![]() |
| Bild: Google Gemini |
Das Überangebot an Informationen in unseren Sozialen Medien erzeugt vor allem eines: Stress. Die ständige Flut an News, Meinungen und Posts überfordert uns und macht es nahezu unmöglich, alles zu verarbeiten.
Tools wie RSS-Feeds sind ein hervorragendes Mittel, um dieses Problem zu minimieren. Sie bündeln die Quellen, die uns wichtig sind, und sparen uns eine Menge Zeit. Doch das Grundproblem bleibt immer da, auch wenn der RSS-Feed eine enorme Erleichterung bringt.
Für mich sind Blog-Artikel die ideale Lösung. Sie sind wie Destillationen von Wissen in einem einzigen, fokussierten Artikel. Oft sind diese Beiträge kostenfrei und werden ehrenamtlich betrieben – ein Handel mit Daten findet nicht statt. Der Datenbroker geht leer aus.
Die moderne Entwicklung bietet nun Möglichkeiten, mittels KI reine Informationen aus einem Artikel zu extrahieren. Doch hier lauert wieder das alte Problem der Informationsflut. Persönlich halte ich daher an einer alten Methode fest: Ich mache handschriftliche Notizen, die oft viel mehr kondensiert sind.
Wissen destillieren, extrahieren und kondensieren. All diese schönen Fremdwörter wollen etwas Wichtiges ausdrücken: Um mit Wissen wirklich zu arbeiten, muss es komprimiert werden, um es dann wieder zu entfalten und zu nutzen. Auf einer symbolischen Ebene ist es wie das Atmen: Einatmen, Ausatmen. Das Leben will atmen. Das ist fast schon poetisch.
Ganz anders habe ich das viele Jahre lang gesehen: Ich dachte, Wissen müsse kopiert werden. So arbeitete ich auch. Ich schrieb alles akribisch auf, legte es dann zur Seite – "für später". Doch dieses Später kam oft nicht. Das Wissen lag brach und sorgte für einen inneren Informationsüberfluss, der meine menschliche Intelligenz überflutete und lähmte.
Ich sehe genau diese falsche Herangehensweise bei vielen Menschen heute. Deshalb mein Plädoyer: Macht es wie das Leben. Atmet.
Ich fasse Dinge inzwischen sehr kurz zusammen – und merke sie mir dadurch oft auch schon gleich. Das schreibe ich irgendwo auf. Wo, ist eigentlich egal, es muss bloß griffbereit sein. Wenn ich dann später diese kurze Notiz sehe, kann ich das Wissen daraus wieder entfalten. Ich schreibe, schreibe, schreibe. Alles entsteht durch die zur Inspiration gewordene Fremd-Information und mein Geist – oder, profan ausgedrückt: mein Gehirn – schafft daraus etwas vollständig Neues.
Ist das nicht ein wunderbarer Ansatz, um menschliche Kreativität zu begreifen? Wenn man da noch tiefer einsteigt, beginnt man auch, die Realität anders zu begreifen. Wenn man so will, wird die Realität der vielen durch einen permanenten Informationsüberfluss geschaffen. Durch diesen Überfluss folgt eine Relativierung von Informationen. Es werden einfach keine wichtigen Informationen mehr wirklich bearbeitet. Daher kommt meiner Meinung nach die Unlogik der Massen. Die Gaffer bei einem Autounfall. Die Menschen, die im Fernsehen sehen, dass irgendwo Krieg ist – und es für normal halten.
Durch meinen Ansatz brichst du aus dieser Massenlogik aus und kommst an die reine Quelle deines Seins heran. Du erschaffst dein Leben. Nur du kannst diese reine Quelle erschaffen oder sein. Durch bewusste Informationsfaltung und Entfaltung. Das ist jetzt ein etwas metaphysischer Ausblick.
Aber ich denke auch, dass so ein Denken einfach hirnfreundlicher ist. Nicht konsumieren, sondern absorbieren, destillieren, konzentrieren und wieder extrahieren.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Kommentare sind geschlossen. Wenn Dir meine Gedanken ein Echo entlocken, schreib mir einen gedanklichen Brief an -> E-Mail in der Desktopversion oben rechts.