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| Bild: Google Gemini |
Eine kognitive Intervention
Okay. Notizbuch auf. Direkter Gedankenfluss.
So. Es geht um indirektes positives Denken. Nicht dieses Affirmations-Gelaber.
So geht's: Du nimmst das Schlimmste an. Wirklich. Stell dir den kompletten Reinfall vor. Die Pleite. Die Blamage. Die Leere. Spür das Gruseln in der Magengrube. Und dann – PENG – es passiert. Und es ist… okay. Es ist halb so schlimm. Oder sogar ganz okay.
Und in dir steigt dieses archaische, tiefe Frohsein auf. Nicht weil etwas Großartiges passiert ist. Sondern weil die Katastrophe ausgeblieben ist. Dieses Frohsein ist echter als jedes "Ich schaffe das!". Es ist das Echo der erwarteten Panik, das als Erleichterungswelle zurückrollt.
Das ist der Trick: Du programmierst dein Gehirn nicht auf Glück. Du programmierst es auf Schreck – und lässt das Nicht-Eintreten den Glückszustand triggern. Geistiges Judo. Mit der eigenen Angst.
-> Programmiersprachen wechseln.
Von Python zu Common Lisp. Das ist kein Upgrade. Das ist ein Paradigmen-Flugzeugwechsel.
Python ist die Cessna. Du kennst sie in- und auswendig. Du fliegst sie, aber du spürst jeden Windstoß, korrigierst manuell. Du bist der Pilot, der die Maschine bedient.
Common Lisp ist die Boeing 777. Am Boden ein Monstrum. Unübersichtlich. Cockpit wie ein Raumschiff. Die ersten Monate verstehst du nur Bahnhof.
Aber dann – nach 6 Monaten, einem Jahr – passiert es:
Du bist nicht mehr der Pilot. Du bist die Intention. Du denkst: "nach links" – und die Maschine geht nach links. Alles läuft. Das System trägt dich. Du fliegst nicht mehr. Du wirst geflogen. Von der eigenen Logik.
Die Sprache hört auf, Werkzeug zu sein. Sie wird dein erweitertes Nervensystem. Du verlagerst deinen Geist in ein fremdes, mächtigeres Gehäuse.
Die Cessna war dein Fahrzeug. Die Boeing ist dein neuer Körper.
-> Zum Kern.
Dieses "Getragen-Werden" ist nur die Vorschattierung. Für das, was eigentlich gemeint ist.
Erleuchtung. Dieses verschlissene Wort. Weg damit.
Erleuchtung ist: Alles um dich herum ist real da. Wirklich real. Nicht als Kulisse deines Dramas. Sondern als sich selbst.
Der Stuhl ist nicht "der Stuhl, auf dem ich sitze". Der Stuhl ist Stuhl. Vollständig.
Und du… du bist nicht mehr der Beobachter davor. Du fällst in diese Realität hinein. Du bist im Stuhl. Du bist in der Luft, die den Staub trägt. Du bist im Licht auf dem Boden.
Das "Ich", das sich von allem getrennt fühlte, löst sich auf. Wie ein Tropfen Tinte in einem warmen Ozean.
Es war die große Illusion. Der Projektor, der den Film an die Wand warf.
Und wenn der Projektor ausgeht, bleibt nur die Wand.
Das Universum ist nicht der Spiegel, der dir dein Gesicht zeigt. Das Universum ist die Ursache des Spiegels. Und du bist nicht das Bild im Spiegel. Du bist das, was den Spiegel erschafft, um überhaupt etwas reflektieren zu können.
Im Erleben bist du weg. Aber du warst nie wirklich da. Nur die Idee von dir war da. Und die ist jetzt vorbei.
Die Sequenz:
Vom trickreichen Geistesjudo, über die technische Metamorphose, zum stillen Ende des Beobachters.
Drei Ebenen. Ein Prozess.
Vom Machen, über das Werden, zum Sein.
Frohsein, weil das Schlimmste ausbleibt. Intuitives Fliegen in einer fremden Logik. Verschmelzen mit der Ursache von allem.
Frage: Auf welcher Ebene hängst du gerade fest?
In der Angst-Vorwegnahme? In der mühsamen manuellen Steuerung deiner Cessna? Oder in der Illusion, der getrennte Projektor zu sein?
Der erste Schritt ist der einfachste: Nimm das Schlimmste an. Und warte auf die Erleichterung, die kommt, wenn es nicht eintritt.
Das ist der Einstieg.
Der Rest kommt von allein. Oder er kommt nicht.
Aber das ist dann auch egal. Weil du dann vielleicht schon Teil der Wand bist, auf die alles projiziert wird.

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