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Freitag, 7. November 2025

Rebell in der Kassenschlange

Bild: Google Gemini

Kassenschlangen sind lang und geben Gelegenheit über sich in der Welt nachzudenken. Wenn da nicht das böse Smartphone wäre, auf das immer mehr zunehmend starren. An der Kasse zeigt sich: Das Smartphone macht uns zu Getriebenen in der eigenen Tasche. Meine Rettung? Ein simpler, gelber Zettel. Meine Gedanken dazu und wie immer: ein wenig mehr:

Die analoge Alternative in einer digitalen Welt

Zunächst die wichtigste Erkenntnis: Die optimale Notizmethode hängt von dir und deinen Umständen ab. Große Romane wurden auf Klopapier geschrieben. Heute dominieren elektronische Hilfsmittel, und viele versuchen alles mit ihrem Smartphone zu erledigen. Was spricht dagegen?

Dagegen spricht, dass fast alle diesen Weg gehen oder gehen würden. Die meisten glauben, es handele sich um die beste Notationstechnik - und dennoch gelingt es nur wenigen, etwas Sinnvolles aus ihren Notizen zu machen. Betrachtet man das Verhältnis zwischen denen, die gut mit digitalen Notizen arbeiten, und denen, die in ihnen "ertrinken", wird das Problem evident. In entsprechenden Foren sind diese Diskussionen allgegenwärtig: Trotz elektronischer Hilfen kommen viele Menschen mit ihren Notizen nicht zurecht.

Handschriftliche Notizen befreien dich vom digitalen Ballast: Sie sind schneller als jedes Smartphone, machen dich nicht zum Supermarkt-Hindernis und schützen dich vor der allgegenwärtigen Datenüberwachung.

Zurück zu den Basics

Ich habe die Thematik radikal auf ihre Grundlagen reduziert: Wozu dienen Notizen? Primär sollen sie Vergessen verhindern. Bei kurzfristiger Bedeutung genügt die Einkaufszettelmethode. Bei langfristiger Relevanz wird es individuell.

Mein erster Schritt war der Kauf eines Schulhefts für Grundschüler und gelber Sticky Notes. Beim handschriftlichen Schreiben geschah Erwartbares: Es war ungewohnt, die Schrift krakelig. "Oh Gott, wie altmodisch!" Doch es funktionierte - ich vergaß weniger beim Einkaufen! Selbst familiäre Zusatzaufträge "Kaufe dies und das und vergesse es nicht!" werden mir zuverlässig erfüllt. Die Wahrheit ist: Das menschliche Kurzzeitgedächtnis kann kaum mehr als sieben Dinge gleichzeitig behalten. Überschreiten die Einkaufswünsche diese Zahl, vergesse ich großzügig und regelmäßig. Mit den gelben Sticky Notes hörte das auf.

Warum keine Smartphone-Einkaufsliste?

Weil es schlichtweg nervt! Sind dir diese Smartphone-Nutzer im Supermarkt aufgefallen, die ständig im Weg stehen? So wollte ich nicht enden. Überlege selbst: PIN eingeben, App starten, Einträge lesen oder bearbeiten? Handschriftlich geht es definitiv besser und schneller. Mit der Zeit kehrte die Routine zurück, und obwohl ich auf QWERTY- oder FlickBoard-Tastaturen (etwas Neuem, Feinem) schnell tippe, übertraf meine Handgeschwindigkeit bald die Tippgeschwindigkeit.

Wer möchte schon seinen Heimcomputer zum Einkaufen mitnehmen? Genau das tun jedoch die meisten - und wundern sich, warum das Leben kompliziert wird. Man wird zum Menschen, der anderen im Weg steht, weil er unbedingt auf sein Smartphone starren muss, ohne es selbst zu bemerken. Das gilt als cooler Zeitgeist. Vielleicht sind die Anderen es nicht wert, beachtet zu werden - analoge Trottel? Doch eine zeitlose Weisheit warnt: Stehe niemals den Falschen im Weg. Gefährlich! Hier tobt ein echter Kulturkampf!

Schmeiß dein Smartphone beim Einkaufen weg! Ein handschriftlicher Zettel ist schneller, macht dich nicht zum Supermarkt-Clown und schützt dich vor der Datenmafia.

Digitale Zwänge und Überwachung

Weitere Gründe, das Smartphone öfter zu Hause zu lassen: Es ist ein Überwachungstool. Apps tracken deine Wege. Ob der Weg nach dem Einkaufen regelmäßig zum Liquorshop führt, sollte deine Privatsache bleiben. Doch selbst aus "harmlosen" Daten werden munter Persönlichkeitsprofile erstellt - von Menschen, die du nicht kennst und nie kennenlernen wirst. Du verstehst nicht einmal, wer da in deinem Leben mitmischt.

Betrachte Smartphone-Nutzer genau: stets gehetzt, gelangweilt, vom Leben reizüberflutet. Glaubt jemand ernsthaft, das käme nicht von diesen Geräten? Kalte Blicke in der Supermarktschlange, nur ein flüchtiges, verzücktes Lächeln beim Blick auf das Display.

Notizbuch statt Burnout: Papier stoppt die Reizflut, schützt deine Privatsphäre – und macht dich endlich wieder zum Herr deiner eigenen Gedanken.

Eine alternative Vision

Mein Gegenentwurf: ein aufgewachter Blick, stets bereit, einer Oma über die Straße zu helfen, eine muntere Melodie auf den Lippen, und die gelbe Sticky Note stets griffbereit in der Hosentasche.

Das analoge Notizbuch ist ein Akt des Widerstands: Gegen den Zeitgeist der Ablenkung, gegen die Kontrolle durch Tech-Monopole und für echte Erinnerungen statt KI-komponierter Scheinwirklichkeiten.

Die Illusion der Smartphone-Fotografie

Bei Smartphone-Kameras zeigt sich dasselbe Problem: Sie sind zu umständlich für schnelle Aufnahmen. Ich fotografierte gerne, doch mit modernen High-End-Phones wurde es wie bei den Dinosauriern: zu schwer und unhandlich für schöne Foto-Nachmittage. Das eigentliche Problem liegt tiefer:

Dein High-End-Smartphone? Ein 1.500€-Überwachungsgerät, das KI-Fantasien schießt und dich zum willenlosen Datenlieferanten macht. Zeit für analogen Widerstand!

Diese Geräte schießen keine Fotos mehr - sie komponieren KI-Fantasien. Für 1.500€ kaufst du einen Algorithmus, der Himmel künstlich blaut, Schatten hervorzaubert und Gesichter zu glatten Masken retuschiert. Das Ergebnis ist ästhetischer Betrug: hübsch, aber ohne Bezug zur erlebten Realität. Früher fing eine Kamera Licht ein - heute berechnet ein Chip, wie dein Moment hätte aussehen sollen. Wer echte Erinnerungen will, nicht nur Instagram-Trophäen, sollte die Kontrolle nicht an KI abgeben. Und dafür auch noch Mondpreise zahlen? Eine normale Kamera kann zwar schwer sein, hängt aber bequem um den Hals.

Der Trend zur Monokultur

Der Trend, alles in einem Gerät zu vereinen, erreicht seinen toten Punkt. Die Betreiber dieser Geräte, zufälligerweise meist Monopolisten, sind zwielichtige Geschäftsleute, auch wenn die meisten User sie innerlich dutzen. Bald stellt sich die Frage: Wem gehören die Daten auf dem Gerät? Und die nächste Frage: Wem gehörst du?

Überwachung und informelle Ausbeutung sind keine tollen Errungenschaften. Für die meisten ist es tricky, dies zu erkennen und zu umschiffen: Die Lösungen für die Leute kommen aus dem Smartphone, von denen, die von ihren Problemen profitieren. Lösungen? Eher nicht! Sie setzen dich in Reiz-Reaktions-Zyklen, die du erst bemerkst, wenn du im Burn-Out steckst. Das aber erst am Ende. Denn: Die meisten wollen nicht anders sein, als es die Werbung vorgibt. Und träumen so in der Einkaufsschlange im Smartphone versunken vor sich hin.

Analoger Widerstand

Daher habe ich das Prinzip des analogen Widerstands verinnerlicht. Es ist kein Kampf gegen etwas, sondern eine Flucht vor etwas, das man nicht wirklich braucht. Smartphone-Kameras? Die guten sind teuer, schwer - und stille Spione. Die Lösung: analoge Kameras. Nicht unbedingt teurer. Wer sich kein High-End-Smartphone kauft, hat das Geld für eine analoge Kamera.

Ein simpler Zettel funktioniert: Er schlägt das Smartphone bei der Einkaufsliste im Sprint, rettet dich vor der Reizüberflutung und gibt dir die Kontrolle über deine Gedanken – und Daten – zurück.

Bei der Smartphone-Entwicklung gilt längst nicht mehr, dass bessere Leistung günstiger wird. Vor fünf Jahren noch, doch heute? Warum eine Kamera kaufen, wenn man ein Smartphone hat? So dachte man damals. Heute erschließt sich mir das nicht mehr. Eine gute Smartphone-Kamera wird stets teurer sein als eine gute, gebrauchte Kamera.

Die Pause im Alltag

Das Notieren dient auch dazu, den Alltag einfach mal anzuhalten. Aha, Moment mal: Das möchte ich nicht vergessen. Also notiere ich es mir.

Schon bin ich dran. Zahle an der Kasse. Natürlich bar.

Freitag, 12. September 2025

Atmen in der Informationsflut: Warum Soziale Medien mehr stressen als informieren

Bild: Google Gemini


Das Überangebot an Informationen in unseren Sozialen Medien erzeugt vor allem eines: Stress. Die ständige Flut an News, Meinungen und Posts überfordert uns und macht es nahezu unmöglich, alles zu verarbeiten.

Tools wie RSS-Feeds sind ein hervorragendes Mittel, um dieses Problem zu minimieren. Sie bündeln die Quellen, die uns wichtig sind, und sparen uns eine Menge Zeit. Doch das Grundproblem bleibt immer da, auch wenn der RSS-Feed eine enorme Erleichterung bringt.

Für mich sind Blog-Artikel die ideale Lösung. Sie sind wie Destillationen von Wissen in einem einzigen, fokussierten Artikel. Oft sind diese Beiträge kostenfrei und werden ehrenamtlich betrieben – ein Handel mit Daten findet nicht statt. Der Datenbroker geht leer aus.

Die moderne Entwicklung bietet nun Möglichkeiten, mittels KI reine Informationen aus einem Artikel zu extrahieren. Doch hier lauert wieder das alte Problem der Informationsflut. Persönlich halte ich daher an einer alten Methode fest: Ich mache handschriftliche Notizen, die oft viel mehr kondensiert sind.

Wissen destillieren, extrahieren und kondensieren. All diese schönen Fremdwörter wollen etwas Wichtiges ausdrücken: Um mit Wissen wirklich zu arbeiten, muss es komprimiert werden, um es dann wieder zu entfalten und zu nutzen. Auf einer symbolischen Ebene ist es wie das Atmen: Einatmen, Ausatmen. Das Leben will atmen. Das ist fast schon poetisch.

Ganz anders habe ich das viele Jahre lang gesehen: Ich dachte, Wissen müsse kopiert werden. So arbeitete ich auch. Ich schrieb alles akribisch auf, legte es dann zur Seite – "für später". Doch dieses Später kam oft nicht. Das Wissen lag brach und sorgte für einen inneren Informationsüberfluss, der meine menschliche Intelligenz überflutete und lähmte.

Ich sehe genau diese falsche Herangehensweise bei vielen Menschen heute. Deshalb mein Plädoyer: Macht es wie das Leben. Atmet.

Ich fasse Dinge inzwischen sehr kurz zusammen – und merke sie mir dadurch oft auch schon gleich. Das schreibe ich irgendwo auf. Wo, ist eigentlich egal, es muss bloß griffbereit sein. Wenn ich dann später diese kurze Notiz sehe, kann ich das Wissen daraus wieder entfalten. Ich schreibe, schreibe, schreibe. Alles entsteht durch die zur Inspiration gewordene Fremd-Information und mein Geist – oder, profan ausgedrückt: mein Gehirn – schafft daraus etwas vollständig Neues.

Ist das nicht ein wunderbarer Ansatz, um menschliche Kreativität zu begreifen? Wenn man da noch tiefer einsteigt, beginnt man auch, die Realität anders zu begreifen. Wenn man so will, wird die Realität der vielen durch einen permanenten Informationsüberfluss geschaffen. Durch diesen Überfluss folgt eine Relativierung von Informationen. Es werden einfach keine wichtigen Informationen mehr wirklich bearbeitet. Daher kommt meiner Meinung nach die Unlogik der Massen. Die Gaffer bei einem Autounfall. Die Menschen, die im Fernsehen sehen, dass irgendwo Krieg ist – und es für normal halten.

Durch meinen Ansatz brichst du aus dieser Massenlogik aus und kommst an die reine Quelle deines Seins heran. Du erschaffst dein Leben. Nur du kannst diese reine Quelle erschaffen oder sein. Durch bewusste Informationsfaltung und Entfaltung. Das ist jetzt ein etwas metaphysischer Ausblick.

Aber ich denke auch, dass so ein Denken einfach hirnfreundlicher ist. Nicht konsumieren, sondern absorbieren, destillieren, konzentrieren und wieder extrahieren.

Freitag, 22. August 2025

Entdecke den Wettersinn in Dir!

Wie werde ich wetterfühlig - oder: warum ich mir selber eine Wetter-App programmiere?

Bild: Google-Gemini

Hallo, der Blogartikel beschäftigt sich mit der natürlichen Fähigkeit des Menschen, das Wetter vorherzusagen. Gibt es so eine Fähigkeit? Kann man sie trainieren?

Wie kam es den Artikel zu schreiben?

Aus Lust an dem Thema. Mir fiel auf, dass meine Wetter-App oft völlig falsche Wetterprognose anzeigt. Und ich testete viele Wetter-Apps. Alles nicht optimal. Besonders das UI ('User Interface', graphisches Design der App) verspricht immer mehr, als es real halten kann.

Wenn man mehr verspricht, als man halten kann, dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Das war bei den Wetter-Apps der Fall. Ich versuche dann immer Probleme "herunterzubrechen". Das heißt sie in Teilprobleme zu zerteilen, die informativer oder sogar dann auch lösbarer werden.

Da stieß ich auf ein großes Manko der Wetter-Apps: sie archivieren keine historischen Wetterdaten. Das macht sie völlig nutzlos. Was sie liefern sind Wetterprognosen. Das sind mathematische Modelle, die dies und das vorhersagen sollen. Wenn das aber nicht klappt, dann sitzt man auf der Fehlprognose und das ist auch schon alles.

Mit historischen Daten kann man Trends ermitteln. Zum Beispiel: die Temperatur wurde die letzten 30 Tage wärmer, also kann man selber prognostizieren, dass das Wetter demnächst noch wärmer werden könnte. Ganz einfach. Ich besitze keine Ausbildung in Meteorologie (Wetterkunde) und das Buch, das ich angelesen habe, ließ ich erschrocken liegen: im Vorwort wurde gesagt, Meteorologie würden nur noch mathematische Vorhersagemodelle verwendet. Da wollte ich dann nicht einsteigen, da ich schon wusste, dass solche Prognosen oft daneben liegen. Im Grunde ist das, was Meteorologie heute ist, nicht das, was mir unter Wetterkunde vorschwebt.

Meine Vorstellungen von Wetterkunde

Kurz gesagt: Wetterkunde ist für mich wie ein Talent in einem Rollenspiel, dass man verbessern kann, um ohne Hilfsmittel (im Spiel) das Wetter vorhersagen zu können. Wird es regnen? Wie wird das mit dem Wind? Sonnenschein?

Natürlich ist der Hinweis auf das Rollenspiel spaßig gemeint. Aber im Grunde ist es doch so, dass jeder Mensch einen Instinkt dafür hat, wie das Wetter in den nächsten 24 Stunden sich verändern wird. Das kann ein großer Überlebensvorteil sein. In freier Wildbahn.

Heute denken wir, dazu mathematische Modelle erfinden oder konkret: uns von Apps sagen zu lassen, wie das Wetter werden wird. Das ist die zivilisatorische Sackgasse.

Meine Vorstellung von Wetterkunde ist also ein instinktives Wissen PLUS (wenn dann das intensivieren will): das Sammeln von historischen Wetterdaten.

Wie geht es?

Der erste Schritt ist traditionelle Himmelsbeobachtung: einfach den Himmel beobachten. Was für Wolken sind da? Lernen Wolkenformationen zu erkennen. Zum Beispiel sind Cirrus-Wolken Vorboten und Cumulonimbus-Wolken unmittelbare Zeichen für Gewitter. Hier ist es nicht wichtig, die einzelnen Wolkenformen benennen zu können. Es geht um das bewusste Wahrnehmen. Ohne Worte: Wolkenlesen wie ein Seefahrer. Die stumme Sprache des Himmels entziffern.

Ein weiterer Schritt kann das innere Einnorden sein. Also wo sind die Himmelsrichtungen, wenn ich mich durch den Raum bewege? Den Schatten im Augenwinkel als Kompass nutzen. Die unsichtbaren Linien der Welt spüren. Das ist super, um den Sonnenstand abzuschätzen. Wie spät ist es jetzt? Du kannst die Farben bei Sonnenauf- und untergang deuten ("Abendrot gut Wetterbot")

Beobachte das Verhalten der Tieren: Schwalben fliegen tief bei drohendem Regen, Ameisen werden aktiver bei hoher Luftfeuchtigkeit. Das aufgeregte Geschnatter der Spatzen im Gebüsch. Die emsige Stille der Schnecken auf dem Weg. Höre dem Gesang der Vögel zu. Oft erzählt er dir, wie das Wetter werden wird.

Lerne Gerüche bewusst wahrzunehmen: Regen riecht man oft vorher (=> das nennt man "Petrichor", letzter Absatz des Artikels geht darauf tiefer ein). Luft riecht "frisch" vor einem Gewitter.

Wie ist das körperliche Empfinden? Fallender Luftdruck (schlechtes Wetter naht) kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen verursachen. Steigender Luftdruck (Wetterbesserung) wird oft als angenehm empfunden.

Luftfeuchtigkeit fühlen: Schwüle, drückende Luft deutet auf Gewitter hin.

Temperaturveränderung auf der Haut spüren (z.B. kühler Wind).

Praktische Tipps:

  • Regelmäßig nach draußen gehen und die Wetterverhältnisse bewusst wahrnehmen.
  • Eigene Beobachtungen mit der offiziellen Vorhersage vergleichen.
  • Ein Wettertagebuch führen, um Muster zu erkennen.

Historische Wetterdaten per App

Im Grund ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg das Interesse. Da ich keine wirkliche gute Wetter-App für mich fand, die auch historische Werte der letzten Tage (Jahre) verwaltete, schaute ich mir die APIs der Wetterdienstanbieter an. Historische Wetterdaten sind problemlos abrufbar. Und das oft auch kostenfrei. Man muss sich nur registrieren und dann kann man mit einem API-Schlüssel auf die Daten zugreifen. Da braucht man aber Kenntnisse einer Programmiersprache. Python ist einfach zu lernen und es gibt für alles eine Bibliothek. Am Anfang habe ich historische Wetterdaten händisch gesammelt. Das wird aber auf die Dauer zwanghaft. Aber das geht auch. Einfach in ein Notizbuch eintragen. LibreOffice-Tabelle oder was auch immer.

Aber ich jetzt: Jetzt rufe ich einfach die alten Daten ab, speichere sie auf meiner Festplatte und mein Dilemma ist gelöst. Der beruhigende Rhythmus des Code-Getippes. Die Zufriedenheit, wenn der Datensatz endlich sauber auf der Festplatte liegt. Der eigene, persönliche Wetterserver. Vom Datenkonsumenten zum Datensammler werden. Die Hoheit über die eigenen Prognosen zurückerobern. Keine "Vorhersagen" mehr. Sondern eigenes Erleben und Intuition. Hören des Winds, der Vögel. Wahrnehmen des Lichts, wie riecht der Tag? Das ist doch lebendiger als das auf das Smartphone zu starren und eine Message an jemanden am Frühstückstisch zu schicken mit der Frage: "Du, wie ist das Wetter?" Aber noch besser: Natürlich kann ich jede Frage "wie ist das Wetter bei Dir?" mit einem Griff zum Laptop und "Einen kleinen Moment!" ausführlich und fundiert beantworten. Und werde ich mal naß, liebe ich es. Denn das ist Leben.

Was ist Petrichor? Oder: Wie riecht Regen?

Am Ende, als kleinen Exkurs, noch der Versuch, Regen mit allen Sinnen zu beschreiben. Vielleicht kann das als Anregung und Motivation dienen beim nächsten Regenschauer einfach die eigenen Sinne aufzumachen. Das passiert passiv, einfach durch innerliches Loslassen.

Geruch: Der Geruch von Petrichor kann folgend beschrieben werden:

Der scharfe, ozonige Beigeschmack der Luft vor dem Gewitter. Der modrige Duft von nassem Laub. Wie ist das jetzt? Der Geruch von Regen ist der Geruch von Kindheit, von Sommernacht, von Pfützen.

erdig-modrig: Die tiefste, grundlegende Note. Erinnert an frische, feuchte Gartenerde nach dem Umgraben.

Würzig-holzig: Eine leicht pfeffrige, holzige Komponente, ähnlich dem Geruch von trockenem Moos oder verfaultem Holz, das nun befeuchtet wird.

Mineralisch: Eine scharfe, fast metallische Nuance, wie der Geruch von nassem Stein oder einer Betonplatte, die nach langer Trockenheit endlich abkühlt.

Frisch & rein: Eine saubere, belebende Obertone, die den Staub und die Trübung der trockenen Luft wegzuwaschen scheint.

Gesichtssinn: Was kannst du zu Beginn des Regens sehen? Das Flirren über dem Asphalt. Die unnatürliche Klarheit der Fernsicht. Dieses unerklärliche "Drückende" in der Luft. Die bleierne Stille. Regen wird sichtbar durch die ersten, großen Regentropfen, die auf staubigen, trockenen Boden aufschlagen. Die Magie, wie aus Staub und Trockenheit plötzlich dieser belebende Duft wird. Der Geruch, nach dem man sich sehnt, nach langen heißen Perioden. Kurz vor der Entstehung des Regenschauer ist ein schwacher, flirrender Dunst über dem heißen Asphalt oder Sand zu sehen.

Wirkung: Die Luft wirkt nach dem Regen klar und gewaschen, die Farben der Umgebung erscheinen intensiver und gesättigter.

Gehörsinn: Das ferne, dumpfe Grollen. Das plötzliche Verstummen der Vögel. Regen wird begleitet von dem charakteristischen Zischen und leisen Pochen der ersten Regentropfen, die auf den staubigen, heißen Untergrund treffen. Das Geräusch des leichten Prasselns eines sanften Landregens, der den Duft erst richtig aus dem Boden löst und in die Luft trägt.

Gefühl / Tastsinn: Gänsehaut bei kaltem Abwind. Die feuchte Kühle auf der Stirn noch bevor der Regen kommt. Oft begleitet von einer spürbaren Abkühlung der Luft und einem leichten, frischen Windhauch, der den Duft trägt. Die zuvor vielleicht drückende, schwüle oder staubige Luft wird rein und leicht und fühlt sich auf der Haut angenehm kühl an.

Geschmackssinn: Ein erdfrischer, mineralischer Beigeschmack in der Luft, den man fast auf der Zunge zu schmecken meint. Erinnert an den Geschmack von Quellwasser oder an die kühle, saubere Luft in einer Höhle – nicht direkt essbar, aber wahrnehmbar. Die gereinigte Luft schmeckt frisch und weich, im Kontrast zur scharfen Trockenheit davor.

Wissenschaftliche Note: Der Duft entsteht durch Geosmin, ein organisches Molekül, das von bestimmten Bodenbakterien (Streptomyces) produziert wird. Zusätzlich tragen pflanzliche Öle, die während der Trockenperiode freigesetzt und vom Boden aufgenommen wurden, sowie Ozon aus der Luft zum komplexen Geruch bei.

Fazit: Petrichor ist die Unterschrift des Regens unter einen Vertrag mit der Erde. Ein Duft, den keine App der Welt jemals einfangen kann.

Sonntag, 8. Juni 2025

Duolingo das Downtown Las Vegas?

Mir ist es heute gelungen, in die "Diamond League" von Duolingo, aufzusteigen. Es folgt ein kurzer Erfahrungsbericht über das aktuelle Duolingo.

Das Damals - Duolingo ist die bekannteste Sprachlern-App mit über 40 kostenlosen Sprachkursen. Ich mache das - mit Unterbrechungen - schon seit über 10 Jahren, und fühle mich deshalb berufen, einen kleinen Einblick zu geben in das Damals und Heute. Denn damals war die App eine verdammt coole Sache. Fährst du in den Urlaub? Fange zwei Monate mit dem Sprachkurs in Duolingo an, und du hattest das Grundgerüst, dich sprachlich in diesem Urlaub weiterzuentwickeln. Das war einfach eine gute Basis, was man da lernen konnte.

Ich hatte ein Morgenkaffeesystem, in dem ich mit jeder Sprache jeden Morgen für 5 Minuten lernte. Und das machte ich mit 6 Sprachen gleichzeitig. Zu jeder Aufgabe war es möglich Fragen zu stellen, die dann andere User beantworteten. So war auch eine tiefe, grammatikalische Auseinandersetzung mit der Sprache möglich. Es gab auch keine "Herzen", die man bei falschen Antworten verlor und dann irgendwie wiederbekommen musste (-> siehe das Heute). Jeder konnte seinen eigenen Stil finden: Poweruser, die sich auf eine Sprache konzentrierten oder der Exot, der vieles gleichzeitig macht. Und beide kamen in ihrer Welt weiter voran. Das war herrlich relaxt und individuell.

Das Heute - Duolingo ist heute ein großes Unternehmen. Und - ich habe mir viele aktuelle Kommentare dazu durchgelesen - die App hat - positiv gesagt - das beste Marketing, die besten psychologischen Tricks, um die User in der App zu halten. In der kostenlosen Version sehen die User Werbung. Und ich sehe eine Menge davon. Häufig ist es immer dieselbe. Dann hast du ständig das Gefühl schnellzumachen, unter Druck zu sein. Auch wegen der Ligen, in denen du auf- und absteigen kannst. Dann kann man jeden Monat eine Plakette freischalten, bei denen es schade wäre, eine zu versäumen. Gemeinsame Quests mit Freunden, die du eigentlich gar nicht tiefer kennst, sind jetzt auch dabei. Natürlich Benachrichtigungen ohne Ende über das Smartphone, das andersherum auch viele Daten auf die Duolingoserver lädt. Also von Datenschutz ist die App immerhin noch im Grenzbereich. Lies hier eine datenschutzrechtliche Einschätzung von Duolingo, und schaue dir auch andere Apps an. Dann sind zwei Extra-Mitgliedschaften für Geld erhältlich: "Super" und ein mysteriöser schwarzer Modus, der "Max-Modus". Beide Extra-Mitgliedschaften schalten dann das frei, was früher inklusive war. Keine nervigen "Herzchen" mehr! Mach so viel du willst und ohne Werbung ist alles schneller (wichtig für die Liga). Die Foren wurden aber ganz abgeschafft. Stattdessen gibt es im schwarzen Modus eine AI (Künstliche Intelligenz), die dir die Grammatik erklären will. Das ist der enttäuschendste Punkt für mich. Manchmal bekommt man die Zusatz-Mitgliedschaften für kurze Zeit als Bonus freigeschaltet. Das ist mit einem Punktebonus verbunden. Aber im Grunde lohnt es sich nicht.

Warum sich Duolingo nicht lohnt? - Das AI-Tutoring ist schlicht viel schlechter als damals, als man im Forum Fragen stellen konnte. Oder sich alte Fragen zu der Aufgabe durchlesen konnte. Man lernt ja auch durch die Fehler anderer. Und das macht es persönlich. Bringt Duolingo noch etwas? Als normaler Nutzer kann man heute die Kurse nur noch ohne Grammatikteil absolvieren. Das ist ein wesentlicher Schwachpunkt. Früher in Duolingos "Don't be evil" Phase hieß es immer, nicht-zahlende User würden genauso viel lernen können, wie zahlende. Sie müssten sich bloß die Werbung anschauen. Heute sind nicht-zahlende User unterprivilegiert. Keine Grammatik und schlechteres Abschneiden in den Ligen. Wieso degradierte Duolingo vom Bildungswerkzeug zur psychologisch optimierten Engagement-Maschine? Das erinnert mich an etwas.

Meine Erinnerungen an Las Vegas - Das ist heute mit Duolingo natürlich ein Frust. Oder positiver gesagt: die App gleicht heute eher Las Vegas mit seinen Casinos, in denen man massenhaft Coupons "for free" und damit eine aufregende Zeit bekommt. Viele werden das nicht kennen: es gibt Tage (meist Wochentage) in denen man in den Casinos nur das Zimmer bezahlen muss. Das ist dann auch auf 30$ reduziert. Billig für die US. Schönes Bett mit Aussicht auf die Wüste. An der Rezeption gibt es dann zwei Hände voll mit Coupons. Freie Drinks, freie Spiele und so fort. Wichtig ist: diese Angebote gibt es nur in "Downtown" Las Vegas. Das ist das ältere Las Vegas, in dem sich gerne normale US-Amerikaner zum Glücksspiel treffen. UND: solange man spielt, sind die Drinks umsonst. Also ist das billiger, als ein Bier in einer Kneipe um die Ecke zu trinken. Geh doch einfach ins Casino. Warum nicht? Der Gegensatz zur "Downtown" ist der "New Strip", den viele aus dem Fernsehen kennen. Das ist Touristengebiet. Also "Downtown Las Vegas" hat seinen Charme, und Duolingo erinnert mich heute daran. Casinos in Las Vegas sind prinzipiell so aufgebaut, dass man sie für Tage nicht verlassen will. Man spielt sein System bis zum Ende. Für viele bedeutet das sogar einen Gewinn oder einen recht günstigen Urlaub gemacht zu haben. Das hängt mit den sehr fairen Limits dort zusammen. Systemspieler sind willkommen.

Duolingo heute - ist nicht mehr so gemütlich wie damals jeden Morgen … ich … mit der Kaffeetasse. Heute kommst du automatisch in eine Marketingmühle, die dich animiert, immer mehr zu machen. Der Kaffee wird dabei kalt.

So wie Casinos durch 'kostenlose' Anreize Spieler binden, nutzt Duolingo Ligen/Abzeichen für Suchtfaktoren. Dabei ist es qualitativ nicht wichtig, was du machst. Nur die Quantität zählt. Mir fielen in den Ligen immer sehr starke User auf, die aber durch die Bank den Englischkurs machten. Nur Englisch! Ich denke, in den meisten Schulen dieser Erde wird Englisch mehr oder weniger unterrichtet. Das sind also Leute, die nicht eine völlig neue Sprache lernen. Sie haben also schon Schulwissen. Auch mache ich nur noch Sachen, die ich von damals her kenne. Eine völlig neue Sprache würde ich damit nicht mehr anfangen wollen. Einfach weil die Grammatik fehlt. Und die Liga nervt, in der einer viel und möglichst schnell machen muss. Klar kann man sich davon abgrenzen und immer noch sein eigenes Lerntempo durchziehen. Aber warum muss einer immer zum "Systemrebellen" werden heutzutage? Vielleicht geht das neue Duolingo auch darauf ein? Mit seinem Algorithmus!

Der Algorithmus - Für mich sind Ligen natürlich auch der Ansporn. Vor einigen Wochen hatte ich aber einen Motivationszusammenbruch, als ich als letzter zusammen mit einem Chinesischlernenden aus der zweithöchsten Liga abgestiegen bin. Der Rest waren alles welche mit dem Englischkurs. Das schien mir schon sehr unfair zu sein. Und ich war da wahrscheinlich auch nur so weit nach oben gekommen, weil ich den Spanischkurs mache, den ich schon vor Jahren gemacht und abgeschlossen hatte.

Also Spanisch geht bei mir auch schon so gut wie bei vielen Englisch. Nach ein paar Wochen Absteigen in den Ligen, ging es aber wieder aufwärts. Ohne das ich unbedingt wieder mehr Motivation hatte. Auf einmal waren die anderen User gar nicht mehr so stark. Ob die Ligen jetzt besser austariert sind, oder der Algorithmus mir individuell ein angenehmeres Duolingo-Erlebnis verschafft, ist offen. Da kann man sich heutzutage gar nicht so sicher sein. Auf jeden Fall bin ich jetzt in die höchste, die Diamanten-Liga aufgestiegen. Wie fühlt man sich da? Genau so: Filmsequenz Battle Los Angeles "There is breakfast in the tent". Ich lese aus der Filmsequenz: Müdigkeit, Leere, Derealisierung. Aber auch die Gewissheit weitermachen zu müssen. So sehe ich indirekt an meinen Reaktionen, wie stark das Marketingkonzept von Duolingo ist. So wie die Schlußsequenz des Films sehr gut gemachte Propaganda ist. Und es geht noch tiefer. Sie haben eine App für Vorschulkinder.

Duo ABC - für Kinder - Da mein Sohn langsam mit Schulkram anfängt, war ich auch lange auf der Suche nach einer Lern-App. Da gibt es viele. Meist eben im Abonnementmodell mit komischen Kündigungsfristen. Dooferweise hat die Vorschule auch noch solche Software beworben. Als brave Eltern macht man das dann natürlich sofort. Aber immer mehr Eltern nehmen das auch gar nicht mehr ernst. Die Kinder sowieso nicht. Ich hab dann nach alternativen Apps gesucht und ja, Duolingo hat auch eine App für Kinder, ganz ohne Werbung: Duo ABC. Ist nur auf den englischsprachigen Raum ausgerichtet. Aber gut gemacht. Buchstabenlernen und er liebt die Geschichten, die massiv vorhanden sind. Er nennt es "Lingo", obwohl Duo ABC das nicht im Namen hat. Wird so die nächste Generation von Duolingo-Usern geprägt? Also das Marketing ist umwerfend gut: Wir sitzen abends immer beide zusammen und klicken uns durch die Übungen. Mir kam schon der Begriff "Duolingo Familie" in den Sinn. So wie die Knorr Familie.

Abschluß - Früher sagte ich, vor deinem Urlaub fange mit Duolingo in der Urlaubssprache an. Heute sage ich: wenn eine Sprache nicht einrosten soll, mache doch die App. Das ist sicher nicht verkehrt. Als Geheimtipp nenne ich immer "Language Transfer" zum Einsteigen in die Sprachen. Aber natürlich muss sich jeder selber durchfuchsen. Menschen sind individuell. Heute vor dem Urlaub: vielleicht mal ein Buch vorher kaufen und einfach lernen? Grammatik ist dann immer dabei. Und das gute Gefühl dabei: es ist wie früher.

Ausgelagerte Absätze

Roulette als Gesellschaftsspiel - Ich spiele gerne Roulette, muss aber vor Casinos außerhalb Las Vegas ausdrücklich warnen: dort kalkulieren sie anders und das Limit in den meisten Casinos bremst dich oft nach einer halben Stunde aus, und du hast viel Geld verloren. Mein Tipp: Las Vegas Downtown oder kaufe Dir selber ein Roulettespiel. Ein billiges für den Küchentisch. Das ist übrigens auch ein nettes Gesellschaftsspiel. Rechne einfach vorher mal das mit den Limits und dem Grundeinsatz durch. Man kann das so feintunen, dass die meisten einen schönen Abend haben. Du kannst ja auch Cents setzen lassen, was keinen ausgrenzt. Und nicht vergessen: den Gewinn zu berechnen und daraus die freien Getränke für alle, was die Verlierer zu sozial wichtigen Personen macht. Band of Brothers. Roulette ist skalierbar und in Las Vegas ist das so, dass du permanent spielen kannst. Tag und Nacht. Genau das ist das Vegas-Feeling. Ich muss anmerken, dass jedes noch so ausgeklügelte System im Glücksspiel auf unendlich viele Durchläufe skaliert in den Totalbankrott führt. Auch wenn die Limits großzügig sind, kann das bei einer langen Spielzeit an die finanziellen Grenzen des Spielers führen. Wichtig zu beachten. Ich will hier keine Werbung für Glücksspiele machen.

Die Wildente

Bild: Google Gemini Gestern ließ sie Essen für 100k kommen. Für sich. Mein Sohn wollte einem Jungen auf der Straße Geld geben. Fünfta...