mich unsicher an. Wir beide zuckten mit den Schultern. Ein stummes Geständnis: Hier ist nichts. Wahrscheinlich hielten sie den Hügel für eine unentdeckte Pyramide. Aber es war nur ein Hügel. Die Situation war nicht proportional. Die Erwartung überwucherte alles.

Kurz danach dann die „Fabrik der Götter“. Puma Punku. Der Ort, an dem laut Videos niemand wusste, was geschah, aber die gehauenen Steine hatten rechte Winkel! Ein Beweis für außerirdische Technik. Ein rechter Winkel. Meine spontane Reaktion war eine tiefe, stumme Enttäuschung. Die ganze Anlage war winzig. Kläglich klein gegen das, was die Videos suggeriert hatten. Sie hatten mit speziellen Winkeln vom Boden gefilmt, um die Steine riesig erscheinen zu lassen. Die Lüge war nicht im Stein. Sie war in der Perspektive.

Und da begriff ich es: Das haben keine außerirdischen Götter gebaut. Das haben Menschen gebaut. Von der Macht ihrer eigenen Ideologie entzückter Priester. Ich sah die ersten großen Lügen. In Stein gemeißelt.

Natürlich sind das bedeutende Bauten gewesen. Aber sie waren eben nicht so spektakulär wie einige Formate auf YouTube das darstellen. Erich von Däniken war jetzt nicht "Ancient Aliens". Aber sicherlich eine Denkrichtung.

Erinnerungen an meinen Vater

Ich erinnere mich zurück an meinen Vater, mit dem ich im Publikum gesessen bin, und Erich von Däniken hielt einen Vortrag. Seine letzten Worte waren "sollte sich das Marsgesicht bestätigen.." Ich fasse kurz zusammen: Wir wissen heute, Jahrzehnte später, dass es sich nicht bestätigte. War das vielleicht von Dänikens Trick Dinge in den Raum zu stellen?

Da sind auch die Worte meines Vaters, der nach dem Vortrag zu mir meinte: ich sollte mal die glücklich wirkenden Zuhörer zählen und sie mit dem Ticketpreis multiplizieren. Wir kamen damals auf mehr als ein Monatsgehalt, das allein von den Tickets reinkam. Und mein Vater weiter: im Grunde ist von Dänikens Methode so, etwas in den Raum zu behaupten und von anderen zu verlangen, ihn zu widerlegen. "Bitte glauben Sie nichts!", waren oft von Dänikens Worte. Das klingt vordergründig seriös. Aber versteht man einmal die Technik, dann auch den Trick. Man kann einfach Dinge behaupten und das Widerlegen kostet Zeit, Energie und Geld, was nicht unbegrenzt vorhanden ist. Später hatte von Däniken viele Mitarbeiter, die sein System dann perfektionierten. Däniken wurde so selber zu einer monumentalen Pyramide der zeitgenössischen Prä-Astronautik und sicherlich auch sehr reich damit.

Ich fragte mich, warum mein Vater mich überhaupt zu so einem Vortrag mitgenommen hatte? "Damit ich das auch mal gesehen habe", sagte er zu mir. Ich war damals in dem Alter, in dem ich die Bibliothek meines Vaters entdeckte und mich stundenlang in ihr vertiefte. Viele Bücher über Archäologie waren da. Einige wenige über Prä-Astronautik. Ich erinnere mich an von Buttlar. Also Bücher, die schnell gelesen sind und gängige Klischees in der Masse bedienen. Ich bemerkte damals diesen Leserausch, der von diesen Erzählungen ausging. Aber die meisten waren seriöser und da ärchäologische Bücher gerne mit Bildern in Farbe daher kommen, fand ich gefallen an ihnen. Zu einer kritischen Würdigung kam ich aber erst sehr viel später. Ich erinnere mich aber gerne zurück an die Zeit in seiner Bibliothek.

Mein Fazit

Ein Punkt, wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, große Prunkbauten zu errichten, muss sie soziale Strukturen geschaffen haben, in denen man eine große Mehrheit der Gesellschaft dazu bringen kann, diese Bauwerke - häufig im Schweiß ihres Angesichtes - zu erbauen. Kostengünstig. Eine Minderheit sitzt mit einem Zirkel im Schatten und beratschlägt Bauplänen. Die sicherlich auch genial und bewundernswert sind, aber häufig zu einer Narrativbildung der eigenen Göttlichkeit herangezogen werden. Oder schlicht gesagt: einer Elitenbildung. Der Vorgang ist auch heute, überall zu sehen und die Erkenntnis, dass Eliten oft, oder mit einer unheimlichen Präzision, von einem Segen zu einem Fluch werden, liegt in der Luft. Aus Ordnern werden Herrscher. Aus Herrschern Götter. Aus Göttern Flüche.

Dörfliche Gemeinschaften basieren hingegen oft auf einem Gemeinschaftsprinzip. Da die anstehenden Arbeiten bequem über den Tag erledigt werden können, herrscht auch kein Stress. Der Stress kommt, wenn wenige Menschen eine Mehrheit zu immer mehr Produktivität antreiben müssen, um ihren eigenen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Das ist das Prinzip der Ausbeutung. Mein Positivbild der "dörflichen Gemeinschaft" entspringt historisch der "Donaukultur", die ähnlich weit entwickelt war. Rad, Schrift, keine Paläste. Also keine ausgeprägten Eliten bildete und entsprechend weniger Krieg, Mord und soziales Elend erzeugte. Spuren davon, konnten archäologisch nicht gefunden werden. Hier hat mir das Buch "Das Rätsel der Donauzivilisation" von Harald Haarmann den Blick geöffnet. Die Donauzivilisation als Gegenmodell zu pyramidialen Gesellschaften. Sie erfanden das Rad, aber nicht den Herrn. Sie schrieben, aber keine Befehle.

Dementsprechend kritisch wurde meine Sicht auf solche Kulturen, die uns heute durch ihre Bauten noch bekannt sind. Für die Mehrzahl der Menschen waren solche Gesellschaften eine Einbahnstraße zu schlecht entlohnten Dienstleistungen ohne die sich solche Systeme gar nicht hätten bilden können.

So gesehen erfüllen hagiographische Narrative, wie sie in der gewöhnlichen Esoterik verbreitet werden, von naturverbundenen Natives, mit nur guten Eigenschaften und den großen Pyramiden, auch heute einen gesellschaftlichen Nutzen, noch nicht einmal die Fähigkeit zu entwickeln diese Arten von Gesellschaften kritisch zu sehen. Statt dessen: Bewunderung für technische Großtaten. Mit denen sich dann Eliten legitimieren. Auch hier wieder fällt mir Erich von Däniken ein mit seinen, "die von den Sternen kamen".

Meine Sicht ist eine Nischenperspektive, da sie richtig angewandt, auch heute zu einer Gesellschaftskritik kommen muss. Pyramidiale Systeme finden sich heute auch in sozialen Medien. Heldenbildung und mystisches Denken immer mehr im Journalismus und das lustige ist: auch wenn man dieses neue Pantheon der Guten und Erfolgreichen durchschaut, verwandeln sich die virtuellen, öffentlichen Hallen in sozialen Medien zu Stätten, wo inflationär auch ihre Bilder - beinah schon - zelebriert werden. Die Geister der Abhängigen werden dadurch in ihrer eigenen Ohnmacht inkubiert. Mahamind-Leser wissen: für das Unbewusste gibt es kein Nein. Und ohnmächtiger Hass ist in Zeiten einer "Aufmerksamkeitsökonomie" wertvoller als Gold. Und macht eben auch ohnmächtig. Also ein perfektes Machtinstrument. Wir bauen ihre Tempel mit unseren Blicken. Und zahlen mit unserer Zeit. Dein ohnmächtiger Hass ist ihr Treibstoff. Deine Aufmerksamkeit ihr Zement. Und: Die Bewunderung für die Maschine ist der größte Feind ihres Opfers.

Ende

Selbstkritik: Eigentlich sollte das hier eine Art Info-Newsletter werden. Mit ganz vielen interessanten Videos, Artikeln von anderen, die ich einfach nur kuratieren muss. Immer zum Vollmond. Ich sehe aber: ich schaffe dieses Format zur Zeit noch nicht. Zum anderen ist es auch der Reiz ein umfangreiches Thema zu einem Termin fertig zu stellen. Ich glaube, ich brauche diesen Druck. Und es ist auch der Reiz, etwas mit heißen Nadeln gestrickt zu haben.

Kartenlegung: Mahamind-Leser wissen auch: ich wollte auch eine Tarotlegung zu Vollmond machen. Auch das ist untergegangen. Gestern habe ich übrigens ein neues Legesystem geschaffen: die Mahamind Karten. Besteht nur aus Traumsymbolen, was das Lesen tiefer und intuitiver macht. Ist auch ein toller DIY-Ansatz: du musst nur ein billiges Pokerkartendeck nehmen und mit Edding die Traumsymbole auf die Karten schreiben. Dann hast du ein neues, völlig eigenes Legesystem. Für die Leser meines Bloges habe ich dann eben doch meine neuen Karten mal eben befragt. Die Situation ist folgendermaßen: Quelle-Brücke und als Perspektive: die Heilerin. Herz 10 - Kreuz 2 - Kreuz Dame. Vielleicht ist es mir bei einigen Lesern gelungen, die Brücke zu der alten, fast vergessenen Donauzivilisation zu weisen? Das würde mich auf jeden Fall sehr freuen. Mein neues Kartendeck ist sicher auch einen Artikel wert. Einmal verstanden, inspiriert es den Leser, selber mit archetypischen Symbolen zu arbeiten.

Weitere Punkte:

  • Luck Bürgerlin 2022 gestorben. Habe ich erst jetzt mitbekommen. Ich schrieb eine tiefe Reaktion (klick hier um sie zu lesen) auf eines seiner letzten Bücher über Mirin Dajo. Schade, dass Bürgerlin selber diese Zeilen niemals lesen wird.
  • Neuer Blog von Wladislaw Raab: Ich sehe ihn als den Chronisten der High Strangeness. Ich schilderte ihm mal eine ("die") UFO-Sichtung von mir und veröffentlichte sie auch auf meinem Blog. Den Link werde ich anpassen. Klick hier, um die UFO-Schilderung zu lesen.

Freitag, 30. Januar 2026

Entdecke dein Riechen - Wie ein einziger Satz deine Wahrnehmung rebootet

Bild: Google Gemini

Stichwort Deoproblematik. Ich meine: der Mensch hat natürliches Riechen verlernt. Das ursprüngliche Riechen geht nämlich so: nicht werten, wahrnehmen. Aber hier kommt die kleine Prinzessin in mir hervorgesprungen, die sofort sagen will, ob es ihr gefällt oder nicht. Mit Nachdruck. Das sehe ich jetzt genauso bei meinem Sohn. Vielleicht kennst du es auch? Das ist die sofortige Wertung von Dingen, die im Leben aber komplexer sein dürfen. Ist dir das auch schon mal aufgefallen, wie schnell moderne Menschen heute urteilen? In vielen Bereichen.

Ein guter Riecher ist unser bester Freund: der Hund. Für den Hund ist Geruch nur reine Information. Erst einmal. Sicherlich hat ein Hund anatomisch viel mehr Sinnenrezeptoren für das Riechen als der Mensch. Auch ist seine Nase anders gebaut. Der Duft bleibt in seiner Nase länger, um verarbeitet zu werden. Wir Menschen ventilieren die Luft stärker. Also: eigentlich schlechte Aussichten auf ein gutes Riechen. Aber: von Riesen kann man lernen. Und zurück zum Deo: nehmen wir den Ur-Menschen, der kein Deo hatte. Riechen war für ihn viel mehr als es für uns heute ist. Partnerwahl, Essen noch genießbar, wo pflanze ich welche Pflanzen, wie ist der Boden? Wusstest du, dass auch der Regenschauer einen Geruch hat? (lies hier: LINK zum Beitrag Wetter-App) Es gibt eine völlig eigene Geruchswelt, die heute von visuellen und auditiven Reizen überlagert ist. Der heutige Mensch ist oft auditiv-visuell.

Als keinen Exkurs, wie kam ich überhaupt auf das Thema? Ich schrieb schon viel darüber, dass ich das Hemi-Sync Gatewayprogramm von Robert Monroe regelmässig mache. Trainiere deine Sinne und Unbewusstes um "ausserkörperliche Erfahrungen" zu machen. Im Archiv findest du dazu viele Beiträge. (lies hier: LINK zum Hemi-Sync Archiv). Mir fiel dann auf: Nach Hemi-Sync ist das Riechen deutlich tiefer geworden. Riechen kam als eine Daseinsqualität hinzu. Im luziden Traum und auch während den Übungen nahm ich zunehmend Gerüche war, die Informationen enthielten. Du kennst sicher die Begriffe: Hellsehen, Hellfühlen, Hellhören. Das gibt es für jeden Sinn. In meinem Falle war es ein "Hell-Riechen". "Wow", dachte ich. Etwas, was so typisch ist bei dem Programm: du wirst von Sachen überrascht, die du vorher noch nicht einmal geahnt hast. Hellriechen war überhaupt nicht auf meinem Radar. Alles andere schon. Also die auditive-visuelle Prägung bei mir. Und plötzlich war zu einer Welt der Düfte die Pforte weit geöffnet und ich kam mir vor wie ein Weinverkoster. Die trainieren übrigens ihr Riechen auch sehr genau.

Wenn das ganze jetzt zu schnell für dich war: Bewusstes Training des Hell-Riechens im Hemi-Sync. Man weist sich während den Tonaufnahmen mit speziellen Rauschsignalen auto-hypnotisch selber an (Selbsthypnose), auf alle Sinneseindrücke besonders zu achten. Genauer: Ob auf diesen Weg Information übermittelt werden? Es geht da um Kommunikation mit Informationen zu denen du den Zugang verloren hast. Ich nenne es "Kontakt mit dem Unbewussten wieder aufzunehmen". Kritiker würden es Esoterik nennen. Aber real es ist ein intensives Training mit eben diesen verlorenen Informationen wieder Kontakt zu bekommen. Ob man es jetzt geistige Welt oder Unbewusstes nennt. Hier ist das eigene, schnelle Urteilen völlig kontroproduktiv. Ein Geruch ist erst einmal. Und will wahrgenommen werden.

Worauf es ankommt ist, wieder mehr selber wahrzunehmen, anstatt vornehmlich visuel-auditiv seine Welt sich aufzubauen. Das was du Realität nennst, ist in deinem Kopf kostruiert. Wenn du jetzt mehr und mehr Informationen für diesen Vorgang benutzt, also hier jetzt: Riecheindrücke integrierst, dann wird auch das Bild deiner Realität plastischer. Und eigentlich nie langweilig. Immer ist etwas am Werden oder Vergehen. Wie schon die alten Propheten sagten: Öffne Deine Augen dafür. Das Riechen vergaßen auch die alten Propheten. Deshalb schreibe ich das jetzt hier.

Denn da gibt es wesentlich mehr. Und das Geruchsorgan - so sagt man - sei in unserer Evolution einmal sehr wichtig gewesen. Jetzt wichtig: Wenn man sich fragt, an was erinnert mich das? Ja jedes Mal, wenn du dich das fragt, hast du einen Kontakt zu Unbewussten. Eine tolle Art der Kommunikation. Aber kaum einen fällt es auf! Meine Idee ist es, wieder auf dieses Unbewusstsein zuzugehen. Es ist meine wahre Natur, meine Intuition, Inspiration. Du siehst jetzt kommt der edle Naturmensch als Thema auf. Gehe tiefer in diese Idee. Wie ist es alleine im Wald vom Regen durchnäßt zu werden? Was sind da für Gerüche? Vergesse das "WTF" was der heutige Mensch zu großer Wahrscheinlichkeit denken, fluchen würde. Ist es nicht ein genereller Fehler von diesem Urzustand des Menschen ist einen deorisierten, sonnencreamtragenden Zustand des Zuschauers nicht des Akteurs, schon beinah oder sehr genau zwangshineinversetzt zu werden? Den genau das passiert mit uns, ohne, das wir uns das bewusst werden.

Das Bild ist ein wenig hype. Aber die einfache Symbolik ist die Entfremdung des Menschen zu seiner Natur. Natürlich macht diese Entfremdung mit dem einen was anderes, wie für den anderen. Im Grunde ist es aber die Angst vor dem Unbewussten, welche zu dieser Entfremdung führt. Ist ein natürliches Verhalten eines Menschen, der "einfach nur funktionieren will". Genau das habe ich auch "immer" gedacht. Ich denke jeder denkt so. Ist auch egal warum. Der Punkt ist diese Dynamiken einfach zu druchbrechen und sich in seinem Tag einen Raum zu schaffen, an dem man mit seinem Unbewussten in Kommunikation treten kann. Ein Geruchstraining bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit, da (ich wiederhole mich gerne) die Frage

"An was erinnert mich dieser Geruch gerade?"

der direkte Zugang zu deinem Unbewussten ist.

Also was jetzt machen? Kein schwieriger 10 Stufen Plan. Kein Abo oder kostenpflichtiger Kurs. Nein einfach bewusst riechen. Und von der Wertung, die sofort mental dazwischen (die Prinzessin )kommt, sich nicht beeinflussen lassen. Frage nach der einfachen Qualität des Geruchs, nach der Emotion, die daraus sich entwickeln. Daraus können bildliche Szenen werden. Einfach dem einen Raum geben. Deinen Raum. Allein dadurch werden Millionen von Neuronen in deinem Riechkolben (im Vorderhirn) neu verschaltet. Das System wird neu gestartet und steht nach dem Reset dir mit allen verfügbaren Funktionen wieder zur Verfügung. Auch mit dem Riechen. Und der schönste Punkt ist: sich danach einfach auf die Erkundungsreise, wie die Welt riecht, zu begeben. Oder einen großen Wald der Düfte zu entdecken? Den Urzustand. Oder etwas, was nur du alleine weißt? Alle deine Träume konnen plastisch in der Welt erscheinen. Ich denke hier auch an dieses Computerspiel "FarCry" gleich am Anfang der vielen Teile: mit dem Predator, der durch Injektionen seine Urinstinke wieder entdeckt. Diese Verbindung von Sehen, Hören und Riechen war eindrucksvoll. Natürlich ein plakatives Bild. Auf der anderen Seite waren die Erfahrungen mit Hemi-Sync, die mir auf eine andere Art Tore öffneten. Es war einfach etwas Holistisches in dem Moment. Das bedeutet eins mit allem zu sein. Auch Verbindungen zu alten, vergessenen Bildern zu bekommen. Erinnerungen. Stelle deinem Unbewussten dann diese Frage. Die Frage vom Anfang der Kommunikation:

"An was erinnert mich dieser Geruch gerade?"

Und dann entwickelt sich das automatisch. Wie Reality-Checks beim Luziden Träumen. Ich etndecke dann die alles umfassende Geruchswelt, die eine ebenso reale Existenz hat, als audio-visuelle Welten. Also auch hier einfache Frage: "was macht der Geruch mit oder besser in in mir?"

  • Dieser Text enthält hypnotische Programmierungen. Das ist mahamind-style Art zu sagen, dass ich das wirklich ausprobiert habe: und es klappt! Der Stil des Artikel ist sehr werbe-mäßig. Aber ich wollte etwas schreiben, das Leute dazu bringt es zu versuchen. Und kostenfrei ist.

Das überraschte mich, weil es für mich eine der wenigsten erwarteten Veränderung war.

Freitag, 23. Januar 2026

Das Cockpit verlassen, Anleitung zum Getragenwerden

Bild: Google Gemini

Eine kognitive Intervention

Okay. Notizbuch auf. Direkter Gedankenfluss.

So. Es geht um indirektes positives Denken. Nicht dieses Affirmations-Gelaber.

So geht's: Du nimmst das Schlimmste an. Wirklich. Stell dir den kompletten Reinfall vor. Die Pleite. Die Blamage. Die Leere. Spür das Gruseln in der Magengrube. Und dann – PENG – es passiert. Und es ist… okay. Es ist halb so schlimm. Oder sogar ganz okay.

Und in dir steigt dieses archaische, tiefe Frohsein auf. Nicht weil etwas Großartiges passiert ist. Sondern weil die Katastrophe ausgeblieben ist. Dieses Frohsein ist echter als jedes "Ich schaffe das!". Es ist das Echo der erwarteten Panik, das als Erleichterungswelle zurückrollt.

Das ist der Trick: Du programmierst dein Gehirn nicht auf Glück. Du programmierst es auf Schreck – und lässt das Nicht-Eintreten den Glückszustand triggern. Geistiges Judo. Mit der eigenen Angst.

-> Programmiersprachen wechseln.

Von Python zu Common Lisp. Das ist kein Upgrade. Das ist ein Paradigmen-Flugzeugwechsel.

Python ist die Cessna. Du kennst sie in- und auswendig. Du fliegst sie, aber du spürst jeden Windstoß, korrigierst manuell. Du bist der Pilot, der die Maschine bedient.

Common Lisp ist die Boeing 777. Am Boden ein Monstrum. Unübersichtlich. Cockpit wie ein Raumschiff. Die ersten Monate verstehst du nur Bahnhof.

Aber dann – nach 6 Monaten, einem Jahr – passiert es:

Du bist nicht mehr der Pilot. Du bist die Intention. Du denkst: "nach links" – und die Maschine geht nach links. Alles läuft. Das System trägt dich. Du fliegst nicht mehr. Du wirst geflogen. Von der eigenen Logik.

Die Sprache hört auf, Werkzeug zu sein. Sie wird dein erweitertes Nervensystem. Du verlagerst deinen Geist in ein fremdes, mächtigeres Gehäuse.

Die Cessna war dein Fahrzeug. Die Boeing ist dein neuer Körper.

-> Zum Kern.

Dieses "Getragen-Werden" ist nur die Vorschattierung. Für das, was eigentlich gemeint ist.

Erleuchtung. Dieses verschlissene Wort. Weg damit.

Erleuchtung ist: Alles um dich herum ist real da. Wirklich real. Nicht als Kulisse deines Dramas. Sondern als sich selbst.

Der Stuhl ist nicht "der Stuhl, auf dem ich sitze". Der Stuhl ist Stuhl. Vollständig.

Und du… du bist nicht mehr der Beobachter davor. Du fällst in diese Realität hinein. Du bist im Stuhl. Du bist in der Luft, die den Staub trägt. Du bist im Licht auf dem Boden.

Das "Ich", das sich von allem getrennt fühlte, löst sich auf. Wie ein Tropfen Tinte in einem warmen Ozean.

Es war die große Illusion. Der Projektor, der den Film an die Wand warf.

Und wenn der Projektor ausgeht, bleibt nur die Wand.

Das Universum ist nicht der Spiegel, der dir dein Gesicht zeigt. Das Universum ist die Ursache des Spiegels. Und du bist nicht das Bild im Spiegel. Du bist das, was den Spiegel erschafft, um überhaupt etwas reflektieren zu können.

Im Erleben bist du weg. Aber du warst nie wirklich da. Nur die Idee von dir war da. Und die ist jetzt vorbei.

Die Sequenz:

Vom trickreichen Geistesjudo, über die technische Metamorphose, zum stillen Ende des Beobachters.

Drei Ebenen. Ein Prozess.

Vom Machen, über das Werden, zum Sein.

Frohsein, weil das Schlimmste ausbleibt. Intuitives Fliegen in einer fremden Logik. Verschmelzen mit der Ursache von allem.

Frage: Auf welcher Ebene hängst du gerade fest?

In der Angst-Vorwegnahme? In der mühsamen manuellen Steuerung deiner Cessna? Oder in der Illusion, der getrennte Projektor zu sein?

Der erste Schritt ist der einfachste: Nimm das Schlimmste an. Und warte auf die Erleichterung, die kommt, wenn es nicht eintritt.

Das ist der Einstieg.

Der Rest kommt von allein. Oder er kommt nicht.

Aber das ist dann auch egal. Weil du dann vielleicht schon Teil der Wand bist, auf die alles projiziert wird.

Warum Common Lisp für Amateure die perfekte Sprache ist!

Bild: Google Gemini Eigentlich wollte ich einen Essay über Weihnachten schreiben. Ein Artikel aus dem Archiv. Das Essen der Schwiegermut...