Freitag, 25. Juli 2025

Hemi-Sync: Wie motiviere ich mich?

Bild: Google Gemini

Schon lange wollte ich - mal wieder - etwas über ein Hemi-Sync-Training schreiben. Ich bin schon mittlerweile bei Sitzungsnummer 250 angelangt. Ein Follow-Up war mit Sitzungsnummer 200 geplant. Das Problem ist aber: ich verliere mich dann in etlichen Fußnoten und das ist für einen Blogbeitrag einfach nicht passend. So schreibe ich einfach mal so ein paar Worte über das Hemi-Sync-Programm und wie ich momentan darüber denke. Wer nicht weiß, was das ist, findet im Archiv einiges darüber. Oder auf YouTube schauen. Viel ist auf Englisch. Lauter verrückte Berichte, so verrückt, dass ich dachte, das ist was für mich. Und war es auch! 250 Sitzungen absolviert. Hätte nicht gedacht, dass ich das über ein Jahr mit so einer Ausdauer machen würde. Ja, ich war im Fokus 27, dem Park! Was hat mir geholfen, am Ball zu bleiben? Der Bericht steigt einfach ein in meine Erfahrungen und wendet sich an Leser mit Vorwissen und Erfahrung.

Das Hemi-Sync-Programm "Gateway" von Robert Monroe zielt darauf ab, OBEs (Out of Body Experiences, deutsch: außersinnliche Wahrnehmungen) zu trainieren. Ein Problem, das ich hatte, da genau zwischen luzidem Traum und der Astralreise zu differenzieren.

Luzider Traum versus Astralreise

Mir war nie wirklich klar, ob diese OBEs technisch luzide Träume oder Astralreisen sind? Diese Diskussion geistert durch Diskussionsforen, solange ich an dem Thema interessiert bin. Ich unterhielt mich mal mit einem Coach. Sie hatte ein Forum mit 500 Mitgliedern, das sie betreute. Ich fragte sie, wie viel Mitglieder in dem Forum da Astralreisen würden. Sie sagte - nach einem Moment die Augen rollend, aber dann voller Stolz: "Also ein bis zwei haben das echt raus." - Grund für mich das Gespräch zu beenden. Das ist eine Erfolgsquote im Promillbereich. Auf den Punkt gebracht, habe ich die Meinung, dass fast alle dieser Astralreise-Coaches ihren Klienten Techniken vermitteln, die selten funktionieren, um sie öfter im Seminar zu haben. Zum Beispiel, versuche dich zu entspannen und dann ziehst du dich an einem Seil "aus dem Körper". Das kann einer endlos üben. Ohne jemals Erfolg zu haben. Zu aufgeregt. Die ernüchternde Wahrheit: Wer Astralreisen wirklich beherrscht, ist seltener als ein weißer Rabe – die meisten Coaches verkaufen Luftschlösser, keine Ausstiegstechniken.

Die Entspannung ist bei der Sache wichtiger als jede spezielle "Geheimtechnik". Bist du richtig entspannt passiert eine Loslösung von automatisch. Hilfreich ist es dabei sogar zu vergessen, dass man übt. Aber nicht einzuschlafen. Das kann man trainieren. Willkommen in Fokus 10. Geist hellwach, Körper entspannt. Also eine Verkrampfung kommt auch von einer zu kopflastigen Terminologie. Gerade das ist aber bei Anfängern vorherrschend.

Heute benutzte ich einen Begriff, den Jürgen Ziewe mal verwendet hat: hypnagoge Zustände. Das sind Zustände, in denen Bilder aus dem Inneren sehr plastisch vor dem inneren Auge entstehen. Oder Bilder im Inneren entstehen? Hier bitte drauf achten, dass je nachdem wie man es benennt, verschiedene philosophische Ideen da mit Worten eine eigene Realität erschaffen wollen. Einfach den Moment genießen, wenn Welten geschaffen werden. Einatmen, Ausatmen. Oder man kann drüber streiten. Wollte ich aber nicht.

Was für mich wichtig war: Dinge bewusst wahrzunehmen. Nicht eine rationale Zuordnung zu treffen. Ich erschuf mir dann aber auch zwangsläufig eine eigene Bildlichkeit, mit der ich dann praktischer üben konnte. Die will ich kurz vorstellen.

Der Astraldiver

Ich vergleiche die Übungen in den Tondateien mit meinen Taucherfahrungen, die ich im Leben machen durfte. Am Anfang war da noch ein Bild eines Grundschulschülers, der Dinge lernt, ohne wirklich zu verstehen, warum diese Dinge wichtig sind. Einfach machen. Das half mir am Ball zu bleiben. Mit zunehmender Erfahrung mutierte ich dann zu einem Astraltaucher.

Von außen gesehen kann man mich als "tauchbegeistert" bezeichnen. Ich hatte aber immer riesigen Respekt vor dem Tauchen. In anderen Worten: Angst. Es ging mir nie darum, bunte Fische zu sehen. Ich hab, den Eindruck, bunte Fische zu sehen, kann eine andere Motivation zum Tauchen sein. Für mich ist das aber anders. Mir war die Tauchzeit wichtig, gemessen in Minuten. Wie lange komme ich mit dem Sauerstofftank klar? Wie bewege ich mich, um die Tauchzeit zu maximieren? Antwort: jede überflüssige Bewegung vermeiden. Lass Dich von der Strömung treiben und nutze es klug. Atem kontrollieren. Dann, wie tief bin ich? Tiefenrausch und lange dunkle Höhlensysteme unter Wasser. Durch ein Wrack zu tauchen. Tauchen bei Sicht unter einem Meter. Das waren persönlich Highlights. Natürlich am Ende ging es darum, die eigene Angst zu besiegen. Ich fand recht bald Leute, die ähnlich über das Tauchen dachten, wie ich, und sie bezeichneten sich als taktische Taucher. Ich lernte eine Menge von ihnen. Vor allem mit einer gewissen Technik an die Ausführung und innere Einstellung heranzugehen. Meine Devise: Nicht nach bunten Fischen jagen, sondern die Tiefe des Moments atmen – wie ein taktischer Taucher, für den schon das reine Da-Sein unter Druck der Triumph ist.

Auch hier: Ausdauer und am Ball bleiben zählen

Das zu meiner inneren Beziehung zu diesen Übungen. Ich konnte das Eintauchen in diese hypnagogen Zustände gut mit einem Tauchgang vergleichen. Meine Motivation war - rein technisch - die Zustände wie diese verschiedenen Fokus-Bewußtseinserfahrungen zu erlangen. So wie beim Tiefentauchen bis 30 Meter unter die Wasseroberfläche zu gelangen. Einfach da zu sein. Ab 25 Metern Tauchtiefe wartet der Tiefenrausch auf einen, immer tiefer tauchen zu wollen. Deshalb war es für mich klar, auch skeptisch gegenüber den eigenen Emotionen zu bleiben. Das zeichnet Professionalität aus. Der Vorteil war auch hier, dass ich eine gute Motivation hatte, auch bei Tauchgängen "ohne Besondere Vorkommnissen" motiviert zu bleiben. Fokus 15, 21 erreicht. Auftauchen. Fertig.

Ich denke, das Problem, das auf viele zukommt ist, einmal sehr viel positives über die Hemi-Sync Methode zu hören. Auf YouTube wird da in Superlativen berichtet. Vorweg: Unter dem Strich ist es eine vortreffliche Methode - bildlich gesprochen - in eigene Seelentiefen hinabzutauchen. Ich habe viele Vipassana-Kurse (immer zwei Wochen nur meditieren, schweigen, meditieren, schweigen etc. als Jahresurlaub) und 13 Jahre transzendentale Meditationserfahrung. Hemi-Sync kann einem da in kürzerer Zeit mehr Erfahrungen bringen. Aber es kann einem nicht beibringen mit Frustrationen zurechtzukommen. Das bringt einem die Meditation bei, in der der Schüler lernt für eine festgesetzte Zeitspanne nur bei der Atmung oder einem Mantra zu verweilen. Alles andere uninteressant.

Östliches versus westliches Meditationsverständnis

Hier gibt es verschiedene Auffassungen über Meditation. Einmal: ich möchte irgendwas spirituelles erleben, versus: einfach mal den Babbel halten. Das meine ich scherzhaft, lohnenswert aber es tiefer zu verstehen. Östliche Meditation ist nicht zielgerichtet. Westliche Meditation meist dazu da, irgendetwas zu erreichen: Entspannung, Fokus, Nirwana oder mal mit dem Geistführer zu schnacken. Mein Meditationslehrer meinte einmal dazu, dass wäre alles Chitta. Illusionen.

Die Hemi-Sync-Dateien hörte ich pro Datei 5x. Dann machte ich die nächste Datei. Ich mache jeden Wochentag eine Datei. Das heißt eine Woche über höre ich dieselbe Datei. Meine Erfahrung ist: von den 5 Sitzungen sind eine (1!) mit diesem WOW-Effekt, die anderen vier waren reine Trainingsgänge im Ozean der Geduld. Das bedeutet 4 Tage mache ich ca 30 Minuten eine Übung ohne diesen WOW-Effekt. Da ist es mir wichtig, mich tief zu entspannen und die Smartwatch zeigt mir immer für die Zeit, dass ich einen Nap gemacht habe. Also auch hier muss man sich mit dem Trainingseffekt zufrieden geben können. Auch durch einen Nap während des Tags verbessert man sein Leben. Stressabbau. Genau das ist übrigens auch das Tauchen. Durch meine Tauchanalogie hatte ich eine positive Beziehung zu dem Prozess, auch wenn es nicht die Erwartungen erfüllte. Hier muss natürlich jeder sein eigenen inneres Bild entwickeln. Die Analogie jeden Tag ein Bäumchen zu gießen, finde ich auch schön.

Die Tausend Wörter für meinen Artikel sind um, demnächst gibt es bestimmt mehr. Ältere Blogbeiträge zu dem Hemi-Sync-Programm finden sich unter im Archiv des Blogs.

Samstag, 19. Juli 2025

Kolumne über das Schreiben Teil 5 - von der Phantasie

Du musst am Anfang nicht perfekt sein. Aber du musst anfangen, perfekt zu sein.

Schreiben bedeutet vor allem: einen gedanklichen Raum zu schaffen, in dem Leute eintauchen können. Das ist die Bedeutung von Phantasie. Möglichkeiten zu erschaffen, die phantasielose Leute nicht haben. Phantasie ist ein Tor zu Welten, die es (noch) nicht gibt – aber dringend gebraucht werden.

Eine Lanze für die Phantasie gebrochen.

Jetzt gibt es immer Diskussionen, in wie weit Phantasie und Realität vergleichbar sind? Oder Phantasie jenseits unserer rationalen Welt ist? Wobei ich immer ein schlechtes Gefühl bei Leuten habe, die Begriffe wie unsere Welt zu benutzen. Denn nach der Definition eines Zusammenhangs wie unserer Welt folgt auch folgerichtig die Ableitung von Rechten und Pflichten, die dann unsere Gesellschaft aufbauen. Phantasie wird da als Fluchtmöglichkeit mit argwöhnischen Augen gaza-ri-siert. Ich erinnere mich an Redewendungen mit viel Phantasie. Das Sprachgefühl verrät einem da recht deutlich, wie Phantasie herabgewürdigt wird. Und das ist systemimmanent. Phantasie ist das Einzige, das dir niemand wegnehmen kann. Kein Wunder, dass das System versucht, sie dir auszureden.

Phantasie ist erst einmal nicht kommerziell. Kinder, die mit leeren Toilettenrollen spielen? Oder der Hobbyautor? Frage: wie sehr sind Hobbys die letzten Jahre verschwunden? Eigentlich machen sie den Menschen individuell. Aber jetzt: keine Zeit! Muss arbeiten! oder Internet checken. Doomscrollen. Das Internet ist der größte Staubsauger für kreative Restenergie – und wir halten ihm freiwillig den Stecker. Wie sähe die Welt aus, wenn die Menschen zum großen Teil noch ihre Phantasie hätten? Das geht nur, wenn man sie würdigt, lieb hat und auch mit allen Mitteln verteidigt. => Geschichten wie Momo mit den grauen Herren sind schön, weil sie zeitlos sind. Natürlich sind es nicht unbedingt die grauen Herren, die einem die Zeit stehlen wollen, sondern auch kreative Marketing-Genies, die heutzutage an jeder Ecke des Internets auf einen warten.

Call to Action: werde aktiv!

Also was tun? Erschaffe dir deinen eigenen Herrn der Ringe! Noch besser: erschaffe dir was eigenes! Male, schreibe oder besprich Tondateien. Was einem liegt. Sammel Briefmarken. Die gibt es kaum noch? Dann sammele irgendwas. Meine Lebenspartnerin regt sich über leere Dosen in meinem Schrank auf. Leere Kaffeedosen, Haargeldosen, Milchpulverdosen. Wunderschöne, alte Einmachgläser. Eigentlich ist der Schrank mein kleines Domizil, wo sie nicht reinschauen sollte. Aber sie steht da mindestens 3 mal am Tag. Der Sohn auch. Beide schauen getrennt und suchen. Ist immer was los. Ich sage zu ihr dann: Du, die leeren Dosen kannst du immer noch mal gebrauchen. Und in den Dosen finden sich Nahrung und Süßigkeiten. Ich sammel die für eine ungewisse Zukunft. Generationstrauma: die Alten waren alle Vertriebene und sprachen nie darüber in meiner Kindheit. Krieg. Wahrscheinlich horte ich deshalb in dem Schrank leere Dose und befülle sie mit Treasure. So nennen mein Sohn und ich diese Dinge. Da findet er immer etwas interessantes. Der Schrank. Wir erben nicht nur Traumata – wir vererben auch Räume, in denen Träume überdauern können. Mein Schrank ist ein Luftschutzkeller für Hoffnung. Er ist wie Literatur. Ein Ort, in dem Leute eintauchen können und abseits des normalen Lebens Dinge finden. Siehe hier wieder den ersten Satz des Beitrags. Ist wie in der Architektur: Räume zu schaffen, die sich mit Leben füllen, weil sie einmal geschaffen worden sind. Wir bauen keine Häuser aus Stein, sondern aus Möglichkeitsräumen – und laden alle ein, darin zu wohnen. Das ist doch mal eine Metaperspektive auf das Schreiben. Der Kreis hat sich somit heute geschlossen.

Samstag, 12. Juli 2025

Ansichten über Tarot

Ich will einfach mal einen Artikel schreiben, der sich mit meinen Gedanken über Tarot auseinandersetzt. Bereits im August 2024 habe ich in dem Blogartikel Tarot, Lenormand, Skat - Was ist das beste? über das Tarot geschrieben.

Oft werden im Tarot zwei Decks als besonders angesehen. Sie stellen den Urtyp von wiederum anderen Tarot-Decks dar:

  • Das berühmte Rider-Waite-Smith Tarot, wobei Pamela Colman Smith die Zeichnerin der Karten war. Sie wird oft nicht im Namen des Tarots erwähnt.
  • Aleister Crowleys Thoth Tarot.

Die Wahrheit ist: es gibt eine Menge anderer Tarotkartendecks, die es wert sind, erkundet zu werden. Eine andere Unterteilung von Tarotkarten kann so erfolgen:

  • Marseille-Karten. Nur die großen Arcana sind bebildert. Demnach ist das Thoth Tarot von Aleister Crowley ein Tarot in der Art der Marseille-Karten.
  • Rider-Waite-Smith. Große wie kleine Arcana sind mit Symbolbildern verziert. Das ist einfacher zu lernen und zu lesen.

Aber auf diese Einteilung fällt wieder auf das Rider-Waite-Smith und Thoth-Tarot zurück. Die Urheber dieser beiden Decks, waren beide im okkulten Orden des Golden Dawn Mitglied, und die Decks wurden von dem hermetischen Wissen des Ordens inspiriert. Der Orden des Golden Dawn bestand Anfang des letzten Jahrhunderts in England und man liest immer wieder in esoterischen Werken darüber. Hermetisches Wissen führt sich selber bis nach Altägypten zurück. Das Rider-Waite-Smith und das Thoth-Tarot sind deshalb mit einer Menge Symbolik ihrer Schöpfer belebt. Thoth war zB ein ägyptischer Gott.

Tarot - zuviel der Symbolik

Wenn ich in meinem Leben zurückblicke, wurden die ersten Tarotkarten, die mir begegneten, in den Büchern von Franz Bardon erklärt. Dadurch wurde ich geprägt in den Karten ein furchtbar tiefes Geheimnis zu sehen. Ich denke, das geht jedem so.

Mir schien das Geheimnis so furchtbar und tief zu sein, dass ich glücklich bin, es selbst heute nicht zu wissen. Denn Tarot kann etwas völlig anderes sein, als Leute mit dunkler Symbolik erschlagen zu wollen. Man stelle sich doch nur mal Karten wie "den Tod" oder "Teufel" vor, wenn sie normalen Leuten präsentiert werden. Allein die Situation, - auf jeden Fall bedrückend.

Heute sehe ich es so, dass es im Tarot so ist, wie mit dem Buch von Mark Levine "Jazz Theorie", das sich gut eignet zB Saxophon zu lernen. Meine Lehrerin sagte damals zu mir: lerne es auswendig. Sie war da auch sehr streng mit mir. Und dann vergiss es. Das ist Jazz. Und das ist das Geheimnis. Die Botschaft war: lerne die Grundlagen und Technik. Dann aber finde deinen eigenen Stil. Im Tarot ist es genauso. Denn Tarotkartenlesen ist Kunst. Hat mit Kreativität zu tun.

Heute bevorzuge ich ein modernes Deck. Das Tarot in Wonderland Deck von der Kartenlegerin Barbara Moore ist für mich das mit Abstand schönste. Nicht zu verwechseln mit einem Alice in Wonderland Deck. In Tarot in Wonderland finden sich Szenen in Anlehnung auf die Geschichte mit Alice im Wunderland, die wirklich einfach und schön zu deuten sind. Sehr intuitiv. Moderne Decks befreien die Archetypen aus dem Museum – sie geben sie uns zurück als Werkzeuge des Alltags. Keine okkulten Symbole oder kabalistische Hirngymnastik. Einfach Bilder wirken lassen und dann zu einer Interpretation zu kommen. Natürlich ist alle Theorie des Tarots nicht wirklich weg in diesem Deck. Lese dir die dicken Bücher durch. Ja, das macht es alles nur noch tiefer. Und das ist beabsichtigt. Aber es ist nicht notwendig 3 dicke Bücher zu lesen. Also das ist ein Kann geworden, kein Muss.

Viele Legungen mache ich also heute mit dem Tarot in Wonderland als mit meinem älteren Rider-Waite-Smith Tarot. Das Crowley-Tarot habe ich nie benutzt.

Meine ganz individuelle Sache sind Lenormandkarten, bei denen ich Nummern und Namen auf normale Spielkarten mit Edding geschrieben habe. Das sind meine ältesten Karten, die ich heute intensiv nutze. Mehr als Tarot. Angefangen habe ich mit Legungen mit Skatkarten. Die habe ich auch noch. Da ich da aber immer große Legungen in dem System machen muss, verstauben die Karten jetzt in meinem geheimen Mahamind-Museum.

Obwohl die Idee mit normalen Spielkarten Weisheit zu lesen, nicht völlig vom Tisch ist. Ich habe ein Buch gefunden: Fortune in your Hands von Alaric Albertsson. In ihm wird ein System beschrieben, mit einem großen Blatt (Romeo oder Canasta) Weissagungen zu machen. Ich bin da noch ambivalent. Es ist sicherlich gut, das System zu kennen. - Ich merke der Perfektionismus packt mich.

Beschäftigst du dich mit Tarot, wirst du bestimmt -wie ich:

  • Anfangen Tarotkarten zu sammeln. Das kann zu einer ganzen Welt werden. Irgendwann werden dann auch noch Orakelkarten interessant. Das sind Karten, die wurden ohne vorheriges System kreiert. Mit Themenschwerpunkt: Engel, Atlantis, Feen und so fort. Bestimmt gibt es auch Supermann-Karten. Für das mystische Plus.
  • Andere Systeme probieren. Lenormand finde ich knackiger und auf den Punkt, während das Tarot mehr mystisch ist. Hausmännern und -frauen reicht das Lenormand. Und es reicht nicht nur. Es ist sogar besser, weil es etliche Kombinationen der Karten kennt. Eine noch viel größere Welt als eine durchschnittliche Tarotwelt. Und die Karten können ohne esoterischen Hintergrund gelesen werden. Was die Lesungen zu sehr persönlichen Mitteilungen werden lässt.
  • Außer Karten gibt es auch noch IGing, ein altes chinesisches System, um mittels Münzwürfen Symbole zu bestimmen. Runen. Irgendwann begegnen dir dann Runen im Alltag. Kaffeesatzlesen. Letzteres habe ich selber noch nicht gemacht.

Warum Tarot Sinn macht?

Viele Leser werden schon ihre Meinung über Tarotkarten haben. Und daran kann ein Schreiber sehr wenig ändern. Aber eine Perspektive ist, dass Tarotkarten einem andere Sichtweisen auf Probleme geben können. Kommst du nicht weiter mit einem Problem und versuchst immer dasselbe - vergeblich - es zu lösen, dann probiere einfach mal etwas anderes. Dieses Andere können einem Tarotkarten sagen.

Das ist auch mit einem materialistischen Weltbild mit psychologischer Tiefe völlig legitim. Probiere einfach etwas neues. Tarot. Du musst da nicht immer der Narr sein oder dich als der Herrscher sehen. Du lernst dich auf die Perspektiven dieser Archetypen einzulassen. Stichwort Archetypen und Carl Gustav Jung. Das ist der Psychologe, der das Schlagwort Archetypus geprägt hat. Aber auch die Synchronizität findet sich bei ihm. Beides sind Tore zwischen Wissenschaft und Esoterik. Oder werden heute dazu benutzt.

Schon seit Jahren sehe ich, dass Magie und Psychologie sich nicht gegeneinander ausschließen. Das heißt aber nicht, dass Magie nur Psychologie wäre, sondern Psychologie weitaus interessanter und unerforschter, als viele es annehmen.

So finde ich das Lesen von Magiebüchern lohnend, diesbezüglich wie sie einen motivieren, eine andere Welt sehen zu können.

Wie überall: mache dich auch im Tarot&Co weitgehend unabhängig. Sobald du dich von einem externen Anbieter abhängig gemacht hast, zahlst du. Mit Aufmerksamkeit, Lebenszeit und allgemein - und am liebsten - mit Geld.

Fazit

Wen das Thema interessiert, ist es heute lohnenswerter selber mit dem Kartenlegen loszulegen, als zu einem Kartenleger zu gehen. Meine Strategie war da immer, zu einem Wald und Wiesen Tarot zu kommen. Vorteil: man kommt schnell in die Aktion selber Karten zu legen, anstatt vielleicht in einem dieser Bücher festzustecken. Daher ist es klug mit einfacheren Systemen anzufangen: Skatkarten oder Lenormand. Übrigens kann man jedes System ausbauen und für sich selber anpassen. Lenormandkarten sind mir deshalb sympathisch, da sie mit alltäglichen Symbolen arbeiten. Und man kann auch sehr einfach normale Spielkarten zu Lenormandkarten umfunktionieren.

Ausblick

Natürlich wäre ein Artikel über Tarot ohne einen mystischen Ausblick zu geben, nicht schön. Wie es das Schicksal so will, kam mir ein altes Exemplar des Buches Meditations on the Cube of Space von Kevin Townley in die Hände. Wurde schnell klar, worum es sich zu drehen scheint: Hermetik. Freies Zitat: Kartenlegen mit Tarot ist das Beliebteste, aber viel wichtiger wäre die Devotion jeder einzelnen Karte. Und dann kam eine Menge. Es hört sich verrückt an. Der qabalistische Baum des Lebens wird meditativ in das persönliche Leben projiziert. Das alleine dauert 200 Meditationsstunden. Und das wäre erst der Anfang. Crazy. Das Buch erschien mir beim ersten Anlesen mehr als verrückt. Und vor allem: du verstehst ja noch nicht einmal richtig die Wörter. Aber: wie das bei alten Büchern so ist, findet sich über das gesamte Buch ein handschriftlicher Kommentar. Mystisch. Ein Leser nahm das ganze wirklich sehr ernst. Irgendwie hatte das auch seinen Reiz. Aber das liest sich nicht so einfach. Wirklich. Der jüdische Baum des Lebens wird da mit Astrologie und Tarot in den 3-dimensionalen Raum um dich projiziert. Musst du üben. Ich schätze mal ein Jahr mindestens. Und was danach ist, wird nicht geredet. Also keine Versprechungen. Was seriös wirkt.

Townley selber empfiehlt aber im Vorwort drei Bücher von anderen Autoren: die Bücher sind:

  1. A practical Guide to qabalistic Symbolism von Knight Gareth
  2. The mystical Qabalah von Dion Fortune
  3. The qabalistic Tarot von Robert Wang

Alle Bücher sind hermetische Klassiker. Es dreht sich alles um den Golden Dawn, und wie das heutige Tarot ursprünglich gemeint war. Mit dem Buch von Robert Wang habe ich angefangen. Das lese ich ganz gerne. Charmant geschrieben.

Wahrscheinlich kann man nach diesem Lernpensum auch Tarotkarten gemeinsam mit Spinoza legen, dem unverstandenen Philosophen, dessen Gott mir genauso wie dieser "Cube" zu funktioren scheint. Vielleicht können wir ihn in Haskell programmieren? Spätestens dann versteht dich keiner der Menschen um dich mehr.

Samstag, 5. Juli 2025

Wie Affirmationen dein Schreiben (und Leben) verändern - Kolumne Teil 4

„Stell dir vor, morgen wachst du auf und dein Gehirn gehorcht dir. Nicht manchmal. Immer.“

Thema ist Schreiben, Schreibe 2500 Wörter in einer Stunde. In einem der letzten Teile meiner Kolumne schreibe ich davon, sein Unbewusstes in den Schreibprozess mit einzubeziehen. Denn Schreiben ist Kunst. Kunst ist Kommunikation mit seinem Unbewussten. Entdeckung des Unbewussten. Entdeckung des Lebens. Und so fort. Am Ende entdeckt einer, dass er es mit noch so vielen Wörtern nicht in Worte fassen kann.

Ich will heute über Affirmationen schreiben. Andere Methoden wie Hypnose, Selbsthypnose oder Subliminals lasse ich außen vor. Heute ist es sehr einfach, sich selber in kurzer Zeit über solche Themen zu informieren. Durch die Kolumne will ich auch nur diesen Prozess des sich selber über Dinge zu informieren anstoßen. Denn dieser Prozess bringt inneres Wachstum. Typische 7-Schritte-Artikel und "Dann-hast-du-es-geschafft" Artikel bleiben oft nur an der Oberfläche. Wachstum passiert immer nur aus dem Inneren.

Stell dir vor, jemand flüstert dir 20 Jahre lang ins Ohr: "Du bist müde. Kauf Kaffee." Irgendwann glaubst du es. Nicht weil es wahr ist – sondern weil es zur Gewohnheit wurde.

Erinnere dich an Filme oder Computerspiele, in denen es um totalitäre Gesellschaften geht. Überall werden dort Parolen in einer nicht-ignorierbaren Weise in die Lebensumwelt der Menschen gesetzt. Die Parolen wirken unbewusst weiter. Wie hat das Leben dort zu laufen? Politische Indoktrination. Eine typische Form so einer Botschaft ist "Macht durch Gemeinschaft, Macht durch Disziplin" aus dem Film "Die Welle". Leider ist der Film heute schon wieder fast vergessen. Auch heute gibt es unterschwellige Beeinflussungen. Das Leben besteht sogar sehr stark aus so etwas. Aber nicht alles nimmst du wahr, vieles geht über dein Unterbewusstsein. Und das macht eine Menge für dich. Auch wenn du es nicht wahrnimmst. Dein Unterbewusstsein ist ein treuer Diener – aber ein miserabler Chef. Gib ihm klare Anweisungen, sonst übernimmt der Lärm der Welt. Kennst Du das Gefühl inmitten der Natur völlig alleine an einem See zu stehen und plötzlich schwimmt eine Leere Coladose vorbei? Heute macht das kein Politbüro, sondern Marketingexperten, und es fällt dir gar nicht mehr auf. Wie auch Menschen aus totalitären Gesellschaften ihren Brainwash als normal ansehen. Macht durch Gemeinschaft. Für wen eigentlich? Die leere Coladose im See ist kein Zufall. Sondern die perfekte Metapher für dein Leben: Selbst wenn du allein bist, schwimmen fremde Botschaften in dir. Nicht weil du schwach bist, sondern weil niemand dir gesagt hat, wie man geistige Müllsäcke platziert – um den Abfall der Welt abzufangen, bevor er in deinem See landet.

Du hast jetzt die Möglichkeit, dir das bewusst werden zu lassen. Mehr noch, du hast die Möglichkeit, diesen Mechanismus der Beeinflussung von Menschen für deine eigenen Zwecke zu nutzen. Das ist die Affirmation. Eine leicht zu merkende Botschaft für dein zukünftiges Ich. Anstatt aber Rädchen in einem Getriebe oder unreflektierter Konsument zu werden, nimmst du eigene Botschaften, die das vorwegnehmen, was du dir für deine Zukunft erträumst. Probiere es einfach aus. Anders geht es nicht. Affirmationen sind wie Samen: Sie keimen im Verborgenen – aber du entscheidest, ob du Giftsumach oder einen Obstbaum pflanzt. Kleiner Guide für erfolgreiche Affirmationen:

  • Vermeide negative Formulierungen. Keine "Ich werde nicht" Phrasen. Denn das Unbewusste kennt keine Verneinung. Aus der Formulierung "esse nicht vom Baum der Erkenntis" im alten Buch der Bibel Genesis erwuchs recht bald genau daraus ein knackiger Rauswurf aus dem Paradies. Soviel zu der Gefahr von nicht gut gewählten Affirmationen. Formuliere so, dass sich in dir das Gefühl der Erfüllung bildet. Du hast es bereits schon geschafft. Wichtig: Affirmationen funktionieren – aber nur, wenn du diesen einen Fehler vermeidest: Sie ernst zu nehmen. Die größten Veränderungen passieren, wenn du sie wie einen Witz behandelst.
  • Wenn die Affirmation nicht funktioniert, dann ändere sie. Beispiel: "Ich räume mein Zimmer auf." Häufig gibt es Dinge wie diese, die nimmt man sich vor. Aber mit jedem Sichvornehmen rücken diese Dinge irgendwie immer weiter von einem weg. Werden unerreichbar. Also sich nicht vornehmen, was man nicht erreichen kann. Das frustiert nur. Besser: "jeden Tag räume ich etwas auf und habe Spaß daran Ordnung in mein Leben zu bringen". Wecker stellen. 1 Minute aufräumen. Affirmation: "Eine Minute ist nicht viel." Das Gefühl zu genießen, es gemacht zu haben. Bildlich, geschmacklich und emotional. Eine Woche später ist die ganze Wohnung nachhaltig ordentlicher. So funktioniert das bei mir. Das Bewusstsein wird dabei umgangen. Es funktioniert wie von selbst, schon auf magische Art und Weise.
  • Schreibe dir Deine Affirmation auf einen Zettel. Kombiniere sie mit anderen Affirmationen, dann ist das schön kompakt und du liest es dir zweimal am Tag durch. Oder noch intensiver: du schreibst sie auf ein anderes Papier ab. Für mehr Magie: dann verbrennst du das Blatt bei Kerzenschein. Alleine diesen Tipp zu beherzigen, erspart dir stundenlanges Lesen in "Bestellung beim Universum - und warum es bei dir nicht klappt" Büchern. Und auch etliche magische Ratgeber kannst du dir sparen. Die sagen im Grunde nichts anderes, aber auf 300 Seiten. Recherchiere für dich selber: was ist ein Anker im NLP, und warum er funktioniert? Das ist alles. Dann kannst du dir die geheimnisvollen Rauschebärte der magischen Künste und praktischerweise deine Taler sparen.
  • Mein persönliches Booster ist Affirmationen mit Pranayama. Pranayama sind Atemübungen. Bewusster Atem. Ich testete das mit einer Affirmation, die mir am Anfang völlig abwegig schien. Richtig abwegig und mir - als Egoist - vollkommen fremd: "Ich bin die Liebe Gottes". Mein damaliges Ich war das ganz bestimmt nicht. Aber ich wollte die Kraft von Affirmationen testen. Neugierde. Nach ein paar Wochen war ich mir da nicht mehr so sicher, ob ich die Liebe Gottes absolut nicht in mir hätte. Vorsichtig ausgedrückt. Das kann lebensverändernd werden. 5 Minuten Atem ein und aus plus Affirmation reichen aus. Lasse in der Zeit passieren, was passiert. Lasse los und wundere dich, was am Ende in deinen geöffneten Händen bleibt. Spirituelle Transformation.

Heute hast du erfahren, wie du mit deinem Unbewussten reden kannst. Auch wurde die Tür zu mehr Magie und den letzten Geheimnissen der altindischen Pranayama-Techniken geöffnet. Das ist eine Menge Stuff. Als Hausaufgabe bis zur nächsten Woche, denke dir einfach eine Affirmation für dich selber aus und lies sie dir 2x am Tag durch. Nimm etwas, was du selber im Leben erfahren willst. Vertraue dabei in deine Intuition. Willst du Ergebnisse oder Recht haben? Die beste Affirmation nützt nichts, wenn du sie wie einen Zauberspruch murmelst – statt wie ein Versprechen, das du dir endlich hältst.

Verändert sich etwas dadurch? Schreibe es in dein Notizbuch. Deine tägliche Schreibübung kannst du durch diese Erfahrungen ergänzen. Wenn du es magisch magst: recherchiere, was ein Buch der Schatten ist. Ein Grimoire. Wenn du es nicht magisch magst, darf dir das alles auch Kukulores sein. Dann konzentriere dich auf psychische und physiche Veränderungen in deinem Leben. Änderst du die Perspektive, ändert sich auch dein Leben. - Mit dem Bewusstsein schreibst du die schönsten Geschichten und kommst nie zu einem Ende.

Das Thema Schreiben ohne Ende wird über-nächste Woche mein Thema sein. Ja, die Kolumne macht eine Woche Pause. Nächsten Freitag ein loser Artikel zu dem Thema Tarot.

Willst Du mehr lesen? Schau Dir den ersten Teil der Kolumne, <= Willkommen in der Kolumne zweiten Teil der Kolumne, <= Ein Ansatz das Unbewusste zu überzeugen. und den dritten Teil der Kolumne an. <= Disziplin, Lüge der Mittelmäßigen!

Das Cockpit verlassen, Anleitung zum Getragenwerden

Bild: Google Gemini Eine kognitive Intervention Okay. Notizbuch auf. Direkter Gedankenfluss. So. Es geht um indirektes positives ...