Donnerstag, 12. März 2026

Der Angriff der AI-Texte (I)

Bild: Google Gemini


Ich schreibe gerne anekdotisch Gedanken und Ereignisse aus meinem Leben auf. Ungefiltert. Assoziativ. Wie Geschichten an einem Lagerfeuer. Für einen Freund. Ich bin mir darüber klar, dass die so entstehende Literatur für viele auch unübersichtlich, oder schwer zugänglich werden kann. Das ist ok. So wie vielleicht nur ein Mensch von 1000 überhaupt ein Freund sein kann, ein richtiger Freund, denke ich einem von 1000 Lesern einen wichtigen Gedankenanstoß geben zu können. Ein Satz, in dem die Dinge über das Leben geschickt nur ein klein wenig umgedreht worden sind, und eine völlig neue, andere, reizvolle Lebensperspektive sich manifestiert. Das will der Blog Mahamind sein.

So war mir klar, dass meine Texte über Common Lisp (-> Link) für normale Leser (nicht die Zielgruppe) wie ein Aufprall gegen eine Wand mit einer Menge Anlauf sein müsste. Kein Mensch kennt Common Lisp. Geschweige denn, interessiert sich dafür. Eine sublime Botschaft des Textes: Das kann die Ursache sein, ein Leben zu leben, das man selber fatalistisch als "abgeschlossen" empfindet. Deterministisch. Also das Gegenteil von frei und erfüllt. Wobei es mir nicht darum geht, dass jeder Mensch Common Lisp lernen sollte und ich das subliminal mit einem Versprechen verbinden will, ein glückliches Leben zu haben. Das wäre nicht fair. Und wahrscheinlich auch nicht wahr. Das wäre einer der Tricks, die Influencer und CopyWriter anwenden, um Leser zu binden. Nächster Schritt wäre das kostenpflichtige Webinar. Das will ich nicht machen. Auch weil ich im Grunde aufrichtig faul bin. Ich will den Leser verwirren und ein Stück in eine andere Welt mitnehmen und ihm zeigen:

"Schau mal, da ist was! Mach was eigenes daraus. Es lohnt sich."

Wobei es nicht um Dinge gehen kann, die sich im Leben manifestieren, sondern um die Mechanismen, die hinter diesem Ding stehen. Also: warum ist Common Lisp so anders? Warum setzt es Kreativität frei? Warum wird es im Mainstream totgeschwiegen? Jetzt weiter: ist es im Grunde dasselbe, was auch mit Jesus passierte? Wenn du wissen willst, wie ich ticke, lese meinen Beitrag über Mirin Dajo. Oder über die Gnostik. Willkommen in der Metaebene.

Der Text will also kein Tech-Blogartikel sein. Es geht um mehr. Aber! Schaue ich 2026 nach draußen, ist da eine Welt, mit der Frage: entweder von dieser Technik versklavt zu werden oder sie selber sich anzueignen und einen Weg in seine persönliche Freiheit zu finden? Denn die Welt da draußen ist nicht friedlich und nett. Die Frage weiter an Dich: sich von den sozialen Medien prägen zu lassen, um irgendwie, wie auch immer, glatt und mainstreamtauglich zu werden? Ja du wirst die "persönliche" Schublade finden und genau kennenlernen, in die dich die Gesellschaft - mit deiner Mithilfe - stecken wird und dann schließt. Ist das dein Ort? Willkommen im Glied. Oder auszusteigen, Blogs wie Mahamind und andere zu lesen und dann zu erkennen: selber machen ist der Weg. Die anderen sind völlig egal. Freiheit.

"Kommst du nach Sparta, verkündige dort du habest uns hier liegen sehen.." in der Mainstreamversion oder: "Die größte Freiheit ist die Erkenntnis der Notwendigkeit." - nach Spinoza. Oder klassisch: "Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss." - Goethe. Wobei Spinoza meine Liebligsversion ist.

Ich hoffe, dass war jetzt ein netter Teaser. Inspirierend und vollkommen anders, als erwartet. Wie es jetzt weitergeht, wird noch extremer als Common Lisp. Versprochen. Der normale Leser, ich nenne ihn liebevoll medioker, wird aufschreien: "Nein!" Aber es muss sein: es geht um noch exotischere Programmiersprachen. Kennst du schon Forth und Pharo? - Ich denke, hier ist der Punkt, an dem der mediokre Leser aussteigen wird. Deshalb ein kleiner Ausblick auf mein Schreibskript. Ich lege mir immer Stichpunkte zurecht, die mein Artikel ansteuern soll. Handgeschrieben.

Also: Ich stelle die beiden Programmiersprachen Forth und Pharo kurz vor. Warum sie mich reizen. Und bringe das dann in Verbindung mit AI-Literatur. Das ist dann der Hauptgedanke. Also kein klassischer Gedankengang "ist AI-Literatur gut oder böse", sondern einer mit zündenden Idee: "wie mache ich gute AI-Literatur." Aber alles was gut ist, kostest auch Zeit und Mühe. Das ist ein Naturgesetz. Das nehme ich vorweg. Aber da mein Schreibprozess kreatives Schreiben ist, ist mir momentan selber noch nicht klar, was am Ende dabei rauskommen wird. Also:

Draußen tobt der Angriff der AI-Texte. Millionen Wörter, die niemand geschrieben hat. Millionen Gedanken, die niemand gedacht hat. Ein Tsunami aus Mittelmaß, der alles zu überschwemmen droht, was echt ist. Und du sitzt da und fragst dich: Soll ich schwimmen lernen – oder eine Arche bauen? Natürlich: Gegen den Tsunami hilft kein Deich. Gegen den Tsunami hilft nur: selber zur Welle werden. Aber anders. Nicht aus Wasser – aus Gedanken.

Forth und Pharo

Forth - Es gibt kaum (bis überhaupt keine) Videos über Forth und Pharo auf Youtube. Kaum Tutorials, keine "Mache das, dann haste das" Videos. Ein gutes Zeichen. Wie im Zen, ist einer, der auf YouTube darüber spricht kein Meister. Aber warte! In modern nennt man es: Reactionvideo? Das fand ich. Genau dieses Video gibt den Zustand wieder, zum ersten Mal mit Forth in Verbindung zu kommen. Der Moment des Erwachtens. Vorher wusste ich nicht einmal vom Hörensagen, dass es so etwas wie Forth gibt. Ein lebensveränderner Moment. Ehrfurcht? Verstörend? Angst? Freude? Nicht einfach in Worte zu fassen. Das Video versucht es. Klicke hier, um es zu sehen.

Natürlich ist es nicht cool, Tabak dabei zu rauchen. Der Sprecher, ein AI-Unternehmer, steckt sich bei seinen Videos gerne eine Zigarre an. Kein gutes Vorbild. Aber er gibt den Moment wieder, den ein erster, tiefer Kontakt mit Forth hat. Darum geht es mir. Und lustigerweise ist er wohl studiert. Also vom Fach. Auch er kannte es bis dahin nicht. Forth ist so etwas wie das klassische Latein der Programmiersprachen. Mit Forth betrittst du ein Reich, wie das Pilzreich sehr sehr alt und vielen absolut unbekannt. Sehr maschinennah und sehr minimalistisch. Absolut anpassbar. Schreibt kleinere Binaries als C. Du passt es vom ersten Moment an deine Bedürfnisse an. Das musst du, weil es minimalistisch ist. Da ist nicht viel, wenn du es nicht selber schreibst. Der Compiler ist wenige Kilobyte groß, die gesamte Installation mit Updates war bei - glaube ich - 3 MB. Keine große Sache zu installieren. Du lernst dabei sehr nach "am Metall" zu programmieren. Auch viel über Hardware. Im Vergleich zu Assembler gilt diese Sprache aber als abstrakt und bedeutend einfacher. Eine maschinen-nahe Hoch-Sprache. Information wird im Code sehr stark verdichtet. Verbraucht kaum Ressourcen. Ist also kein Problem zu installieren und damit.. es ist mehr spielen als arbeiten. Aber Spielen setzt Phantasie frei und daraus entsteht Kreativität.

Pharo - ist ein moderner Abkömmling der Programmiersprache Smalltalk. Das Programmierparadigma ist dort: Alles ist Objekt. Alles lebt. Zusammenfassung der Programmierparadigma der interessanten Programmiersprachen: Lisp -> alles in Liste. Forth -> alles ist Wort (so werden Funktionen benannt). Also drei verschiedene Ansätze Programmierung zu verstehen. Was aber alle Sprachen verbindet, ist die Fähigkeit zur Live-Programmierung der Programme im Speicher. Die Programme werden zur Laufzeit geändert, kein Stopp, kein Reboot. Häufig nur eine Tastenkombination und das Programm wird so "modeliert". Genau das ist das coole an diesen Sprachen und deshalb wurden exotische Sprachen wie Common Lisp, Forth und Pharo für mich interessant. Du kannst sie selber zu 100% an deine Bedürfnisse oder an die Hardware (the metal) anpassen. Also Gegensatz zu Mainstreamsprachen: "schau du kannst mit PythonScriptRust dies und das einfach machen" versus Freak-Sprachen: "alles liegt unter deinen Fingerspitzen", - du musst es nur machen (können).

Alle haben diese praktische Live-Programmierung. Deine Programme sind also schon als Fragmente immer aktiv im Speicher und du veränderst sie interaktiv im Betrieb. Kein Reboot. Mir kommt das wie eine Leinwand vor, die immer da ist und sich immer verändern kann. Stell dir vor, du malst ein Bild, und die Farbe trocknet nie. Du kannst morgen weitermalen, und übermorgen, und in zehn Jahren. Und das Bild lebt mit dir. Das ist Live-Programmierung." Das alles wird dann organisch. Viele Programme laufen so jahrzehntelang. Daher die lustige Vorstellung über Legacy Software, die tief in vergessenen Kellern läuft und läuft und sich keiner mehr ranwagt, sie zu verändern. Du musst dann sehr genau wissen, was du machst. Ein Naturgesetz: wenn dir der Laden am Ende nicht um die Ohren fliegen soll, muss du eine fanatische Gewissenhaftigkeit entwickeln. Genau das, was man bei den Herrscharen der Python & Javascriptentwicklern oft vergeblich sucht.

Wenn das so gut ist, warum kann das nicht Python&Co? Weil das gesamte Programmierparadigma sich änderte. Heute: Programm schreiben, starten, abbrechen, debuggen.. neu starten.. Das im Dauerloop. Ich finde das aber frustierend. An laufenden Programmen hingegen "zu schrauben" ist elektrisierend. Adrenalinkick. Abenteuer. Natürlich ist genau das der Alptraum eines Arbeitgebers. Aber als Amateur bin ich selber mein Chef. Und mache, was mir gefällt.

Während bei Forth noch gar nicht klar ist, was ich damit machen will, außer zu lernen, ist es bei Pharo anders. Ich will das Anfängerprojekt programmieren: Das Notizbuch. Da alles Objekt ist und miteinander kommunizieren kann, wird dann die Verknüpfung dieser Notizen (hoffentlich) kinderleicht, intuitiv, beinah schon magisch. Hier kommt jetzt die Verbindung zu meiner Schreibleidenschaft. Ich will Literatur schaffen. Wie kannst du das machen?

Indem du Notizen geschickt miteinander verbindest. Alles ist Objekt? Nimm jetzt Charaktere, Gegenstände und Orte einer Erzählung. Sie existieren alle gleichzeitig im Speicher. Du kannst sie updaten. Eine individuelle Geschichte daraus erstellen. Sie mit anderen verknüpfen. Den Plot weiterlaufen lassen. Dann eine Schreibanleitung für eine AI, die den Text mit der und der Textur entfaltet.. Nach was hört sich das an? Einer Fabrikationsstraße Ideen in menschenlesbaren Text zu bringen? Und lange, in sich verwobene Erzählungen zu schaffen? Ich nenne es AI-Literatur.

AI-Literatur ist ja ein aktuelles Thema. Jeder will einfach nur die AI durchlaufen lassen und damit Produkte produzieren. Aber natürlich, das ist nicht so einfach. Denn - auf das Schreiben bezogen - du darfst die AI niemals den Plot selbstständig weiterentwickeln lassen, dann entsteht Unsinn. Die bessere Idee ist: Immer ein Drehbuch abarbeiten lassen. Mache dies, das und genauso. Also imperativ. Die Metaebene machst du in Smalltalk. Genau dazu wurde die Sprache erschaffen. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich mich ärgere, mich jahrelang mit Obsidian abgeplagt zu haben? Aber auch Obsidian war zu meinem damaligen Erlebnishorizont das beste, was ich tun konnte. Also Horizonte erweitern. Das soll eine gute Programmiersprache machen. Soweit die Motivation.

Freaksprachen hört sich sympathisch an. Aber einen negativen Aspekt fand ich bei Freak-Programmiersprachen: Militärische Nutzung. Die Drone kannst du nicht in der Luft rebooten. Das geht besser mit einer richtigen REPL. Genau das kannst du auch damit machen. Du schreibst in Python und nutzt fremde Bibliotheken? Bist stolz, was alles damit so geht? Irrtum. Fremde Bibliotheken sind Sicherheitsrisiko. Besser, du schreibst deine eigenen. Also in der Freak-Programmierszene gibt es Licht und Schatten. Oder: auch aus Spaß kann bitterer Ernst werden.

Es war genau die Nacht, in der sie ein Land in Nahost mit Bomben überfielen. Mein Sohn wachte neben mir auf. Ich schreibe in letzter Zeit immer früh morgens. Noch im Dunklen und dann wurde es hell. Er wollte auch auf der Tastatur schreiben, ich sagte er solle mir diktieren:

"Gottlieb is the pot. He is running my monsters. And he get free form the monsters. And the monsters are not there. Because he was leaving the pot. And he come back than I hide in the pot. After that When it is sunny day then the monster die. Because the sun is shining. Daddy you wake up."

– Hier endet der erste Teil von "Angriff der AI-Texte". Den nächste Teil erklärt, warum Bücher Tore zu einem anderen Denken sind. Und ich berichte über zwei - augenscheinliche - AI-Bücher, mit denen ich Forth und Pharo lernen wollte. Und ich verrate, warum Pharo eine heiße Affäre war, und Common Lisp wie eine langjährige Ehe ist.

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