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Freitag, 5. Dezember 2025

Tee in Ostafrika

Bild: Google-Gemini

Die Sonne steht schon hoch über dem Markt von Kampala, brennt das Wellblechdach gegenüber weiß, lässt die Farben der Kitenge-Stoffe flirren und den Staub über den Staub wirbeln. Vor mir, auf dem wackeligen Plastiktisch, schwitzt mein Glas. Nicht Teetasse. Glas. Dickwandig, randvoll mit dem Goldbraun Ostafrikas. Schwarztee. Mit Ingwer. Vielleicht auch ein Hauch Kardamom, der sich mit dem Abgasduft der Boda-Bodas vermischt. Ich zahle tausend Schilling dafür. Ein lokaler Preis. Kein Touristenpreis. Das ist wichtig.

Ich nehme den ersten Schluck. Er ist süß. Sehr süß. Fast sirupartig. Dann kommt die Hitze des Ingwers, ein linienziehender Blitz im Hals, und erst dahinter, darunter, darin verwoben, der Tee selbst. Kräftig. Malzig. Keine Nuance, keine Blumenwiese, kein chinesisches Geplänkel. Das hier ist eine Behauptung. Eine Tatsache. Wie das Hupen der Minibusse. Man kann sich nicht darüber unterhalten, ob er „gut“ ist. Er ist. Punkt. Sie trinken ihn den ganzen Tag so, sagen sie. Ich glaube es nicht. Das wäre zu viel. Das wäre, als tränke man den ganzen Tag konzentrierte Absicht. Nein, man trinkt ihn einmal. Morgens. Oder so wie jetzt, als Pause, als Satzzeichen im Geschrei des Tages. Ein Aufguss. Die Blätter, diese kleinen, harten, schwarzen CTC-Kügelchen – Crush, Tear, Curl – geben alles auf einmal. Ihr ganzes Wesen. Ihre ganze Seele aus Gerbstoff und Thein. Es ist ein Ultimatum an den Gaumen. Entweder man akzeptiert es, mit Milch und Zucker als Vermittlern, oder man lässt es.

Ich sehe eine Frau, die riesige Säcke mit Sukuma Wiki über ihren Kopf wuchtet. Sie hat keine Zeit für Zweitaufgüsse. Das hier ist ein Kontinent des Erstaustriches. Der ungefilterten, unvermittelten Extraktion. Man presst alles heraus, was geht, sofort. Aus der Erde. Aus der Pflanze. Aus dem Tag.

Da war dieser grüne Tee aus Ruanda. The Vert. In einer schäbigen Plastiktüte im hintersten Regal eines Supermarkts zwischen Rama und Blue Band. Cyohoha. Rukeri. Die Worte klangen wie die Hügel, aus denen er kam. Hochland, über 1800 Meter. Ich brühte ihn auf wie meinen geliebten, zarten Sencha. Drei Teelöffel. Ein Fehler. Es war, als hätte man mir eine Wiese, den ganzen feuchten, wurzeligen, chlorophyllgrünen Boden einer ruandischen Hochebene direkt in die Kehle gekippt. „Urwaldig“, dachte ich. Fast bedrohlich. Ein Raubtier im Becher. Nicht giftig, aber… überwältigend wahr. Keine Eleganz. Echtheit. Roh, wie der Geruch nach Erde nach dem ersten Regen. Ein Islay-Malt unter den Tees. Nicht für jeden. Aber wenn man ihn aushält, dann schmeckt man den Ort. Den vulkanischen Boden. Die kühlen Nächte. Man trinkt kein Getränk, man trinkt ein Terroir, das einen anbrüllt.

Und dann, glaubt man, die Feinheiten zu verstehen, kauft man einen anderen. Rwenzori. Grüntee aus Uganda. Von Mukwano, der großen Marke. Teurer noch. Die Blätter, ganz, schön gerollt, fast elegant. Keine Stängel. Man denkt: Ah, orthodox. Qualität. Geduld. Schichtweise Entfaltung. Was für eine Anmaßung. Was für eine Illusion. Ich trank Aufguss um Aufguss. Nichts. Ein Gespenst von Geschmack. Ein teurer, blasser Schatten. Die Blätter gaben nichts her, weil sie nichts hatten, was sie hätten geben können. Ein Muster ohne Substanz. Ein schickes Kleid über einer Abwesenheit. Ich musste sie im Mörser zerstampfen, nur um eine Dosis zu erzeugen. Sinnlos.

Es ist alles hier, in diesem Glas Schwarztee vor mir. Die Philosophie Ostafrikas, was Getränke angeht. Sie haben die britische Idee des Tees genommen – massentauglich, industriell, den CTC-Prozess – und sie in etwas verwandelt, das Sinn ergibt. Hier. Warum Blätter schonend rollen für fünf blasse Aufgüsse, die niemand Zeit hat zu trinken? Zermalme sie. Zerreiße sie. Presse alles in einer Minute heraus. Hol dir die Kraft. Die Farbe. Die Wirkung. Süße es, würze es, mach es zu einer Mahlzeit in einer Tasse. Das ist Effizienz. Das ist Ehrlichkeit.

Der grüne Ruanda-Tee ist dasselbe Prinzip, nur ohne die Maske der Zivilisation. Ein grünes CTC-Raubtier. Unverschämt. Ungezuckert. Er konfrontiert dich mit der puren, unverfälschten Pflanze in ihrem intensivsten, konzentriertesten Zustand. Er ist kein Genussmittel; er ist eine Erfahrung. Eine Grenzerfahrung. Man trinkt ihn und weiß: So schmeckt diese Erde, wenn sie spricht. Laut.

Die Chinesen schicken uns ihren Abfall. Billige, faden Grüntees, die in riesigen Säcken ankommen. Sie verstehen den Markt nicht. Die Leute hier lachen über diese Schwäche. Oder sie ignorieren sie. Sie wollen Stärke. Sie sind an Adstringenz gewöhnt, an das pelzige Gefühl auf der Zunge vom vielen, starken Schwarztee. Mein ruandisches Raubtier wäre für sie kein Schock. Es wäre eine logische, grüne Variante ihrer eigenen Welt.

Ich wink dem Kellner für ein zweites Glas. „Na ingine,“ sage ich. Noch eines. Der Markt lärmt weiter. Der Tee, dieser einfache, gewürzte, gesüßte Allerweltstee, verbindet mich für einen Moment mit dem Rhythmus um mich herum. Er ist der Puls. Der ruandische Grüntee war der einzelne, wilde Herzschlag eines bestimmten Berges. Beide sind wahr. Aber nur einer lässt sich den ganzen Tag trinken. Oder zumindest, bis die Sonne untergeht und der Staub sich legt und die Stühle auf die Tische gestellt werden.

Ich trinke aus. Der Zucker klebt auf den Lippen. Die Hitze des Ingwers wärmt mich von innen, gegen die abstrakte Hitze der Sonne von außen. Ein Gleichgewicht. Vielleicht geht es nur darum. Die Extreme auszubalancieren. Die Intensität der Erde in der Tasse mit der Süße des Alltags zu zähmen. Den Markt zu beobachten, ein Teil von ihm zu sein, und doch für einen Moment den Geschmack eines einzelnen, einsamen Hügels in Ruanda auf der Zunge zu tragen. Das ist der wahre Reichtum. Nicht der Tee an sich. Der Kontrast. Die Spanne. Zu wissen, dass es das wilde Grün gibt, während man das goldene Braun trinkt.

Freitag, 19. September 2025

Kaffeehausgeklatsche: Eine kritische Betrachtung des Buchs „Kaffee – Ein psychoaktives Genussmittel“

Bild: Google Gemini

Das Buch „Kaffee – ein psychoaktives Genussmittel“ von Markus Berger erschien im Nachtschattenverlag. Dieser Verlag hat eine Reihe von Büchern aus dem Themenkreis Ethnobotanik und der sogenannten psychedelischen Renaissance – im Volksmund: Drogen – im Programm. Optisch sind die Bücher sehr schön gestaltet, und da mich das Themengebiet interessiert, dachte ich mir: Fange mal mit einem harmlosen Thema wie Kaffee an.

Mit etwa einer Minute Lesezeit pro Seite ist das Buch ein Easy Read. Laut Vorwort stellt es eine Zusammenfassung von diversen Notizen über Kaffee dar, die über die Jahre beim Autor angefallen sind. Also: Das Buch, wie auch meine Rezension, nicht allzu ernst nehmen. Kaffeehausgeklatsche, jedoch - wie immer in meinem Blog - mit Abgründen.

Jetzt kommt das Aber.

Vom Easy Read zum Unbehagen

Mein kritischer Blick fing an, als in dem Buch behauptet wurde, das Land Uganda läge in Westafrika. Richtig ist: Es liegt in Ostafrika. Ich fing an, Notizen mit Kritikpunkten zu machen, ursprünglich mit der Absicht, den Lektor des Buches darüber zu informieren. Fehler passieren nun mal. Keine große Sache. Meine Stichpunktliste wurde dann aber länger und die Kritikpunkte zu fundamental. Deshalb entschied ich mich, das in einem Blogpost zu veröffentlichen.

Die sozialkritische Facette und ihr blindes Uganda-Problem

Natürlich versucht das Buch, eine sozialkritische Facette zu zeigen: Auf der einen Seite arme Kaffeebauern, auf der anderen modische Hippster mit Aluminium-Kaffee-Kapseln. Die Lösung, die das Buch zeichnet, ist simpel: Wenn alle „Fair Trade“-Kaffee trinken und auf Aluminium-Kapseln verzichten würden, dann wäre exzessiver Kaffeegenuss – den das Buch propagiert – völlig in Ordnung.

Ich dachte darüber nach und kam zurück zu Uganda, was wirklich in Ostafrika liegt. Meiner Erfahrung nach wird dort de facto kein Kaffee getrunken. Das Land exportiert ihn zwar in großen Mengen, aber die lokale Kaffeekultur ist – außer bei reichen Hauptstadtbewohnern – nicht vorhanden. Auch in arabischen Restaurants gibt es keinen Kaffee. Tee schon. Der ist dann in einer Kanne mit Milch und Gewürzen. Es gibt auch große Anbauflächen für Tee. Aber auch der wird vornehmlich exportiert und landet nur in kleinen Anteilen bei der lokalen Bevölkerung. Was mich persönlich immer in Afrika komisch fühlen ließ, war: es gab am Morgen weder Kaffee noch Tee. Und mit meinen westlichen Morgengewohnheiten kam ich mir entsprechend immer ein wenig dekadent vor. Der weiße Mann, der am Morgen alle verrückt macht, weil kein Kaffee da ist. Dieses Bild entspricht auch genau dem Verhalten des "globalen Nordens".

Das warf eine grundlegende Frage auf: Sind die „armen Kaffeebauern“ in Wirklichkeit nicht sogar die Reichsten des Landes? Richtig arm ist einer, der Grundnahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anbaut. Löst „Fair Trade“ also überhaupt das Problem, oder wird es vom „kaffeesüchtigen Westen“ gar nicht verstanden oder sogar „verschlimmbessert“? Fair Trade lindert die Symptome des Kolonialwarenhandels, doch es heilt nicht die Krankheit einer Wirtschaftsordnung, die Anbauflächen für unseren Lifestyle beansprucht, statt für die Grundversorgung derer, die darauf leben.

Die moralische Frage: Genussmittel vs. Grundbedürfnisse

Meine Gedanken gingen noch weiter: Ist es überhaupt moralisch legitim, wertvolle Anbauflächen in Entwicklungsländern für Genussmittelproduktion zu nutzen, die fast ausschließlich in den Ländern des „globalen Nordens“ konsumiert werden? Besser wäre ein gut funktionierender lokaler Markt, der die Bedürfnisse der Bevölkerung kostengünstig deckt.

Und um es klarzustellen: Dollar braucht kein Mensch auf der Welt. Das Geld des Westens hilft auch nicht automatisch dabei, Infrastruktur entstehen zu lassen. Kurz gesagt: Solche Überlegungen hätten den Rahmen des Buches gesprengt. Stattdessen bleiben pauschale Kritikpunkte. Doch wenn ich aus einem ungerechten und ungesunden System aussteigen will, ist der einfachste Schritt: Ich höre einfach auf, Kaffee zu trinken. In dem Buch - und der ganzen medialen Diskussion - sieht es aber nach einem „Whitewashing“ aus, das Einzelheiten in einer moralischen Pose kritisiert, das Problem selbst aber im Raum stehen lässt, weil die Menschen im „globalen Norden“ ihren Kaffee ja so dringend brauchen. Der radikalste Schritt aus dieser Ungerechtigkeit ist nicht der Wechsel der Kaffeemarke, sondern der Ausstieg aus dem System selbst – indem man einfach aufhört.

Verharmlosung und die blinden Flecken der Selbstwahrnehmung

Und ja: Beim Nachtschattenverlag geht es um Drogen und deren unregulierten Gebrauch. Das Gefahrenpotential wird mit dieser Lebenseinstellung oft kleingeredet. So auch in diesem Buch über den Kaffee. Die Tendenz ist eindeutig: Kaffee wird mythisch erhöht und als „Lebenselixier“ geframt. Kritische Stimmen (wie meine) bleibt da nur die Rolle der „Spaßbremse“.

Sicherlich gehört es zum Lebensstil eines „Drögeli“ (Berner Dütsch für Drogenkonsument): Der starke Kaffee am Morgen als Standardrepertoire. Aus pharmazeutischer Sicht ist es aber nicht mehr seriös, bei mehr als fünf Fremdsubstanzen verlässliche Aussagen über die Pharmakodynamik im Körper zu treffen. Und ein „Drögeli“ als Polytoxikomane fängt mit fünf Fremdsubstanzen am Tag erst einmal an. So gesehen finde die Strategie jede psychedelische Droge wissenschaftlich für unbedenklich zu rationalisieren auch methodisch falsch: Weil beim einem Mischkonsum dann Dinge in Betracht kommen, die kein Mensch oder AI mehr kalkulieren kann. Und Kaffee wird neben Nikotin und Alkohol zu den am süchtig machensten Stoffen überhaupt gezählt. Ich empfehle hier das Buch "Rausch" des Notfallmediziners Dr. Gernot Rücker. Alles mit Studien belegt: die am süchtig machendes Stoffe sind nicht Crack, sondern Alkohol, Nikotin und Koffein. Die psychedelische Renessaince argumentiert jetzt: die und die Stoffe wurden zu unrecht kriminalisiert. Aber keiner fragt sich, was jetzt die drei Volksdrogen für einen Schaden anrichten. Also mein Standpunkt: je weniger Droge, desto besser das Leben. Und nicht endloses Lamentieren was denn besser und eben nicht: haste nicht, weisste nicht…

Kaffee wirklich harmlos für alle Menschen?

Dabei liegt es nicht fern, über kritische Wirkungen des Kaffees auf den menschlichen Körper und Geist nachzudenken.

Fakt ist nun mal: Der Körper braucht keinen Kaffee, um zu überleben. Gewöhnt er sich aber an den Konsum, kommt es zu sehr starken Entzugserscheinungen. Darüber wird in dem Buch natürlich nicht geschrieben. Stattdessen liest man über Versuche an Mäusen, die natürlich nicht vergleichbar mit Menschen und haste hier und da. Also etwas, was sich mit eigenen Beobachtungen nicht deckt, sondern irgendwie tröstlich wirkt. Dabei sind die Entzugserscheinungen jedem Kaffeetrinker bestens bekannt. Hier entstehen also kritikwürdige blinde Flecken in der Selbstwahrnehmung.

Ich empfehle, sich Erfahrungsberichte auf YouTube („X Tage ohne Kaffee“) genau anzusehen. Dabei fiel mir auf, dass die Leute erst einmal eine sehr schreckliche Zeit durchmachen, im Nachhinein aber oft schildern, dass Angst- oder Panikerkrankungen ohne Kaffee quasi verschwanden. Kann es sein, dass der alltägliche „Kaffeekult“ bei einigen Angsterkrankungen hervorruft oder diese verstärken kann? Ich fand in den Videos Stimmen, die genau das berichten.

Fazit: Ein Buch, das sich als leichtes, hippes Ethno-Read gibt, aber durch faktische Fehler und eine oberflächliche, verherrlichende Darstellung enttäuscht. Es regt vielleicht zum Nachdenken an – aber wohl eher über sich selbst als über das Thema.

Randnotizen:

Buch: Markus Berger "Kaffee - Ein psychoaktives Genussmittel" (Nachtschattenverlag)

Persönliche Statistik:

  • In einer Lesezeit von 2 Stunden, 10 Minuten und 8 Sekunden über 9 Tage gelesen.
  • Bei 127 gelesenen Seiten sind das pro Lesetag: 14,11 Seiten.
  • Bei etwa 130 Leseminuten und 127 Seiten sind das pro Seite 1,02 Minuten.

Freitag, 8. August 2025

Mirin Dajo, der durchbohrte Prophet

Bild: Google Gemini


Ich will heute über das Buch "Das letzte Geheimnis von Mirin Dajo" aus dem Jahre 2022, geschrieben von Luc Bürgin, einen Blogartikel verfassen. Mirin Dajo war ein niederländischer Aktionskünstler, der sich auf der Bühne von seinem Assistenten Jan Dirk (Johnan) de Groot mit einem Florett durchstoßen ließ. Kein Schmerz war ihm anzumerken, kein Blut floß. Mirin Dajo (esperanto: mirindajo für Wunder) war das Pseudonym von Arnold Gerrit Johannes Henskes, geboren am 6. August 1912. Mit seinen Aktionen wollte er für den Weltfrieden Aufmerksamkeit erlangen. Der 2. Weltkrieg endete am 8.Mai in Europa. In dem Umfeld startete er seine Karriere als Aktionskünster und ging mit seinen beiden Assistenten Johnan und Hylke Otter in die Schweiz, um mit seinen spektakulären Durchstoßungen (suche hier auf YouTube unter "Mirin Dajo") für einen Weltfrieden zu werben. In seinen eigenen Worten "den dritten Weltkrieg zu verhindern".

Da ich gerade dieses Buch zuende gelesen hatte und es hoppla der 6. August 2025 war, dachte ich mir: schreib doch mal über das Buch. Es hat mich sehr in den Bann gezogen (244 Seiten in 5 Tagen gelesen). Einfach zu lesen, aber schwierig zu verstehen. Natürlich wird Mirin Dajo immer ein Wunder bleiben. Auch wenn ich mir hier über ihn meine Gedanken machen werde. Mirin war kein klassischer Schausteller oder Bühnenmagier, sondern die Perforationen (Durchlöcherungen) mit scharfen Gegenständen wurden medizinisch gesichert. Er sprach von einer Souveränität des Geistes über den Körper, die solche Phänomene hervorbringen würde.

Schon vor gut 10 Jahren bekam ich von Mirin Dajo die spektakulären Videos mit den Durchstoßungen und etwas von seinem Hintergrund mit. Aber ich vergaß ihn völlig und plötzlich, vor ein paar Wochen, hatte ich den Einfall, wieder nach ihm zu suchen. Ich suchte Wochen. Mein Unbewusstes hatte die Stichpunkte "der durchbohrte Prophet" abgespeichert. Deshalb benutzte ich diese jetzt für meinen Blogbeitrag als Überschrift. Richtig wäre: "der unverwundbare Prophet". Diese Beschreibung wird für ihn gewöhnlich gebraucht. Ich finde meine Version aber passender. Am Ende war er verwundbar. Soviel als Cliffhanger.

Hannie mit dem roten Haaren, tot in den Dünen aus Widerstand

Seine Cousine Hannie Schaft (1920 bis 1945) wurde als Widerstandskämpferin kurz vor Ende des Krieges von den Deutschen erschossen. Die ganze Familie lebte dich beisammen in der Nähe von Rotterdam. Das war tragisch für die Familie. Mirin Dajo malte Hannie (kommunistischer Kampfname, eigentlich hieß sie Jannetje Johanna Schaft oder "Jo") darauf mehrmals in der Nacht, ohne sich daran erinnern zu können. Also im Trance. Die Bilder (leider nicht im Buch zu sehen) sollten sehr realistisch gewesen sein. Mirin selber war gelernter Zeichner und seine Bilder, die im Buch abgebildet wurden, sind sehr realistisch. Hannie Schaft wurde auch het meisje met het rode haar genannt. Also das Mädchen mit den roten Haaren. Und eine kurze Bildersucher im Internet offenbart ihren Blick und zeichnet das Drama, in dem sich Mirin befunden haben muss. Das wird sehr eindrücklich im Buch beschrieben und damit erwachte auch mein Interesse: wie es schien, unterhielt Mirin sich im Trancezustand mit geistigen Wesen. Also auch mit Hannie.

Hannie Schaft ist in den Niederlanden eine Berühmtheit geworden. Aber mir fiel bis jetzt auch keine Biographie von ihr in die Hände. Das ist sicherlich auch interessant. Es wurde später ein Film über sie gemacht, der aber - so scheint mir - überzeichnet ist. Biographie Hannie Schaft ist also noch auf TODO. Aber man sieht, was das Buch über Mirin alles anstößt.

Was das Buch nicht erwähnt: An seinem Geburtstag am 6. August 1945 fiel um 8:16 Ortzeit die erste Atombombe in Hiroshima. Für meinen Blogbeitrag wird diese Tatsache noch wichtig werden. Also schreibe ich hier einen Erinnerungsbeitrag an Mirin Darjo und die Opfer des Atombombenabwurf in Hiroshima. Das Thema wird immer größer. Aber klar ist, warum Mirin von einem Weltfrieden sprach und einen dritten Weltkrieg verhindern wollte.

Die Zeitzeugen berichten alle über Mirin Dajo als einen sehr sympathischen Individualisten, dem das Wohl anderer mehr am Herzen lag, als sein eigenes. Er sprach davon eine Mission zu haben, heilte Menschen und war geradezu fixiert darauf in die Schweiz zu gehen und mit seinen waghalsigen Taten den Weltfrieden herbei zu führen. Er sprach davon unverwundbar zu sein. Aber die Schilderungen im Buch machen ihn sehr sympathisch und ich verglich seine Schweizerfahrungen (Er sprach von einem Land des Friedens) mit meinen. Besonders das Camping gefiel mir dort.

Aber bringe ich einfach jetzt meine Notizen über ihn als rohe Textfassung. Ich schrieb das an einem schönen See, an dem ich mit meiner Familie war. Mindmaps, handschriftliche Notizen, die immer umfangreicher wurden. Am Ende war es keine Mindmap mehr.

Was wollte Mirin Dajo?

Wer so wie Mirin Dajo über das "Einswerden mit Gott" redete, da hilft es nicht ihm zuzuhören, zu verstehen, sondern selber, wie er, jahrelang jeden Tag für Stunden zu meditieren. Dann ist das nicht so schwierig zu verstehen. Sondern sehr klar zu sehen. Der Stein muss geschliffen werden, sonst poltert er im Flussbett und hat noch nicht die geeignete Form angenommen. Also versuche ich verständlich zu schreiben: Es kann nur mit dem Herzen, intuitiv, von manchen vertanden werden, oder von Leuten, die gleiche spirituelle Erfahrungen machten. Auf dem Weg der Kontemplation oder Meditaion. Er spricht wortwörtlich davon, diese Meditationen vorzunehmen, die er schildert. Es ging nicht um das "Durchbohren", sondern zu dem Zustand der inneren Klarheit zu kommen.

Also "normaler" Mensch, kommt man schnell an eine innere Dissonanz: "meint der das ernst?" - Zwei Möglichkeiten: nein, dann geht das zielstrebig in die Spinnerecke. Wenn Mirin Dajo das ernst meinte, dann - salopp ausgedrückt - in die Jesusecke. Die Spinnerecke ist praktisch, da sich nichts verändert. Alles bleibt beim alten. Die Jeususecke ist dagegen unpraktisch, da sich alles verändern muss und das oft auch wehtut: Das Gefühl selber Jahre lang fasch abgebogen zu sein. Auch mir wäre es angenehmer gewesen, einen Spinner zu debunken. Das gibt einem Selbstwertgefühl. Aber so einfach ist das nicht bei Mirin Dajo.

Folgende Punkte sind wichtig: medizinische Überprüfung seiner Durchstoßungen. Röntgen, Autopsiebericht. -> Das war real. Sein toter Körper zeigte anatomische Spuren der Durchstoßungen. Das war kein Hokus-Pokus eines Bühnenmagiers, sondern da ging einer auf die Bühne und ließ sich 500 mal mit einem Degen durchstoßen. Die Zahl 500 fällt immer wieder in dem Buch. Warum eigentlich? Aber sicherlich stimmt das nur nährungsweise. Warum macht er das? Geld ist sicherlich nicht das Motiv gewesen. Bei ihm. In dem Buch werden Briefe an seine Familie in den Niederlanden zittiert, mit denen er Zigaretten "zum verhöckern" oder getrocknete Früchte (in der Nachkriegszeit eine Rarität) schickte. Das war aufmerksam. Und es war ihm wichtig, sich so um seine Familie zu kümmern. Aber öffnen wir jetzt einen dunklen Vorhang: das meiste von dem Geld, was er in der Schweiz sammeln konnte, wurde von seinen beiden Assistenten veruntreut. Auch dem geht das Buch nach.

Während Mirin Dajo von seinem Johnan schwärmte, der sie so gut entwickeln würde (also er sah bei ihm auch Entwicklungspotential), stellte die Staatsanwaltschaft in der Schweiz einen Haftbefehl aus, da er (zusammen mit Hylke Otter) 24000 Schweizer Franken entwendet. Hätte man zu der Zeit Gold für das Geld gekauft, hätte man es heute für etwas eine viertel Millionen Dollar verkaufen können. Das war schon was. Mirin's Mutter sah das energischer als ihr Sohn und schnitt den Assistenten aus gemeinsamen Bildern mit ihrem Sohn kurzer Hand aus.

Aber Mirin Dajo war Geld völlig egal. Das hing mit seinem idealistischen Wesen zusammen. Er kam dann aber an Assistenten, die das als einen Beruf ansahen und fast alles Geld für sich beiseite schafften oder zeitgleich ausgaben. - Ohne jetzt überhaupt ein Risiko eingegangen zu sein. In Gegensatz zu ihm. Für sie war es eine Show. Und sie planten immer mehr davon.

Das Ende des Unverletzbaren

Und so wurde es durch immer neue Bühnenshows, in denen Mirin Dajo sein Leben riskierte, am Ende recht stressig für Mirin. Es war schon einzusehen, warum Schweizer Behörden seine Darstellungen oft untersagten. Es war auch zu seinem Schutz. Natürlich zeigte sich das erst im Nachhinein.

Irgendwann kam dann so, wie es endet, wenn der Körper überlastet ist. Hier ist Mirin Dajo schwer einzuschätzen: Geld, war ihm nicht wichtig. Auch nicht viel Geld für seine Familie. Die 24000 Schweizer Franken hätte seine Familie zu der Zeit gut gebrauchen konnte.

Aber da war er in einer komischen Beziehung zu seinem Assistenten. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, auch gemeinsames Zelten. Ich glaube, dass war seine Lieblingszeit in der Schweiz. Gemeinsam mit Johnan für Wochen Zelten. Kein Stress. Und seine Hängematte war ihm wichtig. In dem ganzen Buch habe ich nur diese Hängematte als etwas sehr Persönlich-Menschliches von ihm begriffen. Ansonsten kreisten seine Gedanken nur darum, eine Friedensbotschaft mit seinen Aufführungen den Leuten zu vermitteln. Er ließ sich etliche Male auf der Bühne durchstechen, um den Weltfrieden zu erreichen. Hier muss einer tiefer steigen, Mirin verstehen zu können. Denn der Drops sollte schon nach ein paar Aufführungen und medizinischen Dokumentationen des Phänomens geschluckt sein. Eine Steigerung würde nichts erklären oder demonstrieren als eher eine Attraktionsgier zu befriedigen.

Aber dadurch, dass seine Assistenten immer mehr Shows organisierten, bekam das eine Dynamik einer Bühnenshow. Mirin Dajo wurde zur Schau gestellt. Normalerweise hätten die medizinisch dokumentierten Durchstechungen gereicht. Aber Mirin wollte dann auch noch in die USA. Kein geringerer als Albert Einstein sollte ihm das Visa beschaffen. Dazu später. Er wollte sich von einer Eisenbahn überrollen lassen. Das ganze unbeschadet überstehen. Das Wort De-Materialisieren ging ihm über die Lippen. Für mich hörte sich das nach keinem guten Plan an.

Ansichten aus der Jesusecke

Aber, da ich Mirin gerne in die "Jesusecke" folge, wurde mir auch klar, dass dann auch Gestalten wie Judas und eine Kreuzigung kommen mussten. In der Jesusgeschichte ist es doch auch so, dass die Leute immer mehr Zeichen von Jesus haben wollten. Als hätten die Zeichen, die er vollbrachte, nicht gereicht. Es sollte immer weiter gehen. Solange, bis er tragisch endete. So war es dann auch hier. In Amerika als "Wundermann", der vielleicht sich auch dann eine Atombombe auf den Kopf schmeißen lässt, um danach Werbung für eine Zigarettenmarke zu machen. Sicherlich stellten sich das die Assistenten so vor. Bringt Geld. Ob sich Mirin davon anstecken ließ.

Aber in die USA ging es dann nicht. In meinem Jesusvergleich übernahm Albert Einstein die Rolle des Pontius Pilatus und lehnte das Visagesuch ab.

Der Originaltext seiner Absage ist sogar erhalten:

Ich hoffe sehr, dass Ihre Leistungen mehr auf dem Gebiet des Zauberkünstlers liegen, und dass sie sich nicht an ihrem Leib versündigen, den Sie ihrer Mutter verdanken. Ich kann natürlich nichts tun, um Ihnen bei Ihren Bestrebungen behilflich zu sein, weil ich sehr vorsichtig sein muss mit jeder Äußerung, die andere beeinflussen können. - Albert Einstein 8.Januar 1948

Diese Worte müssen Mirin Dajo schwer getroffen haben. Ich muss sagen, dass Einsteins Formulierungen schon sehr grausam waren. Ein Beispiel von passiver Aggressivität. Also das Streben nach Weltfrieden wertete Einstein nicht als überzeugende Leistung. Das drückt das doch aus? Und da wird noch vieles mehr unter der subliminalen Ebene ausgedrückt. Und an dem Unbewussten von Mirin muss das genagt haben. Solche Formulierungen tun erst gar nicht so weh. Der Schmerz kommt erst mit der Zeit. Man muss sich die Formulierungen auf der Zunge zergehen lassen.

Durch Mirins besondere Ethik, war er unverwundbar, da sein Körper auf die Durchbohrungen ohne starke Blutungen reagierte und schnell verheilte. Unterminierte man diese besondere Einstellung dadurch, dass man ihn als einen Bühnendarsteller abstempelte, ohne überhaupt seine "besondere Mission" verstehen zu wollen, dann wurde er auch dadurch weniger "resistent" und mehr verletzlich. Und gerade Albert Einstein wurde damals - vermutlich auch von Mirin - als eine Art Wissenschaftspapst gesehen. Also sein Urteil, wiegte besonders schwer.

Nach der Absage Einsteins sprang Mirins Sekretär, der für ihn kostenlos Briefe schrieb und beantwortete, sofort ab. Er wollte mit Mirin ein Visa für die USA bekommen. Im weiteren Verlauf bekam er es. Alleine. Der andere Assistent Hylke Otter musste die Schweiz dringend verlassen. Im Buch wird nur kurz eine Frauengeschichte erwähnt, die ihn veranlasste. Keine weiteren Infos. Er war Geistheiler und in meinem Jesusvergleich der Johannes-Der-Täufer-Archetypus. Es soll Mirin Dajo entdeckt und gefördert haben.

Und so blieb Mirin mit Johnan alleine zurück. Immer das Schweizer Visaamt im Nacken, das ihm das Visa nicht verlängern wollte. Viele Dokumente von Schweizer Ämter wurden in dem Buch abgebildetet. Sie beschatteten Mirin sogar und spionierten ihm nach. (Archetypus-> römisches Reich in der Jesusgeschichte)

Was mir nie klar wurde: warum wollten sie in die USA. Unbedingt? Warum den Sprung von der schönen Schweiz in die USA machen, wenn man auch bequem nach Italien oder Frankreich gehen konnte? Das erschließt sich mir nicht. Zumal es erst mal kein USA-Visa gab und das Schweizer Visa ständig auszulaufen drohte, wenn es nicht verlängert wurde. Und das Amt sträubte sich.

Aber sicherlich waren Italien oder Frankreich nach dem Krieg keine Länder, um Karriere zu machen. Aber das wäre entspannter gewesen. Nachhaltiger eine "gesunde Popularität" aufzubauen. So war das aber wie im Casino "alles auf eine Karte zu setzen". Nach dem Platzen der USA-Blase befand sich Mirin (und seine Assistenten) in einem Tief. Aus dem sollte es nicht mehr hinausgehen. Denn Mirin starb bei dem Versuch noch gefährlichere Dinge auszuprobieren. Er verschluckte eine Klinge, die seine Aorta beschädigte. Er starb nicht gleich, sondern nach Tagen. So der Autopsiebericht. Die Dame, die ihn zuletzt beherrbergte, sagte, gehört zu haben, wie Johnan ihn in der Nacht dazu gedrängt haben soll, die Klinge zu schlucken. (Johnan -> Judas. Definitiv) Mirin unterzog sich einer Operation, die Klinge entfernen zu lassen. Sie materialierte nicht von alleine woanders hin. Er erholte sich scheinbar sehr rasch von der Operation, legte sich aber nach ein paar Tagen hin, um "seinen Körper im Trance zu verlassen". Das war normal für ihn und deshalb ließen ihn seine Gefährten dann auch lange so liegen. Sein Gesicht zu einem Lächeln geformt, entschlief er und kehrte nicht mehr in seinen Körper zurück. So starb er um den Frohenleichnam des Jahres 1948.

Mirin selber sprach - bei seinem letzten Besich in den Nierderlanden - zu seiner Familie - vorahnungsvoll - die Schweiz nicht mehr zu verlassen und zurückzukommen. Also schließe ich daraus, dass er selber auch nicht damit rechnete, in die USA zu gehen. Vielleicht war das so eine fixe Idee, halb als Scherz, um seine Assistenten glücklich zu machen? Also die Aussicht: Geld und nochmals Geld. Aber das entsprach Mirin selber nicht. Wären die Amerikaner auch weniger materialistisch geworden, wäre er dort auch als "Wundermann" aufgetreten? Bühnenstars werden aufgebaut, um sie dann fallen zu lassen. Beides belustigt die Zuschauer. Und wir sahen schon in der Schweiz: das, was Mirin machte, musste immer weiter gesteigert werden. Warum? Wahrscheinlich, weil um ihn die flaschen Leute waren. Wie immer. Die "Jesusecke" verlangt nach einer Kreuzigung. Obwohl er keinem was getan hatte. Das war das düstere Mysterium.

Spekulationen

Mirins Vater legte vor der Krematation 3 weiße Rosen auf Mirims Sarg. Er wurde in der Schweiz verbrannt und später in das Grab seiner Familie gebracht. Der Vater reiste extra an. Bei den 3 Rosen, musste ich mit dem Lesen aufhören und erinnerte mich in einem Buch über Freimaurer gelesen zu haben: drei Rosen zu einem Begräbnis sind ein Erkennungszeichen für einen verstorbenen Freimaurer. Die drei Rosen stehen für: Liebe, Licht und Leben. Aus der ganzen Schweiz reisten Freunde und Fans von Mirin ab, um vor seiner Verbrennung Abschied zu nehmen. Natürlich können die drei Rosen auch Zufall gewesen sein. Natürlich. Natürlich redete Mirin vor seinem Tod auch davon, mit sehr viel Rauch in seiner Zukunft zu tun zu haben. Das könnte eine Vorahnung auf die Verbrennung des Körpers gewesen sein. Also am Ende des Buches geht man bei Mirin Dajo nicht mehr von Zufällen aus.

Etwas seltsames fiel mir dann auch auf: Mirin Dajo wurde am 6. August 1912 geboren. Genau 33 Jahre vor dem Atombombenabwurf der Amerikaner in Hiroshima. 33 Jahre ist auch so eine besondere Zahl in esoterischen Zirkeln. Vergleich zu Jesus: seine Kreuzigung muss auch so um die 33 Jahre gewesen sein? Für Mirin Dajo fing dann seine "Himmelfahrtsmission" an. Jetzt zu Einstein, der auch als "Vater der Atombombe" gesehen werden kann. Gerade er ist dann in der Rolle des Pontius Pilatus zu finden. Ich finde das psychologisch interessant, dass Mirin gerade ihn aussuchte, ihm -unbewusst- seine Prophetenrolle (Jesus wird übrigens von den Muslimen als Prophet geachtet) zu betstätigen. Während Einstein das Thema oberflächlich zu behandelt suchte, aber es im Grunde ignorierte. Er meinte, vorsichtig sein zu müssen, was er sagte. Er war es auch, der Theodor Roosevelt einen Brief schickte, ihn zu ermutigen, die Atombombe zu bauen. Genau die, die am 6. August 1945 um 8:16 in Hiroshima niederging. Um 8:16 meditieren viele Japaner oder machen Schattenboxen. Nehme ich an. Ich weiß aber, dass es ein sonniger Morgen gewesen war, als die Detonation 60000 Menschen in Bruchteilen einer Sekunde verdampfen ließ.

Was mir Mirin Dajo beibrachte

Mirin hätte es so gesehen, dass Atomwaffen immer schrecklich sind. Ganz gleich, wer sie hat. Die Einsteinsche Denkungsart wäre - ganz modern - die Dinge differenziert zu sehen. Man muss schon einen Sinn dafür in sich trainieren, der einen warnt, wenn gutes als schlecht und schlechtes als gut verkauft werden soll. Dieser Sinn würde dann ständig alamierend, weshalb dieser Sinn bei vielen dann verkümmert und keine Probleme mehr macht. Probleme wären in der Jesusecke zu landen und dann das ganze Drama, was auch Mirin durchgemacht zu haben, zu erleben. Die Thematik betrifft jeden, der nicht weit ab der Zivilisation sein Leben führen darf. Atomwaffen sind heute auch noch selbstverständlich und Politikern ihren Emotionen und der Korruption verfallen. Mirin glaubte, sein Körper könne Gewalt widerstehen – glauben wir, dass unsere Zivilisation es kann?

Das letzte Kapitel ist wohl einem Vortrag von Mirin entnommen. Dort erklärt er einiges. Ich gebe das mal so wieder, wie ich es begriffen habe. Natürlich ist das ein persönlicher Eindruck, weil das ganze eben doch komplexer ist, als ich es seufz wohl hier niederschreiben kann. Aber ich will zum Lesen des Buches ermuntern.

Was war sein Geheimnis: Wenn der Körper dem Geist gehorchen muss, dann ist es klar wo das Kommando & Kontroll Center unsereres Lebens liegt. (Kether)

Und dann ist es eine Pervertierung der wahren Welt, freiwillig in so einer Welt leben zu wollen, in der alles was möglich ist, auch einmal passieren wird. Ab dem 26. August 1945 08:16 Ortzeit Hiroshima hat diese Logik einen offensichtlichen Knick. Das ist jedem klar sein, der nur einmal um eine Ecke denken kann. Game over. Setze dazu noch diverse andere Bedrohungen der menschlichen Spezies durch eigene Technik. Eine tiefe Thematik. Aber es scheint, selbst 500 Mal sich auf einer Bühne dagegen abstechen zu lassen, ist vergebens. Aber Mirin macht uns Mut: es geht darum persönlich die Einstellung zu ändern und negative Gedanken abzustellen. So wie er.

Und um diese Dinge abzustellen muss man seinen Geist trainieren, dass Dinge die zwar möglich sind, wieder undenkbar werden. Steht man auf der Bühne, mit einem langen Dolch durch den Bauch, lächelnder Blick durch das Publikum in die Unendlichkeit, dann führt jeder Gedanke des Zweifel zur Panik und damit in das Verderben. Disziplin des Denkens ist notwendig, um das Undenkbar real werden zu lassen. Der Grund, warum er nie wirklich populär geworden ist: er verkündet keine einfachen Wahrheiten, sondern einen schweren Weg mit einem inneren Lächeln zu gehen. Aber auf einer handsignierten Karte von ihm findet sich der Ausspruch "Ich helfe ewig". Wer war er? Oder wer ist er?

Praktisches

Er beschrieb in seinen Vorträgen, wie man regelmäßig meditieren kann, um dann in Kontakt mit seiner inneren Welt zu kommen. Fast wie ein Theosoph oder Rosenkreuzer. Diese Welt transzendiert zu einer ewigen, geistigen Welt. Also beschloss ich Mirin Dajo in einer Meditation aufzusuchen. Eine sehr freundliche Energie. Er half mir mit meinem Knie, dass nach einer unüberlegten Übung mit einer Kettle-Bell mich wie Kaptain Ahab fühlen ließ. Ich denke am Ende, war es genau das, was er wollte. Wer weiter forschen will: Er durchstieß seinen Körper übrigens häufig in der Gegend, die man Tiferet zuordnet. Ich mache praktisch erst mal Schluß, da ich den Artikel am Freitag veröffentlichen will und er viel viel zu lang geworden ist. Das Thema kann ein ganzes Buch füllen. Meine Intention ist am Ende dann doch recht kurz geworden. Vielleicht bin ich schüchtern? Aber es lohnt sich wirklich mit den Mirin Dajo Energien in Kontakt zu kommen. Wenn man spirituell ist. Die "Jesus-Ecke" erscheint mir dann auch wie ein Weltprinzip, dass immer wieder einmal in der Menschengeschichte aufleuchtet. Es also nicht als große Ausnahme erscheint, wie es in "den Büchern" der Religionen beschrieben wird, sondern als seltene aber stetige Anomalie unseren Alltag durchdringt. Da heißt es Suchen, den inneren Judas in sich zu erkennen. Dann kann man ihn loslassen. Er wird nicht mehr gebraucht.

Ich hoffe, der Artikel konnte einiges an Motivation und neuen Einblicken liefern. Er muss ewig unvollendet bleiben.

Freitag, 13. September 2024

Tee und Blogging

  • Tee: Es gibt tausend Arten Tee zu trinken. Und am liebsten tue ich es beim Artikelschreiben. Wusstest du, dass der Begriff Tee sich nur auf Getränke bezieht, die aus dem Teestrauch gewonnen worden? Also, dass der Kräutertee eigentlich kein Tee ist, sondern ein teeähnliches Aufgussgetränk? Ich wusste das nicht, und kam mir aus der Zeit gefallen vor. Mal wieder. Sprach doch die Oma immer vom Hagebuttentee?

  • Tee: Ich habe jetzt Zuckerrohrsirup ausprobiert. Nicht unbedingt zum Süßen des Tees, sondern um seine Farbe zu verändern. Ich schreibe jetzt über richtigen, schwarzen Tee. Ich habe ausschließlich nur Assamsorten. Den Tee habe ich doppelt stark aufgebrüht und pro großer Tasse einen Teelöffel Zuckerrohrsirup beigemischt. Der Effekt ist, dass der Tee so pechschwarz wie Kaffee aussieht. Also ich sehe optisch keinen Unterschied mehr zum Kaffee. Geschmacklich schmecke ich da eine herzhafte Malznote heraus. Also ein kräftiger Tee, ideal um in den Tag zu starten. Also das habe ich als überraschend empfunden und möchte es hier teilen. Den Sirup natürlich naturbelassen. Es sollen auch gesunde Sachen wie Mineralien und Vitamine in dem Zuckerrohrsirup sein. Bei Gelegenheit einfach ausprobieren. Geht es dir wie mir, dass du keinen Tee oder Kaffee aus schwarzen Tassen trinken magst, sondern weiße bevorzugst? Ich finde den Farbkontrast sehr schön beim trinken.

  • Blogging: auch hier hat sich etwas getan. Ich bin ein Liebhaber der Minimalistik. Deshalb habe ich alle Neuerungen auf dieselbe Seite gepackt wie das "Blogprofil". In den meisten Fällen sollte das rechts zu finden sein. Unter "Über". Da also drauf klicken. Du findest da eine Email, um mir etwas schreiben zu können. Mein Ziel ist es eine Email-Liste anzubieten, in der man über Neuveröffentlichungen auf dem Blog informiert wird. Da taste ich mich erst mal Schritt für Schritt ran. Ich fuchse mich erst noch in den Emailklienten "Thunderbird" ein. Aber eine Email zu haben, ist schon ein erster Schritt.

  • Blogging: in dem "Blogprofil" findest du jetzt auch eine Liste an aktualisierten Blogartikeln. Das heißt, wenn du da öfters vorbeischaust, dann kannst du die Artikel verfolgen, in denen sich inhaltlich etwas verändert hat. Einmal werde ich natürlich die Artikel soweit pflegen, dass inhaltliche Fehler korrigiert werden. Hier bitte eine Email, wenn dir etwas auffällt. Zum anderen möchte ich die Artikel auch ausbauen. Das heißt, wenn mir zum Beispiel mehr zu dem Thema "Tunnels&Trolls" einfällt, dann poste ich das auf derselben Seite. Das hat zum Effekt, dass die Seite über die Zeit thematisch wertvoller werden und du dir das hin und her Klicken sparst.

  • Blogging: mich macht es immer noch sehr viel Spaß etwas zu schreiben. Hat auch etwas damit zu tun, dass ich schon fast ein Jahr den Editor Emacs benutze. Das macht mich kreativer und ich liebe es die Hände elegant über die Tastatur gleiten zu lassen und aus Buchstaben Worte, aus Wörtern Sätze und aus Sätzen Artikel entstehen zu lassen. Aber: ein bisschen ist das Thema Tee für mich wie für andere die Katzenbilder. Da geht immer etwas zu schreiben. Wenn du Themenvorschläge oder Fragen hast, aus denen sich mehr ergeben kann, dann bitte auch per Email an mich. Ansonsten auch dir viel Spaß beim Teetrinken.

  • Dienstag, 23. Juli 2024

    Zypressentee – Ein Schluck würziger Waldluft

    Stell dir vor, du sitzt in einem mediterranen Garten, die Sonne strahlt warm auf deine Haut, während du an einer Tasse Zypressentee nippst. Das Aroma, das von der Tasse aufsteigt, ist wie ein sanfter Hauch von würziger Waldluft, der dich einlädt, in die Tiefen deiner Vorstellungskraft einzutauchen. Du schließt deine Augen und lässt den Duft der Zypressen dich an einen Ort voller Ruhe und Gelassenheit führen. In dieser Stille flüstert eine innere Stimme: Trink Zypressentee, erwecke deine Sinne.

    Aromatischer Duft und Herkunft

    Zypressentee hat einen unverwechselbaren, aromatischen Duft, der an frisches Holz und erdige Noten erinnert. Dieser betörende Duft kann nicht nur beruhigend, sondern auch erhebend wirken, wodurch er eine entspannende Atmosphäre schafft. Hergestellt aus den Blättern und Zweigen der Zypressenpflanze (Cupressus), findet dieser Tee seinen Ursprung in verschiedenen Regionen der Welt, von Asien bis zum Mittelmeer. Diese Vielfalt gibt ihm seinen einzigartigen Geschmack und seine einladende Qualität.

    Traditionelle Verwendung und spirituelle Verbindung

    In vielen Kulturen wird Zypressentee für seine beruhigenden Eigenschaften geschätzt. Er wird oft als ein Mittel betrachtet, das die Verbindung zur Natur und zur spirituellen Welt stärkt. Es heißt, dass das Trinken von Zypressentee eine Art Reinigung und Energetisierung bewirken kann, als würde jeder Schluck dir helfen, tief in die Essenz des Lebens einzutauchen. Spüre, wie jede Tasse eine Brücke zu einer alten Weisheit schlägt, die seit Jahrhunderten in geheimen Gärten gepflegt wird.

    Gesundheitliche Vorteile

    Zypressentee ist bekannt für eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, die er dir bietet. Spüre, wie er bei der Verdauung hilft, Magenbeschwerden lindert und dein Immunsystem unterstützt. Stell dir vor, wie die ätherischen Öle in den Zypressenblättern ihre entzündungshemmenden Eigenschaften entfalten, während du jeden Schluck genießt. Lass deinen Atem sich erleichtern, während der Tee seine heilende Wirkung auf deine Atemwege ausübt, von Husten bis Bronchitis.

    Für die Hautgesundheit bietet Zypressentee ebenfalls Unterstützung. Eine sanfte Anwendung von abgekühltem Zypressentee kann entzündungshemmende und beruhigende Effekte haben, die die Haut wie einen Hauch von Natur umschmeicheln.

    Reichlich Antioxidantien und Umweltfreundlichkeit

    Der Tee enthält eine Fülle von Antioxidantien, die Zellschäden durch freie Radikale bekämpfen und so zur allgemeinen Gesundheit beitragen können. In deiner Vorstellung siehst du, wie diese Antioxidantien wie kleine Wächter arbeiten, um deine innere Vitalität zu bewahren. Gleichzeitig ist Zypressentee umweltfreundlich. Die schnell wachsenden Zypressenbäume benötigen wenig Pflege und tragen somit zur Nachhaltigkeit bei, was den Tee zu einer idealen Wahl für alle macht, die Umweltbewusstsein schätzen.

    Entspannung und Zubereitung

    Lass den Gedanken an Stress einfach verfliegen, während du in eine Tasse Zypressentee eintauchst. Der wohltuende Genuss ist mehr als nur ein Getränk; er ist eine Einladung zur Entspannung. Die Zubereitung ist einfach: Gib Zypressenblätter oder -zweige in heißes Wasser und lass sie ziehen, bis der Duft dich sanft umfängt.

    Wichtige Hinweise

    Obwohl Zypressentee als sicher gilt, sollten Schwangere, stillende Mütter und Personen mit spezifischen gesundheitlichen Problemen vor dem Konsum ihren Arzt konsultieren.

    Ermutigung zu neuen Geschmacksabenteuern

    Der Zypressentee lädt dich ein, Teil einer jahrhundertealten Tradition zu werden, die sich um Gesundheit, Heilung und eine tiefe Verbindung zur Natur dreht. Warum nicht einen Moment innehalten und einen Schluck Zypressentee probieren? Öffne dich für dieses würzige Abenteuer und entdecke die Geheimnisse, die sich in jedem Schluck verbergen.

    Weitere faszinierende Tees findest du hier: Der mystische Moringatee.

    Freitag, 17. Mai 2024

    Mystisches Morgingatee-morgenritual

    Einen mystischen Moringatee am Morgen? - Warum es eine gute Idee ist, öfters einen Moringatee sich zu gönnen.

    Moringa wird immer als Zauberpulver angepriesen. Superfood. Vor vielen Jahren fing damit auch irgendwie meine Reise zu mir selber an: ich kaufte mir aufgrund diverser YouTube-Empfehlungen Moringa-Pulver. In Kapseln, da das Pulver sehr wild schmeckt und ich es nie länger als ein paar Tagen mit dem Teelöffel essen konnte. Ich war nach ein paar Wochen überrascht, dass der Ansatz von grauem Haar bei mir einem goldenen Strahlen wich. Ich wurde wieder blond. Wie in der Kinderzeit. Zumindestens ansatzweise. - Warum das so war, weiß ich nicht. Es hing aber zeitlich mit dem Moringapulver zusammen. Ich nahm es von da an regelmäßig. Auch auf meinen Backpack-Abenteuern. Nährstoffe tun dem Backpacker immer gut. Und mit schmalen Budget und unklarer Reiseplanbarkeit sind ein paar Pillen mit dem Pulver eine gute Investition. Meine Erfahrung: sehr viel weniger Erkältungen und sonstige Erkrankungen. Es ging sogar soweit, dass ich nervös wurde, als mein Vorrat immer zur Neige ging und dann bumms kam der Infekt. Es war nämlich gar nicht so einfach das Moringapulver in fremden Ländern erwerben zu können.

    Jetzt fand ich Moringatee im Supermarkt. Im Teebeutel. Das hat den Vorteil, dass ich den giftgrünen Blättersud fast vollständig nach dem Ziehenlassen aus dem Tee heraus bekomme. Das ist geschmacklich sehr viel angenehmer.

    Ich finde den Moringatee geschmacklich interessant und entspannend. Moringatee wird aus den Blättern des Moringa-Baums hergestellt, der auch als "Wunderbaum" bekannt ist. Der Name "Wunderbaum" kommt übrigens von der Eigenschaft des Baumes selbst unter widrigen Bedingungen zu wachsen und eine Fülle von Nährstoffen bereitzustellen. Der Moringa-Baum ist in tropischen und subtropischen Regionen heimisch und wird aufgrund seiner vielfältigen gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Ursrünglich kam der Baum aus Indien. Man findet ihn aber jetzt auch in Afrika, Südamerika, Asien und in der Karibik. Es heißt, Moringa-Bäume sollen neben jedem Krankenhaus in diesen Regionen gepflanzt worden sein. Ich kann das nicht bestätigen, aber es ist bekannt, Moringa-Blätter sind reich an Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin A, Kalzium, Eisen und Antioxidantien. Moringatee wird oft für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile gelobt, darunter die Unterstützung des Immunsystems, die Förderung der Verdauung und die Senkung des Blutzuckerspiegels. Warum also nicht das Einfache mit dem Nützlichen verbinden, und einfach eine Tasse von dem Tee am Morgen trinken? Übrigens kann man die Samen des Baums auch zur Wasserreinigung verwenden, was ihn in Entwicklungsländern wirklich nützlich werden läßt. Einfach die Samen eine Nacht in dem Wasser wirken lassen.

    Die Zubereitung von Moringatee ist einfach und erfordert in der Regel getrocknete Moringa-Blätter und heißes Wasser. Viele lassen das Wasser nach dem Kochen einige Minuten abkühlen, wie beim grünen Tee. Moringatee kann allein genossen oder mit anderen Zutaten wie Ingwer, Zitronensaft oder Honig kombiniert werden, um den Geschmack zu variieren. Ich lasse den Tee immer 10 Minuten ziehen und trinke ihn am liebsten pur.

    Morgingatee gehört jetzt zu meinem Morgenritual. Es beruhigt mich und mit dem Teebeutel ist er milder als direkt aufgebrühte Blätter des Baumes. Falls Du Moringatee im Supermarkt in praktischen Teebeuteln sehen solltest, greif einfach mal zu und probiere den Tee aus.

    Die Wildente

    Bild: Google Gemini Gestern ließ sie Essen für 100k kommen. Für sich. Mein Sohn wollte einem Jungen auf der Straße Geld geben. Fünfta...