Sonntag, 18. Januar 2026

Pause wegen Trauerfall

Bild: Mahamind

Ich schaue jetzt viel mit meinen Augen in die Welt um mich, - und schweige. Da ist kein Impetus mehr wie früher, "komm schreibe doch mal was im Blog". Es kommt mir vermessen vor, die Persona Mahamind muss sich regenieren. Vielleicht wird sie sich auch ewig verändern?

Wegen eines Trauerfalls in der Familie, will ich erst einmal nicht mehr bloggen. Wie schon damals bei dem Tastaturschaden meines Laptopps, mit dem eine Welt für mich zusammenbrach. Bluetooth-Tastaturen sind die Hölle. Jetzt ist es also wieder so: wenn ich kein positives Lebensgefühl mehr habe, kann ich nicht mehr schreiben. Oder: Ich gebe es nicht mehr zur Veröffentlichung frei, sondern nehme es mit in mein stilles Gefängnis, zu dem die Welt um mich geworden ist. Immer, als ich schrieb war ich glücklich. Jetzt kommen da immer noch Buchstaben, Wörter, ganze Absätze.

„Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, hier sollen sich legen deine stolzen Wellen.“ - Hiob 38,11

So ist das. Ich will nicht die Welt schlechter machen, als sie ist. Ich will nicht, dass andere Menschen meine Gedanken jetzt lesen. Fremde. Und was ist das schlimmste? Einen Menschen, der einem nahe war, nie gefragt zu haben, was sein Lieblingslied über all die Jahre des Nebeneinanderseins geworden wäre? Das fällt wie Blei auf die Seele, wenn die Zeiger abgelaufen sind.

Ich brauche ein paar Tage Ruhe. Ich übersetzte einiges noch nach Esperanto, das entspannt mich und ich schalte ab. Manchmal lächele ich über meine Texte. War das so? Ich habe auch schon ein paar Artikel "in the pipe". Eigentlich etliche. Aber ich treffe momentan nicht mehr diesen leichten, frischen Mahamind-Ton Dinge zu beschreiben, die man so noch nie gedacht hat. Für mich war immer dieses Lebensgefühl Antrieb zu schreiben. Wie eine Sonne, die Strahlen will.

Montag, 5. Januar 2026

Vollmondspezial Januar 2026

Bild: Google-Gemini

Der Blog wächst zu schnell. Viele Sachen habe ich mir vorgenommen: jeden Freitag einen Artikel rauszuhauen. Diesen nach Esperanto zu übersetzen. Ein zusätzliches "Vollmondspezial". Ich habe jetzt das Gefühl mit meiner Arbeit am Blog meilenweit hinten zu stehen. Ich habe es unterschätzt. Ging mir das Schreiben im letzten Jahr einfach von der Hand, spüre ich jetzt Druck und das macht mir keinen Spaß. Deshalb: Ich erinnere mich zurück an meine Kernkompetenzen. Der Blog soll mich animieren regelmäßig zu schreiben. Mehr nicht. Zwar habe ich schon Lust auf ein "Vollmondspezial". Auch regelmäßig nach Esperanto zu übersetzen macht mir Spaß. Aber ich nehme erst einmal die Luft raus. Ich weiß, dass zunehmend mehr Leser - ich hoffe gerne - hier lesen. Aber da ich nur zwei Hände und einen Kopf habe, werde ich es in meinem Takt machen. Und das "Vollmondspezial" habe ich vergessen, bzw kam ich nicht dazu etwas zu schreiben. Noch nicht einmal etwas vorzubereiten. Also was mache ich jetzt?

Ich improvisiere. Freestyle-Schreiben. Und das mache ich anhand ein paar Stichpunkte, die ich schon vorbereitet habe. Aber nicht so ausführlich, wie ich es mir dachte. Übrigens: der Flow Zustand soll immer dann eintreten, wenn ein Mensch etwas mit einer Routine machen kann, es ihn aber nicht überfordert. Ich denke genau das lief schief, da ich immer mehr in meinen Gedanken zu den Themen schreiben wollte, es aber dann eine Sisyphus Arbeit gewesen wäre, dazu das alles auch vertexten zu wollen.

Fange ich an mit High Strangeness Links. Da die vorherigen "Vollmondspezials" über das spekulative Thema, UFOs, UAPs und intelligentes Plasma gingen, habe ich alles zu einem Stichpunkt zusammen gefasst: High Strangeness. Das ist englisch und bedeutet frei übersetzt Sehr Seltsames. Ich fasse es einfach mal so kurz wie möglich zusammen: ich denke, dass UFOs nicht UAPs sind und UAPs nicht das, was vielen suggeriert wird oder sie es durch ihren kulturellen Kontext wahrnehmen. Viele leben in einem "Raumschiff Enterprise" Universum und sehen da entsprechend "Außerirdische". Ich denke das stimmt so nicht. Warum? Hört man bei diesen UAP Berichten aufmerksam zu, so sollen das Ereignisse sein, die mit unser jetzigen Physik nicht zu erklären sind. Ich fasse das für mich so zusammen: die Ereignisse bewegen sich in einem außerdimensionalen Raum. Außerhalb Raum und Zeit. Aus unserer Perspektive. Deshalb fasste ich klassische UFO-Berichte mit anderen "High Strangeness" Phänomenen zusammen. Es gibt neben UFOs auch Geister, Kryptiden, Dämonen. Und eine Menge mehr. Alles, was Menschen sich ausdenken können. Das sind Phantasiebilder, die von Menschen geschaffen worden sind. Um Dinge zu erklären, die wir nicht begreifen können. Die aber doch existieren zu scheinen. Ich verwendete deshalb das Bild von intelligentem Plasma. Als Arbeitshypothese. Übrigens ist das ein Trend, der zur Zeit noch marginal ist, der aber zunehmen wird. Es ist eine anerkannte Theorie des UFO-Phänomens. Es ist sogar die wissenschaftlichste Theorie von allen. Im Grunde geht das in ein elektromagnetisches Weltbild, in dem elektromagnetische Phänomene Intelligenz entwickeln können. Und das nicht nur seit dem UFO-Absturz in Roswell. Oder wie man es immer nennen will. Das Plasma begleitet die Erde seit dem Anbeginn ihrer Existenz. Nennen wir es Schöpfung und dann kommen etliche religiöse Vorstellungen. Nicht wahr? Wenn Plasma Intelligenz zeigen kann, fragt man sich: Was ist diese Intelligenz und woraus entspringt sie? Das führt zu der radikaleren Idee, dass die fundamentale "Realität" nicht Materie, sondern Information oder Bewusstsein ist – ähnlich einem Hologramm, bei dem jeder Teil das Ganze enthält. Ferner geht es hier weiter in ein holographisches Weltbild, in dem alles mit allem verbunden ist. Warum? Einmal sehr logisch und materialistisch: weil Du in Deinem Kopf dir dein Universum zusammensetzt. Also ist da alles mit allem verbunden. Das Universum kannst nur du dir vorstellen. weil dein Gehirn dein Modell des Universums konstruiert. In diesem Modell ist alles mit allem verknüpft – holografisch. Die wahre Realität dahinter können wir nur erahnen. Der andere Grund: Jahrtausend alte Mystik und Philosophie. Mit den offiziellen UFO-Reporten in den USA funktioniert unsere Physik nicht mehr. Eigentlich schon seit dem bekannten "Doppelspaltexperiment". Alles, was an materialistischer Gedankenwelt uns die Welt erklären will, funktioniert eben nicht. Das ist vielen noch nicht klar geworden. Denen, denen es klar wurde, mussten sich auf die Suche nach einem neuen Weltbild machen. Ich bin einer davon. Aus dieser Perspektive will ich dann in dem Vollmondspezial Quellen vorstellen, die einen inspirieren können, über sich in der Welt nachzudenken. Das bereite ich dann zum nächsten Vollmond vor.

Mein nächster Stichpunkt ist Tarotlegung zum "Vollmondspezial". Ich habe schon ein bisschen über Tarot und Kartenlegen geschrieben. Ich will dann eine neue Evolutionsstufe des Kartenlegens erreichen und "öffentlich" Karten legen und darüber schreiben. Meine bisherigen Vorstellungen waren von einem Storytelling Tarotstil geprägt und besonders geeignet ist dafür das "Tarot in Wonderland" Deck. Darüber schrieb ich schon. Ich schrieb damals schon mich in die Qabalah einarbeiten zu wollen und damit meine Tarotlesungen zu vertiefen. Das soll dann in dem Sinne erfolgen. Natürlich ist Qabalah und Tarot ein weites, sehr weites Feld. Aber auch hier will ich mich kurz halten: bevor das so passieren kann, muss ich noch einen Artikel dazu schreiben, wie das genau funktionieren soll.

Aus meiner Gedankenwerkstatt zu dem Thema Tarot ein paar Anregungen: #1 Du machst es dem Leben damit einfacher so zu sein, wie du es dir erträumst. #2 Wichtiges: Wir arbeiten mit unbewussten Inhalten. Das geht nicht direkt. Das würde einen Widerstand erzeugen. Deshalb ist es notwendig unser Tarot nur als gedankliches Experiment zu sehen. Es einfach im Raum stehen zu lassen. Und sich überraschen zu lassen, was alles passieren mag. Es kann von Vorteil sein, gewisse Dinge auch in ein besonderes Heft oder Zettel aufzuschreiben. Zettel in der Hosentasche. Und immer zu bestimmten Anlässen sich der Inhalte noch einmal zu vergewissern. Sie können dadurch zu Affirmationen werden und sich ihren Weg in das Leben bahnen. #3 Lange Leser des Blogs fassen den Begriff "crazy" als positive Eigenschaft auf.

15.3.1977 Bentov's Traum des Pendels. Ist meine letzte Notiz. Es gibt auch andere, die ähnlich wie ich dachten. Darauf will ich auch eingehen. Itzhak Bentov ist einer von ihnen.

Freitag, 2. Januar 2026

Warum gibt es diesen Blog auch in Esperanto?

Bild: Google Gemini

Regelmäßige Leser wissen es bereits: Zu jedem neuen Artikel erscheint inzwischen auch eine Version in Esperanto. Doch warum investiere ich diese zusätzliche Arbeit? Die Antwort ist vielschichtig und führt uns tief in die Welt der Sprache, ihrer Politik und ihres menschlichen Potenzials ein.

Esperanto ist keine gewöhnliche Sprache. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Dr. Ludwik Lejzer Zamenhof mit einer klaren Vision geschaffen: als eine leicht erlernbare, politisch und geografisch neutrale Brückensprache, die Völker verbinden und zum Frieden beitragen soll. Ihre Grundpfeiler sind:

  • Einfache Lernbarkeit durch eine logische, ausnahmelose Grammatik.
  • (Geo)politische Neutralität, da sie keinem Volk als Muttersprache gehört.

Ob Esperanto nun eine „erfolgreiche“ Sprache ist, darüber lässt sich streiten. Gemessen an den ursprünglich ambitionierten Zielen ist die Sprecherzahl sicherlich gering. Doch daraus einen Misserfolg abzuleiten, wäre zu kurzsichtig. Denn unter dem Strich bleibt Esperanto die einzige voll funktionierende Plansprache mit einer lebendigen, globalen Gemeinschaft. Und genau das macht sie faszinierend.

Der Kontrast: Esperanto vs. Toki Pona

Um Esperantos Stärken zu verstehen, lohnt ein Blick auf eine andere Plansprache: Toki Pona. Diese moderne Sprache zielt mit nur etwa 120 Grundwörtern auf Minimalismus und will bewusst weniger „eurozentrisch“ sein. Die Idee erinnert mich jedoch an einen Missionar, der im historischen Afrika mit ein paar Bantu-Wörtern versucht, mit neu entdeckten Stämmen zu kommunizieren. Auch wenn afrikanische Sprachen verwandt sind, ist die Verständigung oft ein Raten – ähnlich dem Versuch, in den Niederlanden mit Hochdeutsch zu reden. Es bleibt ein „Reden mit Händen und Füßen“. Plattdeutsch wird in den Niederlanden übrigens besser verstanden als Hochdeutsch.

Toki Pona fühlt sich für mich ähnlich an: schnell zu lernen, aber im Gebrauch oft chaotisch, weil komplexe Begriffe wie „Flugzeug“ umständlich umschrieben werden müssen (etwa als „fliegendes Werkzeug“). Es wirkt auf mich wie ein intellektueller Spleen, eine „primitive Sprache“ zu kultivieren, die jenseits des Internets praktisch nie anzutreffen ist. Als jemand, der viele Sprachen auf einfachem Niveau spricht, kenne ich das Gefühl der holprigen Verständigung zur Genüge – ich suche nach Klarheit, nicht nach bewusster Beschränkung.

Esperanto: Die effiziente Vollsprache

Hier liegt der entscheidende Unterschied: Esperanto ist eine Vollsprache. Sie bietet einen präzisen, reichen Wortschatz, um Nuancen klar auszudrücken. Und das Beste: Durch die genial vereinfachte, absolut regelmäßige Grammatik ist sie ultraschnell zu erlernen.

Meine Schätzung: Man benötigt nur ein Drittel bis ein Zehntel der Zeit im Vergleich zu einer konventionellen Sprache. Ein Lernjahr Esperanto kann also drei bis zehn Jahren Englischunterricht entsprechen. Die Sprache ist nicht einfach – Lernen erfordert immer Mühe –, aber sie ist wahnsinnig effizient. Schon nach einem Monat kann man viel verstehen und sich verständigen. Diese frühen Erfolgserlebnisse tragen und motivieren ungemein.

Das wirft eine ökonomische Frage auf: Warum investieren wir (und unsere Bildungssysteme) so viele Ressourcen in Jahre des „Paukens“, um am Ende oft nur ein unvollkommenes Englisch zu erreichen? Warum nicht Esperanto lernen und mit geringerem Aufwand größere sprachliche Kompetenz und Freiheit erlangen? Hier betreten wir den Raum mit dem „Elefanten im Raum“.

Sprache als Herrschaftsinstrument

Das Lehren von Fremdsprachen in Schulen ist hochpolitisch. Sprache war immer auch ein imperiales Tool der Menschenführung. Missionare und Lehrer der Kolonialsprachen waren mit die Ersten in neuen Gebieten. Und selbst wenn die Kolonisierten die Sprache der Herren lernten, blieben sie oft Bürger zweiter Klasse.

Dieses Machtgefälle spüre ich, wenn ich lange Artikel in der New York Times lese. Trotz jahrelanger, alltäglich genutzter Englischkenntnisse stoße ich auf Hürden – auf ein Idiom, das ich „Obama-Englisch“ nenne. Es schafft Muttersprachler mit großer Kompetenz und ein Heer von Zweitsprachlern, die diese native Eleganz selten erreichen.

Genau diesen Effekt gibt es in Esperanto nicht. Alle beginnen bei Null. Die messerscharfe Logik und Einfachheit der Sprache sind für jeden erreichbar, während das mögliche Ausdrucksniveau sehr hoch bleibt. Niemand ist aufgrund seiner Herkunft im Vorteil. Das ist eine demokratische, befreiende Idee.

Der Widerstand und die "Eurozentrizität"

Esperanto war mit diesem befreienden Anspruch nie bequem. Seine Sprecher wurden in Diktaturen verfolgt. Und auch heute noch erfährt die Sprache, besonders aus angelsächsischer Perspektive, oft Hohn und Spott. Das ist kein Zufall: Esperanto ist die natürliche, effiziente Konkurrenz zu Englisch als Weltsprache. Ein schlankes, elegantes Linux gegen ein überbordendes Windows.

Ein häufiger Vorwurf lautet „Eurozentrizität“. Dazu zwei Gedanken:

  1. Für englische Muttersprachler ist Esperanto mit seinem lateinischen Alphabet und seiner phonetischen Regelmäßigkeit oft schwieriger als für Sprecher romanischer oder germanischer Sprachen – ein interessantes Paradoxon.
  2. England sieht sich oft nicht als „europäisch“, und Esperanto klingt für viele wie ein elegantes Italienisch oder Spanisch. Damit ist es auch für Mittel- und Südamerika intuitiv zugänglich. Es ist weniger „eurozentrisch“ als vielmehr ein elegantes Manöver, an der angelsächsischen Sprachdominanz vorbeizukommen.

Fazit

Deshalb also die Esperanto-Version dieses Blogs. Sie ist ein Statement für sprachliche Demokratie und effiziente Verständigung. Sie ist eine Einladung, über den Tellerrand der etablierten Sprachpolitik zu blicken und eine Sprache zu entdecken, die nicht herrschen, sondern verbinden will. Eine Sprache, in der der Inhalt zählt und nicht die geografische oder politische Herkunft des Sprechers.

Es ist ein Experiment, ein Angebot und vielleicht ein kleiner Schritt in Richtung einer Welt, in der Verständigung leichter und gerechter ist. Bonvenon al la Esperanto-versio! (Willkommen zur Esperanto-Version!)

Freitag, 26. Dezember 2025

Vom sozialen Druck zum Datenstrom: Eine Absage an die Smartwatch

Bild: Google Gemini

Pünktlich zur Weihnachtszeit ging meine Smartwatch, eine Huawei BLAbla2, kaputt. Sie erlosch einfach im Swimmingpool, obwohl sie wasserfest gewesen sein sollte. Zumindest die meiste Zeit. Sie wurde etwas mehr als drei Jahre alt. Ich hatte sie mir damals bei einem Einkaufsbummel mit meinem Bruder gekauft, der völlig dieser Smartmanie verfallen war. Habe ich den Kauf bereut oder hat mir die Investition etwas gebracht? Ich schreibe hier einfach eine kleine Reflexion über diese Zeit.

(Meine) Gründe für eine Smartwatch

Warum kaufte ich mir so ein Ding? Sozialer Druck! Ich als „Ungeimpfter“ kam für zwei Nächte bei meinem Bruder unter, der sich vorher extra noch einmal „boostern“ ließ. Das war während eines Besuchs in Deutschland, nach dieser „Pandemiezeit“. Die Leute sind in Deutschland ein wenig verrückt. Ich meinte immer zu meinem Bruder, nicht alles zu glauben, was in den Medien berichtet wird. Das kann nicht gut gehen. Mahamindleser wissen sehr genau: Ich glaube zum Beispiel noch nicht einmal den Wetterbericht. (klicke den Link zum Wetterbericht). Ich hatte auch das Glück, in einem Land weitgehend „ohne Lockdown“ durch diese „Pandemiezeit“ zu kommen. Da sind keine Leute in Massen tot zusammengebrochen oder so, was eine „Impfung“ hätte verhindern müssen. Also musste ich aufpassen, was ich meinem Bruder sagte. Sollte ich ihm erzählen, dass es sich bei „der Impfung“ nicht um eine klassische Impfung handelte, sondern um einen Impfversuch, bei dem der Wirkungsmechanismus ein gentherapeutischer Eingriff war, der noch nicht einmal vorher an Menschen getestet worden war? Zumindest die mRNA-Impfstoffe, die wie wild in Deutschland injiziert wurden. Und die Erfahrungen mit mRNA-Impfstoffen beim Zuchtschwein waren nicht unbedingt positiv. Aber sie lieferten auch keine Langzeitresultate. Schweine werden nach drei Jahren geschlachtet. Unter dem Gesichtspunkt, keine drei Jahre mehr zu leben – wie etwa mit einer Krebsdiagnose – würde ich mir auch mRNA spritzen lassen. Aber so ein Nebenwirkungsprofil bei einer etwas seltsamen Grippe? Damals war es in Kreisen meines Bruders auch absolut verpönt, von einem „Laborunfall“ zu reden. Als psychologisch ein wenig geschulter Beobachter spürte ich die Ohnmacht, die Hysterie und das Trauma der Leute in Deutschland. Dann besuchte ich meinen Bruder, als es ein wenig besser wurde und die Medien andere Themen fanden als „die Pandemie“. Das 9-Euro-Ticket zum Beispiel.

Smartwatch als Symbol „dazu zu gehören

Ich konnte – weil ich lange nicht mehr in Deutschland lebte – auf „dummer Ausländer“ machen, der nicht so superkompetent durch deutsche Medien informiert worden war wie mein Bruder. Ich bekomme auch schon einen ausländischen Akzent hin, wenn ich will. Oder ich streue ungewöhnliche Lehnwörter aus anderen Sprachen ein. Die Wörter stehen dann für Konzepte, die lange erklärt werden müssen. Meine aus deutscher Sicht – ich muss schon sagen – Dissidenz machte dann nichts aus. Ich ließ meinen Bruder mit seinem Weltbild punkten und hörte mir seine Vorstellungen von einem guten Leben an. Lassen wir mediale Angstbilder, die ein bisschen wie seriöse Clickbaits fungieren, beiseite. Mein Bruder interessiert sich für alles, was irgendwie „Smart“ ist. Smartphone, Smart City, Smart Car, Smart Home, Smartwatch. Mit seinem Sohn baut er an einem Raspberry Pi, was ich sympathisch fand. Auch, dass er seine Sachen in Haskell programmiert. Ich will ihn also nicht als dummen Menschen beschreiben. Aber irgendwie haben sie seine Affekte an Dinge gebunden, die mir völlig fremd sind. Mit „sie“ meine ich Medien, die den Leuten zum großen Teil erfolgreich klar gemacht haben: Lest, schaut, hört uns – und ihr seid klug. Kann man den Medien nicht übelnehmen. Das ist Selbstinteresse. In meinem Leben bin ich aber weit gekommen und habe viel gesehen. Richtig wäre es meiner Meinung nach: Fang an, Standardbücher und Originalliteratur zu lesen. Dann bist du zumindest auf dem Weg, klug zu werden. Journalisten sagen von sich selbst, sie seien ehrlich: "Dazu haben wir aber keine Zeit." Auf einer sommerlichen Terrasse ergeben sich am Abend dann auch gute Themen. Und dann sah ich die Smartwatch, relativ günstig, und kaufte sie mir einfach. Auch, um ein weiteres Thema zu haben. „Ich habe auch so was. Schau her: Sie piepst jetzt.“ Ein Symbol dazu zu gehören. In der Familie meines Bruders haben alle … und wir zeigten uns gegenseitig unsere Handgelenke mit den Uhren, die nicht einfach Uhren waren, sondern … mehr. Das war ein Stammesritual wie auch in Afrika. Natürlich macht es mir Spaß, das alles mit ein wenig Ironie niederzuschreiben. ABER: Es war ein schöner Sommer in Deutschland nach der „Pandemie“. Ein schönes Land im Sonnenschein. Und nette Leute! Aber eben bloß in einer medialen Kühltruhe mit mediokren Betrachtungen zu Themen, die man auch besser in der internationalen Presse liest. Und auch da: bitte nicht unipolar. Dann ergibt das Spiel der Interessen auch mehr Sinn, als in eine Angststarre zu fallen. Dann denkt auch der klügste Mensch nicht mehr nach, wenn die Panik kommt.

Smartwatch – mein Resümee

Geplante Obsoleszenz. Nach dem Anekdotischen folgt mein Bericht über drei Jahre Smartwatch. Wie erwähnt, erlosch ihre Funktion im Swimmingpool vor ein paar Tagen. Vorweihnachtszeit. Das war erst einmal enttäuschend. Es war nicht so wie mit anderen Huawei-Geräten, wo die Akkulaufzeit nachlässt und man das Gerät dann mehr im Schrank liegen lässt, um es seltener zu benutzen. Das fühlt sich organischer an. „Nicht mehr gehen“ fühlt sich an wie tot sein. Mir fiel sofort das schlimme Wort „geplante Obsoleszenz“ ein. Wie lange sind schon die Voyager-Sonden im All unterwegs? Der Mercedes URALT? Die alte deutsche Waschmaschine? Und jetzt findet die Smartwatch ihre letzte Bestimmung als Technikschrott! Als hätte man die Dichtung nicht besser machen können. Aber man will ja nicht.

Nette, aber letztlich Beschäftigungstherapie. Die meisten Dinge, die man heute kauft, sind gekaufte Identitäten. Mit der Smartwatch bekommt man ein aktives, sportliches und gesünderes Image. Alles wird getrackt. Herzschlag, Schlaf, „Stresslevel“. Aber einige Dinge machten kaum Sinn: die O2-Sättigung im Blut. Einige Apps wie „Wetter“ waren sehr schlecht. Auch gab es eine nutzlose „Pranayama“-App. Hört sich gesund an. Ich mache oft Pranayama: Die App war nicht zu gebrauchen. Es gab auch keine besseren Apps, und so begnügte ich mich mit den Voreingestellten. Ein wenig Spaß machte immer, das Ziffernblatt nach ein paar Wochen zu ändern. Was ich häufig nutzte, war der Timer, um Dinge beim Kochen nicht zu vergessen. Aber auch hier: Ein absoluter Nerd-Faktor wären mehrere mögliche Timer gewesen und nicht nur einer. Wichtig wurden für mich dann die „Sport-Sensoren“: das Trainingsmonitoring. Das half mir gefühlt, „am Ball zu bleiben“.

Ist es wirklich wichtig? Aber manchmal plagten mich auch Zweifel: „Was ist, wenn die ermittelten Werte gar nicht stimmen?“ Hier kommt wieder „die Pandemie“ mit ihren falsch positiven PCR-Tests vor mein geistiges Auge. Gehören Smartwatch und diese Tests zu einem Zeitgeistphänomen? Angst, Panik, „am Ball zu bleiben“, nichts in der Küche anbrennen zu lassen? Der Verlust der sozialen Zugehörigkeit, wenn man es nicht besitzt? Alles keine guten Motive, die mir jetzt in den Sinn kommen. Ich widerstand deshalb auch dem Drang, sofort eine neue Smartwatch zu bestellen. Der Drang war da. Ich hatte mich an das Gerät gewöhnt. Aber irgendwie … uncool. Im Grunde gefällt es mir nicht, wenn Hardwarehersteller zu Software-Monopolisten werden. Was cool wäre: eine Lisp-Uhr, in der man seine Apps selbst schreibt. Es gibt Open-Source-Projekte wie AsteroidOS für bestimmte Smartwatches. Da kann man dann unendlich viel Zeit versenken. Aber wenn ich wirklich drüber nachdenke, bin ich froh, wenn dieser bleiche Streifen von meinem Handgelenk verschwunden ist. Der störte mich schon immer. Also lass ich das in Zukunft einfach weg.

Es ist ein Überwachungstool. Der Kaufpreis plus meine Daten. Ist mir zu teuer. Da ich denke, dass das heute eben so ist, muss ich dann ohne die zusätzlichen Extras durchs Leben gehen. Für die Küche eine Eieruhr. Es gibt gute Open-Source-Programme, die das Training verwalten können. Am Ende sind Kugelschreiber und Schulheft auch nicht so schlimm (klicke hier zu dem Artikel über handgeschriebene Notizen). Souverän kann ich das Büchlein aufschlagen und mit geschwungener Schrift notieren. Das Rumfummeln am Phone oder an der Uhr wirkt immer ungelenk. Auch wenn sich die Zeitgeist-Freaks noch so verrenken: Es ist eben nicht geschmeidig. Sie sehen sich selbst dabei nicht. Ich habe mein Ideal gefunden: handschriftliche Notizen und einmal am Tag am Schreibtisch die Werte in einen Datenstrom eingeben. In Emacs & Common Lisp, kurz und konzentriert. Keine Prokrastination.

Smartwatch – keine Zukunftslösung

Das Bild von der Einheit von „Mensch und Maschine“ – oder besser: und Datenstrom – wird oft in Artikeln als Zukunftsvision suggeriert. Aber ist es wirklich praktisch? Das analoge Leben kann per Definition nur real sein und ist deshalb ein fester Anker im menschlichen Bewusstsein. Das digitale Leben lebt von der Illusion und ist letztlich immer fehleranfällig. Allein deshalb werden viele Leute solche Tools im Endeffekt nicht nutzen. Auch die realen Gefahren von „Big Data“ sind nicht unwichtig, „wenn man selbst nichts zu verbergen hat“. Versicherungen kaufen gerne solche Daten, und wenn dann zu wenig Bewegung registriert wird, gibt es eben keine Lebensversicherung. Das wird dann nicht begründet. Auch wird nicht nachgefragt, ob die Daten der Smartwatch vielleicht fehlerhaft waren. Das interessiert keinen. Der Algorithmus macht das von alleine.

Also strecke ich jetzt mein freies, aber bleiches Handgelenk in die Sonne, um zu gesunden, mich selbst zu finden und das schöne Gefühl zu genießen, meinen Weihnachts-Essay geschrieben zu haben. Allen, die bis hierhin gelesen haben: eine schöne, besinnliche Auszeit.


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Die Wildente

Bild: Google Gemini Gestern ließ sie Essen für 100k kommen. Für sich. Mein Sohn wollte einem Jungen auf der Straße Geld geben. Fünfta...