Freitag, 23. Januar 2026

Das Cockpit verlassen, Anleitung zum Getragenwerden

Bild: Google Gemini

Eine kognitive Intervention

Okay. Notizbuch auf. Direkter Gedankenfluss.

So. Es geht um indirektes positives Denken. Nicht dieses Affirmations-Gelaber.

So geht's: Du nimmst das Schlimmste an. Wirklich. Stell dir den kompletten Reinfall vor. Die Pleite. Die Blamage. Die Leere. Spür das Gruseln in der Magengrube. Und dann – PENG – es passiert. Und es ist… okay. Es ist halb so schlimm. Oder sogar ganz okay.

Und in dir steigt dieses archaische, tiefe Frohsein auf. Nicht weil etwas Großartiges passiert ist. Sondern weil die Katastrophe ausgeblieben ist. Dieses Frohsein ist echter als jedes "Ich schaffe das!". Es ist das Echo der erwarteten Panik, das als Erleichterungswelle zurückrollt.

Das ist der Trick: Du programmierst dein Gehirn nicht auf Glück. Du programmierst es auf Schreck – und lässt das Nicht-Eintreten den Glückszustand triggern. Geistiges Judo. Mit der eigenen Angst.

-> Programmiersprachen wechseln.

Von Python zu Common Lisp. Das ist kein Upgrade. Das ist ein Paradigmen-Flugzeugwechsel.

Python ist die Cessna. Du kennst sie in- und auswendig. Du fliegst sie, aber du spürst jeden Windstoß, korrigierst manuell. Du bist der Pilot, der die Maschine bedient.

Common Lisp ist die Boeing 777. Am Boden ein Monstrum. Unübersichtlich. Cockpit wie ein Raumschiff. Die ersten Monate verstehst du nur Bahnhof.

Aber dann – nach 6 Monaten, einem Jahr – passiert es:

Du bist nicht mehr der Pilot. Du bist die Intention. Du denkst: "nach links" – und die Maschine geht nach links. Alles läuft. Das System trägt dich. Du fliegst nicht mehr. Du wirst geflogen. Von der eigenen Logik.

Die Sprache hört auf, Werkzeug zu sein. Sie wird dein erweitertes Nervensystem. Du verlagerst deinen Geist in ein fremdes, mächtigeres Gehäuse.

Die Cessna war dein Fahrzeug. Die Boeing ist dein neuer Körper.

-> Zum Kern.

Dieses "Getragen-Werden" ist nur die Vorschattierung. Für das, was eigentlich gemeint ist.

Erleuchtung. Dieses verschlissene Wort. Weg damit.

Erleuchtung ist: Alles um dich herum ist real da. Wirklich real. Nicht als Kulisse deines Dramas. Sondern als sich selbst.

Der Stuhl ist nicht "der Stuhl, auf dem ich sitze". Der Stuhl ist Stuhl. Vollständig.

Und du… du bist nicht mehr der Beobachter davor. Du fällst in diese Realität hinein. Du bist im Stuhl. Du bist in der Luft, die den Staub trägt. Du bist im Licht auf dem Boden.

Das "Ich", das sich von allem getrennt fühlte, löst sich auf. Wie ein Tropfen Tinte in einem warmen Ozean.

Es war die große Illusion. Der Projektor, der den Film an die Wand warf.

Und wenn der Projektor ausgeht, bleibt nur die Wand.

Das Universum ist nicht der Spiegel, der dir dein Gesicht zeigt. Das Universum ist die Ursache des Spiegels. Und du bist nicht das Bild im Spiegel. Du bist das, was den Spiegel erschafft, um überhaupt etwas reflektieren zu können.

Im Erleben bist du weg. Aber du warst nie wirklich da. Nur die Idee von dir war da. Und die ist jetzt vorbei.

Die Sequenz:

Vom trickreichen Geistesjudo, über die technische Metamorphose, zum stillen Ende des Beobachters.

Drei Ebenen. Ein Prozess.

Vom Machen, über das Werden, zum Sein.

Frohsein, weil das Schlimmste ausbleibt. Intuitives Fliegen in einer fremden Logik. Verschmelzen mit der Ursache von allem.

Frage: Auf welcher Ebene hängst du gerade fest?

In der Angst-Vorwegnahme? In der mühsamen manuellen Steuerung deiner Cessna? Oder in der Illusion, der getrennte Projektor zu sein?

Der erste Schritt ist der einfachste: Nimm das Schlimmste an. Und warte auf die Erleichterung, die kommt, wenn es nicht eintritt.

Das ist der Einstieg.

Der Rest kommt von allein. Oder er kommt nicht.

Aber das ist dann auch egal. Weil du dann vielleicht schon Teil der Wand bist, auf die alles projiziert wird.

Sonntag, 18. Januar 2026

Pause wegen Trauerfall

Bild: Mahamind

Ich schaue jetzt viel mit meinen Augen in die Welt um mich, - und schweige. Da ist kein Impetus mehr wie früher, "komm schreibe doch mal was im Blog". Es kommt mir vermessen vor, die Persona Mahamind muss sich regenieren. Vielleicht wird sie sich auch ewig verändern?

Wegen eines Trauerfalls in der Familie, will ich erst einmal nicht mehr bloggen. Wie schon damals bei dem Tastaturschaden meines Laptopps, mit dem eine Welt für mich zusammenbrach. Bluetooth-Tastaturen sind die Hölle. Jetzt ist es also wieder so: wenn ich kein positives Lebensgefühl mehr habe, kann ich nicht mehr schreiben. Oder: Ich gebe es nicht mehr zur Veröffentlichung frei, sondern nehme es mit in mein stilles Gefängnis, zu dem die Welt um mich geworden ist. Immer, als ich schrieb war ich glücklich. Jetzt kommen da immer noch Buchstaben, Wörter, ganze Absätze.

„Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, hier sollen sich legen deine stolzen Wellen.“ - Hiob 38,11

So ist das. Ich will nicht die Welt schlechter machen, als sie ist. Ich will nicht, dass andere Menschen meine Gedanken jetzt lesen. Fremde. Und was ist das schlimmste? Einen Menschen, der einem nahe war, nie gefragt zu haben, was sein Lieblingslied über all die Jahre des Nebeneinanderseins geworden wäre? Das fällt wie Blei auf die Seele, wenn die Zeiger abgelaufen sind.

Ich brauche ein paar Tage Ruhe. Ich übersetzte einiges noch nach Esperanto, das entspannt mich und ich schalte ab. Manchmal lächele ich über meine Texte. War das so? Ich habe auch schon ein paar Artikel "in the pipe". Eigentlich etliche. Aber ich treffe momentan nicht mehr diesen leichten, frischen Mahamind-Ton Dinge zu beschreiben, die man so noch nie gedacht hat. Für mich war immer dieses Lebensgefühl Antrieb zu schreiben. Wie eine Sonne, die Strahlen will.

Montag, 5. Januar 2026

Vollmondspezial Januar 2026

Bild: Google-Gemini

Der Blog wächst zu schnell. Viele Sachen habe ich mir vorgenommen: jeden Freitag einen Artikel rauszuhauen. Diesen nach Esperanto zu übersetzen. Ein zusätzliches "Vollmondspezial". Ich habe jetzt das Gefühl mit meiner Arbeit am Blog meilenweit hinten zu stehen. Ich habe es unterschätzt. Ging mir das Schreiben im letzten Jahr einfach von der Hand, spüre ich jetzt Druck und das macht mir keinen Spaß. Deshalb: Ich erinnere mich zurück an meine Kernkompetenzen. Der Blog soll mich animieren regelmäßig zu schreiben. Mehr nicht. Zwar habe ich schon Lust auf ein "Vollmondspezial". Auch regelmäßig nach Esperanto zu übersetzen macht mir Spaß. Aber ich nehme erst einmal die Luft raus. Ich weiß, dass zunehmend mehr Leser - ich hoffe gerne - hier lesen. Aber da ich nur zwei Hände und einen Kopf habe, werde ich es in meinem Takt machen. Und das "Vollmondspezial" habe ich vergessen, bzw kam ich nicht dazu etwas zu schreiben. Noch nicht einmal etwas vorzubereiten. Also was mache ich jetzt?

Ich improvisiere. Freestyle-Schreiben. Und das mache ich anhand ein paar Stichpunkte, die ich schon vorbereitet habe. Aber nicht so ausführlich, wie ich es mir dachte. Übrigens: der Flow Zustand soll immer dann eintreten, wenn ein Mensch etwas mit einer Routine machen kann, es ihn aber nicht überfordert. Ich denke genau das lief schief, da ich immer mehr in meinen Gedanken zu den Themen schreiben wollte, es aber dann eine Sisyphus Arbeit gewesen wäre, dazu das alles auch vertexten zu wollen.

Fange ich an mit High Strangeness Links. Da die vorherigen "Vollmondspezials" über das spekulative Thema, UFOs, UAPs und intelligentes Plasma gingen, habe ich alles zu einem Stichpunkt zusammen gefasst: High Strangeness. Das ist englisch und bedeutet frei übersetzt Sehr Seltsames. Ich fasse es einfach mal so kurz wie möglich zusammen: ich denke, dass UFOs nicht UAPs sind und UAPs nicht das, was vielen suggeriert wird oder sie es durch ihren kulturellen Kontext wahrnehmen. Viele leben in einem "Raumschiff Enterprise" Universum und sehen da entsprechend "Außerirdische". Ich denke das stimmt so nicht. Warum? Hört man bei diesen UAP Berichten aufmerksam zu, so sollen das Ereignisse sein, die mit unser jetzigen Physik nicht zu erklären sind. Ich fasse das für mich so zusammen: die Ereignisse bewegen sich in einem außerdimensionalen Raum. Außerhalb Raum und Zeit. Aus unserer Perspektive. Deshalb fasste ich klassische UFO-Berichte mit anderen "High Strangeness" Phänomenen zusammen. Es gibt neben UFOs auch Geister, Kryptiden, Dämonen. Und eine Menge mehr. Alles, was Menschen sich ausdenken können. Das sind Phantasiebilder, die von Menschen geschaffen worden sind. Um Dinge zu erklären, die wir nicht begreifen können. Die aber doch existieren zu scheinen. Ich verwendete deshalb das Bild von intelligentem Plasma. Als Arbeitshypothese. Übrigens ist das ein Trend, der zur Zeit noch marginal ist, der aber zunehmen wird. Es ist eine anerkannte Theorie des UFO-Phänomens. Es ist sogar die wissenschaftlichste Theorie von allen. Im Grunde geht das in ein elektromagnetisches Weltbild, in dem elektromagnetische Phänomene Intelligenz entwickeln können. Und das nicht nur seit dem UFO-Absturz in Roswell. Oder wie man es immer nennen will. Das Plasma begleitet die Erde seit dem Anbeginn ihrer Existenz. Nennen wir es Schöpfung und dann kommen etliche religiöse Vorstellungen. Nicht wahr? Wenn Plasma Intelligenz zeigen kann, fragt man sich: Was ist diese Intelligenz und woraus entspringt sie? Das führt zu der radikaleren Idee, dass die fundamentale "Realität" nicht Materie, sondern Information oder Bewusstsein ist – ähnlich einem Hologramm, bei dem jeder Teil das Ganze enthält. Ferner geht es hier weiter in ein holographisches Weltbild, in dem alles mit allem verbunden ist. Warum? Einmal sehr logisch und materialistisch: weil Du in Deinem Kopf dir dein Universum zusammensetzt. Also ist da alles mit allem verbunden. Das Universum kannst nur du dir vorstellen. weil dein Gehirn dein Modell des Universums konstruiert. In diesem Modell ist alles mit allem verknüpft – holografisch. Die wahre Realität dahinter können wir nur erahnen. Der andere Grund: Jahrtausend alte Mystik und Philosophie. Mit den offiziellen UFO-Reporten in den USA funktioniert unsere Physik nicht mehr. Eigentlich schon seit dem bekannten "Doppelspaltexperiment". Alles, was an materialistischer Gedankenwelt uns die Welt erklären will, funktioniert eben nicht. Das ist vielen noch nicht klar geworden. Denen, denen es klar wurde, mussten sich auf die Suche nach einem neuen Weltbild machen. Ich bin einer davon. Aus dieser Perspektive will ich dann in dem Vollmondspezial Quellen vorstellen, die einen inspirieren können, über sich in der Welt nachzudenken. Das bereite ich dann zum nächsten Vollmond vor.

Mein nächster Stichpunkt ist Tarotlegung zum "Vollmondspezial". Ich habe schon ein bisschen über Tarot und Kartenlegen geschrieben. Ich will dann eine neue Evolutionsstufe des Kartenlegens erreichen und "öffentlich" Karten legen und darüber schreiben. Meine bisherigen Vorstellungen waren von einem Storytelling Tarotstil geprägt und besonders geeignet ist dafür das "Tarot in Wonderland" Deck. Darüber schrieb ich schon. Ich schrieb damals schon mich in die Qabalah einarbeiten zu wollen und damit meine Tarotlesungen zu vertiefen. Das soll dann in dem Sinne erfolgen. Natürlich ist Qabalah und Tarot ein weites, sehr weites Feld. Aber auch hier will ich mich kurz halten: bevor das so passieren kann, muss ich noch einen Artikel dazu schreiben, wie das genau funktionieren soll.

Aus meiner Gedankenwerkstatt zu dem Thema Tarot ein paar Anregungen: #1 Du machst es dem Leben damit einfacher so zu sein, wie du es dir erträumst. #2 Wichtiges: Wir arbeiten mit unbewussten Inhalten. Das geht nicht direkt. Das würde einen Widerstand erzeugen. Deshalb ist es notwendig unser Tarot nur als gedankliches Experiment zu sehen. Es einfach im Raum stehen zu lassen. Und sich überraschen zu lassen, was alles passieren mag. Es kann von Vorteil sein, gewisse Dinge auch in ein besonderes Heft oder Zettel aufzuschreiben. Zettel in der Hosentasche. Und immer zu bestimmten Anlässen sich der Inhalte noch einmal zu vergewissern. Sie können dadurch zu Affirmationen werden und sich ihren Weg in das Leben bahnen. #3 Lange Leser des Blogs fassen den Begriff "crazy" als positive Eigenschaft auf.

15.3.1977 Bentov's Traum des Pendels. Ist meine letzte Notiz. Es gibt auch andere, die ähnlich wie ich dachten. Darauf will ich auch eingehen. Itzhak Bentov ist einer von ihnen.

Freitag, 2. Januar 2026

Warum gibt es diesen Blog auch in Esperanto?

Bild: Google Gemini

Regelmäßige Leser wissen es bereits: Zu jedem neuen Artikel erscheint inzwischen auch eine Version in Esperanto. Doch warum investiere ich diese zusätzliche Arbeit? Die Antwort ist vielschichtig und führt uns tief in die Welt der Sprache, ihrer Politik und ihres menschlichen Potenzials ein.

Esperanto ist keine gewöhnliche Sprache. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Dr. Ludwik Lejzer Zamenhof mit einer klaren Vision geschaffen: als eine leicht erlernbare, politisch und geografisch neutrale Brückensprache, die Völker verbinden und zum Frieden beitragen soll. Ihre Grundpfeiler sind:

  • Einfache Lernbarkeit durch eine logische, ausnahmelose Grammatik.
  • (Geo)politische Neutralität, da sie keinem Volk als Muttersprache gehört.

Ob Esperanto nun eine „erfolgreiche“ Sprache ist, darüber lässt sich streiten. Gemessen an den ursprünglich ambitionierten Zielen ist die Sprecherzahl sicherlich gering. Doch daraus einen Misserfolg abzuleiten, wäre zu kurzsichtig. Denn unter dem Strich bleibt Esperanto die einzige voll funktionierende Plansprache mit einer lebendigen, globalen Gemeinschaft. Und genau das macht sie faszinierend.

Der Kontrast: Esperanto vs. Toki Pona

Um Esperantos Stärken zu verstehen, lohnt ein Blick auf eine andere Plansprache: Toki Pona. Diese moderne Sprache zielt mit nur etwa 120 Grundwörtern auf Minimalismus und will bewusst weniger „eurozentrisch“ sein. Die Idee erinnert mich jedoch an einen Missionar, der im historischen Afrika mit ein paar Bantu-Wörtern versucht, mit neu entdeckten Stämmen zu kommunizieren. Auch wenn afrikanische Sprachen verwandt sind, ist die Verständigung oft ein Raten – ähnlich dem Versuch, in den Niederlanden mit Hochdeutsch zu reden. Es bleibt ein „Reden mit Händen und Füßen“. Plattdeutsch wird in den Niederlanden übrigens besser verstanden als Hochdeutsch.

Toki Pona fühlt sich für mich ähnlich an: schnell zu lernen, aber im Gebrauch oft chaotisch, weil komplexe Begriffe wie „Flugzeug“ umständlich umschrieben werden müssen (etwa als „fliegendes Werkzeug“). Es wirkt auf mich wie ein intellektueller Spleen, eine „primitive Sprache“ zu kultivieren, die jenseits des Internets praktisch nie anzutreffen ist. Als jemand, der viele Sprachen auf einfachem Niveau spricht, kenne ich das Gefühl der holprigen Verständigung zur Genüge – ich suche nach Klarheit, nicht nach bewusster Beschränkung.

Esperanto: Die effiziente Vollsprache

Hier liegt der entscheidende Unterschied: Esperanto ist eine Vollsprache. Sie bietet einen präzisen, reichen Wortschatz, um Nuancen klar auszudrücken. Und das Beste: Durch die genial vereinfachte, absolut regelmäßige Grammatik ist sie ultraschnell zu erlernen.

Meine Schätzung: Man benötigt nur ein Drittel bis ein Zehntel der Zeit im Vergleich zu einer konventionellen Sprache. Ein Lernjahr Esperanto kann also drei bis zehn Jahren Englischunterricht entsprechen. Die Sprache ist nicht einfach – Lernen erfordert immer Mühe –, aber sie ist wahnsinnig effizient. Schon nach einem Monat kann man viel verstehen und sich verständigen. Diese frühen Erfolgserlebnisse tragen und motivieren ungemein.

Das wirft eine ökonomische Frage auf: Warum investieren wir (und unsere Bildungssysteme) so viele Ressourcen in Jahre des „Paukens“, um am Ende oft nur ein unvollkommenes Englisch zu erreichen? Warum nicht Esperanto lernen und mit geringerem Aufwand größere sprachliche Kompetenz und Freiheit erlangen? Hier betreten wir den Raum mit dem „Elefanten im Raum“.

Sprache als Herrschaftsinstrument

Das Lehren von Fremdsprachen in Schulen ist hochpolitisch. Sprache war immer auch ein imperiales Tool der Menschenführung. Missionare und Lehrer der Kolonialsprachen waren mit die Ersten in neuen Gebieten. Und selbst wenn die Kolonisierten die Sprache der Herren lernten, blieben sie oft Bürger zweiter Klasse.

Dieses Machtgefälle spüre ich, wenn ich lange Artikel in der New York Times lese. Trotz jahrelanger, alltäglich genutzter Englischkenntnisse stoße ich auf Hürden – auf ein Idiom, das ich „Obama-Englisch“ nenne. Es schafft Muttersprachler mit großer Kompetenz und ein Heer von Zweitsprachlern, die diese native Eleganz selten erreichen.

Genau diesen Effekt gibt es in Esperanto nicht. Alle beginnen bei Null. Die messerscharfe Logik und Einfachheit der Sprache sind für jeden erreichbar, während das mögliche Ausdrucksniveau sehr hoch bleibt. Niemand ist aufgrund seiner Herkunft im Vorteil. Das ist eine demokratische, befreiende Idee.

Der Widerstand und die "Eurozentrizität"

Esperanto war mit diesem befreienden Anspruch nie bequem. Seine Sprecher wurden in Diktaturen verfolgt. Und auch heute noch erfährt die Sprache, besonders aus angelsächsischer Perspektive, oft Hohn und Spott. Das ist kein Zufall: Esperanto ist die natürliche, effiziente Konkurrenz zu Englisch als Weltsprache. Ein schlankes, elegantes Linux gegen ein überbordendes Windows.

Ein häufiger Vorwurf lautet „Eurozentrizität“. Dazu zwei Gedanken:

  1. Für englische Muttersprachler ist Esperanto mit seinem lateinischen Alphabet und seiner phonetischen Regelmäßigkeit oft schwieriger als für Sprecher romanischer oder germanischer Sprachen – ein interessantes Paradoxon.
  2. England sieht sich oft nicht als „europäisch“, und Esperanto klingt für viele wie ein elegantes Italienisch oder Spanisch. Damit ist es auch für Mittel- und Südamerika intuitiv zugänglich. Es ist weniger „eurozentrisch“ als vielmehr ein elegantes Manöver, an der angelsächsischen Sprachdominanz vorbeizukommen.

Fazit

Deshalb also die Esperanto-Version dieses Blogs. Sie ist ein Statement für sprachliche Demokratie und effiziente Verständigung. Sie ist eine Einladung, über den Tellerrand der etablierten Sprachpolitik zu blicken und eine Sprache zu entdecken, die nicht herrschen, sondern verbinden will. Eine Sprache, in der der Inhalt zählt und nicht die geografische oder politische Herkunft des Sprechers.

Es ist ein Experiment, ein Angebot und vielleicht ein kleiner Schritt in Richtung einer Welt, in der Verständigung leichter und gerechter ist. Bonvenon al la Esperanto-versio! (Willkommen zur Esperanto-Version!)

Das Cockpit verlassen, Anleitung zum Getragenwerden

Bild: Google Gemini Eine kognitive Intervention Okay. Notizbuch auf. Direkter Gedankenfluss. So. Es geht um indirektes positives ...